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Sonntag, 30. Dezember 2012

Griechische Lebensmittelpreise Ende 2012

Hier könnt ihr ein kurzes Video sehen, von Bildern, die ich auf dem Zentralmarkt in Athen gemacht habe. Es ist zwar nicht Kreta, aber die Preise, die hier auf dem Markt gelten, sind ausschlaggebend für ganz Griechenland und auch für Kreta.

Weil es sehr stark geregnet hat, als ich dort war, habe ich von den Obst- und Gemüseständen, die draußen liegen, weniger Bilder. ;-)

Film auf youtube ansehen


Fleisch und Fisch wird in Hallen gehandelt. Hier könnt ihr 2 kurze Videos sehen, die keine hohe Qualität haben, aber euch bestimmt einen Eindruck geben, von der Atmosphäre und dem Lärm.

Fischhalle







Fleischhalle












Und wenn ihr immer noch etwas ansehen mögt, findet ihr auf der Facebookseite "Leckeres Kreta" noch einzelne Bilder.

Viel Spaß!




Sonntag, 11. November 2012

Kretisches Kebab = Hackfleisch am Spieß

In Deutschland wird Kebab auch als Kurzform für Döner Kebab benutzt und man versteht darunter eine Pitatasche gefüllt mit Dönerfleisch, verschiedenen Soßen, Zwiebeln, Tomate und Salat.
Hier auf Kreta ist Kebab eine länglichen Frikadelle auf einem Spieß! 
Also sozusagen Souflaki aus Hackfleisch  ;-)

Wir haben nach mehreren Versuchen jetzt einen Schnellimbiss gefunden, bei dem uns das Kebab sehr gut schmeckt und essen es zumeist dort oder lassen es uns liefern. In Fleischereien hier kann man es auch bereits Grillfertig kaufen - jedoch für mich zumeist zu wenig gewürzt. Da die Saison nun zu Ende ist und ich nun Zeit habe und mache ich es selbst.

Kebab ist ein typisches Grillgericht, kann aber auch gut, jetzt im Winter, im Backofen gebraten werden. Wichtig ist es dabei, dass die Hackfleischmasse saftig und weich ist und dabei so kompakt, dass sie nicht vom Spieß fällt bzw. der Spieß in der Mitte des Fleisches bleibt. Dazu ist es wichtig, dass alle Bestandteile sehr fein geschnitten sind. Ich stecke alle Zutaten deshalb nach dem Zerkleinern und vermischen nochmals in den Zerhacker.

Kebab sollte auf alle Fälle vor dem Grillen eine Stunde im Kühlschrank durchziehen und darf nicht zu schnell und mit hoher Hitze gegrillt werden.

Außerdem darf das Hackfleisch nicht zu wenig Fett enthalten, da es sonst zu trocken wird. Ich habe die besten Erfahrungen mit gemischtem Hackfleisch (Rind/Schwein) gemacht. Hier auf Kreta erhält man Kebab  natürlich auch oft aus Lammfleisch. Mit reinem Rindfleisch oder Geflügelfleisch wird es für meinen Geschmack zu trocken.

Wie immer ist natürlich auch die Gewürzmischung wichtig: Oregano und Kreuzkümmel gehört auf alle Fälle hinein. Petersilie und Minze werden als frische Kräuter hinzugefügt.

Eier werden hier zumeist nicht zur Hackfleischmasse hin zugegeben. Allerdings habe ich auch einige Rezepte mit einem Ei gehört. Ich mache es ohne Ei.

Kretisches Kebab

Zutaten: 500 g gemischtes Hackfleisch (Schwein/Rind), 50 g altbackenes Brot oder Brötchen, 2 fein gehackte Zwiebeln, 2 gehackte Knoblauchzehen, 1 Teel. gehackte Minze, 2 Eßl. gehackte glatte Petersilie, 1 gestrichener Teel. getrockneten Oregano, 1 Messerspitze Cumin (Kreuzkümmel), evtl. eine halbe  frische Chilischote, ca. 12 Holzspieße

Zubereitung: Die Holzspieße in Wasser legen, damit sie einweichen. Das Hackfleisch in eine Schüssel geben. Das Brot in Wasser einweichen und wenn es ganz durchgeweicht ist, ausdrücken und zum Hackfleisch geben. Die restlichen Zutaten hinzufügen. Die Masse nochmals zerkleinern, evtl mit einem Fleischwolf oder einem elekrischen Küchenzerhacker (Mulinette).
Ungefähr 10-15 cm lange ovale Frikadellen kneten und sie um die Holzspieße formen. Auf einen Teller legen, abdecken und ca. 1 Std. in den Kühlschrank stellen. Auf dem Grill oder im Backofen ungefähr 10 Minuten grillen.
Dazu schmeckt sehr gut Tzatziki, Fladenbrot und ein Salat.       

Kali Orexi! - Guten Appetit!



Donnerstag, 16. August 2012

Rauchig, Sauer und Würzig - Apaki - Kretisches Sauerfleisch

Als ich vor 3 Jahren einmal in einer größeren Gruppe in einer Taverne war, bestellten wir zusammen verschiedenen Mezes. Da niemand aus der Runde wußte was Apaki war, beäugten wir den ankommenden Teller skeptisch. Vier kleine Stücke scheinbar zu lange gekochtes trockenes Fleisch lagen einsam auf einem großen weißen Teller. Vorsichtig probierten wir...und die Meinungen gingen sofort auseinander. Einigen schmeckte es überhaupt nicht. Mir schmeckte es wunderbar. Es war wider Erwarten nicht trocken, sondern zart, leicht sauer und hatte ein würziges Raucharoma.

Schweinefleisch war Jahrhunderte lang eine günstige Fleischquelle für die ärmere Bevölkerung in Griechenland bzw. im Byzantinischen Reich. Und magere Schweinefleischstücke zu konservieren hat eine ebenso lange Tradition.
Zum Beispiel gibt es aus dem 12. Jahrhundert Dokumente, in denen geräuchertes, getrocknetes Schweinefleisch erwähnt wird. In einem Schriftwechsel bedankt sich ein Gelehrter aus Konstantinopel bei seinem Freund, der auf dem Land wohnt, für die Zusendung einiger Fleischstücke und ein anderer Mann vergleicht in einer Satire das Aussehen seines Vaters mit der Spezialität.

Zur Konservierung des Fleisches wurde schon seit dem Altertum das Trocknen in der Sonne, das Salzen und Räuchern genutzt. Häufig wurden die einzelnen Konservierungsmethoden kombiniert um eine noch bessere Haltbarkeit zu erreichen. Das Fleisch wird durch diese Methoden jedoch relativ hart. Typisch für Kreta ist das zusätzliche Säuern mit Essig wodurch die Fleischfaser lockerer wird und das Fleisch zarter. 

Ich esse Apaki (Aphai: ohne Fett) am liebsten in der Taverne. Man kann es auch im Supermarkt kaufen, aber diese Fleischstücke sind mir zumeist zu trocken. Wenn ihr es zum Mitnehmen kaufen wollt, sucht euch lieber eine Packung mit kleineren Stücke aus, die sind besser durchgezogen.

Die Herstellung dieser kretischen Spezialität unterscheidet sich je nach Region in der Beizzeit, den verwendeten Kräutern und der Räucherzeit.
Grundsätzlich werden für die Produktion magere Fleischstücke vom Schwein - z.B. das Filet- in kleinere Stücke geschnitten und in eine Essig-Salz-Lake für mindestens 48 Stunden eingelegt. In diese Lake kommen zusätzlich aromatische kretische Kräuter wie Salbei, Thymian, Oregano und/oder Majoran. Anschließend wird das Fleisch abgetrocknet und mindestens 10 Stunden geräuchert. Dafür wird zumeist Olivenholz verwendet, das zusätzlich mit Kräutern aromatisiert wird. Nach dem Räuchern wird das Fleisch zum Lagern in eine dicke Schicht Kräuter eingewickelt. - Das Räuchern jedoch nicht zwingend um die Spezialität Apaki zu nennen; es gibt hier auch ungeräuchertes Sauerfleisch unter diesem Namen zu kaufen. ;-)

Apaki wird in kleinen Portionen als Meze (zum Raki) gereicht oder als Salatzutat verwendet zum Beispiel mit Rucola, Tomaten und etwas Gravierakäse. (Rezept findet ihr bei Radio Kreta).
Es wird häufig nochmals aufgekocht zum Beispiel in Rotwein oder Orangensaft. Apaki wird zu verschiedenen Chortasorten gegessen oder in kleinen Mengen mit ins Omeletts geschnitten. Es schmeckt hervorragend zu Hülsenfrüchten zum Beispiel in Linseneintopf oder zu dicken Bohnen.
Klein geschnitten und mit etwas Olivenöl ist es auch als Nudel oder Reis Beilage lecker.


Kali Orexi - Guten Appetit!