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Montag, 15. April 2013

Kretische Hackfleischbratlinge

Bifteki, Soutzoukakia, Kebab, Giouvarlakia und Keftedes (Keftedakia), sind die bekanntesten griechischen Speisen mit Hackfleisch. Die Zubereitung und die Zutaten sind sehr ähnlich; der große Unterschied liegt in der Form und Zubereitungsart.


In Deutschland habe ich schon mal Hackfleisch verpackt gekauft. Als ich nach Kreta kam, gab (außer bei Lidl) kein verpacktes Hack zu kaufen. (Inzwischen auch schon in allen Supermärkten.) Die Fleischer hier bereiten Hackfleisch immer frisch zu, egal ob man nur 200 g oder verschiedene Fleischsorten mischen möchte... alles kein Problem.

Meinen ersten Hackfleischkauf werde ich nicht vergessen ;-) Ich sagte zwar "kimas", habe es aber wohl so falsch betont, dass mich niemand verstand. Ich mußte das Wort mehrmals vor Kollegen wiederholen. Dann habe ich es mit "kréas" versucht und dazu mit den Händen hackende Bewegungen gemacht. Das wurde dann verstanden und mir wurde gesagt, dass dies "kimás" heißt!... hatte ich doch gesagt!!! Na, jedenfalls haben alle was zu Lachen gehabt und ich bekam was ich wollte ;-)

Bifteki entspricht in der Form der Frikadelle. Es ist eine runde flache Scheibe gehacktes Fleisch, dass in der Pfanne angebraten oder gegrillt wird. Ich habe von vielen gehört, dass Bifteki nur mit Rinderhackfleisch zubereitet wird, kann dies aber aus dem Alltag hier nicht bestätigen. Es gibt Bifteki mit Rinder-, Kalbs-,  Lamm- und auch mit gemischten Hackfleisch. 

Es gibt in Deutschland zahlreiche Rezepte, die alle schreiben, dass Bifteki griechische Frikadellen sind, die mit Feta gefüllt werden. Normale Bifteki hier sind nicht gefüllt! Seid also nicht enttäuscht, wenn ihr in der Taverne Bifteki bestellt und sie sind nicht gefüllt. Es gibt natürlich auch "Bifteki me Feta"! ;-)

Soutzoukakia sind länglich runde Frikadellen, die eigentlich immer mit Tomatensoße serviert werden und in die auf alle Fälle mit Kreuzkümmel (Cumin) gehört! Diese Frikadellen sind die einzigen, die hier auf Kreta mit Knoblauch gewürzt werden. Das Rezept dafür findet ihr HIER.

Kebab ist eine länglichen Frikadelle auf einem Holzspieß, die zumeist auf den Grill kommt. Hier auf Kreta wird Kebab oft mit Lammhack und ohne Ei hergestellt. Mehr dazu findet ihr HIER.

Giouvarlakia haben eigentlich immer noch den Zusatz avgolemono dahinter. Dies sind nämlich Hackfleischklößchen, die in Zitronen-Ei Soße (avgolemono) gegart werden. - Mich erinnert die Zubereitungsart an "Königsberger Klopse".-  In einer etwas kleineren Version werden sie dann als Einlage in eine Zitronen-Ei Suppe verwendet. Anstelle von Brötchen oder Paniermehl wird roher Reis, viel Petersilie und geraspelte Karotten zum Fleischteig hinzugefügt. Das Rezept werde ich euch demnächst aufschreiben. 

Keftedes sind kleine runde Fleischbällchen, die hier auf Kreta zumeist als Vorspeise (Mezes) kalt serviert werden. Keftedakia sind die kleinere Version dieser Hackfleischbällchen. Natürlich gibt es sie auch heiß und sie werden auch in Tomatensoße serviert. Ich mag sie gerne zusammen mit Tzatziki. ;-)

Griechische Hackfleischbällchen
(Das Rezept ist für ungefähr 12 - 18  Keftedes bzw. Keftedakia, je nachdem wie groß ihr sie formt.)

Zutaten: 500 g Rinderhack, 1 kleingehackte Zwiebel, 1 Ei, 1 eingeweichtes Brötchen, Salz, Pfeffer, Oregano, Kreuzkümmel (Cumin) und nach Geschmack evtl. 1 Teel. gehackte Minze. 1 gehäufter Eßl. Mehl, Olivenöl oder geschmacksneutrales Öl zum  Braten

Zubereitung: Die Zutaten zu einem weichen Hackfleischteig vermischen und eine halbe bis eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen. Kleine Bällchen formen und diese kurz in Mehl wenden. In einer Pfanne Olivenöl erhitzen und die Keftedes darin von allen Seiten goldbraun anbraten. (ungefähr 8-10 Minuten)

Wenn ihr sie in Tomatensoße möchtet, braucht ihr noch:

50 ml Olivenöl, ungefähr 500 g Tomaten (frisch oder aus der Dose, Püree oder in Stückchen, je nach eurer Vorliebe), 1 Zimtstange, Pfeffer und Salz

Zubereitung: Die Zutaten für die Tomatensoße in einem Kochtopf vermischen und aufkochen. Die fertigen Keftedes hinzufügen und zusammen ungefähr 40 Minuten köcheln lassen. Ich mache dies auf ganz niedriger Stufe und mit geschlossenem Deckel, wegen der Spritzgefahr.

Kali Orexi - Guten Appetit!

Sonntag, 11. November 2012

Kretisches Kebab = Hackfleisch am Spieß

In Deutschland wird Kebab auch als Kurzform für Döner Kebab benutzt und man versteht darunter eine Pitatasche gefüllt mit Dönerfleisch, verschiedenen Soßen, Zwiebeln, Tomate und Salat.
Hier auf Kreta ist Kebab eine länglichen Frikadelle auf einem Spieß! 
Also sozusagen Souflaki aus Hackfleisch  ;-)

Wir haben nach mehreren Versuchen jetzt einen Schnellimbiss gefunden, bei dem uns das Kebab sehr gut schmeckt und essen es zumeist dort oder lassen es uns liefern. In Fleischereien hier kann man es auch bereits Grillfertig kaufen - jedoch für mich zumeist zu wenig gewürzt. Da die Saison nun zu Ende ist und ich nun Zeit habe und mache ich es selbst.

Kebab ist ein typisches Grillgericht, kann aber auch gut, jetzt im Winter, im Backofen gebraten werden. Wichtig ist es dabei, dass die Hackfleischmasse saftig und weich ist und dabei so kompakt, dass sie nicht vom Spieß fällt bzw. der Spieß in der Mitte des Fleisches bleibt. Dazu ist es wichtig, dass alle Bestandteile sehr fein geschnitten sind. Ich stecke alle Zutaten deshalb nach dem Zerkleinern und vermischen nochmals in den Zerhacker.

Kebab sollte auf alle Fälle vor dem Grillen eine Stunde im Kühlschrank durchziehen und darf nicht zu schnell und mit hoher Hitze gegrillt werden.

Außerdem darf das Hackfleisch nicht zu wenig Fett enthalten, da es sonst zu trocken wird. Ich habe die besten Erfahrungen mit gemischtem Hackfleisch (Rind/Schwein) gemacht. Hier auf Kreta erhält man Kebab  natürlich auch oft aus Lammfleisch. Mit reinem Rindfleisch oder Geflügelfleisch wird es für meinen Geschmack zu trocken.

Wie immer ist natürlich auch die Gewürzmischung wichtig: Oregano und Kreuzkümmel gehört auf alle Fälle hinein. Petersilie und Minze werden als frische Kräuter hinzugefügt.

Eier werden hier zumeist nicht zur Hackfleischmasse hin zugegeben. Allerdings habe ich auch einige Rezepte mit einem Ei gehört. Ich mache es ohne Ei.

Kretisches Kebab

Zutaten: 500 g gemischtes Hackfleisch (Schwein/Rind), 50 g altbackenes Brot oder Brötchen, 2 fein gehackte Zwiebeln, 2 gehackte Knoblauchzehen, 1 Teel. gehackte Minze, 2 Eßl. gehackte glatte Petersilie, 1 gestrichener Teel. getrockneten Oregano, 1 Messerspitze Cumin (Kreuzkümmel), evtl. eine halbe  frische Chilischote, ca. 12 Holzspieße

Zubereitung: Die Holzspieße in Wasser legen, damit sie einweichen. Das Hackfleisch in eine Schüssel geben. Das Brot in Wasser einweichen und wenn es ganz durchgeweicht ist, ausdrücken und zum Hackfleisch geben. Die restlichen Zutaten hinzufügen. Die Masse nochmals zerkleinern, evtl mit einem Fleischwolf oder einem elekrischen Küchenzerhacker (Mulinette).
Ungefähr 10-15 cm lange ovale Frikadellen kneten und sie um die Holzspieße formen. Auf einen Teller legen, abdecken und ca. 1 Std. in den Kühlschrank stellen. Auf dem Grill oder im Backofen ungefähr 10 Minuten grillen.
Dazu schmeckt sehr gut Tzatziki, Fladenbrot und ein Salat.       

Kali Orexi! - Guten Appetit!



Mittwoch, 7. November 2012

Pastizio - griechischer Nudel-Hackfleisch-Auflauf

Viele sagen, dass Pastizio (Pastitsio) die griechische "Lasagne" ist. Und wirklich sind die Zutaten sehr ähnlich; auch Pastizio besteht aus Hackfleisch, Nudeln und einer Bechamelsoße obendrauf. Nur werden anstelle von Nudelplatten Makaroni (makarónia) verwendet. Der Name ist wahrscheinlich abgeleitet vom italienischen "Pasticcio" (Pasteten mit Pasta). Im gesamten östlichen Mittelmeerraum gibt es Gerichte, die ähnlich zusammengestellt sind. Andererseits ist ja vielleicht auch Lasagne nur die italienisch Variante von Pastizio! ;-)

Als ich das letzte Mal Pastizio machen wollte, hatten wir mal wieder überraschenderweise keine Leitungswasser! Das passiert zwar nicht so oft wie Stromausfall, jedoch muss man hier immer damit rechnen. Informiert, wurden wir im Vorhinein noch nie und warum es dazu kommt wissen wir auch nicht. Meist dauert es 3 - 4 Stunden bis das Wasser wieder läuft. Der längste Leitungswasserausfall war bisher mal 12 Stunden. Besonders ärgerlich finde ich es, wenn es passiert und ich gerade duschen wollte ;-).
Wir haben immer einen 10 l Flaschen-Wasservorrat im Haus und für die Klospülung hole ich dann Wasser aus einem Gemeinschaftspool, der nicht sehr weit weg ist.
Der Vorteil davon ist auch, dass man mal wieder die Nachbarn trifft, die ebenfalls mit Eimern unterwegs sind und Neuigkeiten austauschen kann.

Die Nudeln für das Pastizio habe ich diesmal also mit Wasser aus der Flasche gekocht. Makaroni sind eine sehr beliebte Nudelsorte hier auf Kreta und schon immer überall günstig zu erhalten, im Gegensatz zu Nudelplatten, Cannelloni oder Farfalle.

Ich verwende zumeist Rinderhack, aber ich habe auch schon Pastitio mit Lamm-, Kalb- und Schweinhackfleisch probiert. Wichtiger als das richtige Hackfleisch ist die Gewürzauswahl! Unbedingt hineingehören neben Pfeffer und Salz gemahlener Zimt und Nelken und in die Bechamelsoße etwas Muskat.

Ich mache die Bechamelsauce immer selbst nach dem unten stehenden Rezept. Aber man kann hier im Supermarkt auch von mehreren Firmen fertiges Soßenpulver kaufen. Dann braucht man nur noch kaltes Wasser hinzugeben und fertig ist die Bechamelsoße.


Pastizio ist auch eines der wenigen griechischen Gerichte, die man hier  als tiefgefrorenes Fertiggericht kaufen kann.

Die kretische vegetarische Variante des Gerichtes mit klein gewürfelten Zucchini, Aubergine, Karotte, Paprika und Pilzen anstelle des Hackfleisches schmeckt super lecker. Das Rezept für diese vegetarische Version habe ich aus Kochbuch "Foods of Crete" von Koula Varydakis-Xanialakis, die in Vamos englischsprachige Kochkurse anbietet.

Hier nun aber erst mal  mein Rezept für Pastizio 

Zutaten: 500 g Makaroni,

500 g Hackfleisch (Rinderhack oder Halb und Halb), 2 mittelgroße Zwiebeln, 1 Knoblauchzehe, 3-4 Fleischtomaten oder 1 kleine Dose geschälte Tomaten, 1 Messerspitze Zimtpulver, 1 Messerspitze Nelkenpulver, 1 Glas Rotwein, Pfeffer und Salz, Olivenöl

40 g Butter, 40 g Mehl, ca. 500 ml Milch, 100 g Kefalotiri Käse (alternativ Graviera, Parmesan oder Emmentaler), 2 Eier, Pfeffer, Salz, 1 Messerspitze Muskatnuss

Zubereitung: Die Makaroni in gesalzenem Wasser kochen.
Währenddessen etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die klein gehackten Zwiebeln und den Knoblauch darin kurz anschwitzen. Das Hackfleisch hinzugeben und ca. 3 Minuten anbraten. Die klein geschnittenen Tomaten (oder Dosentomaten) hinzufügen und mit Rotweinwein ablöschen. Würzen und abschmecken und ungefähr 10 Minuten weiter köcheln lassen. Wenn zu wenig Flüssigkeit vorhanden ist, füge ich etwas Fleischbrühe hinzu.
1/3 der Nudeln in eine Auflaufform geben und die Hackfleischmasse darauf geben. Darüber die restlichen Nudeln geben, gleichmäßig verteilen und etwas andrücken.

Für die Bechamelsauce die Butter in einem Topf schmelzen und das Mehl hinzufügen. Unter Rühren beides circa 1 Minute anschwitzen  lassen, es darf dabei aber nicht bräunen. Nun die Milch portionsweise unter Rühren dazugeben. Den Topf von der Herdplatte schieben und mit Salz und Pfeffer und Muskatnuss abschmecken.
Die Eier verquirlen und zusammen mit dem geriebenem Käse in die etwas abgekühlte Sauce geben.

Die Sauce über die zweite Nudelschicht geben und gleichmäßig verteilen.

Die Auflaufform nun bei 200 Grad ca. 35 Minuten goldbraun überbacken.


Und so unterschiedlich kann Pastizio dann aussehen ;-)

Kali orexi - Guten Appetit!

   









Samstag, 25. August 2012

Soutzoukakia - Fleischklößchen in Tomatensoße

Viele kretische Gerichte sind typisch für den gesamten östlichen Mittelmeerraum. Zum Beispiel dieses!
Soutzoukakia sind "Hackfleischklößchen in Tomatensoße" und sie sind auch typisch für Kreta, obwohl das ursprünglich Rezept  aus der Türkei stammt. Mir wurde gesagt, dass es von in der Türkei  lebenden Griechen erfunden wurde. Die bekannteste Variante des Gerichtes wird auch "Soutzoukakia smyrneika" genannt, nach dem ehemaligen Smyrna in der Türkei, dem heutigen Izmir.
In der Vergangenheit gab es einen regen Austausch zwischen dem byzantinischen Reich, Griechenland, Italien, Venedig, Ägypten, der Türkei und und und... So lebten viele Griechen in dem Gebiet der heutigen Türkei und viele Türken auf Kreta. Kreta war gehörte lange Zeit zum Byzantinischen Reich und stand viele Jahre unter venezianischer und türkischer Herrschaft.

Da ist es sehr verständlich, dass sichdie Gebräuche des täglichen Lebens sowie das Essen und Trinken beeinflusst haben. Im Laufe der Zeit haben dann regionale Einflüsse und verfügbare Nahrungsmittel die Rezepte geändert.


Soutzoukakia bedeutet übrigens "Kleine Soutzouki" und "Soutzouki" - im Türkischen "Sucuk"- sind leckere, pikante grobe Würste!


Ursprünglich wurden sie aus Lamm-Hackfleisch hergestellt, heute überwiegend aus Schweine- und/oder Rindfleisch. Natürlich kann man auch Kalb-, oder Geflügelfleisch oder Mischungen verwenden. Die Hackfleischmasse wird kräftig gewürzt und zu kurzen dicklichen Würstchen geformt. Sie werden zuerst angebraten und danach in einer Tomatensoße fertig gegart.

Für das Gericht kommen je nach Region unterschiedliche Gewürzmischungen zum Einsatz, zum Beispiel Mischungen aus Kreuzkümmel, Zimt, Piment, Nelken und Muskat. Hier auf Kreta ist das dominierende Gewürz der Speise der Kreuzkümmel! Das auch Cumin (Kumin) genannte Gewürz sieht dem Kümmel ähnlich, schmeckt jedoch vollkommen anders und verändert während der Zubereitung auch noch sein Aroma! Versucht euch den Geschmack einer orientalischen Speise vorzustellen.. .dann wisst ungefähr wie Kreuzkümmel schmeckt. ;-)

Als wir im Winter selbst Sauerkraut hergestellt haben, versuchten wir hier den uns aus Deutschland bekannten Kümmel (Echten Kümmel) zu kaufen. Im Lexikon fanden wir den Namen "Kýmino" als Übersetzung. Allerdings bekamen wir dann nur Kreuzkümmel und ungläubige Gesichter zu sehen.  Ich denke, bis heute glaubt uns niemand hier, dass es ein anderes ähnlich aussehendes Gewürz gibt!

Zutaten und Zubereitung:

Für die Frikadellen: 1 kg gemischtes Hackfleisch (Rind und Schwein oder Lamm und Rind)
400 g altes (trockenes) Brot ohne Rinde
2 Eßl. Rotwein oder 1 Eßl. Essig
2 Eier
2 Teel. Kreuzkümmel
2 fein gehackte Knoblauchzehen
1/2 Bund gehackte glatte Petersilie
ungefähr 1 Teel. 1Salz und 1/2 Teel. Pfeffer zum Abschmecken
ca. 1 Tasse Mehl
1 Tasse Olivenöl zum Anbraten

Für die Tomatensauce:
2 Eßl. Olivenöl
1 fein gehackte Zwiebel
8 reife Fleischtomaten oder 1 große Dose Tomaten
2 fein gehackte Knoblauchzehen
2 Teelöffel Gewürzmischung aus gemahlenem Zimt, Kreuzkümmel, Piment, Nelke und Muskat (nach Geschmack), Salz, Pfeffer Zucker zum Abschmecken

Zubereitung:
Das Brot ungefähr 5 Minuten in Wasser einweichen, dann ausdrücken und zum Hackfleisch dazu geben. Ebenso die Eier, die Petersilie, den Knoblauch, den Rotwein oder Essig und die Gewürze. Die Masse sollte sich weich und locker anfühlen. Wenn möglich jetzt erst mal eine bis 2 Stunden im Kühlschrank durchziehen lassen. Dann aus der Mischung ungefähr 10 cm lange Wurstförmige Frikadellen formen. In Mehl wenden und Portionsweise im heißen Olivenöl ungefähr 5-7 Minuten von allen Seiten anbraten. Herausnehmen und auf ein Küchenpapier legen bis alle fertig sind.

Während die Hackmasse im Kühlschrank durchzieht könnt ihr die Sauce vorbereiten. Dafür die Zwiebeln und den Knoblauch in Olivenöl in einem großen Topf dünsten bis die Zwiebeln glasig sind. Die Tomaten sehr klein schneiden oder reiben und hinzufügen. Die Gewürze dazugeben und nun die Sauce so lange köcheln lassen bis sie etwas eindickt (ca. 30 Min.). Die fertigen Hackwürstchen in die Sauce geben und weitere 15 Minuten leicht köcheln lassen.
Soutoukakia werden hier auf Kreta typischerweise mit Reis serviert. Sie schmecken aber auch gut mit Nudeln, Kartoffelbrei oder gebratenen Kartoffeln.

Eventuelle Reste schmecken auch  am nächsten Tag zimmerwarm sehr lecker.


Kali Orexi - Guten Appetit!


Freitag, 24. Februar 2012

Moussaka

Heute hat es den ganzen Tag geregnet. Ich hatte keine Lust zu Wandern oder Aufzuräumen. Also habe ich mich entschlossen mal wieder Moussaka zuzubereiten. Ich mache dies nur an Tagen, an denen ich viel Zeit habe. Als ich Moussaka zum ersten Mal buk, war ich wirklich überrascht, wie lange diese Zubereitung dauert und wunderte mich über die vielen einzelnen Vorbereitungsschritte.  Man braucht außerdem viel Geschirr, Töpfe etc. bevor man alle Komponenten zum Auflauf zusammen fügen konnte. Die 45 Minuten, die die Moussaka in den Backofen muss, braucht man dann  um alles abzuwaschen und in der Küche wieder in Ordnung zu bringen! ;-)

Normalerweise koche ich lieber Speisen, die entweder schnell gehen oder die man, wenn das Garen längere Zeit erfordert, in den Backofen stecken kann. Deshalb mache ich Moussaka nur selten und genieße sie lieber ab und zu in einer unserer Lieblingstavernen in Rethymno.

Moussaka ist nach dem Originalrezept ein sehr fettreiches Gericht. Eigentlich eine Speise, die nicht zur heißen Sommerzeit passt, wenn die Auberginen Saison haben. Hier auf Kreta bekommt man jetzt jedoch das ganze Jahr über Auberginen von der Insel. Im Winter dann aus dem Gewächshaus.

Ich bereite Moussaka auch im Sommer zu, vor allem wenn die Auberginen sehr preiswert sind. Da man sie sehr gut einfrieren kann, essen wir dann nur kleine Portionen und frieren den Rest in kleinen Stücken ein. So kann ich dann je nach Anzahl der Esser den Auflauf portionsweise wieder auftauen. Dazu gebe ich die Stücke in Portionsschälchen, lasse sie auftauen und erhitze zum Schluss wieder im Backofen. 


Normalerweise werden die Auberginenscheiben und Kartoffeln vor dem Backen in Öl frittiert. Das ist zum Einen gut für den Geschmack und zum anderen dient es dazu, dass der Auflauf nicht zu „suppig“ wird. Anstatt das Gemüse zu frittieren, kann man es auch grillen, in einer beschichteten Pfanne mit wenig Fett anbraten oder nur mit Fett bepinselt im Backofen anrösten.

In einigen Rezepten wird auch neben den Auberginen noch Zucchini verarbeitet und da ich diese gerne mag, kommt in mein Moussaka immer noch - auch zu Erhöhung des Gemüseanteils – eine Schicht vorgegarte Zucchini hinein.

Obwohl man Moussaka immer mit Griechenland verbindet, gibt es dieses Gericht in allen Ländern des östlichen Mittelraumes. Der größte Unterschied besteht im Einsatz der Aromen. Aber auch innerhalb von Griechenland wird die Moussaka verschieden gewürzt. Ich habe meine erste Moussaka auf Samos gegessen und bekam sie dort mit einem ordentlichen Zimtgeschmack serviert. Das habe ich in einer kretischen Taverne noch nicht erlebt.

Und hier nun mein Standardrezept:

Moussaka (Kartoffel-Auberginen-Hackfleisch Auflauf)

Zutaten: 1 kg Auberginen, 500 g Kartoffeln, (500 g Zucchini), 500 g Lamm- oder Rinderhack, 1 Dose pürierte Tomaten, (oder frische Tomaten oder Tomatenmark - dann mit etwas Wasser), ca. 100 ml Olivenöl, 2 klein geschnittene Zwiebeln, 1 Lorbeerblatt, 1 Knoblauchzehe, 100 ml Rotwein, Oregano, Pfeffer, Salz, 2 Eßl. gehackte Petersilie, 1 Messerspitze Zimt

Bechamelsoße: 50 g Butter, 50 g Mehl, 400 ml Milch, 2 Eier, 1 Messerspitze Muskat, Salz, Pfeffer, 50 g geriebener Hartkäse (Graviera,  Kefalotiri ,Gruyere, Parmesan oder Emmenthaler)

Zubereitung:
Die Auberginen (und die Zucchini) waschen und längs in 5 mm dicke Scheiben schneiden, mit Salz würzen und ca. 30 Minuten einziehen lassen. Dann die Auberginen mit kaltem Wasser abspülen und auf Küchenpapier trockentupfen. Die Kartoffeln schälen und in Scheiben schneiden.

Das Öl in einer Pfanne erhitzen und darin die Auberginen, die Kartoffeln (und die Zucchini) nach und nach alle leicht braun backen. Die gebratenen Scheiben aus der Pfanne nehmen und auf ein Küchenpapier zum Fettabtropfen legen.

In einer anderen einer großen Pfanne etwas Öl erhitzen und das Fleisch zusammen mit den Zwiebeln und Knoblauch 5 Minuten lang anbraten. Das Hackfleisch dabei in kleine Stücke zerdrücken. Nun die Tomaten, den Wein und die Gewüze hinzugefügt und alles aufgekocht werden. Bei geringer Hitze weitergaren, bis eine sähmige Sauce entstanden ist. Zum Schluß die Petersilie hinzufügen und das Lorbeerblatt herausnehmen. In einer flachen Auflaufform abwechselnd Auberginen, Kartoffeln (Zucchini) und Fleischsoße schichten.

Für die Soße die Butter schmelzen, Mehl dazugeben und ca. 1 Minute lang zu einer Mehlschwitze rühren. Den Topf vom Herd nehmen und nach und nach die Milch mit einem Schneebesen einrühren. Dann die Mischung nochmals unter ständigem Rühren aufkochen, bis sie etwas andickt. Mit Muskatnuss, Salz und Pfeffer würzen. Ein wenig abkühlen lassen und die verquirlten Eier und den Käse in die Masse einrühren. Die Bechamelsoße über den Auflauf geben und dann im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad ca. 45 Minuten lang backen, bis sich eine knusprig goldgelbe Kruste gebildet hat.


Guten Appetit - Kali Orexi