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Mittwoch, 5. Juni 2013

Filoteig für Pita, Baklava, Galaktoboureko, Kalitsounia und Aginaropita

Filoteig ist der noch meistverwendete Teig auf Kreta. Früher wurde er noch häufiger eingesetzt, inzwischen wird er oftmals durch Blätterteig ersetzt. Er wird auch Fillo- oder Yufkateig genannt. Bekannt ist er vor allem durch die süßen Nuss-Kuchenstücke Baklava, durch Gakaloboureko, Pita oder Kalitsounia.

Im Gegensatz zu Blätterteig, der aus aufeinander geschichteten Teigblätter mit einer dazwischenliegenden Fettschicht besteht, wird Filoteig sehr sehr dünn ausgerollt bzw. gezogen und dann kurz vor dem Backen mit Fett bestrichen und geschichtet. Mich erinnert er natürlich auch an Strudelteig, den man ebenso dünn ausrollen muss. "Man muss eine Zeitung hindurch lesen können," sagte unsere Lehrerin immer ;-)

Ich verwende hier auf Kreta zumeist gekauften fertigen Filoteig. Es gibt ihn hier recht günstig  in jedem Supermarkt im Tiefkühlregal. In der Altstadt von Rethymno kann man Filoteig frisch gemacht kaufen.  Hier könnt ihr einen kurzen Film auf youtube sehen, wie in einer Bäckerei in der Altstadt von Rethymnon Filoteig hergestellt wird.

Rezept für selbsthergestellten Filoteig:

Zutaten: 250 g Mehl, 4 Eßl. Olivenöl, 1 Teel. Essig, maximal 100 ml Wasser, 1/2 Teel. Salz.
Damit der Teig elastischer wird wurde mir empfohlen Hartweizenmehl (Nudelmehl) zu benutzen oder die Zugabe von feinem Grieß. Ich benutze zumeist 3/4 "normales" Mehl  (Type 405 oder 550) und 1/4 Hartweizenmehl. Anstelle von Essig findet man in vielen Rezepten auch die Zugabe von Raki (oder Ouzo).

Zubereitung:
Mehl, Öl, Essig, Salz vermischen und so viel Wasser dazugeben, bis ein glatter, glänzender, elastischer Teig entsteht. Zu einer Rolle formen und in Frischhaltefolie gewickelt mindestens 30 Minuten (besser 1 - 2 Stunden)  ruhen lassen. Danach den Teig in 4- 6 Stücke teilen und sehr dünn ausrollen, je nachdem wie groß die Teigplatte sein sollen.

Da ich sehr viele Artischocken geschenkt bekommen habe, habe ich mit dem frischen Filoteig aus der Bäckerei in Rethymno Artischocken-Pita gemacht.
Dieser Gemüsekuchen heißt auf griechisch Aginaropita


Hier ist das Rezept dafür

Zutaten
8 mittelgroße Artischocken, 6 Frühlingszwiebeln, 100 g geriebenen Hartkäse (Graviera), 100 g Anthotiro (oder Feta oder Ricotta), 1 Ei, 100 ml Olivenöl, 100 ml Milch, ca. 3 Blätter gehackte frische Minze, Salz und Pfeffer, 1 Eßl. Sesamsamen
1 Pack. Filoteig

Zubereitung: 
Schält die Artischocken, bis nur noch die weichen inneren Blätter bleiben zusammen mit den Herzen. Schneidet diese in dünne Scheiben. Wenn ihr sie nicht gleich weiterverarbeitet, müßt ihr sie in Zitronenwasser legen, damit sie nicht braun werden. Die Zwiebeln kleinschneiden und mit den Artischocken kurz anbraten. Dann etwas Wasser hinzufügen und 5 Minuten köcheln lassen. Wenn ihr tiefgefrorene Artischocken verwendet solltet ihr diesen Schritt ebenfalls machen. Bei Dosenartischocken nur die Frühlingszwiebeln andünsten. Etwas abkühlen lassen, den Käse und die Minze hinzufügen und gut vermischen.

Die Hälfte der Filoteigblätter für den Boden der Tarte verwenden. Dazu die erste Schicht in einen gefettete Kuchenform legen und mit Öl bepinseln. Die zweite Teigplatte darauflegen und wieder mit Öl bestreichen .... und so weiter.
Nun die Füllung darauf verteilen. Ei und Milch verquirlen und mit Salz und Pfeffer abschmecken und über die Füllung geben. Nun alles mit den restlichen Filoteigblättern abdecken und dabei wieder jede einzelne Platte gut mit Öl bestreichen. Die oberste Schicht mit den Sesamkörnern bestreuen. Im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad ca. 45 Minuten, bis die Pita ist eine schöne goldene Farbe hat und innen nicht mehr flüssig ist.

Guten Appetit - Kali Orexi!










Montag, 11. Februar 2013

Die kretische Spinatschnecke

Die kretische Spinatschnecke (spanakopita cretiensis) lebt in Küchen und Esszimmern und zeichnet sich durch eine extrem kurze Lebensdauer aus. Sie ist hier auf Kreta zumeist Untertassengroß und goldbraun. Ich habe jedoch auch schon in Tiefkühltruhen außerkretische Riesenexemplare gesehen.

Außer eisiger Kälte kann sie auch große Hitzewellen überleben. Allerdings besteht eine große Gefahr, dass sie die Abkühlphase nach der großen Hitze nicht überlebt. Nur wenige Exemplare wurden am darauffolgenden Tag noch gesehen.


Nun aber Schluß mit dem Quatsch ;-)

Bei Spanakopita handelt es sich um Spinat, der von einer Teigschicht umhüllt ist. Man Spanakopita hier in den verschiedensten Formen kaufen und genießen. Zum Beispiel als kleine gefüllte Taschen aus Blätterteig, als frittierte Halbmonde oder als Auflauf mit Filoteig. Die Zubereitung kann in  der Pfanne oder im Backofen erfolgen.

Die Füllung besteht entweder nur aus Spinat oder aus einer Mischung von Spinat mit Käse - zumeist Feta. Gewürzt wird sehr oft mit Dill, aber sie schmecken auch sehr gut mit Minze.

Und ich mag sehr gerne die Variante bei der der gefüllte Teig in Schneckenform aufgerollt wird. Diese Zubereitung ist etwas aufwendiger und man muss aufpassen, dass der dünne Filoteig nicht reißt. Schon  kurze Zeit nachdem der Teig aus der Packung genommen wurde, beginnt er auszutrocknen und brüchig zu werden. Ihr könnt das auf dem einen Bild an der unteren Kante sehr gut erkennen.

Damit der Teig nicht reißt müsst ihr ihn feucht halten. Am einfachsten ist es, wenn ihr ein angefeuchtetes Handtuch auf die ungenutzten Teigblätter legt.

Der Spinat, den man hier kaufen hat im Gegensatz zu dem Spinat, den man in Deutschland kaufen kann, riesengroße Blätter. Das bedeutet, dass er eine längere Zubereitungszeit braucht.

Am bekanntesten ist der hohe Eisengehalt des Spinates. Er enthält jedoch auch viel Vitamin C und Vitamin K, reichlich Calcium und Magnesium sowie Folsäure und Beta-Carotin. Der kretische Spinat, enthält mehr dieser gesunden Inhaltsstoffe als der der zarte Babyspinat.

Ich mag Spanakopita am liebsten mit etwas Fetakäse. Man kann auch Mizithra, Ricotta oder Mozarella verwenden.

Den Filoteig kann man selbst machen, ich benutze zumeist tiefgefrorenen Filoteig, den es hier überall kaufen gibt.
Hier ist ein Rezept, nach dem ich den Filoteig zubereite.

Filoteig: 
Zutaten: 250 g Mehl, 4 Eßl. Olivenöl, 1 Teel. Essig, maximal 100 ml Wasser, 1/2 Teel. Salz.
Zubereitung:
Mehl, Öl, Essig, Salz vermischen und so viel Wasser dazugeben, bis ein glatter, glänzender, elastischer Teig entsteht. Zu einer Rolle formen und in Frischhaltefolie gewickelt ca. 30 Minuten ruhen lassen. Danach den Teig in 4 Stücke teilen und sehr dünn ausrollen. Man muss, wie bei Strudelteig, durch den Teig hindurch eine Zeitung lesen können! Für die Schnecken den Teig in 6 -8 Stücke teilen und dünn ausrollen, je nachdem wie groß die Schnecken sein sollen.

Und hier nun das Rezept für die
Spinatschnecken:
Zutaten für 8 Stück:
1 kg frischen Spinat, 1 Zwiebel, 200 g Feta, Olivenöl, Salz, Pfeffer, Muskat, (1 Knoblauchzehe,) 1 Bund Dill, 8 Filoteigblätter, evtl. 50 g zerlassene Butter

Zubereitung:
Spinat sehr gut waschen, von den Stielen befreien und kleinschneiden. Den Dill klein hacken. Die Zwiebel fein hacken. In einer Pfanne etwas Öl erhitzen und die Zwiebeln darin glasig andünsten. Den Spinat und den Dill hinzugeben und unter Rühren zusammenfallen lassen. Wenn ihr Feta hinzugebt nur leicht salzen, da der Käse Salz enthält. Pfeffern und mit Muskat abschmecken. Zur Seite stellen und etwas abkühlen lassen. Den Fetakäse zerkrümeln, in die Pfanne geben und untermischen.

Ein Blatt Filoteig mit der breiten Seite nach unten glatt ausbreiten und an der unteren Seite mit einem Achtel der Spinat-Feta-Mischung einen Streifen entlang der Kante legen. Die Teigplatte mit Olivenöl oder zerlassener Butter bestreichen.

Nun den Teig über die Füllung schlagen und vorsichtig aufrollen. Es  sollten möglichst keine Risse oder Löcher entstehen, da die Füllung sonst dort während des Backens austritt. Die Spanakopita schmeckt dann immer noch gut, sieht nur nicht mehr perfekt aus ;-)

Diese Rolle nun vorsichtig zu einer Schnecke aufrollen und mit Butter oder Öl bestreichen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen.

Bei 200 Grad ungefähr 15 - 20 Minuten goldbraun backen.

Vor dem Verzehr etwa 5 Minuten warten, damit ihr euch nicht die Zunge verbrennt.



Und so sieht die Schnecke dann aufgeschnitten aus.

Kali orexi - Guten Appetit!

Mittwoch, 26. September 2012

Galaktoboureko - määäääächtig lecker

Die bekanntesten kretischen - griechischen - Kuchen sind Baklava, Kataifi und Galaktoboureko. Sie sind alle drei sehr süß und gehaltvoll. Zwischen 300 und 400 kcal enthält ein jedes Stück dieser Kuchenstücke, die nach dem Backen noch mit Sirup übergossen wurden.
Mein Liebling unter den Dreien ist der (die) Galaktoboureko, ein Kuchen aus Grieß, Milch und Eiern.
In den zahlreichen Konditoreien (Zacharoplasteio), die es hier gibt kostet ein Stück um die 2 €. Ich schaffe zumeist nur die Hälfte eines der dicken nahrhaften Stücke.

Galaktoboureko, Kataifi, Baklava 
Galaktoboureko kann man sehr einfach und relativ schnell selbst herstellen. Dann mache ich ihn weniger süß! ;-)

In fast allen Rezepten, die ich für Galakoboureko gefunden habe, wird Vanille und Butter verwendet. Diese Zutaten werden jedoch in der ursprünglichen kretischen Küche kaum bzw. gar nicht verwendet.
Vielleicht ist das ja auch ein Grund dafür, dass es hier so schwer ist richtige Vanille zu bekommen. Auch Vanillezucker ist selten, Vanillearoma  und Vanillin jedoch gibt es in jedem Supermarkt. In kleinen weiß-roten Plastikröhrchen ist jeweils so viel Aroma, dass es für einen Kuchen reicht. Oder man erhält das Aroma gleich mit Backpulver vermischt.

Ursprünglicher ist die Zugabe von Zitrusfrüchten, um Galaktoboureko zu aromatisieren. Klassisch sind Orange und Zitrone, etwas seltener wird Pomeranze (Bitterorange) genutzt. Man verwendet zumeist etwas Saft für den Grießbrei und die Schale für den Sirup.

Als Teig wird hier auf Kreta der häufig eingesetzte Filoteig verwendet. Als Alternative kann man auch Blätterteig nehmen.


Und hier nun das Rezept für Galaktoboureko

Zutaten: 300 g Filoteig (aufgetaut), 500 ml Milch, 5 Eier , 150 g Weichweizengrieß, 150 - 200 g Zucker,  1 Pack. bzw. 1 Eßl. Vanillezucker oder 1 Vanille-, Vanillin-Aroma, 1 Bio-Zitrone, ca. 20- 30 g zerlassene Butter, 1 Prise Salz - eine ausgefettete Backform Größe ca. 30 x 20 cm oder rund ca. 28 cm.
Für den Sirup: 1 Tasse Wasser, 2 Tassen Zucker, Schale einer Zitrone

Zubereitung: Die Milch in einem Topf einmal kurz aufkochen.Den Topf von der Platte nehmen, den Grieß hineingeben und mit dem Schneebesen umrühren.  Dann die Herplatte ausschalten. Den Topf zurück auf die Platte schieben und den Grieß unter Rühren einige Minuten kochen lassen. Ich nehme immer feinen Grieß, der braucht nur 3 Minuten. Wenn ihr eine gröbere Sorte wählt oder Vollkorngrieß dauert es einige Minuten länger bis er weich ist. Von der Zitrone das Gelbe der Schale dünn abschneiden und dann die Zitrone auspressen. Die Eier mit dem Zucker ungefähr 1 Minute gründlich aufschlagen. Dann zum Grießbrei hinzufügen und  alles wieder gut umrühren. Vanille und Zitronensaft hinzufügen.
Tipp: Man kann auch die Eier vorher trennen, das Eigelb mit dem Zucker gut verrühren und das Eiweiß zu Schnee aufschlagen. Dann wird der Kuchen etwas lockerer.
Den Backofen auf 180 Grad vorheizen.
Den aufgetauten Filoteig entrollen und 300 g davon abnehmen. (Mit dem Rest könnt ihr zum Beispiel leckere Fetataschen machen.) Die Teigblätter jetzt am besten mit einem scharfen Messer oder mit der Schere passend für die Backform zurechtschneiden. Die Hälfte der Teigblätter (ich nehme immer die etwas schlechter aussehenden bzw. nicht ganz passenden) in die ausgefettete Backform legen.
Die Butter schmelzen und mit einem Pinsel die Teigblätter bestreichen, bevor ihr sie über einanderlegt. 

Nun den Grieß darauf geben und vorsichtig ausstreichen. Danach die 2 Hälfte der Teigblätter auf den Brei geben und die einzelnen Blätter wieder vorsichtig mit der Butter bestreichen.

Vor dem Backen jetzt vorsichtig die obere Teigschicht einschneiden, sodass sich Vierecke ergeben. Möglichst nicht so tief schneiden, dass die Breischicht herausquillt. (Hab ich noch nie richtig geschafft ;-))
Tipp: Vorher 15 Minuten in den Tiefkühler geben, dann läßt es sich leichter einschneiden.

Im vorgeheizten Backofen nun ungefähr eine halbe Stunde goldbraun backen. Herausnehmen und abkühlen lassen. Währenddessen den Sirup herstellen.

Zucker und Wasser und dünn abgeschälte Zitronenschale in einen Topf geben. Unter Rühren aufkochen und dann bei mittlerer Hitze ca. 10 - 15 Minuten köcheln lassen. Dann von der Herdplatte nehmen, die Zitronenschale entfernen und etwas abkühlen lassen. Nach ungefähr 10 Minuten den Sirup sorgfältig über den ganzen erkalteten Kuchen gießen.


Kali Orexi - Guten Appetit!







Sonntag, 22. April 2012

Kleftiko - zyprischer Räuberbraten


In vielen Tavernen auf Kreta wird ein Lammgericht angeboten, das Kleftiko heißt. Dabei handelt es sich um Lammfleisch, das mit Gemüse, zumeist mit Paprika und Zwiebel  in Filoteig eingewickel, gebacken wurde. Es schmeckt gut, das Fleisch ist zart und würzig und es sieht nett aus. Aber mit dem ursprünglichem Kleftiko, einer Spezialität aus Zypern, hat es nur noch wenig gemeinsam.

Im 19. Jahrhundert während der Unabhängigkeitskämpfe machten Räuberbanden die Berge Zyperns unsicher. Die "Kleftes" (Diebe) lebten vom Viehdiebstahl. Damit ihre Verstecke nicht durch Rauch vom Feuer oder Grillgeruch entdeckt werden konnte, bauten sie Lehmöfen unter die Erde. Dahinein kam das gestohlene Ziegen- und Schaffleisch zum Garen. Mit Erde wurde alles Luftdicht verschlossen. Das Fleisch ließ man viele Stunden und manchmal sogar Tagelang unter der Erde. So schmorte es im eigenen Saft und auch das Fleisch älterer Tiere wurde schön zart.

Modern ausgedrückt handelt es sich um eine Niedertemperatur Garmethode unter Luftausschluß.

Den Geschmack, den das Fleisch im Lehmofen bekommt, wird man in der Küche nie ganz nachahmen können. Viele meinen, dass der Geschmack beim Garen im Römertopf am Ähnlichsten wird. Der Tontopf muss dann vor dem Garen noch luftdicht gemacht werden. Das geht sehr gut mit einem Mehl-Wasser-Brei, mit dem man dann die Ränder des Topfes vor dem Backen verschließt.
Ihr könnt es auch in einen Bratschlauch, in Backpapier oder Alufolie stecken und diese Päckchen dann in einen Brattopf geben. 
Ich habe es in einem Kunststoffbräter geschmort, den ich zusätzlich mit Alufolie verschlossen haben und es ging hervorragend. In die normalen Schmortöpfe passen jedoch keine großen Teile hinein, also muss man das Fleisch zerkleinen. Dadurch verkürzt sich die Garzeit ein wenig.

Zutaten: 
1 kg Lammfleisch (oder Zicklein) z.B.Schulter oder Keule, Saft einer Zitrone, 3 Lorbeerblätter, Oregano, Thymian, Salz, Pfeffer, ca. 100 ml Olivenöl
Zubereitung: 
Schaffleisch in größere Stücke teilen. Zitronensaft, Gewürze und Öl vermischen und das Lammfleisch gründlich damit einreiben. In einen Bräter stapeln und die Lorbeerblätter zwischen das Fleisch legen. Den Bräter fest verschließen! (siehe oben) Im Backofen bei ungefähr 150 Grad 5 Stunden backen. Mit gebackenen Kartoffeln und Gemüse servieren.
- Wenn ihr es nicht ganz abdichten könnt, müsst ihr etwas Wasser oder Brühe hinzugeben, und es zwischendurch einmal kontrollieren, ob es nicht zu trocken ist.-

Für die Kleftiko-Variante, die man in kretischen Tavernen erhält, läßt man das Fleisch abkühlen, löst es von den Knochen und schneidet es in Walnußgroße Portionen. Dann wird es zusammen mit etwas Gemüse in Filoteig gewickelt, mit Ei bestrichen und im Ofen nochmals ungefähr 20 Minuten gebacken, bis der Teig goldbraun glänzt.
Ob das Fleisch für das Kleftiko in den kretischen Tavernen wirklich auf die langsame Art oder "normal" geschmort wurde, ist natürlich nie ganz sicher.  ;-)
Kali Orexi! - Guten Appetit!

Donnerstag, 19. April 2012

Spanakotiropita - Spinat-Käse-Pastete aus Kreta

Wir hatten mehrere Tage stürmisches Wetter und in der vorletzten Nacht einen Orkan. Zahlreiche Bäume wurden umgeknickt, unsere Pergola flog davon und wir haben unbekannte Handtücher und Kissen im Garten gefunden. Da hier die Stromleitungen zum größten Teil nicht unterirdisch verlaufen, kommt es bei solchen Wetterlagen häufig zu Stromausfällen. Diesmal hatten wir keinen langen Stromausfall – der längste war mal 18 Stunden – sondern wir hatten mehrere kurze. Einmal 1 Stunde, das nächste Mal 15 Minuten, dann 30 Minuten usw. Seit wir auf Kreta wohnen, haben wir immer mindestens eine Kerze auf dem Tisch stehen (und ein Feuerzeug daneben), die Taschenlampen sind strategisch positioniert und der Campingkocher  griffbereit.
Eine Nachbarin hatte gerade Schnitzel in die Pfanne gelegt, als der erste Stromausfall begann und hat an diesem Abend dann auf das warme Essen verzichtet. Ich hatte jedoch Glück. Die Spinatkäsepastete war rechtzeitig zum Stromausfall fertig.

Leider hatten wir diesmal auch einen Ausfall der Internetverbindung und zwar circa 30 Stunden. Und so kommt es, dass ich das Rezept für die „Spanakotiropita“ erst jetzt in den Blog setzen kann. Sie hat gut geschmeckt und ist nun natürlich schon vollständig verputzt.

Der Spinat, den man hier kaufen kann, unterscheidet sich von dem Spinat, den es in Deutschland gibt. Hier lässt man ihn länger auf dem Feld oder  im Garten. Er bekommt länger Sonne und enthält mehr Nährstoffe. Allerdings ist er nicht mehr zart, weich und fein, sondern von härterer Konsistenz, etwas zäh und gröber. Für die Zubereitung bedeutet dies verständlicherweise, dass die Garzeit sich verlängert.

Spinat enthält sehr viel der lebensnotwendigen Folsäure. Er ist reich an Eisen, Vitamin A und Vitamin C. Durch seinen hohen Gehalt an den Mineralstoffen Magnesium, Kalium, Calcium und Natrium ist er ein wertvolles Lebensmittel zur Regulierung des Blutdrucks.
Die unten beschriebene Pastete kann man entweder nur mit Spinat füllen (Spanakopita) oder man gibt noch etwas Fetakäse mit hinzu. Ich mag diese Spanakotiropita am liebsten. Die Kombination von Spinat mit dem Käse macht diese kretische Pastete noch wertvoller für unsere Gesundheit.

Spanakotiropita - Spinat-Käse-Pastete

Zutaten:
8 Blatt gekauften Filo- oder Strudelteig oder ihr macht ihn selbst:
Grundrezept Filoteig: 250 g Mehl, 4 Eßl. Olivenöl, 1 Teel. Essig, maximal 100 ml Wasser, 1/2 Teel. Salz.
Eine Freundin empfiehlt dazu Hartweizenmehl zu benutzen, dann wird der Teig elastischer. Ich benutze das "normale" Mehl und wenn ich Hartweizenmehl vorrätig habe, nehme ich das ;-)
Füllung: ca. 1 kg frischen Spinat, 1 Bund Dill, 1 Bund Petersilie, 4 Frühlingszwiebeln, (1 Eßl. feingehackte frische Minze) 2 Eßl. Olivenöl, 200 g Fetakäse, Muskatnuß, Pfeffer, Salz, (1 Prise Zimt), 1 Eigelb zum Bestreichen

Zubereitung:
Filoteig: Mehl, Öl, Essig, Salz vermischen und so viel Wasser dazugeben, bis ein glatter, glänzender, elastischer Teig entsteht. Zu einer Rolle formen und in Frischhaltefolie gewickelt ca. 30 Minuten ruhen lassen. Danach den Teig in 2 Stücke teilen und sehr dünn ausrollen. (Man muss durch den Teig hindurch eine Zeitung lesen können!) Die erste Teigplatte dünn mit Öl (oder Butter) bestreichen und die zweite Teigplatte darauflegen und diese wieder mit etwas Öl bestreichen. Die Unterlage mit Mehl bestäuben, sodass der Teig nicht kleben bleibt. Die Ecken der zusammengelegten Platten zur Mitte einklappen. Wieder ausrollen, sodass ein dünnes Rechteck entsteht, in der Größe eines Backblechs. Dies ist meine etwas abgewandelte Form der Herstellung. Traditionell wird der Teig in vier Stücke geteilt und dünn ausgerollt. Sie werden erst dann mit Öl bestrichen, wenn man sie in der Form übereinander legt.

Füllung: Spinat waschen, verlesen, die dicksten Stiele entfernen und zerkleinern. Die Frühlingszwiebel, den Dill und die Petersilie kleinschneiden und in einem Topf in Olivenöl anschwitzen. Den abgetropften Spinat dazugeben und zusammenfallen lassen. Die Kochplatte ausschalten. Petersilie und Dill dazugeben. Mit Muskat, Pfeffer abschmecken. Den klein gewürfelten Fetakäse darunterheben und eventuell mit Salz nachwürzen.

Eine Auflaufform mit dem Filoteig auslegen, sodass er an den beiden langen Seiten überlappt. Wenn ihr gekauften Filoteig benutzt die einzelnen Blätter übereinander lappend einlegen, sodass genug übersteht, dass die Füllung noch bedeckt werden kann.
Die Spinatfüllung darauf geben und mit dem Teig zudecken. Überstehende Reste an den Seiten eindrücken. Den Teigdecke einschneiden. Ich schneide immer so große Quadrate, dass ich sie mit dem Pfannenheber leicht herausheben kann. Das Eigelb mit einem Teel. Wasser verquirlen und die Oberfläche damit bestreichen. Im vorgeheiztem Backofen bei 200 Grad ca. 30 Minuten backen bis die Oberfläche schön goldgelb glänzt.
Die Pastete schmeckt sowohl heiß wie auch lauwarm gut. Ich mag sie aber auch am nächsten Tag kalt.

Kali Orexi - Guten Appetit

Dienstag, 27. März 2012

Pita ist nicht gleich Pita

In meinem Griechischlexikon wird Pita (πίτα) mit Fladen und Fladenbrot übersetzt.
Aber ich habe hier schnell gemerkt, dass sich hinter einer Pita noch sehr viel Anderes verstecken kann. Bei einer Umfrage was Pita ist, kann man also alles hören von "Fladenbrot, das mit Giros gefüllt ist", über "Käsetasche" bis zu "Spinatkuchen".

Hier einige Bilder zu den unterschiedlichen "Pitas"
Hefeteigpita 


Fladenbrotpita


Lagana

Zyprische Pita

Blätterteigpita


Filoteigpita 


Pitatasche


Gefüllte Pita 



Hefeteigpita: Dies ist die Pita, die man unter dem Namen am häufigsten meint. Sie wird aus einem einfachen Hefeteig hergestellt und im sehr heißen Öfen schnell gebacken. Sie bläht sich während des Backens auf und es entsteht in der Mitte ein flacher Hohlraum. Man benutzt sie als einfache Beilage zu vielen Speisen. Sie kann frisch aus dem Ofen oder kalt  gegessen werden. Sie läßt sich gut einfrieren. Auf Kreta kann man sie in der Bäckerei oder im Supermarkt kaufen und sie kurz im Backofen oder auf dem Grill erhitzen.

Fladenbrot Pita: Diese Pita ist flach wie ein Fladen und der Teig wird ohne Hefe zubereitet. Diese Pita wird ebenfalls als Beilage zu vielen Speisen gereicht. Sie läßt sich gut einfrieren und gut auf dem Grill kurz erhitzen.
Eine beliebte Spezialität ist die Tiropita Sfakjana, die dünn mit Käse (Mizithra) gefüllt wird und mit Honig übergossen wird.


Gefüllte Teigtasche: Diese Pitas sind zumeist Handtellergroße Gebäckstücke, die eine herzhafte oder süße Füllung haben. Man kann sie leicht selbst herstellen und es gibt sie in jeder Bäckerei zu kaufen. Sie eignen sich hervorragend zum Picknick, als Zwischenmahlzeit, für die Schule und als Mittagessen am Arbeitsplatz. Sie werden aus allen verschiedenen Teigsorten hergestellt, mehr und mehr leider nur noch aus Blätterteig. Die Füllungen sind zum Beispiel Fetakäse, Spinat, Chorta, Würstchen, Tomaten mit Oliven oder auch mit Nüssen und Honig.

Zyprische Pita: Diese Pita wird ebenfalls aus einem Hefeteig hergestellt. Sie hat jedoch eine längliche ovale Form und ist nicht so elastisch wie die runde Pita und bröselt schneller auseinander. Man schneidet sie quer in der Mitte durch und füllt die beiden Teile.

Lagana: Auf Kreta heißt dieses Brot Lagana und wird traditionell am "Sauberen Montag" dem griechischen Aschermittwoch gegessen. In Deutschland wird dieses Fladenbrot ebenfalls Pita genannt. In vielen Schnellimbissen wird Pita Giros mit diesem Brot serviert. Es wird aus Hefeteig hergestellt und mit Sesam betreut.

Blätterteigpita: In den letzten Jahren hat der Blätterteig immer mehr die anderen Teigarten für Pitataschen abgelöst. In Bäckereien und im Schnellimbiß erhält man zumeist gefüllte Pitataschen aus Blätterteig. Er ist günstig und einfach zu verarbeiten. Gefüllt werden die Blätterteigteilchen mit Würstchen, Schinken und Käse oder auch traditionell mit Spinat und Käse.


Filoteigpita: Filo- oder auch Fylloteig ist ein hauchdünn ausgerollter Teig, der nach dem Backen sehr knusprig ist. Er ist dünner als Strudelteig und schmeckt sowohl mit süßen wie auch mit herzhaften Füllungen. Die bekannte Spinatpita (Spanakopita) wird zumeist mit diesem Teig hergestellt. Es gibt diese Pita als großen Kuchen und auch als kleine gefüllte Teigtaschen. Filoteig eignet sich auch gut zum Frittieren und es gibt hier häufig kleine frittierte Pitataschen, gefüllt mit Käse und/oder Spinat zu kleine Dreiecken, Halbkreisen oder Kreisen geformt. Sie sind ein beliebtes Mitbringsel zu Feiern und Festen.

Gefüllte Pita: Hierbei handelt es sich um eine Hefeteigpita, eine längliche Pita oder eine Fladenbrotpita, die nach dem Backen belegt oder mit Belag bestrichen wird und anschließend zum Verzehr aufgerollt wird. Die bekannteste ist Pita Giros: der Fladen wird mit Giros belegt und nach Geschmack mit Pommes Frites, Tomaten, Salat, Zwiebel, Sauce, z.B. Tzatziki etc. Zum Essen aus der Hand wird sie aufgerollt und in ein Papier gewickelt!

Und hier noch zwei Teigrezepte: 


Pitateig ohne Hefe
Zutaten: 250 g Mehl, 1 Prise Salz, 150 ml Wasser, 4 Eßl. Ölivenöl
Zubereitung: Mehl mit Salz, Wasser und Öl gut verkneten und ca. 2 Stunden bei Zimmertemperatur ruhen lassen. Den Teig in acht gleichgroße Stücke teilen und diese dünn ausrollen. Eine passend große Pfanne ohne Öl erhitzen und die Fladen darin von jeder Seite ca. Minuten backen. Sie bähen sich dabei auf. Es geht auch im Backofen bei 200 Grad ca. 15 Minuten; dann blähen sie sich jedoch nicht so schön auf.

Pitateig mit Hefe
Zutaten: 1 kg Mehl, 20 g Hefe, ungefähr 450 ml lauwarmes Wasser, 3 EL Olivenöl, 1 Teel. Salz
Zubereitung: Mehl, Salz, Hefe, Wasser und Olivenöl in eine Knetmaschine geben, fest durchmischen, bis eine Teigkugel entsteht. Etwa 30 Minuten lang bei Zimmertemperatur aufgehen lassen. Teig noch einmal gut durchkneten und in Stücke gleicher Größe teilen. Diese zu kleinen (Kuchentellergroß) Fladen formen, auf das gefettete Blech legen und bei 220 °C 12 Minuten lang backen.

Und zum Schluß noch:
Im Amerikanischen ist PITA die Abkürzung für pain in the ass (Schmerz im Arsch)  ;-)