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Donnerstag, 19. Juli 2012

Preise und Angebote in Tavernen in Rethymno und Umgebung

Viele Tavernen, Bars und Restaurants in und um Rethymno haben dieses Jahr zur Hauptsaison ihre Preise gesenkt und versuchen mit zahlreichen Angeboten die Kunden zu locken.
Hier ein paar Bilder, die euch einen Eindruck von den Preisen jetzt im Juli geben sollen. Ich habe sie bei Spaziergängen durch die Stadt in den letzten Tagen gemacht. Einige sind leider etwas unscharf, da ich sie zu schnell "geschossen" habe, weil immer die netten "Reinlocker" auf mich zukamen, wenn ich kurz stehenblieb.














jeweils 18 €














Kali Orexi - Guten Appetit!


Montag, 18. Juni 2012

Fertigprodukte - auch hier ein wachsender Markt

Bis vor einigen Jahren gab es fast keine fertig zubereiteten griechischen Produkte in den Supermärkten hier zu kaufen. Die ersten Produkte, die ins Angebot kamen waren gefüllte Pitas. Dabei wurde der übliche Pitateig zumeist durch Blätterteig ersetzt.

Inzwischen gibt es in jedem Supermarkt kleine Käse- oder Spinatpitataschen zu kaufen. Beliebt sind auch die großen Filoteigpitas, die zu Teil zu großen Schnecken gerollt sind. Diese Pasteten gibt es mit Spinat-, mit Käse- oder mit Spinat und Käsefüllung. Sie sind in großen Aluschalen und müssen ca. 45 Minuten im Backofen gebacken werden.

Und das Gute ist, dass sie nicht nur aus der Verpackung gut aussehen, sondern auch in der Wirklichkeit. Eine meiner Lieblingsprodukte sind kleine Filoteig-Röllchen, die mit Mizithra und Honig gefüllt sind.

Daneben gibt es nur wenige tiefgefrorene Fertigprodukte. Ich habe bisher nur "Pastizio" gefunden. Allerdings gibt es hier in Rethymno auch keinen wirklich großen Supermarkt. Wahrscheinlich ist das Angebot in Heraklion schon größer. ;-)

Haltbare Eintöpfe wie "Artischocken mit Erbsen und Karotten" oder "Nudeln mit Oktopus" sind in Plastikschalen zum Erwärmen in der Mikrowelle schon seit längerem erhältlich. "Gefüllte Weinblätter" gibt es in Konservendosen oder ebensfalls in Plastikschalen.

Viele griechische Firmen bieten in Dosen auch "Okra in Tomatensoße", "Bohnen in Tomatensoße" und "Hackfleischklößchen" (Keftedakia) an - ein Muß in den Paketen für meinen Enkel -.

Ich denke, dass es hier nicht so viele Fertigprodukte auf dem Markt gibt, liegt daran, dass es noch viele Mütter und Großmütter gibt, die die Familie mitversorgen. Vor allem männliche Griechen (Erwachsene) gehen oft zum Essen zur Mama, auch wenn sie nicht mehr zu Hause wohnen oder - noch besser - bekommen das Essen von der Mutter gebracht. In Deutschland ist es genau diese Gruppe, die am häufigsten zu Fertigprodukten greift.


Wer keine Familie oder Ersatzfamilie in der Nähe hat, holt sich - wenn Niemand Zeit zum Kochen hat - fertiges Essen aus einer der Taverne, die fertig zubereitete Speisen, ausgestellt in Vitrinen, vorrätig haben.
Der große Vorteil dieses Systems ist, dass es frisch zubereitete Speisen sind und dazu nicht allzu teuer. Oft sind es traditionelle kretische (gesunde) Gerichte, die ohne Konservierungsmittel und andere Zusätze zubereitet wurden.

Leider werden heutzutage auch immer mehr und immer öfter die üppigen Schnellimbißgerichte, wie Pitagiros, Hamburger, Mixed Grill etc. gewählt.

Kali Orexi - Guten Appetit

Hier ein paar Bilder von Fertigprodukten










Sonntag, 22. April 2012

Kleftiko - zyprischer Räuberbraten


In vielen Tavernen auf Kreta wird ein Lammgericht angeboten, das Kleftiko heißt. Dabei handelt es sich um Lammfleisch, das mit Gemüse, zumeist mit Paprika und Zwiebel  in Filoteig eingewickel, gebacken wurde. Es schmeckt gut, das Fleisch ist zart und würzig und es sieht nett aus. Aber mit dem ursprünglichem Kleftiko, einer Spezialität aus Zypern, hat es nur noch wenig gemeinsam.

Im 19. Jahrhundert während der Unabhängigkeitskämpfe machten Räuberbanden die Berge Zyperns unsicher. Die "Kleftes" (Diebe) lebten vom Viehdiebstahl. Damit ihre Verstecke nicht durch Rauch vom Feuer oder Grillgeruch entdeckt werden konnte, bauten sie Lehmöfen unter die Erde. Dahinein kam das gestohlene Ziegen- und Schaffleisch zum Garen. Mit Erde wurde alles Luftdicht verschlossen. Das Fleisch ließ man viele Stunden und manchmal sogar Tagelang unter der Erde. So schmorte es im eigenen Saft und auch das Fleisch älterer Tiere wurde schön zart.

Modern ausgedrückt handelt es sich um eine Niedertemperatur Garmethode unter Luftausschluß.

Den Geschmack, den das Fleisch im Lehmofen bekommt, wird man in der Küche nie ganz nachahmen können. Viele meinen, dass der Geschmack beim Garen im Römertopf am Ähnlichsten wird. Der Tontopf muss dann vor dem Garen noch luftdicht gemacht werden. Das geht sehr gut mit einem Mehl-Wasser-Brei, mit dem man dann die Ränder des Topfes vor dem Backen verschließt.
Ihr könnt es auch in einen Bratschlauch, in Backpapier oder Alufolie stecken und diese Päckchen dann in einen Brattopf geben. 
Ich habe es in einem Kunststoffbräter geschmort, den ich zusätzlich mit Alufolie verschlossen haben und es ging hervorragend. In die normalen Schmortöpfe passen jedoch keine großen Teile hinein, also muss man das Fleisch zerkleinen. Dadurch verkürzt sich die Garzeit ein wenig.

Zutaten: 
1 kg Lammfleisch (oder Zicklein) z.B.Schulter oder Keule, Saft einer Zitrone, 3 Lorbeerblätter, Oregano, Thymian, Salz, Pfeffer, ca. 100 ml Olivenöl
Zubereitung: 
Schaffleisch in größere Stücke teilen. Zitronensaft, Gewürze und Öl vermischen und das Lammfleisch gründlich damit einreiben. In einen Bräter stapeln und die Lorbeerblätter zwischen das Fleisch legen. Den Bräter fest verschließen! (siehe oben) Im Backofen bei ungefähr 150 Grad 5 Stunden backen. Mit gebackenen Kartoffeln und Gemüse servieren.
- Wenn ihr es nicht ganz abdichten könnt, müsst ihr etwas Wasser oder Brühe hinzugeben, und es zwischendurch einmal kontrollieren, ob es nicht zu trocken ist.-

Für die Kleftiko-Variante, die man in kretischen Tavernen erhält, läßt man das Fleisch abkühlen, löst es von den Knochen und schneidet es in Walnußgroße Portionen. Dann wird es zusammen mit etwas Gemüse in Filoteig gewickelt, mit Ei bestrichen und im Ofen nochmals ungefähr 20 Minuten gebacken, bis der Teig goldbraun glänzt.
Ob das Fleisch für das Kleftiko in den kretischen Tavernen wirklich auf die langsame Art oder "normal" geschmort wurde, ist natürlich nie ganz sicher.  ;-)
Kali Orexi! - Guten Appetit!