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Mittwoch, 10. April 2013

Kein Feta aus Kreta!


Feta ist von der kretischen Speisekarte nicht wegzudenken. Auf den Bauernsalat gehört eine Scheibe Feta, Saganaki kann mit Feta gebacken werden, Spinattaschen schmecken als Spinatkäsetaschen (Spanakotiropita) noch besser, Koukouvajia gäbe es ohne Feta gar nicht und auch Briam wäre ohne diesen bekannten Käse nur halb so lecker!

Natürlich wird auf Kreta auch dieser Schafskäse, der in Salzlake gelagert wird, hergestellt. Er darf sich laut Vorschriften der Europäischen Union nur nicht mehr Feta nennen. Schon in den 1990 Jahren wurde versucht, den Namen "Feta" als geschützte Ursprungsbezeichnung in der europäischen Union zu schützen. Nach jahrelangem Streit innerhalb der EU Länder, gab es 2005 einen Gerichtsbeschluß und seit 2007 ist es ganz offiziell: Feta darf sich nur der Käse nennen, der aus der Milch von Schafen und/oder Ziegen gemacht wird, welche ihr Futter von den Weiden bestimmter Regionen Griechenlands erhalten haben. Diese Regionen sind Thrakien, Epirus, Makedonien, Mittelgriechenland, Thessalien, Momos, Lesbos und Peloponnes, jedoch nicht, wie ihr sehen könnt, Kreta! Erkennen könnt ihr echten Feta an dem roten Gütesiegel der EU.
Wenn man aber auf dem Wochenmarkt nach Feta aus Kreta fragt, bekommt man ihn natürlich auch! Er wird natürlich genauso hergestellt und ich kann den Unterschied nicht erschmecken, ob die Schafe Weidegras aus Lesbos oder Kreta gefressen haben. ;-)
Offiziell muss er jedoch "Weißkäse in Salzlake" oder "Weißer Käse in Scheiben", "Käse nach Feta Art" etc. genannt werden. In Deutschland heißt er oft "Hirtenkäse", "Balkankäse" oder "griechischer Käse nach Feta Art". Aber Achtung in Deutschland ist dieser Käse dann zumeist aus Kuhmilch gemacht!

Dieser krümelige halbfeste Schnittkäse wird hauptsächlich aus Schafsmilch mit einem Zusatz von bis zu 30 % Ziegenmilch hergestellt. Feta reift ungefähr 2 Monate in großen Blöcken. Wenn er fertig ist, wird er in Scheiben geschnitten und hat daher auch seinen Namen - "Feta" (φέτα) heißt übersetzt Scheibe. Diese Scheiben werden dann bis zum Verzehr in einer Salzlake gelagert. Er hat deshalb einen recht hohen Salzgehalt. Feta schmeckt leicht säuerlich, würzig und schön cremig. Er hat einen Fettgehalt von 45 % Fett in der Trockenmasse, das entspricht ungefähr 18 g Fett auf 100 g Käse.


Feta ist der am meisten konsumierte Käse in Griechenland und auch der bekannteste griechische Käse weltweit! Schon in Homers "Odyssee" findet man Verweise auf einen Käse, bei dem es sich höchstwahrscheinlich um Feta handelt. Der Zyklop Polyphem aus der griechischen Mythologie wird als erster Fetaproduzent genannt. Es wird berichtet, dass er Schafsmilch in Schafshaut sammelte, die einige Tage später fest geworden war. Diese Geschichte wird allerdings auch an einer anderen Stelle dem Gott der Hirten "Aristaios" - Sohn des Apollo und Kyrene - zugeschrieben.

Ich mag Feta bzw. kretischen Scheibenkäse in Salzlake gerne in Spinatkäsetaschen, als Füllung in den länglichen Paprikaschoten, im Teigmantel gebraten, als Salatbeilage oder auch einfach pur mit Olivenöl und Oregano.

Mein Lieblingsgericht mit warmen Feta ist Schweinekotelett mit Oliven und Feta. Das ist ein einfaches Rezept, das man gut vorbereiten kann und wenn Gäste kommen dann schnell in den Backofen schieben kann..


Schweinekoteletts auf Bauernart
(Brisoles chirines choriatikes)
für 4 Personen
Zutaten: 4 Schweinekoteletts ohne Knochen, 4 Eßl. Olivenöl, 1 dicke Scheibe (200 g) Fetakäse, ca. 16 schwarze oder grüne Oliven (nach Geschmack entsteint), Oregano, Pfeffer.

Zubereitung: Die Koteletts in eine mit Olivenöl ausgefettete Auflaufform legen. Den Fetakäse würfeln oder grob zerkrümeln und über die Koteletts geben. Auf jedes Kotelett mindestens 4 Oliven (im Ganzen oder geschnitten) legen. Kräftig mit Oregano würzen, pfeffern und das restliche Olivenöl darüber verteilen. (schmeckt auch gut mit Butter, wenn ihr kein Öl da habt.) Die Auflaufform mit Alufolie verschließen und auf die mittlere Schiene des vorgeheizten Backofens stellen. Bei 200 Grad 30-35 Minuten im Backofen garen.

Ihr könnt auch portionsweise Alufoliepäckchen vorbereiten und dann die gewünsche Anzahl bei Bedarf schnell aus dem Kühlschrank holen und in den Backofen stecken.

Kali Orexi - Guten Appetit!

Montag, 11. März 2013

Tirofagou - Die Käsewoche hat begonnen

Nun ist die 3. und letzte Karnevalswoche angebrochen und die Vorbereitungen auf die Fastenzeit gehen weiter. Nachdem nun die Fleischwoche (Kreatini) zuende ist, beginnt damit für diejenigen, die streng den orthodoxen Regeln folgen, der achtwöchige Verzicht auf Fleisch. Jetzt haben wir die Käsewoche, auf griechisch: Tirofagou. Wie der Name schon vermuten läßt, beherrschen in dieser Woche Gerichte aus Milch, Joghurt und Käse zusammen mit Eiern den Speiseplan.

Jetzt ist die Zeit für Käsetaschen (Tiropita), Käsetörtchen (Kalitsounia), Käsebällchen oder gebratenen Käse (Saganaki) aus den verschiedenen griechischen Käsesorten. 

Am häufigsten werden auf Kreta Feta, Mizithra, Xynomizithra, Anthotiros, Graviera und Kefalotiri genutzt.

Feta (Lefko) reift in Salzlake, ist weich, krümelig, weiß und in Scheiben geschnitten. Er ist zumeist aus 70 % Schafs- und 30 % Ziegenmilchhergestellt, hat einen Fettgehalt von ca. 13 % in der Trockenmasse.

Mizithra ist ein weißer, weicher, quarkähnlich Frischkäse. Er schmeckt leicht süßlich und ist zumeist aus einer Milchsorte (Schaf oder Ziegen) mit jeweils einem kleinen Anteil (10-20%) aus der Milch des anderen Tieres hergestellt. Sein Feuchtigkeitsgehalt beträgt 70 % und der Fettgehalt ca. 15 % in der Trockenmasse. Mizithra ist einer der ältesten bekannten Molkekäse.

Xynomizithra ist eine Mizithravariante mit einem säuerlichen Geschmack, (die Bezeichnung Xynomizithra Kritis ist eine geschützte Herkunftsbezeichnung des auf Kreta hergestellten Xynomizithra).

Anthotiros ist ein Rohmilchkäse, der traditionelle zu einem Kegel geformt wird. Es gibt wenige Tage gereift, dann erinnert er an Schichtkäse. Er ist weiß und sein Fettgehalt liegt bei ca. 65 % in der Trockenmasse. Man kann ihn auch in an der Luft gereiften Hartkäse bekommen.

Graviera ist der bekannteste kretische Käse, aus reiner Schafsmilch oder aus einer Mischung von überwiegend Schafsmilch mit Ziegenmilch, er ist fest, hat ein volles Aroma und ein Fettgehalt von ca. 40 % i. Tr.. Er wird auch in anderen Teilen Griechenlands hergestellt und ist auch als Kuhmilch Graviera erhältlich. Der kretische Graviera ist unter dem Namen "Graviera Kritis" als Geschütztes Ursprungszeichen eingetragen. 

Kefalotiri ist ein Hartkäse mit einem Fettgehalt zwischen 38 - 40 % i.Tr.. Er hat eine  Reifezeit von 3 Monate. Er schmeckt pikant, salzig und würzig. Er ähnelt etwas dem italienischen Pecorino.

Es gibt natürlich noch zahlreiche weitere griechische und kretische Käsesorten wie Haloumi, Kasseri, Kretakis, Manouri, Malaka. Sie sind zu unterschiedlichen Jahreszeiten, zu bestimmten Anlässen und in Käsegeschäften oder an Marktständen erhältlich.

Und natürlich darf in der Käsewoche auch der Joghurt nicht fehlen!

 Joghurt: Ursprünglich wird griechischer Joghurt aus Schafsmilch produziert. Heute ist er aber auch als Kuhmilchjoghurt und in Mischungen aus Kuh- und Schafsmilch erhältlich. Um griechischen Joghurt herzustellen wird mehr Milch verwendet als bei "normalem Joghurt. Er enthält mehr Molke, mehr Fett, mehr Eiweiß und weist einen höheren Gehalt an probiotischen Milchsäurebakterien auf. Durch diese Unterschiede ist er fast stichfest und schmeckt er besonders cremig, mild und nur leicht säuerlich. Er ist leicht verdaulich und sehr bekömmlich.Sein Fettgehalt ist mit ca. 8-10 % höher als deutscher Joghurt. Heutzutage ist er jedoch auch in fettärmeren Varianten - bis zu 0,2 % - erhältlich.

Der Höhepunkt dieser Woche und des Karnevals ist der "Käsesonntag" (Tyrini oder Tirini). An diesem Tag gibt es viele verschiedene Käsepasteten. In dem Blogbeitrag vom letzten Jahr zu diesem Thema findet ihr ein Rezept für Käsetaschen (Tiropita).

Allerdings ist hier in Rethymno an diesem Sonntag der große Karnevalsumzug und in den letzten Jahren habe ich dort an den Straßenrändern jede Menge Grills gesehen, auf denen Souvlaki- und Kebebspieße liegen! ;-)

Und man wünscht hier jetzt überall:   Kalí̱ Sarakostí̱ - Gute Fastenzeit!


Mittwoch, 19. Dezember 2012

Viele Kräuter, etwas Gewürz und gar nicht scharf!


Nachdem ich nun so viele Kekse gebacken und "probiert" habe, mußte ich zur Abwechselung etwas Würziges machen. Wir haben im Moment sooooo viele Chilischoten in verschiedenen Formen und Schärfegraden, dass ich kaum noch weiß, was ich damit machen soll. Ich hab sie schon getrocknet, in Öl eingelegt und zur Paste verarbeitet. Außerdem wurden sie schon in Orangenmarmelade gepackt und jetzt habe ich ein süßsaures Apfel-Chiligelee gekocht.

Chilisträucher wachsen sehr gut im kretischen Klima. Unsere kretischen und griechischen Bekannten haben sie jedoch selten in ihren Gärten. Ich habe von vielen gehört, dass sie scharfe Speisen nicht so gerne mögen. Die einzige Chili Sorte, die man hier auf dem Wochenmarkt bekommt, ist die leicht scharfe hellgrüne, die etwas 10 cm lang ist.

Allgemein wird hier sehr viel mit frischen und getrockneten Kräutern gewürzt. Die am meisten Genutzten sind: Petersilie, Minze, Dill, Oregano, Rosmarin, Thymian und Salbei. Wobei frische Kräuter in großen Mengen, getrocknete dagegen eher sparsam genutzt werden. Die beliebtesten Gewürze für kretische Speisen sind Zimt, Cumin, Anis und Vanille; diese werden jedoch immer nur in relativ kleinen Mengen den Gerichten zugefügt.

Bei einigen Speisen, die meine griechischen Bekannten schön würzig fanden, habe ich - und übrigens auch andere Deutsche - gedacht, dass man ruhig noch etwas nachwürzen könnte.

Ich empfinde zum Beispiel auch alle griechischen Kartoffelchips zu wenig gewürzt (um nicht zu sagen langweilig). Allerdings gibt es auch hauptsächlich nur Chips mit Salz oder Chips mit Oregano - entweder frittiert oder in Olivenöl frittiert oder im Backofen gebacken oder mit weniger Fett.

Von kretischen Bekannten hörte ich erst gestern, dass sie Lebkuchen nicht mögen, weil die so "intensiv" schmecken. Entweder haben die Kreter viel empfindlichere Geschmacksnerven oder meine Geschmacksnerven sind abgestumpft ;-)

Es gibt hier jedoch eine Vorspeise (Meze), einen Käsesalat "Tirosalata", der überraschenderweise recht scharf ist. Dieser Käsesalat ist mal wieder kein Salat im eigentlichen Sinne, sondern eher ein Püree oder Dip. Er wird auch einfach scharfer Käse "Tirokafteri" genannt. Ein anderer Name, den ich jedoch noch nie hier gehört habe ist: Chtipiti. Das Püree gibt es auch als Fertigprodukt zu kaufen und sogar dann ist es relativ scharf.

Üblicherweise wird der Salat aus ein bis zwei verschiedenen Käsesorten (Feta oder weißen Käse, Mizithra, Manouri) und Joghurt hergestellt. Ich mag die einfachste Variante aus Feta gemischt mit griechischem Jogurt am liebsten und nutze ihn als Brotaufstrich.

Tirosalata - Tirokafteri - Scharfer Käsedip
Zutaten:
200 g Fetakäse, 200 g griechischer Joghurt, 2 Eßl. Olivenöl, 3  mittelgroße hellgrüne Chilischoten oder 1 kleine scharfe Schote oder Chiliöl oder Chilipulver, Salz, Pfeffer, etwas Zitronensaft
Zubereitung:
Fetakäse zerkrümeln und mit einer Gabel zerdrücken, dann mit Joghurt und Olivenöl vermischen und zu einem glatten Püree verrühren. Mit Salz, Pfeffer und ein paar Tropfen Zitronensaft abschmecken. Chilischote in sehr kleine Stückchen schneiden bzw. pürieren und so viel zu der Creme dazugeben bis er die gewünschte Schärfe hat.

Es gibt auch noch eine rote Variante:
Man nimmt etwas weniger Joghurt, nur 150 g  und gibt eine fein zerkleinerte (pürierte) rote Paprikaschote (frisch oder aus dem Glas).
Kali Orexi - Guten Appetit!

Sonntag, 15. April 2012

Kalitsounia - festliche Käsetörtchen

Auf Kreta ist es üblich, dass der Namenstag gefeiert wird und nicht der Geburtstag. Kinder allerdings feiern heutzutage beides.
Wenn ein Bekannter oder Freund Namenstag hat, geht man am Nachmittag vorbei um zu Gratulieren und bringt ein kleines Geschenk mit. Bei diesen Feiern gibt es eigentlich immer ein mit Käse gefülltes Gebäckstück, das Kalitsounia heißt. Derjenige der Namenstag hat bringt auch zur Arbeit etwas Süßes für die Kollegen mit. Auf diese Weise habe ich schon oft Eis oder etwas Süßes bekommen, zumeist Kalitsounia. ;-)

 Traditionell gibt es sie auch am Ostersonntag zum Dessert. Diese besonders festlichen Varianten werden dann mit etwas teurerem Käse hergestellt.

Kalitsounia werden in zwei verschiedenen Formen gebacken. Als kleines rechteckiges Pastetchen, das oft in der Pfanne gebacken wird oder als rundes Törtchen, das im Backofen zubereitet wird. Diese werden auch  "Lychnaraki " (keine Lampe) genannt, da die Form an die alten Öllampen erinnert, die früher hier verwendet wurden. Traditionell werden die eckigen Varianten mit Minze gewürzt und die runden mit einer Prise Zimt.
Für die eckigen Kalitsounia muss der Käse etwas trockener sein, da er sonst zu stark ausläuft. Das Problem gibt es bei der runden Variante nicht, da sie nach oben offen sind und der Teig etwas dicker ausgerollt wird. Oft werden die Eckigen auch mit Filoteig gemacht anstelle des unten aufgeschriebenen Teigs. In einer Bäckerei, in der wir häufig einkaufen werden sie auch zu Dreiecken geformt.

Auf Kreta wird Misithriakäse genutzt oder Malakakäse, eine milde Spezialität aus der Region Chania. Ihr könnt Ricotta benutzen oder trockenen Quark (dazu den Quark in ein Baumwolltuch, z.B. Windel oder dünnes Küchenhandtuch geben und ihn mindestens eine Stunde abtropfen lassen und vorsichtig etwas ausdrücken).
Und hier nun das Rezept:
Zutaten: 
Teig: 500 g Mehl, 5 Eßl. Olivenöl, 1 Teel. Zitronensaft, Wasser, 1 Prise Salz.
Füllung: 500 g Frischkäse (Ricotta, Misithria oder Quark), 1 Eigelb, 2 Eßl. Honig oder Zucker, evtl. bis zu einem Eßlöffel Mehl, wenn die Füllung zu weich ist.
für die runde Variante:  und 1/2 Teel. Zimtpulver
für die eckige Variante: 1 Eßl. feingehackte Minze
Zum Bestreichen: 1 verquirltes Ei und etwas Zimtpulver oder Sesamkörner.
Wenn ihr die Eckigen in der Pfanne ausbackt, braucht ihr noch Olivenöl.

Zubereitung: Die Zutaten für den Teig mischen und nach und nach so viel Wasser zugeben, dass ein geschmeidiger Teig entsteht. Kräftig durchkneten und unter einem Tuch 30 Minuten ruhen lassen.
Für die Füllung Käse, Eigelb, Honig und Minze bzw. Zimt gründlich zu einer homogenen,  weichen Masse vermischen. Wenn sie zu flüssig wirkt, etwas Mehl dazugeben. Den Teig dünn ausrollen.

Für runde Kalitsounia Kreise von ungefähr 7 cm Durchmesser ausstechen. Etwas Füllung auf den Kreis verteilen, dabei etwas Rand lassen, diesen mit verquirltem Ei bestreichen. Den Rand mit den Fingern hochbiegen, sodass dabei circa 10 Einbuchungen von den Fingern entstehen.
Einfacher ist es, den Teig in eine kleine Tortelettenform zu drücken und mit der Käsemasse füllen. Die ist die einfachere, zeitsparende und moderne Form ;-)

Für eckige Kalitsounia Quadrate ausschneiden und diese nach dem Füllen zu Rechtecken falten. Achtet darauf, das sie gut verschlossen sind, da sie leicht auslaufen.

Die Eckigen können wahlweise im Ofen oder in der Pfanne gebacken werden. In der Pfanne werden sie von beiden Seiten goldgelb in Olivenöl gebraten.
Für die Zubereitung im Ofen die Kalitsounia mit verquirltem Ei bestrichen, mit Sesam oder Zimt bestreut und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Bei 200 Grad ungefähr 15 Minuten goldgelb backen.
Wenn man sie sofort nach dem Backen servieren möchte, kann man sie auch noch warm mit Honig beträufeln.
Kali Orexi - Guten Appetit

Eine Liste mit den griechischen Namenstagen findet ihr bei Kreta-Klaus.

Mittwoch, 22. Februar 2012

Graviera - Hartkäse aus Kreta

Am Wochenende machten wir einen Ausflug nach Myrokefala (Miriokefala). Es liegt im Südwesten von Rethymno und ist durch seine Klosterkirche (Panagia Antifonitria) mit Wandmalereien und einer Ikone aus dem 12. Jahrhundert bekannt.

Diese Region ist ebenfalls gekannt für seinen Graviera und Myzithra Käse. Natürlich behaupten die Menschen aus der Region von dort käme der beste Graviera Kritis! Mir schmeckt er jedenfalls sehr gut!








Nach der Besichtigung des ehemaligen Klosters hatten wir das Glück einen Blick in eine der örtlichen Molkereien werfen zu dürfen und einige Schritte der Käseproduktion beobachten zu können.



1. Anlieferung der Schafs- und Ziegenmilch





2. Der Rohmilch werden Enzymen (Lab) zugegeben, sodass sie dick wird. Sie hat dann eine Konsistenz wie Wackelpudding.

3. Die dickgelegte Milch wird geschnitten und unter ständigem Rühren auf ca. 50 Grad erwärmt. Dabei trennen sich die festeren Stücke (Käsebruch) von der Flüssigkeit (Molke).






4. Der Käsebruch wird in eine durchlässige Form gedrückt. Mit einem "Stempel" wird die Masse einige Stunden zusammengepresst, so dass die Molke abfließt.




5. Die Käselaibe kommen für 2 - 5 Tage in ein Salzbad, um die Rindenbildung zu fördern und schädliche Bakterien und Pilze abzutöten.



6. Der fertiger Gravieralaib geht nun zum Reifen in den Keller bei 14-18 Grad für mindestens 3 Monate. In dieser Zeit wird er mehrmals gewendet und mit Salzlake abgewaschen.



Kretischer Graviera wird ausschließlich aus Schafsmilch oder aus Schafs- mit etwas Ziegenmilch hergestellt. Er wird nach alten traditioneller Rezeptur hergestellt, darf sich Graviera Kritis nennen und seit 1996 ein europäisches Siegel tragen. Das Zeichen "Geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.)" besagt, dass sowohl die Zutaten aus der beschriebenen Region stammen und das Produkt auch dort produziert wird.

Ein fertig gereifter Graviera hat einem Durchmesser von etwa 40 cm und einem Gewicht von 14 bis 16 Kilogramm. Die Rinde ist fest und gelb bis bräunlich. Der Käse ist hellgelb, hart, fest und ein bißchen krümelig. Graviera ist so hart wie Emmentaler und hat Löcher wie ein Tilsiter. Je älter er wird um so krümeliger wird er. Sein Geschmack erinnert mich an eine Mischung aus Emmentaler und mildem Bergkäse.  

Graviera schmeckt gut als Brotbelag. Hier wird er häufig als Vorspeise (Meze) gereicht . Er wird gegrillt und gebraten - pur oder auch paniert. Lange gereifter Graviera kann auch gerieben werden und ich nutze ihn wie Parmesan zum Bestreuen von Nudeln und Salat.


Natürlich haben wir uns mit einem großen Stück versorgt und gleich an Ort und Stelle aus der Hand probiert! Noch besser aber mit frischem Brot und Wein - Nostimo! - Lecker!

Montag, 20. Februar 2012

Die Käsewoche

Hier auf Kreta hat heute die sogenannte "Käsewoche" (Tirofagou) begonnen. Nachdem nun die Fleischwoche (Kreatini) zuende ist, beginnt damit für diejenigen,  die streng den orthodoxen Regeln folgen, der achtwöchige Verzicht auf Fleisch. Wie der Name schon vermuten läßt, beherrschen in dieser letzten Karnevalswoche Gerichte aus Milch, Joghurt und Käse den Speiseplan.



Der Höhepunkt dieser Woche und des Karnevals ist der "Käsesonntag" (Tyrini oder Tirini). An diesem Tag gibt es Käsepasteten, Käsestrudel, Käsekugeln und Pfannkuchen mit Käsefüllung - in süßen und salzigen Variationen - zumeist mit den speziellen Käsesorten der Region. Auf Kreta wird zum Beispiel der säuerliche Xinomyzithra und sein süßer Verwandten der süßliche, weiche Myzithra verarbeitet.

Da das Osterfest und andere kirchliche Feiertage in der orthodoxen Kirche auch heute noch nach dem Julianischen Kalender und der alten an ihn gekoppelten Osterformel festgelegt werden, fällt der Beginn der Fastenzeit und das Osterfest nur ab und zu mit den Daten der Festtage der anderen Kirchen zusammen.
Dieses Jahr beginnt die Fastenzeit in Griechenland am 27. Februar und Ostern feiern wir am 15.April.

              Tiropita Sfakiana - Käsetaschen mit Honig
Weitere Informationen zum kretischen Käse hier: http://www.leckeres-kreta.de/kaese.htm

Weitere Informationen zum Unterschied zwischen dem Julianischen und dem Gregorianischen Kalender findet ihr hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Julianischer_Kalender

Hier ist ein Rezept für eine mit Mizithra gefüllte Käsetasche. Diesen Käse bekommt man sehr selten außerhalb Griechenland. Ihr könnt ihn ersetzen durch Ricotta oder trockenen Quark. Dafür gibt man den Quark auf ein Geschirrhandtuch, klappt dies zusammen und drückt den Quark so lange aus, bis Flüssigkeit durch das Handtuch tropft. Tiropita kann man sowohl salzig, pikant oder in süßer Form herstellen.


Tiropita  - Käsetaschen 


Zutaten:
Pita: 250 g Mehl, 1 Prise Salz, 150 ml Wasser, 4 Eßl. Ölivenöl
Füllung: 200 g Frischkäse (Mizithra) (Alternative: trockener Quark),
Süße Variante: 4 Eßl. Honig (am besten Thymianhonig aus Kreta)
Salzige Variante: etwas Salz und Pfeffer und 2frische Blätter Minze (oder eine Messerspitze getrocknete).
Pikant: Die Käsemasse mit Salz, Pfeffer und Chili würzen.

Zubereitung:
Pita: Mehl mit Salz, Wasser und Öl gut verkneten und ca. 2 Stunden bei Zimmertemperatur ruhen lassen.

Füllung: Den Teig in acht gleichgroße Stücke teilen und diese dünn ausrollen. Eine Hälfte des ausgerollten Kreises mit dem Käse bestreichen, bzw. bekrümeln und würzen. Die andere Hälfte darüberklappen und die Seiten gut verschließen. Bei 200 Grad ca. 15 Min. im Backofen backen oder in einer beschichteten Pfanne ohne Öl bei mittlerer Hitze ungefähr 3 Minuten von jeder Seite goldbraun anbraten. (evtl. etwas andrücken.)

Kali Orexi - Guten Appetit!