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Samstag, 18. Mai 2013

Ladenia - Die griechische Alternative zu Pizza

Es wird gesagt, dass Ladenia die griechische Version der italienischen Pizza ist und da bis ins 16. Jahrhundert die Venezianer Teile von Griechenland regierten, kann es durchaus sein, dass die griechische Ladenia der Vorgänger der italienischen Pizza ist. Das Rezept soll ursprünglich von der kleinen Kykladeninsel Kimolos stammen, welche zwischen Kreta und dem griechischen Festland liegt.

Belegt wird dieses Fladenbrot traditionell mit frischen Tomaten und Zwiebeln und wird mit Oregano gewürzt. Sowohl in den Teig wie auch obendrauf kommt Olivenöl. Daher hat sie auch ihren Namen, denn "Ladi" bedeutet "Öl" und das ist hier auf Kreta gleichzusetzen mit Olivenöl (Nativ Extra bzw. Extra Virgin)

Da recht viel des guten Öls verwendt wird, welches während des Backens ausläuft, sollte Ladenia in einer Form mit ca. 4 cm hohem Rand gebacken werden.
Mich erinnert dieser belegte Hefefladen auch etwas an die amerikanische Pan-Pizza (nur ohne Käse ;-))

Ladenia schmeckt  heiß serviert wunderbar frisch und der Teig knusprig mürbe und kalt (am nächsten Tag) dann super saftig. Durch das Öl im Teig sättigt das Tomaten-Zwiebel Fladenbrot schnell, sodass eine für 4 Personen reichen kann.

Ladenia
Zutaten: für eine runde Backform mit einem Durchmesser von ca. 30 cm.
Teig:
300 g Mehl, 1 Päckchen Trockenhefe, 120 - 150 ml lauwarmes Wasser, 50 ml Olivenöl, 1/2 Teel. Salz, 1/2 Teel. Zucker (Ich benutze Trockenhefe, da es für mich hier schwierig ist frische Hefe zu bekommen.)

Belag: 3 Fleischtomaten, 1 große Zwiebel, 30 ml Olivenöl, 1 Teel. getrockneten oder 1 Eßl. gehackten frischen Oregano, etwas Salz und Pfeffer

Zubereitung: 
Teig: Alle Zutaten zu einem weichen nicht klebigen Teig verkneten. Zuerst etwas weniger Wasser hinzufügen und dann nach Bedarf mehr. Den Teig dann zugedeckt an einem warmen Ort ca. 45-60 Minuten aufgehen lassen. Anschließend die Backform damit auslegen.
Für den Belag die Tomaten in kleine Würfel schneiden. Ich habe 2 Tomaten in Scheiben geschnitten, da es netter aussieht auf Pizza. Die Zwiebel in dünne Scheiben schneiden. Den Oregano und das Öl dazugeben und vermischen.
Die Tomaten auf dem Teig gut verteilen, mit Pfeffer und Salz bestreuen und die geölten Zwiebelringe gleichmäßig darüber geben.

Bei 200 Grad im Backofen etwas unterhalb der Mitte ca. 40 - 50 Minuten backen. Bis der Rand knusprig ist und die Zwiebeln leicht braun.

Wie ihr auf dem Bild sehen könnt, backt mein Backofen nicht gleichmäßig.     ;-)

Ladenia schmeckt auch gut mit zusätzlich in Scheiben geschnittener Paprika, zerkümmeltem Feta, kleingeschnittenen Pilzen oder Oliven!


Kali Orexi - Guten Appetit!

Samstag, 16. März 2013

Lagana und Taramosalata zum "Sauberen Montag"

Nächsten Montag ist der „Kathara Deftera", der "Saubere Montag", dieser Tag entspricht dem Aschermittwoch und ist der erste Tag der Fastenzeit. An diesem Tag stehen wahrscheinlich in jedem kretischen Haushalt Lagana und Taramosalata auf dem Tisch!

Das Fladenbrot Lagana erinnert mich sehr stark an türkisches Pide. Hier kommt es nur  an einem Tag auf den Tisch und wird zumeist gekauft und nicht selbst gebacken. Es besteht aus Mehl, Hefe, Wasser und Olivenöl und wird mit weißem und schwarzen Sesam (bzw. Sesam und Schwarzkümmel) bestreut. Eine Bekannte würzt das Brot mit Trahini (Sesampaste) und Mastix. Das habe ich noch nicht ausprobiert und auch die Bäcker hier machen es nicht.
Angeblich bringt es Unglück, wenn man das Fladenbrot schneidet; also besser nur zerreißen. ;-)

Taramosalata ist ein Salat aus gesalzenem Fischrogen und Kartoffeln oder Weißbrot. Für mich ist es jedoch, genau wie Tzatziki eher ein Dip oder eine Creme. Feiner schmeckt Taramas mit dem teureren weißen Rogen (kg 10,44 €). Der Rote kostet die Hälfte (kg 5,33 €). Der Rogen stammt vom Karpfen, vom Kabeljau oder auch Meeräsche, Forelle oder Lachs.

Je nachdem welchen Rogen man wählt variiert natürlich die Farbe dieser Creme auch auch zwischen weiß und beige. Bei den fertigen Salaten aus dem Supermarkt wird häufig Lebensmittelfarbe oder Rote Bete Saft zugesetzt, damit er rosa aussieht. Man kann den Dip auch ohne Kartoffeln und Brot machen, dann wird er wie eine Mayonnaise hergestellt aus Olivenöl, Rogen, Zitronensaft und geriebene Zwiebel.

Hier auf Kreta jedoch wird er überall "verdünnt" (und Fettärmer) gegessen. Mir schmeckt der Dip am besten mit dem weißen Kaviar und Kartoffeln.

Die Kombination des Fladenbrotes mit dem Fischrogensalat schmeckt sehr lecker!

Was sonst noch auf den Tisch kommt und welche weiteren Traditionen es zum Sauberen Montag gibt seht ihr hier.

Und hier nun die Rezepte:

Lagana
Zutaten: 500 g Mehl (am besten Type 550, ich habe es aber auch schon mit 405 und 1050 gemacht),
1 Pack. frische Hefe (oder Trockenhefe), 350 ml Wasser, 1 gestr. Teel. Salz, 2 Eßl. Olivenöl, 1 Teel. Zucker, Sesam zum Bestreuen
Zubereitung: Hefe in dem lauwarmen Wasser auflösen und mit dem Zucker und 100 g Mehl vermischen. Ungefähr 10 Minuten ruhen lassen. Dann mit dem restlichen Mehl, dem Öl und dem Salz vermengen und zu einem elastischen Teig verkneten. 45 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen. Den Teig nochmals durchkneten und in zwei Stücke teilen. Zwei längliche Fladenbrote formen. Die Oberfläche mit Wasser anfeuchten und mit Sesam bestreuen. Nochmals ca. 45 Minuten gehen lassen. Bei 200 Grad ca. 20-30 Minuten backen.

roter und "weißer" Fischrogen
Ich mache die Brote oft abends. Wenn sie fertig geformt sind stelle ich sie mit einem Geschirrtuch abgedeckt über Nacht in den Kühlschrank. Am nächsten Morgen dann einfach in den Backofen schieben. Mir gefällt die "Porung" des Teiges dann besser.

Taramosalata
Zutaten: 125 g Fischrogen, 200 ml Olivenöl, 4 mittelgroße gekochte Kartoffeln oder 4 Scheiben Weißbrot ohne Rinde, 4 Eßl. Zitronensaft, 1 Zwiebel
Zubereitung:
Den Fischrogen zusammen mit den Kartoffeln (oder dem Brot) in einer Küchenmaschine oder Mixer vermischen. Dann nach und nach das Olivenöl, den Zitronensaft und die geriebene Zwiebel dazugeben. (Evtl. Petersilie dazugeben.) Mit Oliven oder Petersilie dekorieren.

Taramosalata mit hellen (links) und roten (rechts) Fischrogen.


Kali Orexi - Guten Appetit!

Kali Sarakosti - Eine gute Fastenzeit!


Dienstag, 27. März 2012

Pita ist nicht gleich Pita

In meinem Griechischlexikon wird Pita (πίτα) mit Fladen und Fladenbrot übersetzt.
Aber ich habe hier schnell gemerkt, dass sich hinter einer Pita noch sehr viel Anderes verstecken kann. Bei einer Umfrage was Pita ist, kann man also alles hören von "Fladenbrot, das mit Giros gefüllt ist", über "Käsetasche" bis zu "Spinatkuchen".

Hier einige Bilder zu den unterschiedlichen "Pitas"
Hefeteigpita 


Fladenbrotpita


Lagana

Zyprische Pita

Blätterteigpita


Filoteigpita 


Pitatasche


Gefüllte Pita 



Hefeteigpita: Dies ist die Pita, die man unter dem Namen am häufigsten meint. Sie wird aus einem einfachen Hefeteig hergestellt und im sehr heißen Öfen schnell gebacken. Sie bläht sich während des Backens auf und es entsteht in der Mitte ein flacher Hohlraum. Man benutzt sie als einfache Beilage zu vielen Speisen. Sie kann frisch aus dem Ofen oder kalt  gegessen werden. Sie läßt sich gut einfrieren. Auf Kreta kann man sie in der Bäckerei oder im Supermarkt kaufen und sie kurz im Backofen oder auf dem Grill erhitzen.

Fladenbrot Pita: Diese Pita ist flach wie ein Fladen und der Teig wird ohne Hefe zubereitet. Diese Pita wird ebenfalls als Beilage zu vielen Speisen gereicht. Sie läßt sich gut einfrieren und gut auf dem Grill kurz erhitzen.
Eine beliebte Spezialität ist die Tiropita Sfakjana, die dünn mit Käse (Mizithra) gefüllt wird und mit Honig übergossen wird.


Gefüllte Teigtasche: Diese Pitas sind zumeist Handtellergroße Gebäckstücke, die eine herzhafte oder süße Füllung haben. Man kann sie leicht selbst herstellen und es gibt sie in jeder Bäckerei zu kaufen. Sie eignen sich hervorragend zum Picknick, als Zwischenmahlzeit, für die Schule und als Mittagessen am Arbeitsplatz. Sie werden aus allen verschiedenen Teigsorten hergestellt, mehr und mehr leider nur noch aus Blätterteig. Die Füllungen sind zum Beispiel Fetakäse, Spinat, Chorta, Würstchen, Tomaten mit Oliven oder auch mit Nüssen und Honig.

Zyprische Pita: Diese Pita wird ebenfalls aus einem Hefeteig hergestellt. Sie hat jedoch eine längliche ovale Form und ist nicht so elastisch wie die runde Pita und bröselt schneller auseinander. Man schneidet sie quer in der Mitte durch und füllt die beiden Teile.

Lagana: Auf Kreta heißt dieses Brot Lagana und wird traditionell am "Sauberen Montag" dem griechischen Aschermittwoch gegessen. In Deutschland wird dieses Fladenbrot ebenfalls Pita genannt. In vielen Schnellimbissen wird Pita Giros mit diesem Brot serviert. Es wird aus Hefeteig hergestellt und mit Sesam betreut.

Blätterteigpita: In den letzten Jahren hat der Blätterteig immer mehr die anderen Teigarten für Pitataschen abgelöst. In Bäckereien und im Schnellimbiß erhält man zumeist gefüllte Pitataschen aus Blätterteig. Er ist günstig und einfach zu verarbeiten. Gefüllt werden die Blätterteigteilchen mit Würstchen, Schinken und Käse oder auch traditionell mit Spinat und Käse.


Filoteigpita: Filo- oder auch Fylloteig ist ein hauchdünn ausgerollter Teig, der nach dem Backen sehr knusprig ist. Er ist dünner als Strudelteig und schmeckt sowohl mit süßen wie auch mit herzhaften Füllungen. Die bekannte Spinatpita (Spanakopita) wird zumeist mit diesem Teig hergestellt. Es gibt diese Pita als großen Kuchen und auch als kleine gefüllte Teigtaschen. Filoteig eignet sich auch gut zum Frittieren und es gibt hier häufig kleine frittierte Pitataschen, gefüllt mit Käse und/oder Spinat zu kleine Dreiecken, Halbkreisen oder Kreisen geformt. Sie sind ein beliebtes Mitbringsel zu Feiern und Festen.

Gefüllte Pita: Hierbei handelt es sich um eine Hefeteigpita, eine längliche Pita oder eine Fladenbrotpita, die nach dem Backen belegt oder mit Belag bestrichen wird und anschließend zum Verzehr aufgerollt wird. Die bekannteste ist Pita Giros: der Fladen wird mit Giros belegt und nach Geschmack mit Pommes Frites, Tomaten, Salat, Zwiebel, Sauce, z.B. Tzatziki etc. Zum Essen aus der Hand wird sie aufgerollt und in ein Papier gewickelt!

Und hier noch zwei Teigrezepte: 


Pitateig ohne Hefe
Zutaten: 250 g Mehl, 1 Prise Salz, 150 ml Wasser, 4 Eßl. Ölivenöl
Zubereitung: Mehl mit Salz, Wasser und Öl gut verkneten und ca. 2 Stunden bei Zimmertemperatur ruhen lassen. Den Teig in acht gleichgroße Stücke teilen und diese dünn ausrollen. Eine passend große Pfanne ohne Öl erhitzen und die Fladen darin von jeder Seite ca. Minuten backen. Sie bähen sich dabei auf. Es geht auch im Backofen bei 200 Grad ca. 15 Minuten; dann blähen sie sich jedoch nicht so schön auf.

Pitateig mit Hefe
Zutaten: 1 kg Mehl, 20 g Hefe, ungefähr 450 ml lauwarmes Wasser, 3 EL Olivenöl, 1 Teel. Salz
Zubereitung: Mehl, Salz, Hefe, Wasser und Olivenöl in eine Knetmaschine geben, fest durchmischen, bis eine Teigkugel entsteht. Etwa 30 Minuten lang bei Zimmertemperatur aufgehen lassen. Teig noch einmal gut durchkneten und in Stücke gleicher Größe teilen. Diese zu kleinen (Kuchentellergroß) Fladen formen, auf das gefettete Blech legen und bei 220 °C 12 Minuten lang backen.

Und zum Schluß noch:
Im Amerikanischen ist PITA die Abkürzung für pain in the ass (Schmerz im Arsch)  ;-)

Donnerstag, 16. Februar 2012

Pita Brot


Pita ist ein weiches Fladenbrot, das im Mittelmeerraum, im Nahen Osten und in den Balkanländern als Beilage zu vielen Speisen gereicht wird. In fast allen Ländern heißt es auch Pita (πίτα), wie hier in Griechenland, es wird nur etwas unterschiedlich geschrieben (Pitta, Pide, Pittah).

Pita wird zumeist aus einem einfachen Hefeteig hergestellt und traditionell ohne Form in einem Steinbackofen bei hoher Temperatur gebacken - heutzutage jedoch auch in Großbäckereien mit Spezialöfen. Es unterscheidet sich je nach Land oder Region etwas in der Zubereitung und den Zutaten und dadurch auch in der Dicke, Größe und Struktur.

Von 5 cm dick und einem Durchmesser von 30 cm und mit Sesam bestreut bis hin zu 0,5 cm dünn und 10 cm länglich oval sind alle Formen zu finden. Grundzutaten sind neben Wasser und Mehl häufig auch Hefe und Öl. Viele der Pitavarianten blähen sich während des Backens auf und es entsteht ein Hohlraum. Nach dem Backen läßt sich diese Pita dann öffnen und kann gefüllt werden.

Oft wird das Fladenbrot schon vor dem Backen gefüllt zum Beispiel die Spinatpita (Spanakipita) und Käsepita (Tiropita).

Heute gab es in dem kleinen Supermarkt, in dem wir oft einkaufen 10 einfache Pitabrote im Angebot für 1,20 €. Sie waren super frisch und noch warm. Da konnte ich nicht widerstehen und hab eine Packung gekauft.

Normalerweise benutzen wir Pita im Sommer zum Grillen. Es wird einfach kurz mit auf den Grill gelegt und fertig ist die leckere Beilage zu Suflaki, Kotelett und Frikadelle oder einfach zu Tzatziki.


Eine ganz bekannte griechische Fast-Food Speise ist Giros-Pita. Dafür wird Giros, Pommes Frites, Tzatziki, Zwiebeln und Salat in ein Pitabrot eingewickelt, sodass man es schnell "aus der Hand" essen kann.  Unser Lieblings-Schnellimbiss hier in der Nähe heißt "Skypark" und liefert auch kostenlos ohne eine Mindestsumme. Ein Girospita kostet dort im Moment 2,50 €.


Mit den vielen Pitabroten nun im Hause (und ohne Giros) habe ich ein paar Experiment gemacht:


1. Pita mit einer kretischen Kräutermischung bestreuen und in etwas Olivenöl in der Pfanne anbraten. Einfach und lecker!





2. Fetakäse und Kräuter auf die Pita streuen und 5 Minuten im Backofen bei 200 Grad erhitzen - auch super lecker!





3. Pita Pizza: Pitabrot mit Tomatensoße bestreichen, Gewürze, Käse, Salami und Peperoni darauf verteilen und ebenfalls 5 Minuten in den Backofen bei 200 Grad. - Hat auch sehr gut geschmeckt! - Fast wie richtige Pizza.





Und da das Pitabrot ja recht neutral schmeckt, habe ich noch eine süße Variante ausprobiert:
4. Pita mit einer Mischung aus Fetakäse, Joghurt, Honig und Zimt bestreichen und ein paar Minzblätter darüber zupfen.

Das sieht zwar nicht so lecker aus, schmeckte aber auch gut.



Pitabrot läßt sich auch sehr gut einfrieren. Die Restlichen werde ich also wahrscheinlich in das Gefrierfach stecken, bis ich weitere Ideen habe oder wir wieder Grillen. ;-)