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Montag, 15. April 2013

Kretische Hackfleischbratlinge

Bifteki, Soutzoukakia, Kebab, Giouvarlakia und Keftedes (Keftedakia), sind die bekanntesten griechischen Speisen mit Hackfleisch. Die Zubereitung und die Zutaten sind sehr ähnlich; der große Unterschied liegt in der Form und Zubereitungsart.


In Deutschland habe ich schon mal Hackfleisch verpackt gekauft. Als ich nach Kreta kam, gab (außer bei Lidl) kein verpacktes Hack zu kaufen. (Inzwischen auch schon in allen Supermärkten.) Die Fleischer hier bereiten Hackfleisch immer frisch zu, egal ob man nur 200 g oder verschiedene Fleischsorten mischen möchte... alles kein Problem.

Meinen ersten Hackfleischkauf werde ich nicht vergessen ;-) Ich sagte zwar "kimas", habe es aber wohl so falsch betont, dass mich niemand verstand. Ich mußte das Wort mehrmals vor Kollegen wiederholen. Dann habe ich es mit "kréas" versucht und dazu mit den Händen hackende Bewegungen gemacht. Das wurde dann verstanden und mir wurde gesagt, dass dies "kimás" heißt!... hatte ich doch gesagt!!! Na, jedenfalls haben alle was zu Lachen gehabt und ich bekam was ich wollte ;-)

Bifteki entspricht in der Form der Frikadelle. Es ist eine runde flache Scheibe gehacktes Fleisch, dass in der Pfanne angebraten oder gegrillt wird. Ich habe von vielen gehört, dass Bifteki nur mit Rinderhackfleisch zubereitet wird, kann dies aber aus dem Alltag hier nicht bestätigen. Es gibt Bifteki mit Rinder-, Kalbs-,  Lamm- und auch mit gemischten Hackfleisch. 

Es gibt in Deutschland zahlreiche Rezepte, die alle schreiben, dass Bifteki griechische Frikadellen sind, die mit Feta gefüllt werden. Normale Bifteki hier sind nicht gefüllt! Seid also nicht enttäuscht, wenn ihr in der Taverne Bifteki bestellt und sie sind nicht gefüllt. Es gibt natürlich auch "Bifteki me Feta"! ;-)

Soutzoukakia sind länglich runde Frikadellen, die eigentlich immer mit Tomatensoße serviert werden und in die auf alle Fälle mit Kreuzkümmel (Cumin) gehört! Diese Frikadellen sind die einzigen, die hier auf Kreta mit Knoblauch gewürzt werden. Das Rezept dafür findet ihr HIER.

Kebab ist eine länglichen Frikadelle auf einem Holzspieß, die zumeist auf den Grill kommt. Hier auf Kreta wird Kebab oft mit Lammhack und ohne Ei hergestellt. Mehr dazu findet ihr HIER.

Giouvarlakia haben eigentlich immer noch den Zusatz avgolemono dahinter. Dies sind nämlich Hackfleischklößchen, die in Zitronen-Ei Soße (avgolemono) gegart werden. - Mich erinnert die Zubereitungsart an "Königsberger Klopse".-  In einer etwas kleineren Version werden sie dann als Einlage in eine Zitronen-Ei Suppe verwendet. Anstelle von Brötchen oder Paniermehl wird roher Reis, viel Petersilie und geraspelte Karotten zum Fleischteig hinzugefügt. Das Rezept werde ich euch demnächst aufschreiben. 

Keftedes sind kleine runde Fleischbällchen, die hier auf Kreta zumeist als Vorspeise (Mezes) kalt serviert werden. Keftedakia sind die kleinere Version dieser Hackfleischbällchen. Natürlich gibt es sie auch heiß und sie werden auch in Tomatensoße serviert. Ich mag sie gerne zusammen mit Tzatziki. ;-)

Griechische Hackfleischbällchen
(Das Rezept ist für ungefähr 12 - 18  Keftedes bzw. Keftedakia, je nachdem wie groß ihr sie formt.)

Zutaten: 500 g Rinderhack, 1 kleingehackte Zwiebel, 1 Ei, 1 eingeweichtes Brötchen, Salz, Pfeffer, Oregano, Kreuzkümmel (Cumin) und nach Geschmack evtl. 1 Teel. gehackte Minze. 1 gehäufter Eßl. Mehl, Olivenöl oder geschmacksneutrales Öl zum  Braten

Zubereitung: Die Zutaten zu einem weichen Hackfleischteig vermischen und eine halbe bis eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen. Kleine Bällchen formen und diese kurz in Mehl wenden. In einer Pfanne Olivenöl erhitzen und die Keftedes darin von allen Seiten goldbraun anbraten. (ungefähr 8-10 Minuten)

Wenn ihr sie in Tomatensoße möchtet, braucht ihr noch:

50 ml Olivenöl, ungefähr 500 g Tomaten (frisch oder aus der Dose, Püree oder in Stückchen, je nach eurer Vorliebe), 1 Zimtstange, Pfeffer und Salz

Zubereitung: Die Zutaten für die Tomatensoße in einem Kochtopf vermischen und aufkochen. Die fertigen Keftedes hinzufügen und zusammen ungefähr 40 Minuten köcheln lassen. Ich mache dies auf ganz niedriger Stufe und mit geschlossenem Deckel, wegen der Spritzgefahr.

Kali Orexi - Guten Appetit!

Montag, 10. September 2012

Frische junge Gigantes-Bohnen-Schoten

 Als ich letzten Donnerstag auf dem Wochenmarkt in Rethymnon war, entdeckte ich an einem Stand hellgrüne Bohnenschoten, die platt und unregelmäßig oval waren. Solche Schoten hatte ich vorher noch nie gesehen. Ein Kilo kostete 2 Euro und dazu gab es von der kretischen Bäuerin noch die Putzanleitung, einen Rezeptvorschlag und das übliche "Orea - Nostimo" dazu.
Diese  Bohnen-"Kaiserschoten"  sind ungefähr 6 bis 10 cm lang, 2-3 cm breit und platt. Da ich nicht wußte, um welche Bohnensorte es sich handelte, fragte ich unter meinen Kollegen und Bekannten herum. Als ich dann erfuhr, dass es sich um die unreifen Gigantes Bohnen handelt, war ich doch etwas überrascht, dass dies nur so wenige erkannt hatten. Sie werden nicht mehr so oft in diesem Zustand gegessen!

"Fasolia Gigantes" ist  die griechische Sorte der Feuerbohnen (Phaseolus coccineus), die vor Jahrhunderten aus Amerika hierher kamen. Es sind keine Limabohnen, sehen diesen jedoch ähnlich. Im Deutschen habe ich den Namen "Käferbohne" oder "Türkische -" und "Arabische Bohne" für diese Sorte gefunden. Gigantes sind eine weiße Abart dieser ansonsten rot-braun gefärbten Hülsenfrüchten.

Sie werden schon seit langem im Mittelmeerraum angebaut und liefern neben hochwertigem pflanzlichen Eiweiß viele Ballaststoffe, Magnesium, Eisen, Zink und besonders viel Kalium.

Bohnen sind roh giftig. Sie enthalten den Eiweißstoff "Phasin", der Zucker an sich bindet und so das Blut zum Klumpen bringt. Für Kinder können schon fünf rohe Bohnen tödlich sein. Da aber Phasin hitzeempfindlich ist, wird es durch Kochen sofort unschädlich!

Wie man Salat aus den reifen Gigantes Bohnen macht könnt ihr hier nachlesen.

Ich habe meine Beute also vom Markt nach Hause geschleppt und nach Anleitung geputzt: Nur die beiden Enden mit einem Messer abschneiden, dabei geht gleichzeitig der "Faden" mit ab, der oben und unten die Schote umrundet. Da die Schoten leicht bitter waren, - ich hab nur ein ganz kleines Stückchen probiert ;-) habe ich sie zuerst kurz in kochendem Wasser (ohne Salz!) blanchiert. Die Bitterkeit ist dadurch wirklich verschwunden.

Anschließend habe ich sie weiter nach dem folgenden Rezept zubereitet:

Bohnenschoten in Tomatensoße 

Zutaten: 1 kg Gigantes Bohnenschoten, 3 große Fleischtomaten, 1 große Zwiebel, (1 Knoblauchzehe) Olivenöl, Pfeffer, Salz, Bohnenkraut, frischen Dill oder Petersilie, 4 Eßl. griechischen Joghurt 

Zubereitung: Die Bohnenschoten putzen, waschen und kurz in kochendem Wasser blanchieren. Die Zwiebel und den Knoblauch klein schneiden und die Fleischtomaten mit einer Küchenreibe zu Tomatenmus reiben. (Dabei bleibt die Schale zurück.)
Die frische Petersilie (Dill) klein schneiden. In einer großen Pfanne die Zwiebeln in Olivenöl glasig schmoren. Die Bohnen hinzufügen und ungefähr 5 Minuten zusammen braten lassen. Das Tomatenmus dazugeben und mit Salz, Pfeffer und Bohnenkraut abschmecken. Zum Abschluß die frischen Kräuter darüberstreuen. Auf Tellern anrichten und jeweils einen Klecks Joghurt darauf geben.

Dazu frisches Bauernbrot servieren.

Schmeckt sowohl heiß wie auch lauwarm oder auch (am nächsten Tag) kalt sehr gut.

Ich hoffe ihr habt auch mal die Gelegenheit diese Spezialität auf Kreta zu probieren.

Kali Orexi - Guten Appetit!

Samstag, 25. August 2012

Soutzoukakia - Fleischklößchen in Tomatensoße

Viele kretische Gerichte sind typisch für den gesamten östlichen Mittelmeerraum. Zum Beispiel dieses!
Soutzoukakia sind "Hackfleischklößchen in Tomatensoße" und sie sind auch typisch für Kreta, obwohl das ursprünglich Rezept  aus der Türkei stammt. Mir wurde gesagt, dass es von in der Türkei  lebenden Griechen erfunden wurde. Die bekannteste Variante des Gerichtes wird auch "Soutzoukakia smyrneika" genannt, nach dem ehemaligen Smyrna in der Türkei, dem heutigen Izmir.
In der Vergangenheit gab es einen regen Austausch zwischen dem byzantinischen Reich, Griechenland, Italien, Venedig, Ägypten, der Türkei und und und... So lebten viele Griechen in dem Gebiet der heutigen Türkei und viele Türken auf Kreta. Kreta war gehörte lange Zeit zum Byzantinischen Reich und stand viele Jahre unter venezianischer und türkischer Herrschaft.

Da ist es sehr verständlich, dass sichdie Gebräuche des täglichen Lebens sowie das Essen und Trinken beeinflusst haben. Im Laufe der Zeit haben dann regionale Einflüsse und verfügbare Nahrungsmittel die Rezepte geändert.


Soutzoukakia bedeutet übrigens "Kleine Soutzouki" und "Soutzouki" - im Türkischen "Sucuk"- sind leckere, pikante grobe Würste!


Ursprünglich wurden sie aus Lamm-Hackfleisch hergestellt, heute überwiegend aus Schweine- und/oder Rindfleisch. Natürlich kann man auch Kalb-, oder Geflügelfleisch oder Mischungen verwenden. Die Hackfleischmasse wird kräftig gewürzt und zu kurzen dicklichen Würstchen geformt. Sie werden zuerst angebraten und danach in einer Tomatensoße fertig gegart.

Für das Gericht kommen je nach Region unterschiedliche Gewürzmischungen zum Einsatz, zum Beispiel Mischungen aus Kreuzkümmel, Zimt, Piment, Nelken und Muskat. Hier auf Kreta ist das dominierende Gewürz der Speise der Kreuzkümmel! Das auch Cumin (Kumin) genannte Gewürz sieht dem Kümmel ähnlich, schmeckt jedoch vollkommen anders und verändert während der Zubereitung auch noch sein Aroma! Versucht euch den Geschmack einer orientalischen Speise vorzustellen.. .dann wisst ungefähr wie Kreuzkümmel schmeckt. ;-)

Als wir im Winter selbst Sauerkraut hergestellt haben, versuchten wir hier den uns aus Deutschland bekannten Kümmel (Echten Kümmel) zu kaufen. Im Lexikon fanden wir den Namen "Kýmino" als Übersetzung. Allerdings bekamen wir dann nur Kreuzkümmel und ungläubige Gesichter zu sehen.  Ich denke, bis heute glaubt uns niemand hier, dass es ein anderes ähnlich aussehendes Gewürz gibt!

Zutaten und Zubereitung:

Für die Frikadellen: 1 kg gemischtes Hackfleisch (Rind und Schwein oder Lamm und Rind)
400 g altes (trockenes) Brot ohne Rinde
2 Eßl. Rotwein oder 1 Eßl. Essig
2 Eier
2 Teel. Kreuzkümmel
2 fein gehackte Knoblauchzehen
1/2 Bund gehackte glatte Petersilie
ungefähr 1 Teel. 1Salz und 1/2 Teel. Pfeffer zum Abschmecken
ca. 1 Tasse Mehl
1 Tasse Olivenöl zum Anbraten

Für die Tomatensauce:
2 Eßl. Olivenöl
1 fein gehackte Zwiebel
8 reife Fleischtomaten oder 1 große Dose Tomaten
2 fein gehackte Knoblauchzehen
2 Teelöffel Gewürzmischung aus gemahlenem Zimt, Kreuzkümmel, Piment, Nelke und Muskat (nach Geschmack), Salz, Pfeffer Zucker zum Abschmecken

Zubereitung:
Das Brot ungefähr 5 Minuten in Wasser einweichen, dann ausdrücken und zum Hackfleisch dazu geben. Ebenso die Eier, die Petersilie, den Knoblauch, den Rotwein oder Essig und die Gewürze. Die Masse sollte sich weich und locker anfühlen. Wenn möglich jetzt erst mal eine bis 2 Stunden im Kühlschrank durchziehen lassen. Dann aus der Mischung ungefähr 10 cm lange Wurstförmige Frikadellen formen. In Mehl wenden und Portionsweise im heißen Olivenöl ungefähr 5-7 Minuten von allen Seiten anbraten. Herausnehmen und auf ein Küchenpapier legen bis alle fertig sind.

Während die Hackmasse im Kühlschrank durchzieht könnt ihr die Sauce vorbereiten. Dafür die Zwiebeln und den Knoblauch in Olivenöl in einem großen Topf dünsten bis die Zwiebeln glasig sind. Die Tomaten sehr klein schneiden oder reiben und hinzufügen. Die Gewürze dazugeben und nun die Sauce so lange köcheln lassen bis sie etwas eindickt (ca. 30 Min.). Die fertigen Hackwürstchen in die Sauce geben und weitere 15 Minuten leicht köcheln lassen.
Soutoukakia werden hier auf Kreta typischerweise mit Reis serviert. Sie schmecken aber auch gut mit Nudeln, Kartoffelbrei oder gebratenen Kartoffeln.

Eventuelle Reste schmecken auch  am nächsten Tag zimmerwarm sehr lecker.


Kali Orexi - Guten Appetit!


Donnerstag, 8. März 2012

Weder Fisch noch Fleisch - Die kretische Weinbergschnecke


Was heute in vielen Ländern eine Luxusdelikatesse ist , war früher ein „Arme Leute Essen“ und ein Lebensmittel, das während der Fastenzeit – sowohl in der katholischen, wie auch in der orthodoxen Kirche - erlaubt war, da es weder als Fisch noch Fleisch gilt.

Auf Kreta sind Kochlias (Salinkária) auch heute noch eine Alltagsspeise. Man kann Schnecken das ganze Jahr auf über kaufen. Auf dem Wochenmarkt werden sie in offenen Körben angeboten und in den Supermärkten meist in Kilosäckchen portioniert in der Gemüseabteilung. Da jetzt Fastenzeit ist sieht man sie wieder vermehrt im Angebot.
Die Hauptsaison ist im Herbst. Dann werden die Schnecken auf den Weinbergen und Wiesen gesammelt. Jetzt sollen sie auch am geschmackvollsten sein, vollgefuttert mit den aromatischen kretischen Kräutern. 

Wenn man als Tourist auf Kreta verweilt, bekommt man von diesem typischen Lebensmittel zumeist gar nichts mit. Denn in den meisten Hotels werden sie auf Grund der Essgewohnheiten der Gäste nicht oder sehr selten angeboten und nur in wenigen (Touristen-)Tavernen werden Rosmarin-Schnecken als Vorspeise angeboten.

Heutzutage werden Schnecken auch auf speziellen Schneckenfarmen gezüchtet. Mir sind auf Kreta drei Farmen bekannt, die Escargot De Crete (www.escargotdecrete.com) in Latzimas bei Rethymno, Cretan Snail Farm (www.greek-snails-farm.gr) in Souda bei Chania und Saligaria Kritis in Agia Triada in der Nähe von Akrotiri bei Chania (www.saligaria-kritis.gr). Es gibt aber bestimmt noch mehr.

Es gibt mehrere Sorten von Weinbergschnecken, die gegessen werden. In Deutschland, Österreich und Frankreich wird vor allem die Große oder Echte Weinbergschnecke (Helix pomatia) verzehrt.  In den Mittelmeerländern und auf Kreta ist es die kleinere Gefleckte Weinbergschnecke (Helix aspersa).


Die Menschen essen wahrscheinlich schon seit über 10.000 Jahren Schnecken. Nachweise, dass sie auf Kreta zur Ernährung gehörten liegen aus der Zeit der Minoer vor. Man fand Opfergaben, bestehend aus Olivenöl und Schnecken, die in Brunnen versenkt worden waren, als Opfergaben an die unterirdischen Götter.

Auch die Gerichte, die mit Schnecken zubereitet werden, haben eine lange Tradition.

Bekannte Speisen Zusammenstellungen mit Schnecken sind:

  • Schnecken mit Essig, Olivenöl und Rosmarin*, 
  • Schnecken in Tomatensoße*, 
  • Schnecken mit Artischocken und frischen dicken Bohnen, 
  • Schnecken mit Fenchel und Tomaten, 
  • Schnecken mit Zucchini Kartoffeln und Tomaten* 
*Rezept weiter unten

In  einigen Gerichten werden  die Schnecken samt Gehäuse verwendet und bei anderen werden die Schnecken aus ihren Häusern herausgeholt.  Bei Schnecken ist ein weiterer Vorbereitungsschritt notwendig. Bevor man sie kocht werden sie in Wasser gelegt. Nach einiger Zeit beginnen sie sich zu bewegen. Tote Schnecken werden so aussortiert, da sie das Gericht bitter machen würden.

Schneckenfleisch ist sehr gesund. Es hat mehr Eiweiß als Rindfleisch und dieses Protein enthält zudem die wichtigen Eiweißbausteine (essentielle Aminosäuren) Arginin und Lysin. Es ist reich Eisen, Kalzium, Magnesium, Phosphor, Kupfer, Zink, Vitamin A, B6, B12, K und Folsäure.
Daneben enthält es die gesunden Fettsäuren Linol- und Linolensäure. Bereits drei Weinbergschnecken sind so reich an Omega-3-Fettsäuren, dass damit die von der WHO empfohlenen 200 mg für den täglichen Bedarf gedeckt sind.

Diese gesunden Bestandteile dokumentieren warum Schnecken ein wichtiger Bestandteil der sogenannten Kretadiät sind, die den Ruf hat, vorbeugend gegen Diabetes mellitus, Krebserkrankungen, Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall zu helfen.

Im alten Rom galten Schnecken übrigens als natürliches Aphrodisiakum und im 19. Jahrhundert kam die Weinbergschnecke eben aus diesem Grund in der besseren Gesellschaft in Deutschland, England etc. wieder in Mode.


Und hier nun 3 typische Rezepte 

Schnecken mit Rosmarin

Zutaten für eine Portion: 12-16 Schnecken, 4 Eßl. Olivenöl, 1 Zweig frischer Rosmarin, Salz, 1 Eßl. Weißweinessig oder 1/2 Zitrone

Vorbereitung: Schnecken 30 Minuten in klares Wasser einlegen. Die Schnecken, die tot sind aussortieren, sie würden bitter schmecken.

Zubereitung: Schnecken gründlich reinigen. Olivenöl in der Pfanne erhitzen. Schnecken mit der Öffnung nach unten in die Pfanne legen und 5 - 7 Minuten anbraten. (Nicht zu heiß - mittlere Hitze). Nach ca. 2 Minuten die Rosmarinnadeln dazugeben und leicht salzen. Kurz vor Schluß den Essig bzw. den Zitronensaft dazufügen.
(Bei anderen Zubereitungsbeschreibungen werden die Schnecken zuerst noch gekocht.)


Schnecken in Tomatensauce
Zutaten: 
1 kg Schnecken
4 feingeschnittene Zwiebeln
3 reife , sehr klein gehackte oder pürierte Tomaten
1 Tasse Olivenöl
2 Essl. feingehackte Petersilie
Salz und Pfeffer
Zubereitung:
Die Schnecken längere Zeit in Wasser einweichen, mit einer gabel prüfen, ob sich die Schnecke bewegt. Die toten aussortieren. Die Schnecken abspülen und dann kurz in einen Kochtopf mit kochendem Wasser geben. Abtropfen lassen und etwas abkühlen lassen. Mit einem kleinen Messer die Schale aufbrechen und die Schnecken herausholen und 2-3 x Abspülen. In einen Kochtopf geben und mit Wasser bedecken. Aufkochen und 5 Minuten kochen lassen. Dabei den entstehenden Schaum mit einer Schaumkelle abheben.
Abtropfen lassen und nochmals mit kaltem Wasser abspülen.
Das Öl in einem Topf erhitzen und die Zwiebeln anschwitzen, die Tomaten dazugeben und mit Salz und pfeffer abschmecken. Solange köcheln lassen bis die Sauce etwas eingedickt ist. Dann die Schnecken und die Petersilie dazugeben und nochmals weiterschmoren, bis die Sauce richtig dickflüssig ist. 


Schnecken mit Zucchini und Kartoffeln 
Zutaten:
1 kg Schnecken
1 Tasse Olivenöl
3 frische kleingeschnittene Tomaten
 3 große Kartoffeln in längliche Achtel geschnitten
1 Tasse gehackte Petersilie
1 klein geschnittene Zwiebel
8 kleine Zucchini, beide Enden abgeschnitten
 2 Tassen Wasser
Salz, Pfeffer, Oregano
Zubereitung:
1.       Die Schnecken längere Zeit in Wasser legen, die Schnecken, die sich nicht öffnen sind tot. Diese aussortieren, da das Gericht sonst bitter wird. Danach gut abwaschen.
2.       In einen Kochtopf geben mit Wasser bedecken und etwas salz hinzufügen. Zum kochen bringen und 20 Minuten leicht kochen lassen. Danach das Wasser abgießen. In ein Sieb abgießen
3.       In einem tiefen Kochtopf die Tomaten und die Kartoffeln in dem Olivenöl 5 Minuten braten. Dann die Petersilie und die Zwiebeln dazugeben. Nochmals 5 Minuten braten. 2  Tassen Wasser hinzufügen, zum kochen bringen und 10 Minuten köcheln lassen. Nun die Zucchini und die Schnecken hinzufügen. Nochmals 20 Minuten köcheln lassen. Mit Salz und pfeffer abschmecken und mit Oregano bestreuen.

Dieses Rezept ist von Koula Barydakis, die in Vamos Kochkurse (in englischer Sprache) anbietet. 
Kontakt über Facebook:  http://www.facebook.com/koulab2 . Ich habe es ins Deutsche übersetzt aus dem Buch: Foods of Crete: Traditional Recipes from the Healthiest People in the World by Koula Barydakis and Bill Bradley, R.D., L.D.N.




Dienstag, 6. März 2012

Fasolakia freska giachni und "ein Ring Fleischwurst von der Besten"

Eine typische Gemüsebeilage in Griechenland und auf Kreta sind Grüne Bohnen mit Tomaten (Fasolakia freska giachni). Ich esse sie sehr gerne, im Sommer lauwarm mit gegrilltem Hähnchen und Pitabrot zum Beispiel.

Mir war die Kombination von Grünen Bohnen mit Tomaten schon aus Deutschland bekannt. Ein Standardgericht in unserer Familie war nämlich "Grüne Bohnen mit Fleischwurst und Tomaten". Das Rezept für diese Speise lernte ich in Süddeutschland kennen und ich denke, die Kombination von der Gemüsezubereitung mit Fleischwurst ist entstanden, als man das Wort Cross-Over-Kitchen noch nicht kannte!

Ganz ganz früher, als ich noch etwas jünger war, las meine Mutter uns abends immer Geschichten von den Kindern aus Bullerbü vor. Eine der lustigsten Stellen aus diesen Büchern von Astrid Lindgren war für mich die Geschichte, in der Lisa und ihre Freundin Britta (oder Inga - ich weiß leider nicht mehr so genau ;-)) zum Einkaufen geschickt werden und auf dem Rückweg merken, das sie etwas vergessen haben. An einer Kreuzung merken sie dieses und gehen zurück. Allerdings vergessen sie den Ring Fleischwurst mehrmals und müssen wiederum zurück.Damit sie es sich besser merken können, singen sie die Einkaufsliste. Wie ihr merkt, kann ich mich nicht mehr genau erinnern, weiß jedoch noch sehr gut, das wir jedesmal an dieser Stelle alle laut loslachten und sangen " ..... und einen Rings Fleischwurst von der Besten".

Und wenn ich heute einen Ring Fleischwurst sehe, denke ich immer noch an die Kinder aus Bullerbü und fange an zu grinsen! (Danke Astrid Lindgen)

Auf Kreta gibt es selten Fleischwurst, aber neulich entdeckte ich in einer Filiale einer internationalen Supermarkt-Kette einen Ring Fleischwurst. Ich mußte sofort lächeln und es war auch klar, was es am nächsten Tag zu essen geben würde! - Bohnen hatte ich noch vom Sommer eingefroren im Haus. -

Hier ist nun das Rezept für den griechischen Teil dieses Cross-Over-Gerichtes:


Grüne Bohnen in Tomatensoße
Rezept für 4 Personen
Zutaten:
1 kg grüne Bohnen
2 mittelgroße Zwiebeln
5-6 Tomaten
3 Eßl. Olivenöl
Salz und Pfeffer, etwas getrocknetes Bohnenkraut und frische Petersilie

Zubereitung: Die Zwiebeln kleinschneiden, die Tomaten in kleine Stücke schneiden und die Bohnen putzen und waschen. Olivenöl in einen größeren Topf erhitzen. Darin zuerst die Zwiebeln anschwitzen und dann die Bohnen hinzufügen und ebenfalls anbraten. Nun die Tomaten hinzufügen und mit Salz, Pfeffer und Bohnenkraut abschmecken. Etwas Wasser dazugeben, die Temperatur runterschalten und bei geschlossenem Deckel etwa 30 - 50 Minuten  köcheln lassen. Diese große Zeitdifferenz ist abhängig von der Bohnensorte, die sie verwenden. In Deutschland bekommt man sehr viel "feinere" Bohnen, die schon nach einer halben Stunde gut essbar sind. Die Bohnen, die ich hier auf dem Wochenmarkt oder im Supermarkt kaufen kann, brauchen eine längere Kochzeit. Zum Schluß gehackte Petersilie darüberstreuen.


Und jetzt kommt der "deutsche" Teil hinzu:

Zutaten:
200 g oder 1/2 Ring Fleischwurst
8 mittelgroße Kartoffeln
1 Teelöffel ganzer Kümmel
Zubereitung: 
Zubereitung: Sobald die Bohnen gar sind den Kümmel hinzufügen.
Die Kartoffeln schälen vierteln und in Salzwasser gar kochen (oder die Kartoffeln als Pellkartoffeln kochen, pellen und vierteln).
Die Fleischwurst in 1/2 cm dicke Scheiben schneiden und halbieren. Diese dann zu dem Bohnengemüse hinzufügen.
Die Kartoffeln separat dazu servieren.

Ich habe es auf diese Art erst auf Kreta zubereitet. In Deutschland habe ich die Bohnen getrennt gekocht und erst danach mit den angeschwitzen Zwiebeln, der kurz angebratenen Fleischwurst und Tomaten aus der Dose vermischt.

Tipp: Wenn Reste übrigbleiben, fügen sie die Kartoffeln zu dem Bohnen-Fleischwurst Topf hinzu. Bis zum nächsten Tag sind diese von der Soße herrlich aromatisiert.


Zitat von Astrid Lindgren: Alle Menschen sollten ihre Kindheit von Anfang bis Ende mit sich tragen.