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Donnerstag, 28. März 2013

Koulouri - altbewährtes griechisches "Streetfood"






Koulouri sind einfache Brotringe, die mit Sesam bestreut sind. Häufig wird dieser Kringel mit der Stadt Thessaloniki in Verbindung gebracht. In dieser Stadt fing die Tradition an, die Brotringe an den Straßenecken zu verkaufen. Brot in Kringelform gibt es jedoch im gesamten östlichen Mittelmeerraum seit Jahrhunderten. Sie werden in Griechenland Koulouri (Kuluri) oder auch Simiti genannt und in der Türkei Simit. Dieses Wort wiederum stammt wahrscheinlich vom griechischen Wort semidalis ab, welches übersetzt "Hartweizengrieß" heißt. Koulouri wiederum ist abgeleitet von kollyra, dem Namen für ein kreisförmiges Brot, das von den Sklaven gegessen wurde.*

Heute werden die Kringel in allen griechischen Städten auf der Strasse (Fußweg) von fahrbaren Wägelchen aus verkauft. Es ist ein beliebter Snack für Zwischendurch, sei es in der Schule, am Arbeitsplatz, als Reiseproviant oder für Zuhause.
Inzwischen kostet ein Ring 60 Cent und es gibt ihn hier auf Kreta grundsätzlich in einer harten und einer weichen Form. Zuerst habe ich gedacht, dass die Kringel am ersten Tag weich angeboten werden und wenn sie dann am zweiten Tag ausgetrocknet sind als harte Variante angeboten werden. Allerdings habe ich inzwischen gesehen und gehört, dass die harten Koulouri dünner sind und extra so gebacken werden.  ;-)

Daneben hat gibt es an den Wägelchen seit ein paar Jahren auch gefüllte und ungefüllte Doughnuts zu kaufen. In Athen habe ich einen Wagen gesehen, der circa 20 verschiedene Ringe im Angebot hatte: süße, salzige, scharfe, mit Rosinen, gefüllte, mit Schokolade, mit Hühnchenflleisch, mit Feta, gedrehte, flache, dicke, dünne, große, kleine, Vollkornkuluri, ......

Der Verkäufer wird übrigens κουλουράς (Kuluras) genannt.

Natürlich gibt es die Kringel auch in Bäckereien und verpackt im Supermarkt. Die einfachen Koulouri schmecken ganz leicht süßlich. Sie werden außer mit Salz und Zucker ohne weitere Gewürze gebacken. In einigen Regionen wird jedoch noch etwas Mastix in den Teig getan und in anderen werden die Teigkringel vor dem Backen in Traubensaft getaucht.
Ich glaube es gibt nur wenige Haushalte, die Koulouri selber backen. Außerhalb Griechenlands ist es jedoch vielleicht interessant dieses Streetfood mal zu backen.

Deshalb hier das Rezept für ganz einfache Koulouri (ca. 20 St.)

Zutaten: 500 g Weizenmehl, 1 Würfel Hefe oder ein Päck. Trockenhefe, 300 ml Wasser, 1 gestr. Teel. Salz, 1 gestr. Eßl. Zucker, 50 ml Olivenöl
zum Bestreuen: 1 Teel. Sesam pro Kringel

Zubereitung: 12 Stunden vor dem Backen den Vorteig ansetzen! In den Backstuben der Koulouribäcker wird zumeist schon am Tag vorher der Teig angesetzt. Dazu  die Hefe, den Zucker und ungefähr 100 g Mehl mit  ca. 100 ml Wasser  zu Brei vermischen und an einem zugfreien, nicht zu kaltem Ort 12 Stunden abgedeckt stehen  lassen. Ich habe es auch schon mit einer Wartezeit von 1 Stunde gemacht und es klappt auch gut.
Dann die restlichen Zutaten hinzufügen und alles zu einem elastischen, nicht zu feuchtem Teig verkneten. Wenn der Teig etwas zu fest ist, etwas mehr Wasser hinzugeben.

Den Teig teilen und zu Mandarinengroßen Kugeln formen. Diese dann jeweils zu langen Schlagen formen und zum Kreis verschließen.
Eine Schale mit Wasser bereit stellen und eine Schale mit den Sesamen. Die Kringel zuerst ins Wasser tauchen und anschließend im Sesam wälzen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und nochmals ca. 40 Minuten zugedeckt aufgehen lassen. Bei 200 Grad ungefähr 15 Minuten goldbraun backen. Wenn sie abgekühlt sind in einer  gut verschließbaren Dose aufbewahren.

Für die harten Koulouri den Teig in etwas kleinere Kugeln teilen (Pingpongballgroß). Wiederum zu Schlagen formen -diesmal etwas längere und dünnere. Die Teiglinge sind so weich, dass man sie nicht so gut ins Wasser tauchen kann. Deshalb diese lieber gleich aufs Backblech legen und dann mit Wasser bepinseln und großzügig mit Sesam bestreuen. Bei 160 Grad ca. 25 Minuten backen und nach dem Erkalten an der Luft liegen lassen.


Mit den harten Koulouri kann man sehr gut einen der zahlreichen Dips genießen und die weichen schneide ich auf und belege sie wie ein Bagel.

Es gibt auch ganz kleine Kringel "Koulourakia", die werden aus einem süßen Keksteig hergestellt und traditionell zu Ostern gegessen. Das Rezept dafür findet ihr hier.

Kali Orexi - Guten Appetit!

*History of Greek Food

Montag, 4. März 2013

Selbstgemacht: kretisches Gerstenbrot und Paximadia

Das ursprüngliche kretische Brot ist ein rustikales Gerstenbrot. Heute wird hier aber zumeist ein helles Weizenbrot gegessen. Der kretische Zwieback jedoch, "Paximadi", das Brot für Dakos oder Koukouvagia wird auch heute noch mit viel Gerstenmehl produziert. Aber gleichzeitig ist aus dem ehemaligen Vorratsbrot der kretischen Bauern eine moderne Spezialität geworden. Es gibt heutzutage diesen Zwieback auch aus anderen Mehlsorten, mit Johannisbrotmehl, mit Oliven oder süß mit Mandeln, Rosinen oder Schokolade.

Gerste war einst das wichtigste Getreide der Mittelmeerländer und wurde auch "Korn der Brauern" genannt. Es gibt Nachweise, das sie schon vor mehr als 8000 Jahren im Nahen Osten und Ägypten angebaut wurde. Die Pflanze wächst auch unter schlechten Klimabedingungen, auf kargen Böden und hat die kürzeste Wachstumszeit aller Getreidearten.

Brot mit Gerste hat eine super knusprige Kruste, es hat eine kürzere Backzeit und der Teig braucht mehr Flüssigkeit als andere Brotteige. Da Gerste nur sehr wenig Klebereiweiß (Gluten) enthält, welches für die Backfähigkeit, Elastizität und die Struktur wichtig ist, kann man mit reinem Gerstenmehl kein Brot backen. Da Weizen viel Gluten enthält mischt man das Gersten- mit Weizenmehl. In Deutschland darf man ein Brot Gerstenbrot nennen, wenn es mindestens 20% Gerste enthält. Ich habe festgestellt, dass man ein ordentliches Brot mit maximal 60 % Gerste herstellen kann. Sonst wird es zu hart, brüchig und hat kein Volumen. Gerstenbrot eignet sich sehr gut zum Trocknen, da Gerstenmehl über eine sehr geringe Wasserbindungsfähigkeit verfügt.

Im Moment ist Gerste als Backmehl gerade wieder im Gespräch, da Gerste sehr viel Beta-Glucan enthält.
Dabei handelt es sich um einen Ballaststoff der sehr viel Flüssigkeit binden kann. Er kann fast das 40-fache seines Gewichtes an Feuchtigkeit binden. Im Darm bindet Beta-Glucan Gallensäuren, Cholesterin und Giftstoffe, die so auf natürliche Weise aus dem Körper transportieren werden. Beta-Glucan ist dafür bekannt, dass es auf natürliche
Weise den Cholesterinspiegel senken kann.

In den Supermärkten hier gibt es viele verschiedene Mehle zu kaufen. Anders als in Deutschland, wo nach dem Ausmahlungsgrad bzw. der Type unterschieden wird, entscheidet man hier bei der Suche nach dem richtigen Mehl nach der Verwendung! Es gibt zum Beispiel Mehl für Pita, für Kuchen, für Brot oder für Nudeln. In vielen Mehlen sind neben Mehl Zusätze wie Backpulver oder Vitamine enthalten. Für reines Gerstenmehl mußte ich nach Rethymno in einen Biomarkt gehen ;-)  Im Moment ist es auch schwer frische Hefe zu bekommen - das wird sich kurz vor Ostern, wenn Tsoureki gebacken wird, ändern - ich habe das Brot deshalb mit Trockenhefe zubereitet.

Hier mein Rezept für Gerstenbrot
Am liebsten mit bitterer Orangenmarmelade
Zutaten: 300 g Gerstenvollkornmehl, 200 g Weizenmehl (Type 1050, 550 oder 405), 1 gestr. Teel. Salz, 1 Teel. Zucker, 1 Pck. Trockenhefe, 350 ml lauwarmes Wasser
Zubereitung: Die trockenen Zutaten mischen und das lauwarme Wasser nach und nach dazugeben. Alles gründlich verkneten. Der Teig darf nicht zu trocken sein. Er muss etwas mehr kleben, als ihr es von Weizenbrot gewohnt seid. An einem warmen zugfreien Ort abgedeckt 40 bis 50 Minuten aufgehen lassen. Der Teig muss sichtbar mehr geworden sein. Die Masse nun nochmals durchkneten und Brötchen oder Baguette formen oder in eine Kastenform geben. Während ihr knetet und formt dürft ihr kein weiteres Mehl dazugeben wenn es klebt. Die Hände ab und zu mit lauwarmen Wasser nass machen, dann klebt der Teig nicht an den Fingern. Nun muß der Teig ein zweites Mal an einem warmen Ort 30 bis 40 Minuten gehen.
Im vorgeheiztem Backofen mit Unter- und Oberhitze bei 180 Grad backen. Brötchen ca. 15 Minuten und das Brot etwa 30 Minuten.

Paximadi
Frische Gerstenbrötchen und getrocknete
Das Gerstenbrot einen Tag nach dem Backen in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden. Die halbierten Brötchen kann man schon am selben Tag weiterverarbeiten. Im Backofen bei 100 Grad ca. 40- 50 Minuten trocknen lassen. Es muss richtig durchgetrocknet sein. (Im Sommer hier auf Kreta braucht man das Brot und eine halbe Stunde in die Sonne legen ;-))
In einer Plastiktüte oder -dose aufbewahren. Vor der Verwendung kurz leicht anfeuchten, zum Beispiel mit aufgelegten Tomaten wie bei Koukouvagia.

Kali Orexi - Guten Appetit!

Montag, 6. August 2012

Koukouvágia oder Dakos - Hauptsache es schmeckt


Ich habe Koukouvajia bzw. Dakos zuerst als Salat kennengelernt. Unser "Haus"-Schnellimbiss Lieferservice, der schon ab 2,50 € kostenlos per "rasendem Roller" liefert, hat unter dem Namen "Koukouvajia" nämlich Tomaten-Feta-Brot-Salat im Angebot. Günstig, super lecker und knackig frisch.
Allerdings habe ich zuerst nicht verstanden, was das mit einer Eule zu tun haben soll, denn das griechische Wort Koukouvajia heißt auf deutsch Eule!

Erst als ich es dann in einer Taverne bestellte und die Tomaten mit Feta auf einem runden Zwieback serviert bekam mit einer schwarzen Olive in der Mitte, habe ich den Zusammenhang gesehen: Die belegten Zwiebäcke sehen aus wie die Augen einer Eule. - Damit ihr den Zusammenhang auch seht, habe ich für euch das Bild hier links gemacht ;-)

Hier auf Kreta gibt es spezielle Zwiebacke zu kaufen; sie heißen Paximadi und werden traditionell hauptsächlich mit Gerstenvollkornmehl gebacken. Man kann ihn hier in jedem Supermarkt und in jeder Bäckerei kaufen. In Deutschland bekommt ihr ihn am besten in griechischen Geschäften, an Marktständen oder über einen Online-Shop. Beim Zusenden gibt es jedoch das Problem, dass er schnell zerbricht und so kann es passieren, dass man anstatt Zwieback nur Krümel erhält.

Das Brot für Paximadi wird zuerst in Form eines Baguettes oder Brötchens in einem Steinofen gebacken, anschließend in Scheiben aufgeschnitten bzw. das Brötchen wird halbiert und getrocknet. Es entsteht dabei ein sehr trockener Zwieback. - Rezept hier - (Als Alternative könntet ihr feines Vollkornbrot - aber richtiges Vollkornbrot, nicht das schwarz gefärbte Brot mit ganzen Körnern - in dickere Scheiben schneiden und im Backofen eine halbe Stunde trocknen lassen.)

Das bekannteste Gericht mit Paximadi ist Koukouvaija oder Dakos, wie diese Vorspeise hier auf Kreta genannt wird. Der Saft der zerkleinerten Tomaten sorgt dann dafür, dass der Zwieback langsam weich wird. Dies dauert jedoch etwas länger, sodass man bei der Salatversion auch nach einigen Minuten immer noch schöne knackig Stücke  dazwischen hat.

In vielen Rezepten habe ich gelesen, dass man den Zwieback vor dem Belegen zuerst - bis zu einer Minute - ein Wasser einweichen soll. Meiner Erfahrung nach muss das jedoch nicht sein!

Die Grundzutaten dieser typischen Sommer Vorspeise sind Tomaten, Feta, Paximadi und natürlich etwas Olivenöl. Als Grundgewürz wird Oregano genommen.
 Ich liebe noch etwas Portulak obendrauf. Aber auch mit schwarzen Oliven oder Kapern schmeckt es wunderbar. (Wer keinen Feta mag, kann auch anderen Käse - z.B. Graviera darüber raspeln)

Mich erinnert das Gericht auch etwas an italienische Bruscetta, aber nach einigen lauten Protesten mache ich diese Bemerkung nicht mehr laut ;-)

Und hier mein Rezept: Koukouvágia - Dakos

Zutaten für 4 Dakos: 2-4 Fleischtomaten, je nach Größe, 1 Scheibe Feta (ca.200 g), 4 Paximadi (Brötchengröße), 4 Eßl. Olivenöl, 1 Teel. getrockneten Oregano, Salz und Pfeffer und dann nach Geschmack: 1 Eßl. gehackten Portulak oder 1 Eßl. Kapern oder Oliven

Zubereitung: Ungefähr die Hälfte der Fleischtomaten mit einer Küchenreibe (größte Lochgröße) raspeln. Das könnt ihr mit Schale machen, die bleibt beim Raspeln übrig. Die andere Hälfte in sehr kleine Stücke schneiden. Mit dem Oregano vermischen und vorsichtig mit Salz und Pfeffer abschmecken. (Denkt daran, dass der Feta auch Salz enthält). Den Zwieback auf Teller legen und das Tomatenmus darauf verteilen. Den Feta klein zerkrümeln und auf die Tomaten geben. Mit Olivenöl beträufeln. Dann den Portulak bzw. die Kapern oder Oliven darauf dekorieren.

Guten Appetit - Kali Orexi!

Samstag, 14. Juli 2012

Warum man auf Kreta "Brotkrümel" beim Käsehändler kaufen kann

Das ganze Jahr über liegen hier auf Kreta an der Käsetheke im Supermarkt oder am Käsestand auf dem Wochenmarkt Tüten, in denen ich grob zerhackte, getrockneten Brotkrümeln vermutete. Zuerst dachte ich, dass  man sie zum Joghurt gibt, sozusagen als Knuspereinlage. Aber das war etwas falsch ;-) "Das sind  Xinohondros." wurde ich aufgeklärt und "Man kann eine leckere Suppe daraus machen."  Natürlich wurde mir dann auch sofort das passende Rezept dazugeliefert!

Was hier auf Kreta "Xinohondros" (Xinochontros) heißt, ist eine griechische Spezialität, die im übrigen Griechenland "Trachanas" (Trahana) genannt wird und aus Schafs- oder Ziegenmilch und grob gemahlenem Vollkorn-Hartweizengieß hergestellt wird.

Jetzt in den heißen Tagen des Julis ist es genau die richtige Zeit um Trachanas herzustellen. Der Getreidemilchbrei kann so schnell in der Sonne trocknen und dient als Vorrat für den Winter. Es gibt archäologische Funde von Essensresten aus Santorin und Nordgriechenland, die belegen, dass schon 3000 Jahre vor Chr. Trachanas hergestellt wurden. Die Weizensorten, die genutzt werden, sind heutzutage andere, aber das traditionelle Herstellungsverfahren ist fast genauso wie damals.


Üblicherweise wird Schafsmilch oder Ziegenmilch über Nacht stehen gelassen, sodass Milchsäurebakterien sie leicht ansäuern. Der Weizen wird grob gemahlen und in die Sauermilch (Dickmilch, Joghurt) im Verhältnis 1 zu 4 gegeben. - Da der Hauptbestandteil Milch bzw. Joghurt ist, erklärt auch, warum es Trachanas beim Käsehändler gibt! -
Zu dieser Mischung wird meist noch Salz hinzugefügt. Anschließend wird diese Mischung langsam zu einem dicken Brei gekocht. Den Brei läßt man über Nacht abkühlen. Am nächsten Morgen streicht an ihn ungefähr 1 bis 2 cm dick mit einem großen Löffel - ich benutzte einen Tortenheber dafür - auf einen großen Teller oder ein Geschirrhandtuch. Nun wird der Brei in die Sonne gestellt und getrocknet! In einigen Gegenden Griechenlands ist es üblich kleine Körbchen zu formen.
Die Herstellung von Trachanas wird traditionell im Sommer gemacht, da sie dann schnell in der Sonne trocknen können. Gut durchgetrocknet sind sie sehr lange haltbar. - Auch in der Türkei gibt es "Tarhana"; dort werden sie zumeist noch zusätzlich mit etwas zerkleinerten Gemüse getrocknet.

Xinohondros schmecken leicht säuerlich und werden gesalzen und ungesalzen angeboten Sie dienen vor allem als Suppenbasis, daneben werden sie auch zu geschmortem Gemüse oder Schnecken gegessen. Ich mag sie auch gern leicht angeröstet mit etwas Olivenöl zum Blumenkohl.

Es gibt auch eine "süße" Variante zu kaufen. Diese heißen Chondros (Hondros) und werden mit ungesäuerter Milch und ohne Salz hergestellt. Chondros kann man sehr gut als Süßigkeit knuspern oder zum Frühstück im Joghurt als "Knuspereinlage" benutzen.

Die Trachanas an der Käsetheke sind zumeist in grobe Stücke gebrochen. Heutzutage werden sie auch in größeren Mengen in großen Trocknungsanlagen hergestellt. Ihr könnt diese im Supermarktregal bzw. im Bioladen an der gleichmäßigeren kleinen Körnung erkennen.

Übrigens, wenn ein Grieche zu jemanden sagt, "Ich finde dich Trachanas" so ist das nicht besonders nett gemeint. Es bedeutet übersetzt soviel wie "Du bist mir schnurz piep egal"!



Rote Trachanas Suppe
Zutaten für 4 Pers.: 2 Eßl. Olivenöl, 2-3 reife Fleischtomaten, ca. 600 ml Wasser (oder Brühe), 10 Eßl. Trachanas, Pfeffer (Wenn die Suppe dicker sein soll, gebt einfach noch 2 Eßl. mehr dazu.) evtl. Salz
Zubereitung: In einem Topf das Öl heißwerden lassen, die kleingeschnittenen Tomaten hineingeben und mit etwas Salz und Pfeffer abschmecken. Wenn die Tomaten kochen 600 ml Wasser hinzufügen und aufkochen lassen. Die Trachanas einrühren und alles ca. 15 Minuten leicht kochen lassen.

Weiße Trachanas Suppe
Zutaten: 10 Eßl. Trachanas, 500 ml Wasser (oder Brühe), 1 Eßl. Olivenöl, evtl. Salz
Zubereitung: Wasser mit Salz zum Kochen bringen, Trachanas einrühren und ca. 15 köcheln lassen. Zum Schluß Olivenöl hinzufügen.
Abwandlung: in die fertige Suppe etwas Käse geben und auflösen z. B. gewürfelten Halloumi oder geriebenen Graviera


Wie Trachanas auf Lesbos hergestellt werden, könnt ihr unter diesem Link bei You Tube ansehen.

Dienstag, 3. April 2012

Osterkekse und Osterbrot - Koulourakia und Tsoureki

Auf Kreta und in ganz Griechenland wird das orthodoxe Osterfest gefeiert wie in Deutschland Weihnachten und Silvester zusammen. Und wie es bei allen großen traditionellen Festen ist gibt es zahlreiche Sitten und Gebräuche für die Feierlichkeiten, die Mahlzeiten und die Speisen.

Es gibt spezielle Brote und Kekse, die vor allem zu Osterzeit verzehrt werden, eine Suppe für die Osternacht und einen Lammbraten zu Ostern. In drei Posts möchte ich euch alles darüber berichten.

Ostern auf Kreta - Teil 1 - Brot und Kekse

Traditionelle Backwaren rund ums griechische Osterfest sind das speziell geschmückte Brot für den Palmsonntag, die Lazarus-Männchen - Lazarakia, Butterkringel - Koulourakia, Käsebrötchen -  Flaounes und das berühmte Osterbrot - Tsoureki.


Lazarakia
Dies sind kleine süße Brötchen, die zu Ehren der Auferweckung des Lazarus am Samstag vor dem Palmsonntag gebacken werden. Sie werden in Form eines Menschen, der in ein Leichentuch oder eine Leichentracht gehüllt ist, gebacken. Da Fastenzeit ist werden diese Figuren ohne Milch, Butter und Eier hergestellt. Lazarakia sind aus einem süßen Hefeteig, der mit Zucker, Wasser, Olivenöl, Rosinen, Zimt und Nelken hergestellt wird. Für die Augen werden Gewürznelken benutzt.
Den Brauch, sie am Lazarus-Samstag zu Backen, zusammen mit einem Umzug von jungen Frauen und Kindern von Haus zu Haus, stammt aus Zentralgriechenland (Thessalien, Makedonien und Thrakien). Diese Tradition gibt es hier auf Kreta nicht, aber ich habe diese seltsamen Brötchen - meine Freundin dachte es seien Außerirdische ;-) auch hier schon gesehen.


Koulourakia
Diese Butterkekse, zumeist mit Orangengeschmack, wurden ursprünglich in Form von Ringen am Ostersamstag zubereitet und sie kamen traditionell am Ostersonntag zum Frühstück auf den Tisch. Heute werden sie das ganze Jahr über angeboten und in den unterschiedlichsten Formen z.B. als Zöpfe, Schnecken, Schlangen, Buchstaben gestaltet. In einigen Gegenden Griechenlands ist es Brauch sie bereits am Dienstag der Karwoche zu backen. Das Rezept findet ihr Hier.

Flaounes
Dies ist ein traditionelles Ostergebäck, das am Karfreitag auf Zypern gebacken wird. Auch auf Kreta kann man es in einigen Bäckereien kaufen. Flaounes sind kleine würzige Hefeteigbrote in einer dreieckigen Form. Vor dem Backen werden Käsestückchen (und Kräuter) in den Teig gegeben.


Tsoureki
Genau wie die roten Eier wird das Osterbrot traditionell am Donnerstag vor Ostern hergestellt. Tsoureki ist ein reichhaltiges süßes Hefeteiggebäck, das Eier, Butter und Milch enthält. Es wird entweder zu einem länglichen oder kreisrunden Zopf geformt. In der althergebrachter Form wird das Kuchenbrot mit roten Eiern dekoriert. Die Griechen essen Tsoureki am Ostersonntag.

In allen Supermärkten und Bäckereien gibt es jetzt Tsourekia zu kaufen; aber selbstgebacken schmeckt es natürlich am Besten.

Tsoureki - Griechisches Osterbrot

Zutaten: 500 g Mehl, 20 g Hefe (oder 1 Päck. Trockenhefe), 125 ml Milch, 100 g Zucker, 2 Eier, 1 Prise Salz, 50 g Butter, 1 Teel.  geriebenes Machlepi, 1 Teel. zermahlenes Mastix, 1 Eigelb zum Bestreichen und einige Mandelblättchen), evtl. 1 rotgefärbtes gekochtes Ei

Ihr können Machlepi durch eine Mischung aus Muskat und Vanille ersetzen. Mastix ist kein großer Geschmackgeber, er beeinflußt etwas die Konsitenz. Darauf kann man jedoch ohne Beeinträchtigung verzichten. Ihr könnt den Geschmack durch etwas Zitronenabrieb ersetzen.

Zubereitung: Aus den Zutaten einen weichen Hefeteig herstellen und ihn an einem warmen Ort 30-45 Minuten gehen lassen. (Er sollte danach sichtbar vergrößert sein.) Den Teig nochmals gut durchkneten und dabei wenn nötig so viel Mehl dazugeben, dass der Teig nicht an den Fingern klebt. Dann den Teig in drei gleichgroße Stücke teilen und jedes Teil zu einer langen Rolle formen. Am oberen ende die drei Stücke zusammen drücken und danach wie einen Zopf flechten. Das untere Ende wieder zusammendrücken. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und zugedeckt nochmals an einem warmen, zugfreien Ort 20 - 30 Minuten gehen lassen. Das Eigelb mit etwas Wasser verquirlen und den Zopf damit bestreichen und mit Mandelblättchen betreuen.

Ihr könnt auch den Zopf zu einem Kreis formen. Dazu einfach vorsichtig den Anfang und das Ende übereinander zusammendrücken. Wen ihr ein rotes Ei darauf haben wollt, müsst ihr es vor dem backen in die Mitte des Kreise drücken. Wenn es ein Zopf ist gehört das Ei traditionell an den Anfang - an den Startpunkt des Zopfes ;-)
Bei 200 Grad ungefähr 30 Minuten backen.

Kali Orexi - Guten Appetit!