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Montag, 15. Oktober 2012

Der Granatapfel - Das Gesundheits-Allround-Talent

Laut der griechischen Mythologie war die Göttin Persephone so von den Juwelenähnlichen Kernen des Granatapfels beeindruckt, dass sie die verbotene Frucht nahm und aus diesem Grund dazu verurteilt wurde, einen Teil jeden Jahres in der Unterwelt zu verbringen.

Im Alten Testament wächst der Granatapfelbaum im Garten Eden und ist das Symbol der Fülle des Lebens. Die alten Ägypter wurden mit Granatäpfeln begraben, als Versicherung für einen sicheren Übergang und Wiedergeburt.

Die Babylonier glaubten, dass das Kauen von Granatapfelkernen die Soldaten vor dem Kampf unbesiegbar machten und die alten Chinesen meinten, dass Granatäpfel ein langes Leben garantierten und sogar unsterblich machen könnten.
Heute bestätigen Studien die gesundheitlichen Wirkungen des Granatapfels.

Zu keiner anderen Pflanze wurden bisher mehr ernährungsphysiologische Studien durchgeführt. In den letzten Jahren wurden mehr als 300 wissenschaftliche Arbeiten über den Granatapfel veröffentlicht.

Dabei wurde festgestellt, dass die positive Wirkung des Granatapfels nicht auf einem Hauptbestandteil beruht. Vielmehr liegt das Geheimnis in dem Zusammenwirken aller Inhaltsstoffe in ihrer natürlichen Form. Die wichtigsten bioaktiven Substanzen sind Polyphenole und Flavonoide, außerdem ist er reich an Kalium, Vitamin C, Kalzium und Eisen.

Die Polyphenole des Granatapfels beeinflussen den Blutdruck, stimulieren das Immunsystem, wirken gegen bakterielle und virale Infektionen, senken das hohe "schlechte" LDL-Cholesterin, und helfen bei Diabetes mellitus. Sie schützen die Blutgefäße vor Osteoporose und Verkalkung, wirken positiv gegen Arteriosklerose und sie tragen dazu bei die Symptome in der Menopause abzumildern.

Des Weiteren haben die wissenschaftlichen Studien gezeigt, dass Granatapfel-Zubereitungen (Saft und Konzentrat) das Wachstum von Krebszellen in der Brustdrüse, der Lunge, der Prostata, der Haut und im Darm hemmen können.

Die Fruchtschalen und die Rinde sind seit langer Zeit für ihre heilenden Eigenschaften bekannt, zum Beispiel werden sie seit Jahrhunderten gegen Durchfall und Darmparasiten eingesetzt.

Trotz dieser vielen Studien über den Granatapfel, bleibt dieser doch in erster Linie ein leckeres Lebensmittel und keine Wunder - Medizin!

Jetzt ist hier auf Kreta die Granatapfel-Saison. Machen Sie jetzt eine Kur für Ihren Körper mit zwei Granatäpfeln pro Tag. Es gibt so viele verschiedene Rezepte mit Granatäpfeln, dass dies nicht eintönig wird.

Die Kerne des Granatapfels kann man einfach herausholen, indem man den Granatapfel halbiert. Nehmt die Hälfte in beide Hände und drückt mit den Daumen in der Mitte das Innere nach außen. Dabei fallen die Kerne heraus.

Nun einfach noch das weiße Fruchtfleisch heraussuchen und fertig sind die Fruchtkerne zum Genuss.

Wenn der Granatapfel jedoch sehr fruchtig und reif ist spritzt dabei der Saft weit durch den Raum. Die entstandenen roten Flecken lassen sich sehr schwer entfernen! Deshalb solltet ihr so eine Frucht lieber unter Wasser nach dem unten stehen Schema öffnen!



Granatapfelsaft kann man auch einfach aus der Frucht trinken ohne ein Glas. Hier seht ihr wie das geht:



Granatapfelkerne schmecken sehr gut im gemischtem Salat, zu Feldsalat, mit Schweinelende, Lammfilet, zu Entenbrust oder als Gelee, Konfitüre bzw. Marmelade.
Und hier noch zwei süße Rezepte mit Granatapfelkernen:

Bananenjoghurt mit Granatapfelkernen
250 g Joghurt (griechischen)
2 kleinere Bananen
1 Granatapfel
1 Limette (unbehandelt)
nach Geschmack:
(1 Eßl. Honig oder 1 Eßl. Zucker)
(2 Eßl. geröstete Pinienkerne)

Die Limette waschen, die Schale dünn abraspeln und dann auspressen. Eine Banane kleinschneiden, die andere pürieren und beide mit dem Limettensaft beträufeln. Den Joghurt mit den Bananen mischen und bei Bedarf noch mit Zucker süßen. Die ausgelösten Granatapfelkerne (und die Pinienkerne) darüber streuen.

Wackelpudding mit Granatapfel
1 Packung Götterspeise Zitronengeschmack
1 kleineren Granatapfel
80 - 100 g Zucker
500 ml Wasser

Das Wasser mit dem Zucker zum Kochen bringen, von der Kochstelle nehmen und das Wackelpuddingpulver unter ständigem Rühren in der Flüssigkeit auflösen.
Den Granatapfel halbieren und in Stücke brechen. Die Kerne herauslösen und die weißen Zwischenhäute entfernen. Die Granatapfelkerne auf Gläser oder Glasschälchen verteilen und wenn die Flüssigkeit etwas abgekühlt ist die Schälchen damit auffüllen. Beim Abkühlen bei Zimmertemperatur steigen die Kerne langsam nach oben. Nach dem Abkühlen im Kühlschrank fest werden lassen.

Kali Orexi - Guten Appetit!

Samstag, 14. Juli 2012

Warum man auf Kreta "Brotkrümel" beim Käsehändler kaufen kann

Das ganze Jahr über liegen hier auf Kreta an der Käsetheke im Supermarkt oder am Käsestand auf dem Wochenmarkt Tüten, in denen ich grob zerhackte, getrockneten Brotkrümeln vermutete. Zuerst dachte ich, dass  man sie zum Joghurt gibt, sozusagen als Knuspereinlage. Aber das war etwas falsch ;-) "Das sind  Xinohondros." wurde ich aufgeklärt und "Man kann eine leckere Suppe daraus machen."  Natürlich wurde mir dann auch sofort das passende Rezept dazugeliefert!

Was hier auf Kreta "Xinohondros" (Xinochontros) heißt, ist eine griechische Spezialität, die im übrigen Griechenland "Trachanas" (Trahana) genannt wird und aus Schafs- oder Ziegenmilch und grob gemahlenem Vollkorn-Hartweizengieß hergestellt wird.

Jetzt in den heißen Tagen des Julis ist es genau die richtige Zeit um Trachanas herzustellen. Der Getreidemilchbrei kann so schnell in der Sonne trocknen und dient als Vorrat für den Winter. Es gibt archäologische Funde von Essensresten aus Santorin und Nordgriechenland, die belegen, dass schon 3000 Jahre vor Chr. Trachanas hergestellt wurden. Die Weizensorten, die genutzt werden, sind heutzutage andere, aber das traditionelle Herstellungsverfahren ist fast genauso wie damals.


Üblicherweise wird Schafsmilch oder Ziegenmilch über Nacht stehen gelassen, sodass Milchsäurebakterien sie leicht ansäuern. Der Weizen wird grob gemahlen und in die Sauermilch (Dickmilch, Joghurt) im Verhältnis 1 zu 4 gegeben. - Da der Hauptbestandteil Milch bzw. Joghurt ist, erklärt auch, warum es Trachanas beim Käsehändler gibt! -
Zu dieser Mischung wird meist noch Salz hinzugefügt. Anschließend wird diese Mischung langsam zu einem dicken Brei gekocht. Den Brei läßt man über Nacht abkühlen. Am nächsten Morgen streicht an ihn ungefähr 1 bis 2 cm dick mit einem großen Löffel - ich benutzte einen Tortenheber dafür - auf einen großen Teller oder ein Geschirrhandtuch. Nun wird der Brei in die Sonne gestellt und getrocknet! In einigen Gegenden Griechenlands ist es üblich kleine Körbchen zu formen.
Die Herstellung von Trachanas wird traditionell im Sommer gemacht, da sie dann schnell in der Sonne trocknen können. Gut durchgetrocknet sind sie sehr lange haltbar. - Auch in der Türkei gibt es "Tarhana"; dort werden sie zumeist noch zusätzlich mit etwas zerkleinerten Gemüse getrocknet.

Xinohondros schmecken leicht säuerlich und werden gesalzen und ungesalzen angeboten Sie dienen vor allem als Suppenbasis, daneben werden sie auch zu geschmortem Gemüse oder Schnecken gegessen. Ich mag sie auch gern leicht angeröstet mit etwas Olivenöl zum Blumenkohl.

Es gibt auch eine "süße" Variante zu kaufen. Diese heißen Chondros (Hondros) und werden mit ungesäuerter Milch und ohne Salz hergestellt. Chondros kann man sehr gut als Süßigkeit knuspern oder zum Frühstück im Joghurt als "Knuspereinlage" benutzen.

Die Trachanas an der Käsetheke sind zumeist in grobe Stücke gebrochen. Heutzutage werden sie auch in größeren Mengen in großen Trocknungsanlagen hergestellt. Ihr könnt diese im Supermarktregal bzw. im Bioladen an der gleichmäßigeren kleinen Körnung erkennen.

Übrigens, wenn ein Grieche zu jemanden sagt, "Ich finde dich Trachanas" so ist das nicht besonders nett gemeint. Es bedeutet übersetzt soviel wie "Du bist mir schnurz piep egal"!



Rote Trachanas Suppe
Zutaten für 4 Pers.: 2 Eßl. Olivenöl, 2-3 reife Fleischtomaten, ca. 600 ml Wasser (oder Brühe), 10 Eßl. Trachanas, Pfeffer (Wenn die Suppe dicker sein soll, gebt einfach noch 2 Eßl. mehr dazu.) evtl. Salz
Zubereitung: In einem Topf das Öl heißwerden lassen, die kleingeschnittenen Tomaten hineingeben und mit etwas Salz und Pfeffer abschmecken. Wenn die Tomaten kochen 600 ml Wasser hinzufügen und aufkochen lassen. Die Trachanas einrühren und alles ca. 15 Minuten leicht kochen lassen.

Weiße Trachanas Suppe
Zutaten: 10 Eßl. Trachanas, 500 ml Wasser (oder Brühe), 1 Eßl. Olivenöl, evtl. Salz
Zubereitung: Wasser mit Salz zum Kochen bringen, Trachanas einrühren und ca. 15 köcheln lassen. Zum Schluß Olivenöl hinzufügen.
Abwandlung: in die fertige Suppe etwas Käse geben und auflösen z. B. gewürfelten Halloumi oder geriebenen Graviera


Wie Trachanas auf Lesbos hergestellt werden, könnt ihr unter diesem Link bei You Tube ansehen.

Dienstag, 12. Juni 2012

Kretadiät statt Probiotika

"Wieso kann Jens so viel essen und wird nicht dick?" "Warum wirkt das Medikament bei mir nicht so gut wie bei Saskia?" Solche oder ähnliche Fragen hat sich jeder von uns schon einmal gestellt. Wissenschaftler haben jetzt eine Ursache dafür
gefunden.

Im Darm jedes Menschen tummeln sich über eine Milliarde Mikroorganismen. Die bekanntesten Mitglieder des Ökosystems "Darmflora" sind die Milchsäure- und die Bifidobakterien. Sie helfen uns bei der Verdauung, indem sie Nährstoffe, zum Beispiel Vitamine so vorbereiten, dass unser Körper sie verwenden kann.
In einer weltweit durchgeführten Studie wurde ermittelt, dass es verschiedene Zusammensetzungen dieser Darm -Mikroorganismen gibt. So wie Menschen verschiedene Blutgruppen haben, unterscheiden sie sich auch hinsichtlich ihrer Darmflora. Die Forscher konnten drei unterschiedliche Typen ermitteln. Innerhalb einer Darmtypengruppe ist die Zusammensetzung der Mikroorganismen in der Darmflora sehr ähnlich.

Die Darmtypen sind nicht zufällig entstanden und sie sind unabhängig von dem Geschlecht, dem Alter, der Rasse und dem Wohnort!

Die Darmflora entscheiden darüber, wie hoch eine wirksame Medikamentendosis sein muss oder wie viele Kalorien aus einem Lebensmittel herausgelöst werden. Da sich im Darm ebenfalls unser größtes Immunsystem befindet beeinflusst die Darmflora auch unsere Abwehrkräfte.

Die Nahrung spielt eine entscheidende Rolle bei der Besiedlung unseres Inneren. Wir entscheiden mit der Auswahl unserer Speisen über positive oder negative Wirkungen auf das "Ökosystem Darm". Die beste Ernährung um unsere Darmflora gesund zu erhalten sind - und dies gilt für alle drei Typen! - viel Gemüse, Wildgemüse und Obst - roh oder gekocht-, Kräuter, Hülsenfrüchte, Nüsse, kalt gepresstes Öl, Milchprodukte wie Joghurt und Käse, wenig Fisch und Fleisch.

Na, kommt euch das bekannt vor? - Richtig! - Das ist die grundlegende Zusammensetzung der Kretadiät!


 Der Begriff "Probiotika" kommt aus dem Griechischen und bedeutet "Für das Leben". Unter Probiotika versteht man heute Produkte, die das Leben unserer Darmflora unterstützen.

Es handelt sich dabei um lebende Mikroorganismen, zumeist Milchsäurebakterien, die den Lebensmitteln zugesetzt werden. Im Darm sollen sie dann eine gesundheitsfördernde Wirkung erzielen. Das bekannteste probiotische Lebensmittel ist der Joghurt, aber auch Babynahrung, Margarine, Käse und Wurst werden mit diesem Zusatz angeboten.

Die Milchsäurebakterien sollen die Darmflora positiv beeinflussen und vorhandene " böse" Mikroorganismen verdrängen. Normalerweise werden Bakterien, die mit der Nahrung aufgenommen werden durch ein effektives Abwehrsystem zerstört, denn es könnte sich ja um Krankheitsauslösende Keime handeln. Die meisten werden von der Magensäure und dem Gallensaft zersetzt. Nur wenn große Mengen aufgenommen werden, können einige überleben. In den probiotischen Lebensmitteln sind sehr große Mengen enthalten, die von den Lebensmittelfirmen so gezüchtet werden, dass sie den aggressiven Angriffen der Säuren stand halten. Im Darm verändern sie unsere Darmflora für einige Tage, danach stellt sich das normale Gleichgewicht wieder ein.

Das bedeutet, wenn ihr eine Änderung eurer Darmflora wollt, müsst ihr die Produkte täglich über einen längeren Zeitraum essen.  Die von der Industrie gezüchteten Mikroorgansimen verändern damit eure normale Besiedelung, die von der Natur aus vorgegeben ist. Egal welchen der drei Darmtypen ihr habt, mit probiotischen Lebensmitteln wird dieser verändert.

Zu empfehlen sind probiotische Produkte nur, wenn eure Darmflora z.B. durch eine Antibiotika Behandlung zerstört wurde oder ihr eine Durchfallerkrankung erleidet habt. In diesem Fall verhindern die Probiotika eine Fehlbesiedlung und helfen über die ersten Tage hinweg, bis unser Körper wieder fit ist und seine eigene Darmflora aufbaut.

Ansonsten sind probiotische Lebensmittel unnötig.
Mit Werbesprüchen wie: "Stärkt die Abwehrkräfte…", "Weniger Erkältungen durch…", "Verhindert einen Blähbauch…." versuchen uns die Firmen zum Kauf zu verführen. Diese Joghurts sind häufig teurer als andere Joghurts und enthalten zumeist viele Aromastoffe und Zucker.

Übrigens enthält guter griechischer Joghurt von Natur aus mehr probiotisch wirkende Mikroorganismen als andere "normale" Joghurtsorten. Und in natürlichen Zusammenspiel mit anderen Inhaltsstoffen helfen sie unseren Darm fit zu halten!

Fazit: Kretadiät statt Probiotika ;-)




Sonntag, 13. Mai 2012

Tzatziki - berühmt, beliebt, berüchtigt

Tzatziki (τζατζίκι) ist eine der bekanntesten griechischen Speisen weltweit und in sehr vielen Ländern fertig im Supermarkt erhältlich. Aber was ist Tzatziki eigentlich? Ist diese Mischung aus Joghurt, Gurke, Knoblauch und etwas Olivenöl eine Vorspeise, eine Beilage, ein Salat, eine Sauce oder ein Dip?

Ich benutze es als Dip um Pommes, Frikadellen oder Souvlaki darin einzustipsen. Auf den Speisekarten in den kretischen Tavernen wird es als Vorspeise geführt und neulich fragte mich jemand nach dem Rezept für den griechischen Gurkensalat.

Genauso wie nicht genau definiert ist, was es nun ist, steht auch nicht fest, wie man es im deutschen Sprachraum schreibt. Ich habe vier verschiedene Schreibweisen gefunden:  Tsatsiki, Zatziki, Zaziki oder Tzatziki.
Und obwohl es nur aus wenigen Grundzutaten - Joghurt, Gurke, Knoblauch - besteht gibt es unzählige unterschiedliche Rezepte dafür.
So hat fast jede griechische Familie hat ihr überliefertes Geheimrezept.

Rund um die Zutaten und Zubereitung gibt es große Unterschiede und auch Streitfragen. Das fängt schon beim Joghurt an:

Ursprünglich wurde Tzatziki mit Schafs- oder Ziegenmilch oder einer Mischung der Beiden hergestellt. Auf dem griechischen Festland in Gegenden, in denen es mehr Kühe gibt, natürlich auch dann mit Kuhmilchjoghurt. Wichtig ist vor allem, dass es ein festerer, fettreicher Joghurt ist. In Ländern, in denen es nur selten den guten griechischen Joghurt zu kaufen gibt, kann dieser mit einer Mischung aus Joghurt und Quark ersetzt werden. Sollte der Joghurt zu flüssig sein, kann man ihn auch in ein Baumwolltuch geben, dieses oben zusammenbinden und so aufhängen, dass Flüssigkeit (ca. 1 Std.) abtropfen kann.  Für Menschen, die wenig Kalorien essen möchten/müssen, ist es auch möglich eine fettarmen Joghurt-Quarkmischung zu benutzen. (Einige sehr fettarme Joghurts enthalten Stabilisatoren oder Bindemittel und sind nicht geeignet, da sie bei der Zubereitung flüssig werden.)

Ich habe die besten Erfahrungen mit den kurzen Salatgurken gemacht, die es hier fast ganzjährig zu kaufen gibt. Sie hält das Wasser besser und das Tzatziki wird nicht so schnell wässerig wie bei (schlechten) langen Salatgurken.
Wenn ich das Tzatziki gleich verwenden will lasse ich die Kerne drin. Brauche ich das Tzatziki erst am nächsten Tag, viertele ich die Gurke der Länge nach und schneide (schabe) ich die Mitte heraus. Bei "normalen" Gurken entferne ich zumeist die Schale. Biogurken schäle ich halb oder dreiviertel. So habe ich die schöne grüne Gurkenfarbe ohne zuviel "harte" Schale im Tzatziki zu haben.
Von einer Bekannten hörte ich, dass sie die geraspelten Gurken einsalzt und nach 10 Minuten ausdrückt. Davon rate ich ab, da die Gurken dann sehr schwer verdaulich werden und lange im Magen verweilen.

Und nun zum berüchtigten Teil: Wer Tzatziki gegessen hat verrät sich durch einen intensiven Geruch. Knoblauch selbst enthält den Geruchsstoff noch nicht.  Erst beim Zerkleinern und dem Verzehr entsteht das Allicin und die Polysulfide, die den Knoblauchgeruch verursachen. Diese bioaktiven Substanzen sind für die  positiven Wirkungen des Knoblauchs verantwortlich. Sie wirken sich positiv auf die Darmgesundheit aus, sind gut gegen Entzündungen, wirken desinfizierend und krampflösend.

Ich quetsche den Knoblauch immer mit der Knoblauchpresse. Es gibt jedoch einen Expertenstreit um das Pressen, Schneiden, Schnitzeln oder Mörsern von Knoblauch. Da ich keinen Unterschied zwischen den Zerkleinerungsarten feststellen konnte - wahrscheinlich ist mein Geschmackssinn nicht so gut, wie der von Experten - bleibe ich bei der für mich am einfachsten Art.

In mein Tzatziki kommt immer ein guter Schuß Olivenöl (zur Abrundung des Geschmacks).Wer es jedoch sehr kalorienarm liebt, kann es auch weglassen.  Als weitere Gewürze kommen nun auf alle Fälle noch Salz und Pfeffer hinzu.

Verfeinert werden kann es unter anderem mit Dill, Zitronensaft, Minze, Petersilie, Karotten, Portulak, .....

Auf alle Fälle ist Tzatziki super gesund:
Es enthält zahlreiche Vitamine, viel Calcium durch den Joghurt, Ballaststoffe durch die Gurke und durch den Knoblauch viele sekundäre Pflanzenstoffe. Zusammen genommen stärken sie die Abwehrkräfte und wirken vorbeugend gegen die sogenannten "Zivilisationskrankheiten" wie Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes und einige Krebsarten.

Ich stelle Tzatziki nach dem nachfolgendem Grundrezept her und verfeinere es je nach Lust und Laune.

Mein Grundrezept für Tzatziki
500 g griechischer Joghurt (10%), 2 kurze frische Gurken oder 1 Salatgurke, 3-4 Knoblauchzehen, 2 Eßl. Olivenöl, Salz, etwas gemahlenen Pfeffer


Die Gurken dünn abschälen und der Länge nach vierteln. Das Gurkeninnere herausschneiden und die Gurke dann grob raspeln. Die Knoblauchzehen mit der Knoblauchpresse zerquetschen.  Joghurt, Gurke, Knoblauch und Öl vermischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. 

Mit Dill: 1/2 Bund frischen Dill kleinhacken und dazugeben
Mit Zitronensaft: 1 Eßlöffel frischen Zitronensaft unterrühren.
Mit Portulak: 1 Handvoll frischen kleinen Portulak zerhacken und beifügen.
Mit Karotten: 1 kleine Karotte fein raspeln und dazugeben.
Mit Minze: 1 Teel. frische gehackte Minze unterrühren.

Das fertige Tzatziki mindestens eine Stunde zum Durchziehen in den Kühlschrank stellen und vor dem Servieren nochmals probieren und evtl. nachwürzen.

Man kann auch die Zutaten in einen
Handgetriebenen Küchenmixer
geben und alles 3 Minuten
langsam drehend zerkleinern.




Kali Orexi - Guten Appetit!

Freitag, 3. Februar 2012

Rote Beete

Rote Beete sind ein normaler Bestandteil der Ernährung hier auf der Insel, eine Tatsache, die mich zuerst überraschte. Das ganze Jahr über sind sie sowohl im Supermarkt, wie auch auf dem Wochenmarkt günstig zu bekommen.

Gestern wollte ich vier Rote Beete kaufen um einen gemischten Salat mit Roter Beete und Walnüssen machen. Der Verkäufer wollte aber wohl gerne seinen gesamten Bestand loswerden. So gab er mit für 20 Cent mehr sechs weitere Knollen dazu. (Was ich damit gemacht habe seht ihr weiter unten.)

Manche mögen Rote Beete nicht auf Grund des erdigen Geschmacks - ich mag das gesunde Gemüse genau deshalb. Und der Verzehr ist aus mehreren Gründen für unseren Körper sehr gut.

Der rote Farbstoff in den Roten Beeten ist ein sekundärer Pflanzenstoff aus der Gruppe der Polyphenole. Diese stärken die Abwehrkräfte und die Zellen, sie wirken gegen Infektionen und Entzündungen.

Rote Beete sind gute Lieferanten von Eisen und Folsäure, welche für die Blutbildung unentbehrlich sind.

Britische Forscher haben durch eine Studie gerade ermittelt, dass Rote Beete sehr gut gegen hohen Blutdruck wirken. Das in den Beeten enthaltene Nitrat wird im Mund zu Nitrit umgewandelt. Sobald dieses in den Blutkreislauf gelangt wirkt es Blutdrucksenkend.


Es gibt zahlreiche griechische und kretische Rezepte mit Roter Beete zum Beispiel Rote Beete Suppe, Joghurt-Rote Beete Dip, Rote Beete mit Joghurt und rohen Rote Beete Salat mit Knoblauch.
Im Sommer bekamen wir in einer Taverne in Rethymno als Vorspeise pürierte Rote Beete zu Brot gereicht. Sie schmeckte mir sehr gut. Da ich nun so viel davon mit nach Hause gebracht hatte, habe ich versucht das Püree nachzumachen und es hat geklappt!



Hier das Rezept:    
Zutaten: 
Rote Beete, Olivenöl, Zwiebel, (Knoblauch), Zitrone, Pfeffer, Salz, etwas Minze
Zubereitung:
Gekochte Rote Beete und die rohe Zwiebel, (gehackten Knoblauch) zusammen mit einigen Löffeln Olivenöl mit einem Pürierstab oder einem Mixer ganz klein zerhacken, bis es aussieht wie ein grobes Püree. Mit Pfeffer, Salz, Zitronensaft und Minze abschmecken.