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Sonntag, 11. März 2012

Herkunftszeichen - griechische Produkte


Seit einem halben Jahr ungefähr kann man hier den Trend beobachten, dass die griechischen Verbraucher Produkte aus dem eigenen Land bevorzugt einkaufen.

Da ich auch sehr interessiert bin möglichst Produkte, vor allem Lebensmittel, einzukaufen, die keine langen Wege hinter sich haben, suchte ich nach Zeichen und Logos an denen ich erkennen kann, ob das Produkt aus Kreta oder Griechenland kommt.

Dabei konnte ich sehr schnell feststellen, das es kein staatliches Zeichen gibt. Gestern las ich nun in der Griechenlandzeitung, dass es jetzt eine Gesetzesinitiative gibt, ein solches staatliches Herkunftszeichen einzuführen. "Das Finanzministerium will sich den Vorschlag der Initiative „Bürgerbewegung – wir konsumieren was wir produzieren“ zueigen machen und die freiwillige Kennzeichnung von Gütern und Dienstleistungen per Siegel gesetzlich verankern."

Es gibt schon einige Firmen bzw. Institute in Griechenland und auf Kreta, die unabhängig von Produzenten, Händlern und Verkäufern griechische Produkte kontrollieren und unter bestimmten festgesetzten Kriterien ein Logo/Herkunftszeichen vergeben, welche dann besagen, dass es in Griechenland bzw. einer bestimmten Region wie Kreta hergestellt wird.

Neben diesen unabhängigen vergebenen Siegeln, bestehen auch eine größere Anzahl von Zeichen, die die Produzenten , Händler, Supermarktketten, Lebensmittelfirmen oder Kooperativen selbst erstellen und auch selbst kontrollieren. Bei diesen Logos müssen wir Verbraucher uns dann darauf verlassen, dass alle Beteiligten ehrlich sind. Der Grund für diese Zeichen ist zumeist die Erwartung einer verkaufsfördernden Wirkung.

Allerdings sind die Kriterien auch sehr unterschiedlich. Für einen Händler reicht es schon, wenn ein Produktionsschritt des fertigen Lebensmittels in der Region gemacht wurde und andere vergeben erst ein Siegel, wenn alle Ausgangsstoffe aus der Region kommen. (Also müßten wir eigentlich jedesmal erst die Kriterienlisten der Firmen lesen.;-)

Auch anhand des Barcodes auf den Produkten kann man die Herkunft erkennen. Produkte aus Griechenland sind an der  Zahl 520 am Anfang des sogenannten EAN Codes zu erkennen. Dies bedeutet jedoch nicht, das alle Zutaten aus Griechen sind.

Auf einer kretischen Kräutermischung fand ich zum Beispiel dieses Zeichen.
Abgepackt in Griechenland - das heißt die Kräuter können aus jedem Land der Welt stammen. Sie wurden anschließend in Heraklion gemischt und abgepackt.



Bei Eiern kann man durch die Eierkennzeichnung ganz einfach das Herkunftsland erkennen. Das Land erkennt man an den 2 Buchstaben, die zwischen den Zahlen stehen. Griechenland hat die Abkürzung EL (Elláda)

Auch Fleisch kann man anhand der Ohrmarken der Tiere und vorgeschriebenen Tierpässe heutzutage bis zum Produzenten zurück verfolgen. Für Produkte aus Griechenland steht EL (300).

Von der Europäischen Union gibt es zwei Zeichen, die auf die Herkunft eines Lebensmittels hinweisen.

Das rote EU-Gütezeichen  "Geschützte Ursprungsbezeichnung" (g. U.) garantiert, dass die Erzeugung, Verarbeitung und Herstellung in einem bestimmten geografischen Gebiet nach einem anerkannten und festgelegten Verfahren erfolgt ist. Dieses Zeichen findet man hier zum Beispiel auf Feta und Graviera Käse.Auf Kreta sind im Moment Bestrebungen auch weitere Produkte wie zum Beispiel Honig mit diesem Herkunftssiegel zu schützen.

Das runde blaue Logo bedeutet "Geschützte geografische Angabe" (g.g.A.). Dabei muss ein Produktionsschritt im Herkunftsgebiet gemacht werden. Dieses Logo findet man hier auf Kreta vor allem bei Olivenöl. Das bedeutet also, dass die Oliven nicht unbedingt alle aus Kreta oder der Region sein müssen, aber das Öl hier gepresst wurde.


Und hier noch ein Artikel zu diesem Thema in englisch:
http://www.historyofgreekfood.org/2012/02/buy-greek-products.html

Mittwoch, 22. Februar 2012

Graviera - Hartkäse aus Kreta

Am Wochenende machten wir einen Ausflug nach Myrokefala (Miriokefala). Es liegt im Südwesten von Rethymno und ist durch seine Klosterkirche (Panagia Antifonitria) mit Wandmalereien und einer Ikone aus dem 12. Jahrhundert bekannt.

Diese Region ist ebenfalls gekannt für seinen Graviera und Myzithra Käse. Natürlich behaupten die Menschen aus der Region von dort käme der beste Graviera Kritis! Mir schmeckt er jedenfalls sehr gut!








Nach der Besichtigung des ehemaligen Klosters hatten wir das Glück einen Blick in eine der örtlichen Molkereien werfen zu dürfen und einige Schritte der Käseproduktion beobachten zu können.



1. Anlieferung der Schafs- und Ziegenmilch





2. Der Rohmilch werden Enzymen (Lab) zugegeben, sodass sie dick wird. Sie hat dann eine Konsistenz wie Wackelpudding.

3. Die dickgelegte Milch wird geschnitten und unter ständigem Rühren auf ca. 50 Grad erwärmt. Dabei trennen sich die festeren Stücke (Käsebruch) von der Flüssigkeit (Molke).






4. Der Käsebruch wird in eine durchlässige Form gedrückt. Mit einem "Stempel" wird die Masse einige Stunden zusammengepresst, so dass die Molke abfließt.




5. Die Käselaibe kommen für 2 - 5 Tage in ein Salzbad, um die Rindenbildung zu fördern und schädliche Bakterien und Pilze abzutöten.



6. Der fertiger Gravieralaib geht nun zum Reifen in den Keller bei 14-18 Grad für mindestens 3 Monate. In dieser Zeit wird er mehrmals gewendet und mit Salzlake abgewaschen.



Kretischer Graviera wird ausschließlich aus Schafsmilch oder aus Schafs- mit etwas Ziegenmilch hergestellt. Er wird nach alten traditioneller Rezeptur hergestellt, darf sich Graviera Kritis nennen und seit 1996 ein europäisches Siegel tragen. Das Zeichen "Geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.)" besagt, dass sowohl die Zutaten aus der beschriebenen Region stammen und das Produkt auch dort produziert wird.

Ein fertig gereifter Graviera hat einem Durchmesser von etwa 40 cm und einem Gewicht von 14 bis 16 Kilogramm. Die Rinde ist fest und gelb bis bräunlich. Der Käse ist hellgelb, hart, fest und ein bißchen krümelig. Graviera ist so hart wie Emmentaler und hat Löcher wie ein Tilsiter. Je älter er wird um so krümeliger wird er. Sein Geschmack erinnert mich an eine Mischung aus Emmentaler und mildem Bergkäse.  

Graviera schmeckt gut als Brotbelag. Hier wird er häufig als Vorspeise (Meze) gereicht . Er wird gegrillt und gebraten - pur oder auch paniert. Lange gereifter Graviera kann auch gerieben werden und ich nutze ihn wie Parmesan zum Bestreuen von Nudeln und Salat.


Natürlich haben wir uns mit einem großen Stück versorgt und gleich an Ort und Stelle aus der Hand probiert! Noch besser aber mit frischem Brot und Wein - Nostimo! - Lecker!