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Samstag, 23. Juni 2012

Die Wassermelone - der ideale Durstlöscher

Jetzt hat die Wassermelonen Saison begonnen. Sie sind günstig, zwischen 33 und 49 Cent das Kilo und bis in den September hinein frisch vom kretischen Feld überall erhältlich. Es gibt kleine runde, große runde, große längliche und riesengroße. Man kann sie im Ganzen kaufen, in Hälften oder in Stücken. In viele Läden werden Einzelportionen zusammen mit Plastikmesser und Servietten angeboten und am Strand wandern mehrmals pro Tag Melonenverkäufer auf und ab.
Noch ist jedoch nicht die Hauptsaison, dann werden auch Pickups voller Melonen durch die Strassen fahren und über selbstgebaute Lautsprecheranlagen wird man wieder hören können "Karpouzia kai Peponia". Letztes Jahr im August kosteten drei riesengroße längliche Wassermelonen von der Ladefläche 5 €.
An der Nationalstrasse bei Panormo - östlich von Rethymno - gab es zahlreiche Verkaufsstände, die verschiedene Melonensorten günstig im Angebot hatten. Letztes Jahr war nur noch ein Stand geöffnet und dieses Jahr sieht man nur noch Holztrümmer und Ruinen. (Ich kenne nicht den Grund dafür. Entweder es lohnt sich nicht mehr oder sie sind auf Grund neuer Gesetze geschlossen) 

Auf jedem Hotelbüffet dürfen Wassermelonen nicht fehlen - als dekoratives Schnitzwerk oder als Dessert - und in den Tavernen werden sie als (kostenlose) Nachspeise gereicht. Ich mag auch sehr gerne gegrillte Wassermelone. Dafür muss die Melone mit Schale in 2 cm dicke Scheiben geschnitten werden, die geviertelt werden. Kretischen Honig mit etwas Wasser verdünnen und die Melone damit bestreichen. Von jeder Seite eine Minute auf den Grill legen.

Die Wassermelone (Citrullus lanatus) ist genau wie Gurken und Zucchini ein Kürbisgewächs (Cucurbitaceae) und stammt vermutlich aus Afrika, höchstwahrscheinlich aus Ägypten. Meist ist die Wassermelone innen rot gefärbt. Manchmal sind bei uns auch Sorten mit gelbem Fruchtfleisch erhältlich. Heutzutage wird die Wassermelone möglichst Kernarm oder sogar Kernlos gezüchtet.

Da die Wassermelone nach der Ernte nicht mehr nachreift, sollte sie beim Kauf möglichst ausgereift sein. Auf Kreta erhält man sie von Juni bis September voll reif direkt vom Feld. Fachleute klopfen auf die Wassermelone und erkennen an ihrer Vibration, wie reif sie ist. Reife Früchte haben einen dumpfen, vollen Ton. Eine unreife Wassermelone klingt dagegen eher hohl und leise. Der Ton entsteht durch den hohen Wassergehalt. Je höher dieser ist, desto dumpfer der Klang und desto reifer die Frucht.
Wassermelonen sind sehr gesund und löschen gut den Durst. Gut gekühlt ist dieses Gefühl sogar noch stärker. Kein Wunder, denn das Fruchtfleisch besteht zu 95% aus Wasser. Sie hat weniger als 40 kcal pro 100 Gramm und ist damit ein leichter und gesunder Snack. Sie füllt den Magen und eignet sie sich dadurch hervorragend zum Abnehmen. Neben Wasser enthält sie Vitamin A und C, sowie Kalium, Magnesium und Beta-Carotin. Die rote Farbe der Wassermelone entsteht durch den natürlichen Farbstoff Lycopin. Dieser sogenannte "sekundäre Pflanzenstoff" wirkt antioxidativ, dass bedeutet er stärkt das Immunsystem, unterstützt die Körpereigenen Abwehrkräfte und soll sogar den Alterungsprozess verlangsamen.

Neuste Forschungen haben ergeben, dass Wassermelonen auch ein Aphrodisiakum sind. Die Wissenschaftler haben herausgefunden, dass sie sehr viel Citrullin enthalten. Dieser Inhaltsstoff bewirkt, dass der Eiweißbaustein Arginin im Körper vermehrt aufgebaut wird. Arginin erhöht im Körper den Gehalt an Stickstoffmonoxid, dass die Blutgefäße entspannt und die gleiche Wirkung wie "Viagra" hat.

Dafür muss man jedoch eine erhebliche Menge Wassermelone verspeisen. Ich denke diese Wirkung wird etwas überbewertet! Da die Wassermelone gleichzeitig diuretisch wirkt, ist man beim Verzehr großer Mengen vielleicht zu oft auf der Toilette ;-)



Und in diesem Forum könnt ihr noch etwas über die schwierige Berechnung des Wassergehaltes bei Wassermelonen erfahren!

Sonntag, 20. Mai 2012

Kapern - hübsch und lecker

Im  Moment blühen hier die Kapern und mir gefallen die Blüten sehr. Es gibt auf Kreta zwei verschiedene Gruppen der Kaperngewächse (Capparidaceae), die ich nur schwer an der Form der Blätter unterscheiden kann. Die Blätter der in Strandnähe wachsenden Kapern sind länglich-oval, die an Straßenrändern und Feldern wachsen sind rund-oval (Capparis rupestis und Capparis spinosa). Die Zweige der Kapernpflanze können bis zu vier Meter lang werden und kriechen am Boden entlang. Sie wachsen sehr schnell und haben kleine Stacheln. Die wunderhübschen weißen Blüten mit den violetten Staubfäden blühen nur einige Stunden lang. Aus diesem Grund wird die Kaper im Alten Testament als Sinnbild für die Vergänglichkeit der Welt verwendet.

Die Kaper galt in der Antike auch als Aphrodisiakum, dass den erotischen Appetit reizen und steigern konnte. Schutzgöttin der Kaper war Astarte, die Liebesgöttin, die später auf Zypern Aphrodite genannt wurde. Einige hundert Jahre später galt die Kaper in Griechenland und Rom dann als Speise der Armen und die reicheren Bürger  und die Aristokratie waren zu vornehm, Kapern zu verwenden. Wenn man sich heute die Preise für Kapern ansieht, hat sich dies  inzwischen geändert. ;-)
Ihren typischen würzig pikanten Geschmack bekommen die Kapern durch die Sekundären Pflanzenstoffe Caprinsäure und Senfölglycoside, die erst durch das Einlegen entstehen. Sie  wirken appetitanregend, verdauungsfördernd sowie Magen- und Darmstärkend. In der Volksmedizin werden sie auch gegen Husten und äußerlich gegen Augeninfektionen angewendet.   

Je kleiner Kapern sind, desto aromatischer schmecken sie und um so teurer sind sie auch. Eingelegte Kapern werden als Gewürz den Speisen zugefügt. Man sollte sie erst kurz vor Ende der Garzeit hinzufügen, da sich ihr Geschmack durch längeres Erhitzen verändert.

Von den Kapern kann man sowohl die Knospen, die Blätter wie auch die Früchte essen. Erntezeit ist von Mai bis Anfang August; am besten morgens früh, bevor die Sonne die Pflanzen bescheint. Hier werden sie zur Haltbarmachung in Essiglake oder in Olivenöl eingelegt und zum Würzen benutzt. (In Italien werden sie auch in Salz eingelegt.) Ich habe sie bisher nur in Essig eingelegt. Es wird empfohlen, die Kapern erst etwas trocken zu lassen, bevor man sie weiterverarbeitet, damit die Bitterstoffe weniger werden. Die Kapern, die ich ernte sind jedoch so wenig bitter, dass ich sie gleich weiter verarbeiten kann.


Dafür hier das Rezept:
Einlegen von Kapern
Zutaten: 250 g Kapern, 150 ml Essig, 150 ml Wasser, 1 Teel. Salz,
2 Pfefferkörner, evtl. 4 Eßl. Olivenöl

Zubereitung: Die Kapern in Wasser legen und gut waschen. Dann das Wasser abgießen und nochmals in Wasser einlegen und durchspülen. Das Wasser weggeben und die Kapern ein drittes Mal waschen. Danach Wasser mit einem Eßl. Salz vermischen und die Kapern darin ungefähr 10 Minuten liegen lassen. Wasser abgießen und die Kapern auf ein Küchenhandtuch geben und abtrocknen lassen. Wasser mit Essig, Salz und Pfefferkörnern in einen kleinen Kochtopf geben und ganz kurz aufkochen. Die Kapern hinzufügen und alles in ein möglichst passendes Twist-Off Glas füllen. Wenn das Glas nicht ganz voll ist Olivenöl vorsichtig auf die Oberfläche gießen bis die Kapern ca. 1/2 cm bedeckt sind. An einem kühlen dunklen Ort (z.B. Kühlschrank) lagern. Vor dem Weiterverwenden 10 Tage durchziehen lassen.

Wenn ihr die Früchte einlegen wollt, geht das nach dem selben Rezept, ihr müßt die Früchte nur zuerst so lange kochen bis sie weich sind (ca. 20 Min.).





Und ihr werdet es nicht raten, für welches Gericht ich die ersten selbsteingelegten Kapern genutzt habe ?!...


Für Königsberger Klopse !!!  ;-)

Dienstag, 14. Februar 2012

Aphrodisiaka



Da heute Valentinstag ist, dachte ich, es wäre ja interessant mal etwas über aphrodisierende Lebensmittel zu posten. Auf Kreta wachsen besonders viele von den Gemüsen und Obstsorten, denen eine Lust steigernde Wirkung nachgesagt wird ;-)

Außerdem gilt auch kaltgepresstes Olivenöl, das man ungekocht genießt, hier auf Kreta als Aphrodisiakum. Ein Sprichwort behauptet:
"Iss Butter und schlaf wie ein Schaf, iss Öl und komm am Abend"
Quelle: Nikos & Maria Psilakis "Die Kultur der Olive - Olivenöl" 

Allgemein bekannt sind Austern, Kaviar, Granatapfel, Erdbeeren, Trüffel, Chilischoten, Kakao, Feigen, Avocado, Spargel, Sellerie, Diktamus, Zimt, Vanille, Safran, Ingwer, Koriander, Thymian, Basilikum, Muskat Beispiele für Lebensmittel, denen eine Lustfördernde Wirkung nachgesagt werden.
Aphrodisiaka haben eine lange Geschichte. Die Wirkung der Lebensmittel wurde nach Aphrodite, der griechischen Göttin der Liebe, benannt. In jedem Zeitalter, in jedem Land gab es Geheimtipps für Lebensmittel, die das Verlangen des Partners steigern sollten. Heute werden Aphrodisiaka nicht nur bei Nachlassen der Libido empfohlen, sondern auch beim Burnout-Syndrom, bei Dysstress, Depression, Migräne oder Tinnitus.

Aber wie kommt ein Lebensmittel in den Ruf, die Liebe zu fördern? Bei vielen ist es das Aussehen. Zum Beispiel sieht Spargel einem Phallus ähnlich oder Feigen dem weibliche Gegenstück. Auch die Avocado erinnert mit ein wenig Fantasie an einen männlichen Teil der Anatomie. In all diesen Fällen ist es reine Einbildung, die eine Wirkung hervorrufen kann.

Andere Mittel enthalten tatsächlich wirksame Inhaltsstoffe, so enthalten Sellerie und Trüffel einen Hormonbestandteil, das Androstenol, das auch im Männerschweiß vorkommt. Kakao und Avocados heben die Stimmung durch den Inhaltsstoff Seretonin. Scharfe Gewürze wie etwa Chili, Zimt und Ingwer regen die Durchblutung an. Vanille und Zimt wirken aphrodisierend durch ätherische Öle deren Düfte unmittelbar auf unsere Emotionen wirken. Auch der Granatapfel ist nicht nur ein Symbol der Fruchtbarkeit. Seine Inhaltsstoffe tragen tatsächlich zum besseren Lustempfinden bei.

Oft sind es auch exotische, teure Lebensmittel, denen eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt wird. So galten im 16. Jahrhundert sogar Kartoffeln und Tomaten als lustfördernd. Denn diese Früchte waren damals ebenso teuer und luxuriös wie heute Kaviar und Hummer.

Die Ureinwohner Mexikos brauten aus Vanilleschoten und Kakaobohnen ein erotisierendes Getränk. Casanova bediente sich neben Austern, ebenfalls der belebenden Wirkung der Kakaobohne.

Hier auf Kreta gilt ebenfalls seit alters her Diktamus als Aphrodisiakum. Das auch "Lippe der Aphrodite" oder "Erodas" genannte Heilkraut wuchs früher nur an schwer erreichbaren Stellen an Felshängen und junge Männer riskierten ihr Leben um ihrer Angebeteten ein Sträußchen überreichen zu können.










Wichtiger als die einzelnen Lebensmittel ist jedoch die Atmosphäre in der das Essen verzehrt wird. Dabei sollten alle fünf Sinne aktiviert werden. Ein romantisches Candle Light Dinner mit leiser Musik und gegenseitigem Füttern von lecker duftenden Häppchen und einem tiefen Blick in die Augen wirkt 1000-fach mehr als bei Neonlicht ein Duzend Austern mit Diktamustee herunterzuspülen.