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Montag, 20. August 2012

Okras - Zubereiten - Gewußt wie!

Jetzt ist Okra (Bámia) Hauptsaison! Das bekannteste und beliebteste Gericht damit ist hier auf Kreta "Geschmorte Okraschoten in Tomatensoße".

Mein erster Versuch das leckere vegetarische Gericht zu Kochen endete tragisch. Anstatt eines schmackhaften Eintopfes war das Ergebnis eine schleimige Matschepampe, - um es mal krass auszudrücken. ;-) Wie ich danach erfuhr, hatte ich es zu lange gekocht und die Okras falsch geschnitten.

Kennengelernt hatte ich Okra zuerst in den Südstaaten der USA. Dort probierte ich sie im Gumbo, einem kreolischen Eintopf. Darin wurden sie kleingeschnitten serviert. Aus diesem Grund zerschnitt ich sie auch bei meinem ersten Versuch für geschmorte Okraschoten hier auf Kreta. ;-).

 Okraschoten enthalten einen wasserlöslichen Schleimstoff der auch  Mucilago genannt wird und aus ganz langen Ketten von Kohlenhydraten besteht.
Dieser pflanzliche Schleim hat eine reizmildernde, einhüllende und erweichende Wirkung. Er wird eingesetzt, um "Giftstoffe" im Magendarmtrakt einzuhüllen und schneller auszuscheiden. Der Schleimstoff wirkt auch lokal gegen Magenschleimhautentzündungen und hat einen Blutzuckersenkenden Effekt.

So gut dieser Stoff auch für unsere Gesundheit ist, meinen ersten Versuch von geschmorten Okras haben sie ruiniert. ;-) Der Schleim tritt aus, sobald die Okraschote geöffnet ist und bewirkt, dass die Flüssigkeit eindickt. Um zu verhindern, dass der Schleim austritt gibt es verschiedene Tricks - die ich vorher nicht kannte - die Schoten müssen so geputzt werden, dass sie dabei nicht geöffnet werden. (siehe Bilder unten).  Sie können kurz in Essigwasser blanchiert werden oder 30 Minuten bis zu einer Stunde in Essigwasser eingelegt werden. Dazu braucht man eine Tasse Rotwein-Essig pro Kilogramm und so viel Wasser, dass alles bedeckt ist. Außerdem können sie dann vor der Verwendung noch kurz in der Sonne getrocknet werden. Zudem sollte man sie nicht so lange schmoren, dass sie zerfallen. - Je nach Größe reichen 20 bis 30 Minuten.

Okras sind mit feinen Härchen bewachsen, die bei empfindlichen Menschen zu Reizungen führen können. Wer möchte kann die Härchen  abschaben, es muss jedoch nicht unbedingt gemacht werden. Man kann Okras auch roh im Salat essen. Da sie keinen großen Eigengeschmack haben, finde ich sie so etwas langweilig. Aber in der Kombination mit Tomaten, Zwiebeln und Olivenöl schmecken sie mir sehr gut.
Okras sind leicht verdaulich, kalorienarm und enthalten - wie alle Gemüse - viele Vitamine (vor allem Vit. C und A), Mineralstoffe (Calcium, Magnesium, Kalium und Folsäure) und die, das Immunsystem stärkenden, sekundäre Pflanzenstoffe. 

Okras gehören zu den Malvengewächsen und stammen aus Äthiopien. Sie werden seit sehr langer Zeit - nachweislich seit über 4000 Jahren - als Kulturpflanze angebaut. Auch in Griechenland werden sie seit Jahrtausenden gegessen und in der Heilkunde eingesetzt. Okraschoten sind fünfeckig und Fingerlang. Im Englischen werden sie aus wahrscheinlich diesem Grund auch Ladyfingers genannt.

Getrocknete Okrastückchen kann man zum Binden bzw. Andicken von Soßen verwenden und Okrasamen können geröstet und als Kaffeeersatz genutzt werden.

Putzen von Okraschoten

Wenn die Okraschote geöffnet wird,
tritt der Schleimstoff aus.

Nur die Stile dürfen vorsichtig von
der Schote abgeschnitten werden.

So geputzt können sie nun
geschmort werden.



Und hier nun mein Rezept für Geschmorte Okra in Tomatensauce


Zutaten: 1 kg Okraschoten, 150 ml Olivenöl, 2 feingeschnittene Zwiebeln, 2 Knoblauchzehe, 5 reife Fleischtomaten oder 1 kl. Dose Tomaten, Petersilie, Salz und  Pfeffer

Zubereitung: Die Okraschoten putzen (siehe oben) und waschen. Tomaten häuten und in kleine Stücke schneiden. Das Öl in einem Kochtopf erhitzen und Zwiebeln und Koblauch anbraten. Nun die Tomaten und die Okra hinzufügen. Bei geringer Hitze die Okra 20 - 30 Minuten lang dünsten. Kleingeschnittene Petersilie unterheben und vorsichtig servieren, da die Okra leicht zerfallen.

Und dazu eine dicke frische Scheibe Brot!

Kali Orexi - Guten Appetit!

Dienstag, 31. Juli 2012

Juli ist Tomaten Saison - Zeit für "Gemista"

Im Juli muß man Gemista essen, in allen anderen Monaten darf man es!
Gemista (γεμιστα) heißt übersetzt "gefüllt" und ist mit Reis gefülltes Gemüse. Zumeist werden dafür Fleischtomaten und Paprika verwendet. Jetzt Ende Juli ist die Hauptsaison für Tomaten und Paprika, also Gemista-Zeit. Die Riesengroßen  Fleischtomaten sind jetzt sonnengereift, sehr aromatisch und günstig.
Ein deutscher Freund, der vor ungefähr vier Jahren nach Kreta kam, erzählt jedem, der ihn fragt, warum er denn gerade nach Kreta ausgewandert sei, dass er nur wegen der leckeren Tomaten hier ist. ;-)
In sehr vielen kretischen Gerichten werden Tomaten (Domates) verarbeitet. Ihr kennt bestimmt auch einige. Hier ein paar Beispiele: Stifado, Moussaka, Bauernsalat, Tomatensalat, Tomatensuppe, Koukouvaia bzw. Dakos, Tomatenfrikadellen, Bohnen mit Tomaten, Okra mit Tomaten, Hackfleischklößchen in Tomatensoße, Shrimps Saganaki und... und... und...

Worüber ich mich immer noch wundere, ist, dass hier getrocknete Tomaten (wie in Italien) keine Tradition haben!

Hinsichtlich seiner gesundheitliche Wirkung hat der Tomateninhaltsstoff Lycopin in den letzten Jahren ein "Superstarimage" bekommen. Lycopin ist ein sekundärer Pflanzenstoff, der in der Pflanze an den roten Farbstoff gekoppelt ist. Wenn durch die Bearbeitung der Tomate die Zellen zerstört werden, wird das Lycopin frei und wirkt besser als in der rohen ganzen Tomate. So ist in Tomatensaft, Suppe, Mark und Soße sehr viel mehr des gesundheitlich wirksamen Stoffes enthalten.

Wissenschaftliche Studien haben bewiesen, dass der häufige Verzehr zur Vorbeugung von chronischen Krankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Osteoporose und Diabetes wirkt. Lycopin wirkt Zellschäden entgegen, die durch oxidativen Stress entstehen. Dieser Stress kann durch eine schädliche Lebensweise, durch Umweltaspekte, Krankheiten usw. entstehen.

Die Füllung der Tomaten und Paprika besteht aus Reis und Kräutern. Es gibt hier speziellen Reis für Gemista zu kaufen. Es ist ein weißer ziemlich kleiner Reis (aus Griechenland), der nur geringfügig klebrig ist. Die frischen Kräuter sind eine Mischung aus Petersilie, Dill und Minze.
In den Tavernen wird Gemista zumeist mit "Gefüllte Tomate" bzw. "stuffed Tomato" übersetzt. Und viele Touristen wundern sich dann, wenn sowohl eine Tomate als auch eine gefüllte Paprika serviert werden. In den Speisekarten steht das Gericht zumeist in der Rubrik "Vorspeisen", für mich reicht es auch als Hauptgericht. Außer Tomaten und Paprika werden mit dieser Reismischung auch Zucchiniblüten, Auberginen oder Weinblätter füllen.

Typisches Kennzeichen für diese typische Sommerspeise ist, dass die gefüllten Gemüse nicht mehr wunderhübsch aussehen, sondern zerschrumpelt und die Gemüsedeckel braun gebraten.

Das folgende Rezept habe ich von einer kretischen Nachbarin und es klappt gut. Ich habe jedoch auch schon jede Menge anderer Varianten gehört und gelesen. Sie unterscheiden sich unter anderem in der Menge an Öl, an der Zugabe von Tomatensaft oder Mark und bei einigen wird der Reis zuerst gekocht. In vielen Rezepten werden auch noch gleichzeitig Kartoffeln mitgegart, dann muss man jedoch mehr Flüssigkeit dazu geben. Was mir an diesem Rezept gefällt ist der geringe Einsatz von Fett und die einfache Zubereitungsart.

Gemista - Gefüllte Tomaten
für 4 Personen
Zutaten: 4 große Fleischtomaten, 4 grüne Paprika, 8 Eßl. Reis, 1 Eßl. gehackte Petersilie, 1 Eßl. gehackten Dill, 1 Teel. gehackte Minze, 1 Bund Frühlingszwiebeln oder 1 große Zwiebel, etwas Olivenöl, Salz

Zubereitung: Die Tomaten und Paprika waschen und oben (am Stilansatz) einen Deckel abschneiden. Dann die Tomaten aushöhlen - ich habe einen "Grapefruitlöffel", der vorne gezackt ist, damit geht dies wunderbar - und die Paprika säubern.  Das Innere der Tomaten sehr klein schneiden, zerstampfen oder pürieren. Die Zwiebeln klein schneiden und zum Püree geben. Ebenfalls die Kräuter und den Reis  unterrühren und mit Salz abschmecken.
Die Tomaten und Paprika von außen mit Olivenöl einreiben und in eine mit Olivenöl ausgefettete verschließbare Auflaufform geben.
Das Tomaten-Reis-Püree nun gleichmäßig auf die Tomaten und Paprika verteilen. Je nachdem wie saftig die Tomaten sind, sind die ausgehöhlten Gemüseteile dann halb bis ganz voll von der Mischung. Wenn sie nur halbvoll sind solltet ihr noch eine Tasse Wasser in die Form zwischen die Gemüse geben.

Die Form nun gut verschließen, damit keine Flüssigkeit bzw. kein Dampf entweichen kann. In den auf 200 Grad vorgeheizten Backofen stellen und und ungefähr 50 bis 60 Minuten garen. Wenn der Reis gar ist und die Tomaten und Paprika weich, den Deckel von der Auflaufform entfernen und nochmals für 10 bis 15 Minuten in den Ofen zum Bräunen zurückstellen.


Kali Orexi - Guten Appetit!

Sonntag, 15. Juli 2012

Portulak - Unkraut, Wildgemüse und Heilpflanze


Wir haben hier auf Kreta nur einen ganz kleinen Garten in dem nur Blumen und einige Kräuter wachsen. Was daneben sehr gut ohne jede Pflege wächst sind Unkräuter oder wie es heutzutage offiziell heißt Beikräuter. Bei uns wachsen Kapern, Salbei, Johanniskraut und Portulak. 

In meinem Garten in Deutschland war Giersch nicht auszurotten und wuchs im Gegensatz zu den Kohlrabis, Radischen und Kartoffeln wunderbar und ohne Schneckenbefall. Also ging ich davon aus, dass ich keinen "Grünen Daumen" habe und Nutzpflanzen bei mir eingehen. Einer meiner Versuche den Giersch los zu werden, war ihn zur Nutzpflanze zu erklären und zu essen. Er schmeckt gut und sollte logischerweise nun eingehen. Der Versuch hat damals leider nicht funktioniert.
 Hier auf Kreta ist es nun der Portulak, der sich nicht so leicht ausrotten lässt. Ich versuche jetzt nochmals meine "Nutzpflanzenmethode" und seit einigen Wochen essen wir viel von diesem Salatgemüse. Allerdings schmeckt er mir besser als Giersch.  ;-)

Die jungen Blätter und Stiele im Juni schmecken leicht säuerlich, etwas salzig und nussig. Eine andere Sorte, die ich zum Vergleich auf dem Wochenmarkt gekauft habe, hat dazu noch eine leichte Schärfe. 

Große ältere Blätter haben einen etwas bitteren Geschmack. Portulak wird überwiegend frisch und roh verzehrt. Ich mag ihn am liebsten in der Kombination mit Tomaten.  Des Weiteren wird er in Rührei oder in Suppen verwendet und kurz blanchiert als Beilage zu Fleisch und Fisch.
Die jungen Blätter und Blütenknospen kann man ähnlich wie Kapern einlegen. Häufig werden sie in Mixed Pickles mit verarbeitet. Neben viel Vitamin C, Magnesium, Zink und Eisen enthält Portulak auch die 
gesundheitsfördernden Flavonoide und Omega-3-Fettsäuren. 

Nachweisbar wird Portulak schon seit 800 vor Chr. als Wildgemüse und Heilpflanze genutzt! Hippokrates empfahl Portulak bei Problemen mit den Monatsblutungen. Andere Gelehrte verabreichten ihn ihren Patienten bei Zahnfleisch- und Augenproblemen. Er wurde zur Wundheilung und gegen Sodbrennen eingesetzt. Am bekanntesten ist seine Fiebersenkende Wirkung. Joghurt mit Portulak wird auch heute noch im südöstlichen Mittelmeergebiet als erfrischendes Getränk Fieberkranken gereicht.

Verarbeitung:
Wichtig ist es den Portulak vor dem Verzehr  sehr gut zu waschen. Da er am Boden entlang kriecht ist er immer viel feinem Dreck überzogen.

Zum Salat: Man kann sowohl die Blätter als auch die dünneren Stile verwenden. Die kleinen Blätter von den dickeren  Stielen abstreifen und über den Salat - zum Beispiel über "griechischen Bauernsalat" oder mediterranen Nudelsalat - geben. Genauso gut schmeckt er zu aufgeschnittenen Tomaten oder Zucchinis.  Ich liebe auch die Mischung mit Paximadi (kretischen Zwieback) mit Tomaten, Feta und Portulak. 

Zum Joghurt oder Quark: Blätter und Stiele klein schneiden und zum Quark, Joghurt oder Tzatziki  hinzufügen. Nach Geschmack pfeffern und leicht salzen.

Für das Joghurtgetränk wird der Portulak sehr fein zerhackt. Joghurt mit Wasser im Verhältnis 2:1 mischen, leicht salzen und mit dem pürierten Portulak verrühren.


Rührei, Omelette: Ein typisches kretisches Rührei ist ca. 3 cm dick und wird mit Gemüseeinlage, wie Tomate, gekochten Kartoffeln, Paprika, Zucchini oder Zwiebeln zubereitet. Es wird in einer Pfanne mit kleinerem Durchmesser zunächst angebraten und dann im Ofen fertig gebacken. Wenn man es mit Portulak zubereitet, kann man diesen einfach vor dem Braten grob zerkleinert zur Eimasse hinzugeben.


Kali Orexi - Guten Appetit!



Sonntag, 24. Juni 2012

Zucchini Bratlinge - Kolokithokeftédes

Vor ein paar Tagen habe ich ja berichtet, dass wir sehr viele Zucchinis geschenkt bekommen haben. Ungefähr die Hälfte habe ich für das Boureki verbraucht. Aus den anderen habe ich nun Zucchini-Frikadellen hergestellt. Da diese auch kalt sehr gut schmecken und man sie sehr gut einfieren kann, lohnt es sich immer gleich eine große Menge zu produzieren.

Das superlange schwierig aussehende griechische Wort bedeutet genau das Gleiche wie im Deutschen; Kalokithi heißt Zucchini und Keftédes Bratling (Frikadelle, Bulette). Beim Zusammensetzen wird aus dem i ein o.

Natürlich kommen auch zu diesem Rezept wieder reichlich Kräuter hinzu. Am besten schmecken sie mit den "Unentbehrlichen Drei" - Petersilie, Dill, Frühlingszwiebeln. Aber ich habe auch schon Zucchinibuletten mit viel Minze gegessen.  Ich verwende zumeist Feta für die Bratlinge, aber genauso gut könnt ihr anderen Käse verwenden. Es ist eine gute Art Reste zu verwerten.

Als Paniermehl nehme ich ein paar Tage altes Brot. Hier auf Kreta wird frisches Brot sehr schnell trocken und eignet sich dann nicht mehr so richtig zur Verwendung für belegte Brote. ;-) Oder ich nutze den kretischen Zwieback (Paximadi), den haben wir immer im Haus und er ist einfach zu zermahlen.

Wenn ihr vorhabt die Bratlinge einzufrieren, könnt ihr sie auch nur kurz anbraten, abkühlen lassen und einfrieren. Wenn ihr sie dann verwenden wollt, lasst sie etwa eine viertel Stunde auftauen und bratet sie jetzt erst zu Ende bis sie goldbraun werden.

Rezept für ca. 12 - 15 Bratlinge
Zutaten: 1 kg Zucchini, 2 Eier, 1 Bund Frühlingszwiebeln oder 1 große Zwiebel, 1 Scheibe Feta, 1 Eßl. gehackte Petersilie, 1 Eßl. gehackten Dill, 2 volle Eßlöffel Paniermehl, Salz und Pfeffer, 1 vollen Eßlöffel Mehl, Olivenöl zum Ausbacken


Zubereitung: Die Zucchini raspeln, in eine Schüssel geben und mit 1 Teelöffel Salz vermischen. Eine halbe Stunde stehen lassen und dann über einem Sieb Portionsweise sehr gut ausdrücken bis die Zucchini trocken sind. Es läuft dabei ungefähr ein viertel Liter grüne Flüssigkeit heraus. Die Frühlingszwiebeln oder Zwiebel fein zerschneiden, den Käse zerkrümeln, die Petersilie und den Dill fein hacken. Alles zu den Zucchiniraspeln geben und mit den Eiern, Paniermehl und Mehl vermischen. 12 bis 15 Bratlinge daraus formen. Wenn der Teig zu matschig ist noch etwas mehr Paniermehl hinzufügen.

In einer hohen Pfanne ausreichend Olivenöl heiß werden lassen und die Frikadellen darin schwimmend von jeder Seite ungefähr 3 Minuten goldbraun backen.
Auf ein Küchenpapier legen, damit überschüssiges Fett aufgesaugt wird. Eine meiner kretischen Bekannten mag bei Zucchinifrikadellen absolut nicht den Olivenölgeschmack, sie benutzt immer Sonnenblumenöl und ihre Kalokithokeftedes schmecken auch gut.

Man kann die Bratlinge auch im Backofen backen. (Dann sind sie fettärmer.) Dazu ein Backblech mit Backpapier auslegen und dieses mit Olivenöl einfetten. Die geformten Frikadelle darauflegen und von der Oberseite mit Olivenöl bepinseln. Im vorgeheiztem Backofen bei 200 Grad ungefähr 20 Minuten backen. Nach der Hälfte der Zeit die Zucchinibratlinge einmal wenden.

Ich mag sie sehr gerne mit Tzatziki!       Guten Appetit - Kali Orexi!




Samstag, 23. Juni 2012

Die Wassermelone - der ideale Durstlöscher

Jetzt hat die Wassermelonen Saison begonnen. Sie sind günstig, zwischen 33 und 49 Cent das Kilo und bis in den September hinein frisch vom kretischen Feld überall erhältlich. Es gibt kleine runde, große runde, große längliche und riesengroße. Man kann sie im Ganzen kaufen, in Hälften oder in Stücken. In viele Läden werden Einzelportionen zusammen mit Plastikmesser und Servietten angeboten und am Strand wandern mehrmals pro Tag Melonenverkäufer auf und ab.
Noch ist jedoch nicht die Hauptsaison, dann werden auch Pickups voller Melonen durch die Strassen fahren und über selbstgebaute Lautsprecheranlagen wird man wieder hören können "Karpouzia kai Peponia". Letztes Jahr im August kosteten drei riesengroße längliche Wassermelonen von der Ladefläche 5 €.
An der Nationalstrasse bei Panormo - östlich von Rethymno - gab es zahlreiche Verkaufsstände, die verschiedene Melonensorten günstig im Angebot hatten. Letztes Jahr war nur noch ein Stand geöffnet und dieses Jahr sieht man nur noch Holztrümmer und Ruinen. (Ich kenne nicht den Grund dafür. Entweder es lohnt sich nicht mehr oder sie sind auf Grund neuer Gesetze geschlossen) 

Auf jedem Hotelbüffet dürfen Wassermelonen nicht fehlen - als dekoratives Schnitzwerk oder als Dessert - und in den Tavernen werden sie als (kostenlose) Nachspeise gereicht. Ich mag auch sehr gerne gegrillte Wassermelone. Dafür muss die Melone mit Schale in 2 cm dicke Scheiben geschnitten werden, die geviertelt werden. Kretischen Honig mit etwas Wasser verdünnen und die Melone damit bestreichen. Von jeder Seite eine Minute auf den Grill legen.

Die Wassermelone (Citrullus lanatus) ist genau wie Gurken und Zucchini ein Kürbisgewächs (Cucurbitaceae) und stammt vermutlich aus Afrika, höchstwahrscheinlich aus Ägypten. Meist ist die Wassermelone innen rot gefärbt. Manchmal sind bei uns auch Sorten mit gelbem Fruchtfleisch erhältlich. Heutzutage wird die Wassermelone möglichst Kernarm oder sogar Kernlos gezüchtet.

Da die Wassermelone nach der Ernte nicht mehr nachreift, sollte sie beim Kauf möglichst ausgereift sein. Auf Kreta erhält man sie von Juni bis September voll reif direkt vom Feld. Fachleute klopfen auf die Wassermelone und erkennen an ihrer Vibration, wie reif sie ist. Reife Früchte haben einen dumpfen, vollen Ton. Eine unreife Wassermelone klingt dagegen eher hohl und leise. Der Ton entsteht durch den hohen Wassergehalt. Je höher dieser ist, desto dumpfer der Klang und desto reifer die Frucht.
Wassermelonen sind sehr gesund und löschen gut den Durst. Gut gekühlt ist dieses Gefühl sogar noch stärker. Kein Wunder, denn das Fruchtfleisch besteht zu 95% aus Wasser. Sie hat weniger als 40 kcal pro 100 Gramm und ist damit ein leichter und gesunder Snack. Sie füllt den Magen und eignet sie sich dadurch hervorragend zum Abnehmen. Neben Wasser enthält sie Vitamin A und C, sowie Kalium, Magnesium und Beta-Carotin. Die rote Farbe der Wassermelone entsteht durch den natürlichen Farbstoff Lycopin. Dieser sogenannte "sekundäre Pflanzenstoff" wirkt antioxidativ, dass bedeutet er stärkt das Immunsystem, unterstützt die Körpereigenen Abwehrkräfte und soll sogar den Alterungsprozess verlangsamen.

Neuste Forschungen haben ergeben, dass Wassermelonen auch ein Aphrodisiakum sind. Die Wissenschaftler haben herausgefunden, dass sie sehr viel Citrullin enthalten. Dieser Inhaltsstoff bewirkt, dass der Eiweißbaustein Arginin im Körper vermehrt aufgebaut wird. Arginin erhöht im Körper den Gehalt an Stickstoffmonoxid, dass die Blutgefäße entspannt und die gleiche Wirkung wie "Viagra" hat.

Dafür muss man jedoch eine erhebliche Menge Wassermelone verspeisen. Ich denke diese Wirkung wird etwas überbewertet! Da die Wassermelone gleichzeitig diuretisch wirkt, ist man beim Verzehr großer Mengen vielleicht zu oft auf der Toilette ;-)



Und in diesem Forum könnt ihr noch etwas über die schwierige Berechnung des Wassergehaltes bei Wassermelonen erfahren!