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Dienstag, 6. März 2012

Fasolakia freska giachni und "ein Ring Fleischwurst von der Besten"

Eine typische Gemüsebeilage in Griechenland und auf Kreta sind Grüne Bohnen mit Tomaten (Fasolakia freska giachni). Ich esse sie sehr gerne, im Sommer lauwarm mit gegrilltem Hähnchen und Pitabrot zum Beispiel.

Mir war die Kombination von Grünen Bohnen mit Tomaten schon aus Deutschland bekannt. Ein Standardgericht in unserer Familie war nämlich "Grüne Bohnen mit Fleischwurst und Tomaten". Das Rezept für diese Speise lernte ich in Süddeutschland kennen und ich denke, die Kombination von der Gemüsezubereitung mit Fleischwurst ist entstanden, als man das Wort Cross-Over-Kitchen noch nicht kannte!

Ganz ganz früher, als ich noch etwas jünger war, las meine Mutter uns abends immer Geschichten von den Kindern aus Bullerbü vor. Eine der lustigsten Stellen aus diesen Büchern von Astrid Lindgren war für mich die Geschichte, in der Lisa und ihre Freundin Britta (oder Inga - ich weiß leider nicht mehr so genau ;-)) zum Einkaufen geschickt werden und auf dem Rückweg merken, das sie etwas vergessen haben. An einer Kreuzung merken sie dieses und gehen zurück. Allerdings vergessen sie den Ring Fleischwurst mehrmals und müssen wiederum zurück.Damit sie es sich besser merken können, singen sie die Einkaufsliste. Wie ihr merkt, kann ich mich nicht mehr genau erinnern, weiß jedoch noch sehr gut, das wir jedesmal an dieser Stelle alle laut loslachten und sangen " ..... und einen Rings Fleischwurst von der Besten".

Und wenn ich heute einen Ring Fleischwurst sehe, denke ich immer noch an die Kinder aus Bullerbü und fange an zu grinsen! (Danke Astrid Lindgen)

Auf Kreta gibt es selten Fleischwurst, aber neulich entdeckte ich in einer Filiale einer internationalen Supermarkt-Kette einen Ring Fleischwurst. Ich mußte sofort lächeln und es war auch klar, was es am nächsten Tag zu essen geben würde! - Bohnen hatte ich noch vom Sommer eingefroren im Haus. -

Hier ist nun das Rezept für den griechischen Teil dieses Cross-Over-Gerichtes:


Grüne Bohnen in Tomatensoße
Rezept für 4 Personen
Zutaten:
1 kg grüne Bohnen
2 mittelgroße Zwiebeln
5-6 Tomaten
3 Eßl. Olivenöl
Salz und Pfeffer, etwas getrocknetes Bohnenkraut und frische Petersilie

Zubereitung: Die Zwiebeln kleinschneiden, die Tomaten in kleine Stücke schneiden und die Bohnen putzen und waschen. Olivenöl in einen größeren Topf erhitzen. Darin zuerst die Zwiebeln anschwitzen und dann die Bohnen hinzufügen und ebenfalls anbraten. Nun die Tomaten hinzufügen und mit Salz, Pfeffer und Bohnenkraut abschmecken. Etwas Wasser dazugeben, die Temperatur runterschalten und bei geschlossenem Deckel etwa 30 - 50 Minuten  köcheln lassen. Diese große Zeitdifferenz ist abhängig von der Bohnensorte, die sie verwenden. In Deutschland bekommt man sehr viel "feinere" Bohnen, die schon nach einer halben Stunde gut essbar sind. Die Bohnen, die ich hier auf dem Wochenmarkt oder im Supermarkt kaufen kann, brauchen eine längere Kochzeit. Zum Schluß gehackte Petersilie darüberstreuen.


Und jetzt kommt der "deutsche" Teil hinzu:

Zutaten:
200 g oder 1/2 Ring Fleischwurst
8 mittelgroße Kartoffeln
1 Teelöffel ganzer Kümmel
Zubereitung: 
Zubereitung: Sobald die Bohnen gar sind den Kümmel hinzufügen.
Die Kartoffeln schälen vierteln und in Salzwasser gar kochen (oder die Kartoffeln als Pellkartoffeln kochen, pellen und vierteln).
Die Fleischwurst in 1/2 cm dicke Scheiben schneiden und halbieren. Diese dann zu dem Bohnengemüse hinzufügen.
Die Kartoffeln separat dazu servieren.

Ich habe es auf diese Art erst auf Kreta zubereitet. In Deutschland habe ich die Bohnen getrennt gekocht und erst danach mit den angeschwitzen Zwiebeln, der kurz angebratenen Fleischwurst und Tomaten aus der Dose vermischt.

Tipp: Wenn Reste übrigbleiben, fügen sie die Kartoffeln zu dem Bohnen-Fleischwurst Topf hinzu. Bis zum nächsten Tag sind diese von der Soße herrlich aromatisiert.


Zitat von Astrid Lindgren: Alle Menschen sollten ihre Kindheit von Anfang bis Ende mit sich tragen.

Montag, 30. Januar 2012

Mein erster Artikel


So, dies ist mein erster Artikel in meinem ersten Blog.
Alle meinen es sei sehr einfach einen Blog zu erstellen. Dann will ich es doch mal probieren.
Es ist jetzt Ende Januar und das bedeutet auf Kreta zumeist viel Regen aber dazwischen auch schöne Tage, an denen man herrliche Wanderungen machen kann. Auf jeden Fall ist es meist besseres Wetter als auf Mallorca und ich wundere mich immer noch, dass die Reiseveranstalter und Fluggesellschaften Kreta im Winter nicht direkt anfliegen. Dieses Jahr ist es jedoch kälter als die letzten zwei und die schönen Tage sind weniger.  Viele – vor allem Kreter - klagen und man hört oft: „So kalt war es hier noch nie….“ „ So schlecht war der Januar hier schon lange nicht mehr….“ Mir als Norddeutsche gefällt es trotzdem gut. Das Mittelmeer sieht aus wie die Nordsee und das Wetter erinnert  an Schleswig-Holstein im Herbst.
Wer als Tourist in der Saison auf Kreta war, wird es jetzt kaum wiedererkennen. Die Hotels und Tavernen sind geschlossen und die Straßen außerhalb der Stadt kaum befahren.  An den Stränden sieht man angeschwemmten Tang und jede Menge Plastikmüll. 
Ich habe, wie viele hier, einen Saisonjob, das heißt Arbeit von Mitte April bis Mitte Oktober (und dann natürlich viel). Jetzt habe ich Zeit zum Lesen, Treffen mit Freunden, spazieren gehen, die Insel ohne Touristen kennenlernen, zum Fotografieren  und natürlich fürs Marmelade kochen, Likör herstellen, Experimente in der Küche  anstellen und zum Schreiben.

Im Moment  probiere ich „Crossover-Kitchen“ Deutschland–Kreta. Da es hier kein Sauerkraut zu kaufen gibt (außer während der „deutschen Woche“ bei Lidl), dafür aber sehr viel Weißkohl, machen wir unser Sauerkraut selbst. Jetzt ist die erste Produktion gerade fertig.

Hier zwei Rezepte mit der Kombination von kretischen Zutaten und Sauerkraut.
Letzte Woche gab es selbstgemachte Pita gefüllt mit Bratwurst und Sauerkraut.


Zutaten:
Pitateig:
250 g Mehl, 1 Prise Salz, 150 ml Wasser, 4 Eßl. Ölivenöl
Füllung:
12 Bratwürstchen (ich benutzte Kulmbacher Kalbsbratwürstchen, die wir gerade mit einem "Carepaket" geschickt bekommen hatten), selbstgemachtes Sauerkraut - Menge soviel wie 1 kleine Dose Sauerkraut.

Zubereitung: Die Zutaten für den Pitateig zusammen geben und zu einen geschmeidigen Teig verkneten und 2 Stunden ruhen lassen. Die Bratwürchen gelbbraun anbraten. Das Sauerkraut aus der Dose nehmen und auflockern, evtl. nachwürzen und abtropfen lassen. Aus dem Pitateig 12 Vierecke dünn ausrollen; so groß, dass die Bratwurst hineingelegt werden kann (ca.15 x 10cm). Jeweils ein Bratwürstchen auf ein Viereck geben und 1/12-tel der Sauerkrautmenge entlang des Würstchens legen. Den Teig darüberklappen und zu einer Rolle formen.Sie können die Rollen nun ohne Fett in der Bratpfanne braten (ca. 8 Min.), dann wird der Teig ungleichmäßiger braun oder bei 200 Grad im Backofen backen (ca. 15 Min.).

Dazu essen wir griechischen Senf, der etwas säuerlicher ist als deutscher.

Und heute gab es gefüllte Paprika mit Sauerkraut.
Für dieses Rezept habe ich in Deutschland immer mit Pinienkernen verwendet. Hier sind Pinienkerne teuer und schwer erhältlich. Auf Kreta gibt es jedoch viele Walnussbäume und zu diesem Rezept passen Walnüsse ebenfalls sehr gut.

Zutaten:
selbstgemachtes Sauerkraut - Menge soviel wie 1 kleine Dose Sauerkraut
1 Scheibe Feta,
1 Handvoll zerkleinerte Walnüsse,
1 Handvoll Rosinen
2 Eßl. Zucker
1 Apfel, Pfeffer, Salz,
100 ml Apfelsaft oder Weißwein,
3 Paprika, 1 Eßl. Olivenöl

Zubereitung:
Den Zucker in einem Topf karamellisieren lassen und dann den klein geschnittenen Apfel dazugeben. Mit Apfelsaft ablöschen und das Sauerkraut dazugeben. Salzen und Pfeffern und eine viertel Stunde köcheln lassen. Inzwischen die Paprika waschen, halbieren und entkernen. Mit dem Olivenöl einölen und in eine Auflaufform geben. Nun den klein gewürfelten Feta, die Rosinen und die Walnüsse zum Sauerkraut geben und gut untermischen. Wenn es zu trocken ist noch etwas Apfelsaft bzw. Weißwein dazugeben. Diese Masse nun auf die 6 Paprikahälften verteilen und bei 200 Grad 30 Minuten in Backofen backen.

Wir essen dazu neue kretische Kartoffeln.
Wer es gerne süß mag, kann sich noch etwas kretischen Honig darüber träufeln.