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Samstag, 20. Oktober 2012

Auberginen Salat - Dip, Brotaufstrich oder doch ein Salat

"Melitzanosalata" ist hier auf Kreta eine beliebte und oft servierte Vorspeise (Meze, Mezedes) und wird als Salat mit kretischem Graubrot zum Beispiel auch zum Raki gereicht. Ich mag dieses Auberginenpüree am liebsten auf Knäckebrot!  Irgendwie kommt doch das Norddeutsche bei mir immer noch durch ;-)

Für mich ist diese, von den Griechen als Salat bezeichnete, Vorspeise jedenfalls ein Dip, Püree oder Brotaufstrich, aber kein Salat!

In den Tavernen gibt es diese Vorspeise fast immer mit Mayonnaise und auch der Supermarkt - Melitsanosalata enthält Mayonnaise. Das Originalrezept besteht jedoch nur aus Aubergine, Knoblauch, Olivenöl, Zitrone, Salz und Kreuzkümmel.

Wie bei fast allen griechischen, kretischen Rezepten gibt es zahlreiche weitere Zutaten und jede Familie hat ihr Spezialrezept. Häufig kommt noch Joghurt hinzu um den Dip glatter zu machen. Mit gehackten Walnüsse wird der Salat knackiger. Tomaten machen ihn frischer und bunter, Zwiebeln ihn etwas schärfer. In den arabischen Ländern heißt dieses Gericht  "Baba Ghanoush" und es kommt noch Tahihi hinzu, eine Paste aus gemahlenen Sesamkörnern.

Ich mache den Salat für uns - nach einigen Versuchen - immer mit zusätzlich Joghurt, Petersilie, etwas Zwiebel und Tomate.

Hier das Rezept für Melitzanosalata

Zutaten: 3 Auberginen, 3 Knoblauchzehen, Saft einer halben Zitrone, bis zu einer halben Tasse Olivenöl, Pfeffer, Salz, Kreuzkümmel (Cumin)
und 2 Eßl. gehackte glatte Petersilie, 1 kleine feingehackte Zwiebel, 1 Eßl. Joghurt, 1 gewürfelte Tomate (ohne Kerne und Saft)


Zubereitung: Die Auberginen abspülen und mit einer Gabel mehrfach einstechen. Auf das Gitterrost im Backofen legen und bei 180-200 Grad, je nach Größe der Eierfrüchte, 45 bis 60 Minuten garen lassen.  Ich lege die Auberginen immer mit in den Backofen, wenn etwas anderes darin schmort. Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen. Die Auberginen nun einfach mit der Hand abschälen. Die Schale löst sich ganz einfach. (Wenn es eilig ist, kann man sie auch unter fließendes kaltes Wasser halten.)
Das Fruchtfleisch von 2 Auberginen in einem Mixer pürieren und das der Dritten in kleine Würfel schneiden. Knoblauch zerquetschen oder in sehr kleine Würfel schneiden.
Mit Salz, Pfeffer, Zitronensaft und mit einer Messerspitze Cumin würzen.

Nun soviel Olivenöl hinzufügen bis es ein cremiges nicht zu weiches Püree wird. - Fertig ist das Grundrezept!
Ich füge dann noch, wie gesagt, Petersilie, Tomatenwürfel, Zwiebelstückchen und Joghurt hinzu.




Kali Orexi - Guten Appetit!

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Tomatenbratling - lecker mit und ohne Ei

Tomatenfrikadellen (Domatokeftedes) sind hier auf Kreta eine typische Vorspeise. Ich habe sie in einer kleinen Dorftaverne kennengelernt. Von einer kretischen Nachbarin erhielt ich dann das Rezept.  

Das Problem bei dem Erfragen von Rezepten ist hier allerdings, dass alle Hausfrauen denken, dass man die Grundkenntnisse der kretischen Zubereitung natürlich kennt!  (Inzwischen bin ich auch schon ganz gut darin.) Also bekommt man zumeist die Zutaten aufgezählt, ohne jegliche Mengenangaben - alle nehmen an, dass man die sich schon denken kann! Auch Zeit, Temperaturangaben oder Zubereitungsart muss man zum Beispiel oft extra erfragen.  ;-)

Im Moment gibt es immer noch Tomaten auf dem Markt, sie sind jedoch nicht mehr so hübsch und saftig wie vor einem Monat. Genau richtig also für die Herstellung von Tomatenbratlingen. 
Da das Brot hier immer so schnell trocken wird, mache ich mein Paniermehl immer selbst. Dadurch entsteht zumeist ein etwas dunkleres, da ich sowohl Weißbrot- wie auch Graubrotkrümel einfach mische.

Ich habe das Rezept nun ausprobiert; alles klappte prima und sie schmecken sehr lecker. Einige Tage später berichtete ich dann stolz von meinen Kochergebnissen und gab meiner Bewunderung Ausdruck, dass die Bratlinge auch ohne Ei nicht auseinander gefallen sind. 
Woraufhin meine Nachbarin mich verwundert anblickte und meinte, "Natürlich muss da Ei rein, hab ich das wohl vergessen zu sagen?" 

Ich habe daraufhin das Rezept nochmals mit Ei ausprobiert. Es klappt genauso gut und bei den anderen Zutaten  musste komischerweise nichts verändert werden. Mit gefallen sie ohne Zugabe des Eies jedoch besser!

Rezept für "Domatokeftedes"

Zutaten: 1 kg Fleischtomaten, 1 Bund glatte Petersilie, 1/2 Bund Dill, 5 Blätter Minze, 2 Zwiebeln, (1 Ei), max. 100 g Paniermehl, Pfeffer, Salz
Zubereitung: In einem größeren Kochtopf Wasser zum Kochen bringen. In die Tomaten jeweils ein Kreuz einritzen und sie nun für 1 bis 3 Minuten in der kochende Wasser legen. Anschließend herausfischen und in kaltes Wasser legen, wenn möglich in eiskaltes Wasser (mit Eiswürfeln). Nun läßt sich die Schale ganz leicht entfernen.

Die gehäuteten Tomaten vierteln und die Kerne und das flüssige Fruchtfleisch herausnehmen. Dieses kann man sehr gut für Koukouvajia weiterverwenden.

Das feste Fruchtfleisch nun ist sehr kleine Würfel schneiden. Die Zwiebel, die Petersilie, den Dill und die Minze kein hacken. Alles nun vermischen und mit so viel Paniermehl vermengen, dass sich daraus Frikadellen mit einem Durchmesser von ca. 6-8 cm und einer Dicke von 2 cm formen lassen. Die Version mit Ei geht genauso! (Nur das halt das Ei hinzukommt ;-))

Ich habe aus der Menge 12 Bratlinge erhalten.

So viel Olivenöl (oder nach Geschmack ein neutrales Öl verwenden) in einem Topf erhitzen, dass die Frikadellen darin schwimmen können. Die Bratlinge portionsweise von beiden Seiten jeweils ungefähr 3 Minuten backen. Herausnehmen und auf einem mit Küchenpapier ausgelegtem Teller abtropfen lassen.

Domatokeftedes schmecken heiß und kalt gut. Ich mag sie am liebsten zusammen mit Tzatziki!
                                                             
Kali Orexi - Guten Appetit!
                 


Donnerstag, 16. August 2012

Rauchig, Sauer und Würzig - Apaki - Kretisches Sauerfleisch

Als ich vor 3 Jahren einmal in einer größeren Gruppe in einer Taverne war, bestellten wir zusammen verschiedenen Mezes. Da niemand aus der Runde wußte was Apaki war, beäugten wir den ankommenden Teller skeptisch. Vier kleine Stücke scheinbar zu lange gekochtes trockenes Fleisch lagen einsam auf einem großen weißen Teller. Vorsichtig probierten wir...und die Meinungen gingen sofort auseinander. Einigen schmeckte es überhaupt nicht. Mir schmeckte es wunderbar. Es war wider Erwarten nicht trocken, sondern zart, leicht sauer und hatte ein würziges Raucharoma.

Schweinefleisch war Jahrhunderte lang eine günstige Fleischquelle für die ärmere Bevölkerung in Griechenland bzw. im Byzantinischen Reich. Und magere Schweinefleischstücke zu konservieren hat eine ebenso lange Tradition.
Zum Beispiel gibt es aus dem 12. Jahrhundert Dokumente, in denen geräuchertes, getrocknetes Schweinefleisch erwähnt wird. In einem Schriftwechsel bedankt sich ein Gelehrter aus Konstantinopel bei seinem Freund, der auf dem Land wohnt, für die Zusendung einiger Fleischstücke und ein anderer Mann vergleicht in einer Satire das Aussehen seines Vaters mit der Spezialität.

Zur Konservierung des Fleisches wurde schon seit dem Altertum das Trocknen in der Sonne, das Salzen und Räuchern genutzt. Häufig wurden die einzelnen Konservierungsmethoden kombiniert um eine noch bessere Haltbarkeit zu erreichen. Das Fleisch wird durch diese Methoden jedoch relativ hart. Typisch für Kreta ist das zusätzliche Säuern mit Essig wodurch die Fleischfaser lockerer wird und das Fleisch zarter. 

Ich esse Apaki (Aphai: ohne Fett) am liebsten in der Taverne. Man kann es auch im Supermarkt kaufen, aber diese Fleischstücke sind mir zumeist zu trocken. Wenn ihr es zum Mitnehmen kaufen wollt, sucht euch lieber eine Packung mit kleineren Stücke aus, die sind besser durchgezogen.

Die Herstellung dieser kretischen Spezialität unterscheidet sich je nach Region in der Beizzeit, den verwendeten Kräutern und der Räucherzeit.
Grundsätzlich werden für die Produktion magere Fleischstücke vom Schwein - z.B. das Filet- in kleinere Stücke geschnitten und in eine Essig-Salz-Lake für mindestens 48 Stunden eingelegt. In diese Lake kommen zusätzlich aromatische kretische Kräuter wie Salbei, Thymian, Oregano und/oder Majoran. Anschließend wird das Fleisch abgetrocknet und mindestens 10 Stunden geräuchert. Dafür wird zumeist Olivenholz verwendet, das zusätzlich mit Kräutern aromatisiert wird. Nach dem Räuchern wird das Fleisch zum Lagern in eine dicke Schicht Kräuter eingewickelt. - Das Räuchern jedoch nicht zwingend um die Spezialität Apaki zu nennen; es gibt hier auch ungeräuchertes Sauerfleisch unter diesem Namen zu kaufen. ;-)

Apaki wird in kleinen Portionen als Meze (zum Raki) gereicht oder als Salatzutat verwendet zum Beispiel mit Rucola, Tomaten und etwas Gravierakäse. (Rezept findet ihr bei Radio Kreta).
Es wird häufig nochmals aufgekocht zum Beispiel in Rotwein oder Orangensaft. Apaki wird zu verschiedenen Chortasorten gegessen oder in kleinen Mengen mit ins Omeletts geschnitten. Es schmeckt hervorragend zu Hülsenfrüchten zum Beispiel in Linseneintopf oder zu dicken Bohnen.
Klein geschnitten und mit etwas Olivenöl ist es auch als Nudel oder Reis Beilage lecker.


Kali Orexi - Guten Appetit!

Montag, 6. August 2012

Koukouvágia oder Dakos - Hauptsache es schmeckt


Ich habe Koukouvajia bzw. Dakos zuerst als Salat kennengelernt. Unser "Haus"-Schnellimbiss Lieferservice, der schon ab 2,50 € kostenlos per "rasendem Roller" liefert, hat unter dem Namen "Koukouvajia" nämlich Tomaten-Feta-Brot-Salat im Angebot. Günstig, super lecker und knackig frisch.
Allerdings habe ich zuerst nicht verstanden, was das mit einer Eule zu tun haben soll, denn das griechische Wort Koukouvajia heißt auf deutsch Eule!

Erst als ich es dann in einer Taverne bestellte und die Tomaten mit Feta auf einem runden Zwieback serviert bekam mit einer schwarzen Olive in der Mitte, habe ich den Zusammenhang gesehen: Die belegten Zwiebäcke sehen aus wie die Augen einer Eule. - Damit ihr den Zusammenhang auch seht, habe ich für euch das Bild hier links gemacht ;-)

Hier auf Kreta gibt es spezielle Zwiebacke zu kaufen; sie heißen Paximadi und werden traditionell hauptsächlich mit Gerstenvollkornmehl gebacken. Man kann ihn hier in jedem Supermarkt und in jeder Bäckerei kaufen. In Deutschland bekommt ihr ihn am besten in griechischen Geschäften, an Marktständen oder über einen Online-Shop. Beim Zusenden gibt es jedoch das Problem, dass er schnell zerbricht und so kann es passieren, dass man anstatt Zwieback nur Krümel erhält.

Das Brot für Paximadi wird zuerst in Form eines Baguettes oder Brötchens in einem Steinofen gebacken, anschließend in Scheiben aufgeschnitten bzw. das Brötchen wird halbiert und getrocknet. Es entsteht dabei ein sehr trockener Zwieback. - Rezept hier - (Als Alternative könntet ihr feines Vollkornbrot - aber richtiges Vollkornbrot, nicht das schwarz gefärbte Brot mit ganzen Körnern - in dickere Scheiben schneiden und im Backofen eine halbe Stunde trocknen lassen.)

Das bekannteste Gericht mit Paximadi ist Koukouvaija oder Dakos, wie diese Vorspeise hier auf Kreta genannt wird. Der Saft der zerkleinerten Tomaten sorgt dann dafür, dass der Zwieback langsam weich wird. Dies dauert jedoch etwas länger, sodass man bei der Salatversion auch nach einigen Minuten immer noch schöne knackig Stücke  dazwischen hat.

In vielen Rezepten habe ich gelesen, dass man den Zwieback vor dem Belegen zuerst - bis zu einer Minute - ein Wasser einweichen soll. Meiner Erfahrung nach muss das jedoch nicht sein!

Die Grundzutaten dieser typischen Sommer Vorspeise sind Tomaten, Feta, Paximadi und natürlich etwas Olivenöl. Als Grundgewürz wird Oregano genommen.
 Ich liebe noch etwas Portulak obendrauf. Aber auch mit schwarzen Oliven oder Kapern schmeckt es wunderbar. (Wer keinen Feta mag, kann auch anderen Käse - z.B. Graviera darüber raspeln)

Mich erinnert das Gericht auch etwas an italienische Bruscetta, aber nach einigen lauten Protesten mache ich diese Bemerkung nicht mehr laut ;-)

Und hier mein Rezept: Koukouvágia - Dakos

Zutaten für 4 Dakos: 2-4 Fleischtomaten, je nach Größe, 1 Scheibe Feta (ca.200 g), 4 Paximadi (Brötchengröße), 4 Eßl. Olivenöl, 1 Teel. getrockneten Oregano, Salz und Pfeffer und dann nach Geschmack: 1 Eßl. gehackten Portulak oder 1 Eßl. Kapern oder Oliven

Zubereitung: Ungefähr die Hälfte der Fleischtomaten mit einer Küchenreibe (größte Lochgröße) raspeln. Das könnt ihr mit Schale machen, die bleibt beim Raspeln übrig. Die andere Hälfte in sehr kleine Stücke schneiden. Mit dem Oregano vermischen und vorsichtig mit Salz und Pfeffer abschmecken. (Denkt daran, dass der Feta auch Salz enthält). Den Zwieback auf Teller legen und das Tomatenmus darauf verteilen. Den Feta klein zerkrümeln und auf die Tomaten geben. Mit Olivenöl beträufeln. Dann den Portulak bzw. die Kapern oder Oliven darauf dekorieren.

Guten Appetit - Kali Orexi!

Sonntag, 24. Juni 2012

Zucchini Bratlinge - Kolokithokeftédes

Vor ein paar Tagen habe ich ja berichtet, dass wir sehr viele Zucchinis geschenkt bekommen haben. Ungefähr die Hälfte habe ich für das Boureki verbraucht. Aus den anderen habe ich nun Zucchini-Frikadellen hergestellt. Da diese auch kalt sehr gut schmecken und man sie sehr gut einfieren kann, lohnt es sich immer gleich eine große Menge zu produzieren.

Das superlange schwierig aussehende griechische Wort bedeutet genau das Gleiche wie im Deutschen; Kalokithi heißt Zucchini und Keftédes Bratling (Frikadelle, Bulette). Beim Zusammensetzen wird aus dem i ein o.

Natürlich kommen auch zu diesem Rezept wieder reichlich Kräuter hinzu. Am besten schmecken sie mit den "Unentbehrlichen Drei" - Petersilie, Dill, Frühlingszwiebeln. Aber ich habe auch schon Zucchinibuletten mit viel Minze gegessen.  Ich verwende zumeist Feta für die Bratlinge, aber genauso gut könnt ihr anderen Käse verwenden. Es ist eine gute Art Reste zu verwerten.

Als Paniermehl nehme ich ein paar Tage altes Brot. Hier auf Kreta wird frisches Brot sehr schnell trocken und eignet sich dann nicht mehr so richtig zur Verwendung für belegte Brote. ;-) Oder ich nutze den kretischen Zwieback (Paximadi), den haben wir immer im Haus und er ist einfach zu zermahlen.

Wenn ihr vorhabt die Bratlinge einzufrieren, könnt ihr sie auch nur kurz anbraten, abkühlen lassen und einfrieren. Wenn ihr sie dann verwenden wollt, lasst sie etwa eine viertel Stunde auftauen und bratet sie jetzt erst zu Ende bis sie goldbraun werden.

Rezept für ca. 12 - 15 Bratlinge
Zutaten: 1 kg Zucchini, 2 Eier, 1 Bund Frühlingszwiebeln oder 1 große Zwiebel, 1 Scheibe Feta, 1 Eßl. gehackte Petersilie, 1 Eßl. gehackten Dill, 2 volle Eßlöffel Paniermehl, Salz und Pfeffer, 1 vollen Eßlöffel Mehl, Olivenöl zum Ausbacken


Zubereitung: Die Zucchini raspeln, in eine Schüssel geben und mit 1 Teelöffel Salz vermischen. Eine halbe Stunde stehen lassen und dann über einem Sieb Portionsweise sehr gut ausdrücken bis die Zucchini trocken sind. Es läuft dabei ungefähr ein viertel Liter grüne Flüssigkeit heraus. Die Frühlingszwiebeln oder Zwiebel fein zerschneiden, den Käse zerkrümeln, die Petersilie und den Dill fein hacken. Alles zu den Zucchiniraspeln geben und mit den Eiern, Paniermehl und Mehl vermischen. 12 bis 15 Bratlinge daraus formen. Wenn der Teig zu matschig ist noch etwas mehr Paniermehl hinzufügen.

In einer hohen Pfanne ausreichend Olivenöl heiß werden lassen und die Frikadellen darin schwimmend von jeder Seite ungefähr 3 Minuten goldbraun backen.
Auf ein Küchenpapier legen, damit überschüssiges Fett aufgesaugt wird. Eine meiner kretischen Bekannten mag bei Zucchinifrikadellen absolut nicht den Olivenölgeschmack, sie benutzt immer Sonnenblumenöl und ihre Kalokithokeftedes schmecken auch gut.

Man kann die Bratlinge auch im Backofen backen. (Dann sind sie fettärmer.) Dazu ein Backblech mit Backpapier auslegen und dieses mit Olivenöl einfetten. Die geformten Frikadelle darauflegen und von der Oberseite mit Olivenöl bepinseln. Im vorgeheiztem Backofen bei 200 Grad ungefähr 20 Minuten backen. Nach der Hälfte der Zeit die Zucchinibratlinge einmal wenden.

Ich mag sie sehr gerne mit Tzatziki!       Guten Appetit - Kali Orexi!




Donnerstag, 7. Juni 2012

Kleine Fische

Momentan habe ich das Gefühl überall nur kleine Fische zu sehen!

Ob im Internet, in der Zeitung, auf dem Markt,  im flachen Wasser oder auf der Strasse, ich hab so langsam das Gefühl sie verfolgen mich.

Wenn ich in der Nähe der Marina in Rethymno ins flache Wasser gehe, werde ich sofort von den kleinen Tierchen begutachtet. (In Elafonissi waren es sogar noch mehr, aber die sind eher vor mir geflüchtet.)
In der Altstadt von Rethymno hat innerhalb des letzten Jahres an (fast) jeder Ecke ein "Fish-Spa" aufgemacht. Dort sorgen die Roten Saugbarben (Garra rufa) dafür, dass die Füße der Touristen frei von Hornhaut und toten Hautschuppen sind. In den kleinen Touristen Vororten Platanes und Adelianos Kambos, 6 km östlich der Altstadt, eröffneten seit April acht Fish-Spa-Geschäfte (oder Ichthyotherapie-Praxen ;-)). Ein griechischer Bekannter, der früher ein kleines Touristenartikelgeschäft hatte, überlegt gerade, ob er auch noch schnell eines eröffnet, da er gehört hat, das man damit gut verdienen kann.

Kleine Fische sind auch in politischen Karikaturen im Moment ein beliebtes Motiv. Entweder als Beispiel dafür, dass sich viele kleine Fische zusammentun und sich gegen die großen Haie organisieren, oder als Opfer, die von den großen Haien und deren Helfern hereingelegt werden.

Forscher haben jetzt erstmals ein Computermodell vorgestellt, das die Entwicklung des Lebens in den Meeren von 1960 bis ins Jahr 2060 darstellt. Die Gesamtmasse der Fische wird sich danach nur wenig ändern, aber es werden Veränderungen in der Zusammensetzung der Bestände erwartet. Zusammenfassend könnte man diesen Blick in die Zukunft wie folgt zusammenfassen: "Auf Wiedersehen große Fische, hallo kleine Fische!" Damit setzt sich der Trend der vergangenen Jahrzehnte fort. Die Fangmenge an größeren Fischen ist in den vergangenen 40 Jahren um etwa 55 Prozent gesunken. Hier der Link zu einem Artikel über das Thema: Alles bloß noch kleine Fische.



Ich habe mich deshalb entschlossen, auch etwas über kleine Fische zu schreiben!



Hier auf Kreta gibt es das ganze Jahr über kleine frische Fische zu kaufen, die im Meer rund um Kreta gefangen werden. Die bekanntesten sind Marida (Spicara smaris), Gavros (Engraulis encrasicolus), Atherina (Atherina hepsetus) und Sadela (Sardina pilchardus). Sie sind günstig im Einkauf - zwischen 2,50 und 7 € das Kilo und einfach zuzubereiten.

Zubereitung der kleinen Fische:
Diese kleinen Fische werden zumeist im Ganzen zubereitet und verzehrt. Die Fische waschen und unten aufschneiden. Den Darm entfernen, den Fisch abtrocknen und Salzen.
- Sind die Fische schon etwas größer werden der Kopf und die Gräten entfernt. -
Nun jeweils eine Handvoll Fisch in Mehl wenden. - Griechische Hausfrauen haben zumeist eine extra Fischhaltebox für das Mehl und verwenden es mehrmals.-
Dann die Fische in eine tiefe Pfanne mit heißem Olivenöl  geben und kurz goldbraun frittieren. Vor dem Verzehr die Fische mit Zitronensaft beträufeln.
Ihr könnt sie im Ganzen essen. Am besten am Schwanz anfassen und Kopf voran in den Mund stecken.

Die Fische werden kalt einzeln bzw. zusammen mit Oliven, Pepperoni und anderen Appetithappen als Vorspeise (Meze) serviert oder als warmes Hauptgericht gerne zusammen mit Chorta und Kartoffeln verzehrt.

Guten Appetit - Kali Orexi!

Noch zwei weitere Tipps:

  • Ein Rezept wie man die "Kleinen" in Essig und Öl einlegen kann, findet ihr in englischer Sprache bei Organically Cooked: Marinierte Gavros.




Sonntag, 3. Juni 2012

Gefüllte Weinblätter - Dolmades / Dolmadakia

Neulich sah ich eine ältere Griechin, die Weinblätter in größerer Menge an einer belebten Strasse pflückte. Da ich eine befahrene Strasse immer mit Auspuffgasen in Verbindung bringe und mit Blei und Cadmium, dachte ich nur, "Na, die Dolmadakia möchte ich nicht essen."

Vor einigen Jahren hat die Stiftung Warentest in Deutschland Konserven mit Weinblättern und mit gefüllten Weinblätter hinsichtlich ihrer Schadstoffbelastung getestet. Gefunden wurden zwar nicht Blei und Cadmium aus dem Straßenverkehr, jedoch war das Ergebnis beunruhigend. Keine Einzige der 33 getesteten Proben hatte negative Ergebnisse! Es wurden vor allem Pestizidrückstände gefunden (Penconazol, Procymidon sowie Kupfer und Schwefel). Diese Mittel sollen die Rebstöcke gegen Insektenfraß und Pilzbefall schützen. Rückständen davon sind noch lange nach der Behandlung auf den Blättern und Trauben. (Testergebnisse)

Wer wie ich gefüllte Weinblätter liebt, sollte so wenig wie möglich auf Konserven zurückgreifen und die Röllchen lieber selbst zubereiten. Denn die meisten Rückstände auf den Blättern kann man durch gründliches Waschen mit warmen Wasser abspülen. An und für sich sind Weinblätter nämlich sehr gesund. Sie enthalten sehr viele sekundäre Pflanzenstoffe (Flavonoide), die unserem Körper helfen, sich gegen schädliche Einflüsse zu schützen. 

Die gefüllten Weinblätter - Dolmades oder Dolmadakia genannt- sind eine typische griechische/kretische Vorspeise. Auf Kreta bekommt man sie zu 95 %  (geschätzt) mit einer Reisfüllung serviert! Ab und zu stehen sie auch mit einer Lamm-Hackfleischfüllung auf der Speisekarte. Auf alle Fälle sind auch hier die "Unentbehrlichen Drei" wieder mit dabei! ;-)

Auf Kreta kann man speziellen Dolmadakia-Reis kaufen. Meiner Meinung nach geht aber jeder Langkornreis, der nicht zu klebrig oder zu körnig ist. Man kann den Reis erst kochen, dann mit den Kräutern und Gewürzen mischen und in die Weinblätter füllen. In diesem Fall ist die anschließende Kochzeit sehr verkürzt. In einigen Rezepten wird vorgeschlagen, die Zwiebeln in Olivenöl anzuschwitzen und den Reis dann ebenfalls kurz mit dazuzugeben. Die traditionelle Art Dolmadakia zuzubereiten ist jedoch mit rohem Reis! Die Zubereitung ist sehr einfach, man darf die Röllchen nur nicht zu fest aufwickeln, damit sie platzen während der Reis aufquillt!

Dolmadakia
Zutaten: 500 g Weinblätter, 200 g Reis, 4 feingehackte Frühlingszwiebeln, 2 Eßl. feingeschnittener Dill, 2 Eßl. feingeschnittene Petersilie, 150 g Olivenöl, 1 Teel. feingehackte Minze, Salz, Pfeffer, Saft einer Zitrone
Zubereitung: Frische Weinblätter 5 Minuten in Salzwasser blanchieren, eingesalzene gut abspülen. Die Frühlingszwiebeln, Petersilie, Dill, Minze mit dem Reis vermischen. Saft der Zitrone hinzufügen und mit Pfeffer und Salz abschmecken. Die Weinblätter vorsichtig flach hinlegen und einen Eßlöffel der Reismischung darauf geben. Das Weinblatt vorsichtig und zu einer nicht zu festen Rolle formen (siehe Bild). Einige Weinblätter, die zuviel sind oder zerrissen auf den Boden eines breiteren flachen Kochtopfs legen. Darauf die Röllchen dicht nebeneinander legen. So viel leicht gesalzens Wasser darauf geben, bis die Röllchen bedeckt sind 1 Eßlöffel Olivenöl dazugeben. Oben auf die Weinröllchen einen Teller legen, damit sie nicht aufschwimmen. Das Wasser zum Kochen bringen und alles ungefähr 50 Minuten köcheln lassen (bis der Reis weich ist). 

Etwas abkühlen lassen und dann die Dolmadakia abtropfen lassen und warm servieren. Gut dazu schmeckt frischer griechischer Joghurt. Die Röllchen sind natürlich auch kalt am nächsten Tag lecker oder warm mit einer Eier-Zitronensauce.



KALI OREXI - GUTEN APPETIT