Posts mit dem Label vegetarisch werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label vegetarisch werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 26. Oktober 2012

Gute Eßkastanien kommen aus dem Nordwesten Kretas

Auf Kreta wachsen zahlreiche Esskastanienbäume (Castanea sativa); speziell im Westen der Insel ist das Klima ideal für das Wachstum, der ursprünglich aus Mittelasien stammenden Bäume. Die Römer sorgten für die Verbreitung der Bäume in Europa. Vor allem wegen des harten Holzes importierten sie ihn sogar bis nach England. Bei den Früchten des Baumes, der zu den Buchengewächsen gehört, handelt es sich um essbare Nüsse.

Diese sind jetzt reif und das ist hier auf Kreta nun ein Grund dafür, dass in vielen Orten Maronenfeste gefeiert werden. Das bekannteste findet in dem kleinen Örtchen Elos, in der Nähe von Kissamos statt (dieses Jahr am 4. November).

Maronen (Maroni, Marroni) enthalten hochwertiges Eiweiß und weniger Fett als andere Nüsse. Sie enthalten 40 % Kohlenhydrate, hauptsächlich sogenannte komplexe Kohlenhydrate, die langsam vom Körper aufgenommen werden. Sie helfen den Blutzuckerspiegel auszugleichen und machen lange satt. Der hohe Ballaststoffgehalt der Edelkastanien fördert die Verdauung und verhindert Verstopfung. Sie sind reich an den Mineralstoffen und Spurenelementen wie Kalium, Calcium, Phosphor, Schwefel, Eisen, Magnesium und Zink. Maronen enthalten auch viele Vitamine, zum Beispiel E, C und das Provitamin A sowie alle B-Vitamine.


Rohe Esskastanien enthalten jedoch auch unverdauliche Kohlenhydrate, die erst durch das Erhitzen für unseren Körper nutzbar werden. Daneben sind sie reich an Tanninen, die ebenfalls Magen- und Darm-Beschwerden und Blähungen verursachen. Diese Gerbstoffe sitzen vor allem in der braunen Innenschale. Wenn ihr Esskastanien roh probieren wollt, solltet ihr diese auf alle Fälle entfernen.

Bis die Kartoffeln aus Amerika nach Europa gebracht wurden, waren Maronen für eine breite Bevölkerungsschicht ein unentbehrliches Grundnahrungsmittel. Man hat die Kastanien als Suppe gegessen, als Beilage zum Gemüse und zum Fleisch. Aus Esskastanienmehl wurde Brot gebacken.

Esskastanien wurden im Mittelalter ebenfalls von den Medizinern sehr geschätzt und zum Beispiel gegen Magenbeschwerden und Blutarmut verschrieben.
Maronen können auch bei Einschlafproblemen helfen, da sie leicht verdauliche Kohlenhydrate und die Aminosäure Tryptophan enthalten, welche das Einschlafen fördern. Sie helfen gegen saures Aufstoßen und Völlegefühl und die Kombination von Calcium und Phosphor in ihnen ist ideal zum Aufbau der Knochen und Zähne.

Die Edelkastanien enthalten Rutin und weitere bioaktive Substanzen, die die Venenwände stärken, das Blut etwas flüssiger machen und Entzündungen vorbeugen.

Um die Esskastanien genießbar zu machen ist es am einfachsten sie über offenem Feuer zu Rösten oder sie im Ofen zu backen. Zur einfachen Weiterverarbeitung kann man sie geschält dämpfen, ungeschält kochen und inzwischen auch fertig gegart kaufen. Sie können zu Maronenpüree verarbeitet werden. Sie dienen als Füllung für Geflügel, als Fleischersatz und als Beilage zu Wildfleisch und zum Salat. Aus Maronen wird Likör, Schnaps, Wein und sogar Bier gemacht. Kastanien werden in Zuckersirup eingelegt, kandiert (sehr lecker!), zu Eis verarbeitet oder als Dessert Creme genossen. 

Esskastanien kann man am besten Draußen offen, aber geschützt, aufbewahren. Über einen Monat halten sie offen im Gemüsefach des Kühlschranks. In einer Plastiktüte verschimmeln sie schnell. Am längsten halten sie bei plus 2 Grad und einer Luftfeuchigkeit von 90-95 %.  Man kann sie auch einfrieren, dann muß man sie jedoch sofort weiterverwenden, ohne sie vorher aufzutauen.

Eins meiner Lieblingsgerichte mit Maronen ist das kretische 
Kastanien-Stifado.

Zutaten: ca. 600 g Maronen (damit es dann 500 g geschälte Maronen sind), 500 g kleine Zwiebeln, 2 Knoblauchzehen, 4 Fleischtomaten oder 1 kleine Dose Tomatenpüree, 1/4 l Rotwein, 1/2 Tasse Olivenöl, 2 Lorbeerblätter, 1 Stange Zimt, Rosmarin, Pfeffer, Salz 

Zubereitung: Die Kastanien mit einem scharfen Messer über Kreuz einschlitzen. In einem Kochtopf Wasser zum Kochen bringen und die Kastanien hineingeben. Ungefähr 15 Minuten kochen lassen. Die Kastanien herausnehmen und kalt abspülen. Wenn die Kastanien anfassbar sind, die Schale entfernen und auch die braune Innenhaut abpellen.

Die Zwiebel schälen und in Olivenöl anbraten. Wein, zerkleinerte Tomaten, gehackten Knoblauch, 1 Zweig frischen Rosmarin (oder 1 gehäuften Teelöffel getrockneten), Zimt, Lorbeer hinzufügen. Mit Pfeffer und Salz leicht würzen und im geschlossenen Topf 30 Minuten köcheln lassen. Die Maronen hinzufügen und weitere 15 Minuten köcheln lassen. Abschmecken mit Salz und Pfeffer und je nach Konsistenz evtl. etwas Wasser oder Tomatenmark hinzufügen.
Jetzt weiter schmoren lassen bis die Kastanien den gewünschten Garpunkt haben. Je nach Geschmack kann dies 15-30 Minuten bis dauern.

Wenn ihr fertig gegarte Maronen nehmt, verkürzt sich natürlich die Garzeit! Dann ist es besser die Zwiebeln länger allein schmoren zu lassen und erst 10 Minuten vor Schluß die Kastanien hinzuzufügen. Wenn ihr nun das Stifado abkühlen lasst und erst nach einigen Stunden wieder erwärmt, schmeckt es noch besser, da nun die Gewürze und Soße besser in die Kastanien eingezogen sind.

Ich esse diese Stifado am liebsten mit Reis, aber natürlich passen auch Kartoffeln oder Kritharaki gut dazu.

Kali Orexi - Guten Appetit!


Donnerstag, 18. Oktober 2012

Tomatenbratling - lecker mit und ohne Ei

Tomatenfrikadellen (Domatokeftedes) sind hier auf Kreta eine typische Vorspeise. Ich habe sie in einer kleinen Dorftaverne kennengelernt. Von einer kretischen Nachbarin erhielt ich dann das Rezept.  

Das Problem bei dem Erfragen von Rezepten ist hier allerdings, dass alle Hausfrauen denken, dass man die Grundkenntnisse der kretischen Zubereitung natürlich kennt!  (Inzwischen bin ich auch schon ganz gut darin.) Also bekommt man zumeist die Zutaten aufgezählt, ohne jegliche Mengenangaben - alle nehmen an, dass man die sich schon denken kann! Auch Zeit, Temperaturangaben oder Zubereitungsart muss man zum Beispiel oft extra erfragen.  ;-)

Im Moment gibt es immer noch Tomaten auf dem Markt, sie sind jedoch nicht mehr so hübsch und saftig wie vor einem Monat. Genau richtig also für die Herstellung von Tomatenbratlingen. 
Da das Brot hier immer so schnell trocken wird, mache ich mein Paniermehl immer selbst. Dadurch entsteht zumeist ein etwas dunkleres, da ich sowohl Weißbrot- wie auch Graubrotkrümel einfach mische.

Ich habe das Rezept nun ausprobiert; alles klappte prima und sie schmecken sehr lecker. Einige Tage später berichtete ich dann stolz von meinen Kochergebnissen und gab meiner Bewunderung Ausdruck, dass die Bratlinge auch ohne Ei nicht auseinander gefallen sind. 
Woraufhin meine Nachbarin mich verwundert anblickte und meinte, "Natürlich muss da Ei rein, hab ich das wohl vergessen zu sagen?" 

Ich habe daraufhin das Rezept nochmals mit Ei ausprobiert. Es klappt genauso gut und bei den anderen Zutaten  musste komischerweise nichts verändert werden. Mit gefallen sie ohne Zugabe des Eies jedoch besser!

Rezept für "Domatokeftedes"

Zutaten: 1 kg Fleischtomaten, 1 Bund glatte Petersilie, 1/2 Bund Dill, 5 Blätter Minze, 2 Zwiebeln, (1 Ei), max. 100 g Paniermehl, Pfeffer, Salz
Zubereitung: In einem größeren Kochtopf Wasser zum Kochen bringen. In die Tomaten jeweils ein Kreuz einritzen und sie nun für 1 bis 3 Minuten in der kochende Wasser legen. Anschließend herausfischen und in kaltes Wasser legen, wenn möglich in eiskaltes Wasser (mit Eiswürfeln). Nun läßt sich die Schale ganz leicht entfernen.

Die gehäuteten Tomaten vierteln und die Kerne und das flüssige Fruchtfleisch herausnehmen. Dieses kann man sehr gut für Koukouvajia weiterverwenden.

Das feste Fruchtfleisch nun ist sehr kleine Würfel schneiden. Die Zwiebel, die Petersilie, den Dill und die Minze kein hacken. Alles nun vermischen und mit so viel Paniermehl vermengen, dass sich daraus Frikadellen mit einem Durchmesser von ca. 6-8 cm und einer Dicke von 2 cm formen lassen. Die Version mit Ei geht genauso! (Nur das halt das Ei hinzukommt ;-))

Ich habe aus der Menge 12 Bratlinge erhalten.

So viel Olivenöl (oder nach Geschmack ein neutrales Öl verwenden) in einem Topf erhitzen, dass die Frikadellen darin schwimmen können. Die Bratlinge portionsweise von beiden Seiten jeweils ungefähr 3 Minuten backen. Herausnehmen und auf einem mit Küchenpapier ausgelegtem Teller abtropfen lassen.

Domatokeftedes schmecken heiß und kalt gut. Ich mag sie am liebsten zusammen mit Tzatziki!
                                                             
Kali Orexi - Guten Appetit!
                 


Montag, 10. September 2012

Briam - kretischer Gemüseauflauf

Auberginen, Zucchini, Kartoffeln, Tomaten und Zwiebeln kleinschneiden, würzen und mit Olivenöl in den Backofen schieben......fertig ist Briam!
Nach spätestens 10 Minuten ist der Auflauf im Ofen. Man könnte also fast sagen ein kretisches Fast Food Gericht.... wäre da nicht die Backzeit von ungefähr eineinhalb Stunden ;-)
Serviert wird er anschließend mit frischen Kräuter bestreut und mit einer Scheibe Feta obendrauf.

Briam (Briami) ist ein wunderschönes sommerlich vegetarisches Gericht, das sowohl heiß wie auch lauwarm schmeckt. Alle Zutaten sind im Moment hier günstig, frisch, vollreif und aus der Region erhältlich. Die Gemüse werden dabei in mundgerechte Stücke zerteilt und im Ofen gebacken ohne das extra Flüssigkeit hinzugefügt wird. Ich mag es am liebsten mit kaltem Feta obendrauf, aber man kann den Feta auch zerkrümeln und die letzten Minuten mit backen.
Bei vielen Gerichten, bei denen Knoblauch hinzugefügt werden soll, finde ich, dass sie auch ohne dieses Gewürz auskommen. An Briam jedoch muss Knoblauch dran, sonst fehlt irgendwas! Und hier ist im Moment auf dem Markt auch frischer Knoblauch erhältlich.

Eine kretische Kollegin erwähnte im Zusammenhang mit Briam dann, dass ich auch dazu "Tourlou Tourlou" sagen könnte und ginste dabei so, das ich skeptisch wurde. Wie ich herausfand, kann man zu einem Gemüseeintopf "Tourlou" sagen, was soviel wie "verschiedenes Allerlei" oder "durcheinander" bedeutet. In einen Gemüseeintopf können viele verschiedenen Gemüsesorten, je nach Saison benutzt werden.

Aber richtiges Briam besteht nur aus den oben genannten Zutaten!

Das Wort stammt von dem Türkischen "türlü türlü" ab und heißt übersetzt in Etwa "Durcheinander", "verschiedenen Sorten" und auch "Verschnitt". Alle Kreter, die ich fragte, sagten mir, dass es kein griechisches Wort ist, jeder grinste mich an und fragte sofort, wo ich DAS denn gehört hätte. Wie ich es jetzt verstanden habe bedeutet "Tourlou Tourlou" wohl soviel wie "Schweinerei", "Sauerei" oder "Plemmplemm"!

Und hier jetzt mein Rezept für Briam
Zutaten: 2 Auberginen, 4 kleinere Zucchini, 2 große Kartoffeln (die Kartoffeln hier auf Kreta sind riesengroß) oder 4 normal große, 4 - 6 Fleischtomaten, 2 Zwiebeln, 2 Knoblauchzehen, ungefähr 1 Tasse Olivenöl, Oregano, Pfeffer, Salz, 2 Scheiben Feta, frische Petersilie und Dill.
(Bei den Gemüse kommt es auf die Größe an, nehmen sie ungefähr von Auberginen, Zucchini und Kartoffeln die gleiche Menge.)

Zubereitung: Auberginen, Zucchini und Kartoffeln in mundgerechte Stücke schneiden, die Tomaten, Zwiebeln und den Knoblauch etwas kleiner schneiden. Alles in eine große flache Auflaufform geben und mit Olivenöl - natürlich mit gutem kretischen extra nativem Olivenöl - vermischen. Mit Oregano, Pfeffer und Salz würzen und abgedeckt (z.B. mit Alufolie) bei 180 Grad für eine Stunde in den Backofen schieben. Nach einer Stunde die Abdeckung abnehmen und ungefähr eine weitere halbe Stunde offen weiterschmoren lassen, bis der Auflauf eine hellbraune Farbe angenommen hat. 

Mit frischen Kräutern bestreuen und mit Feta belegen.

Kali Orexi - Guten Appetit!

Montag, 20. August 2012

Okras - Zubereiten - Gewußt wie!

Jetzt ist Okra (Bámia) Hauptsaison! Das bekannteste und beliebteste Gericht damit ist hier auf Kreta "Geschmorte Okraschoten in Tomatensoße".

Mein erster Versuch das leckere vegetarische Gericht zu Kochen endete tragisch. Anstatt eines schmackhaften Eintopfes war das Ergebnis eine schleimige Matschepampe, - um es mal krass auszudrücken. ;-) Wie ich danach erfuhr, hatte ich es zu lange gekocht und die Okras falsch geschnitten.

Kennengelernt hatte ich Okra zuerst in den Südstaaten der USA. Dort probierte ich sie im Gumbo, einem kreolischen Eintopf. Darin wurden sie kleingeschnitten serviert. Aus diesem Grund zerschnitt ich sie auch bei meinem ersten Versuch für geschmorte Okraschoten hier auf Kreta. ;-).

 Okraschoten enthalten einen wasserlöslichen Schleimstoff der auch  Mucilago genannt wird und aus ganz langen Ketten von Kohlenhydraten besteht.
Dieser pflanzliche Schleim hat eine reizmildernde, einhüllende und erweichende Wirkung. Er wird eingesetzt, um "Giftstoffe" im Magendarmtrakt einzuhüllen und schneller auszuscheiden. Der Schleimstoff wirkt auch lokal gegen Magenschleimhautentzündungen und hat einen Blutzuckersenkenden Effekt.

So gut dieser Stoff auch für unsere Gesundheit ist, meinen ersten Versuch von geschmorten Okras haben sie ruiniert. ;-) Der Schleim tritt aus, sobald die Okraschote geöffnet ist und bewirkt, dass die Flüssigkeit eindickt. Um zu verhindern, dass der Schleim austritt gibt es verschiedene Tricks - die ich vorher nicht kannte - die Schoten müssen so geputzt werden, dass sie dabei nicht geöffnet werden. (siehe Bilder unten).  Sie können kurz in Essigwasser blanchiert werden oder 30 Minuten bis zu einer Stunde in Essigwasser eingelegt werden. Dazu braucht man eine Tasse Rotwein-Essig pro Kilogramm und so viel Wasser, dass alles bedeckt ist. Außerdem können sie dann vor der Verwendung noch kurz in der Sonne getrocknet werden. Zudem sollte man sie nicht so lange schmoren, dass sie zerfallen. - Je nach Größe reichen 20 bis 30 Minuten.

Okras sind mit feinen Härchen bewachsen, die bei empfindlichen Menschen zu Reizungen führen können. Wer möchte kann die Härchen  abschaben, es muss jedoch nicht unbedingt gemacht werden. Man kann Okras auch roh im Salat essen. Da sie keinen großen Eigengeschmack haben, finde ich sie so etwas langweilig. Aber in der Kombination mit Tomaten, Zwiebeln und Olivenöl schmecken sie mir sehr gut.
Okras sind leicht verdaulich, kalorienarm und enthalten - wie alle Gemüse - viele Vitamine (vor allem Vit. C und A), Mineralstoffe (Calcium, Magnesium, Kalium und Folsäure) und die, das Immunsystem stärkenden, sekundäre Pflanzenstoffe. 

Okras gehören zu den Malvengewächsen und stammen aus Äthiopien. Sie werden seit sehr langer Zeit - nachweislich seit über 4000 Jahren - als Kulturpflanze angebaut. Auch in Griechenland werden sie seit Jahrtausenden gegessen und in der Heilkunde eingesetzt. Okraschoten sind fünfeckig und Fingerlang. Im Englischen werden sie aus wahrscheinlich diesem Grund auch Ladyfingers genannt.

Getrocknete Okrastückchen kann man zum Binden bzw. Andicken von Soßen verwenden und Okrasamen können geröstet und als Kaffeeersatz genutzt werden.

Putzen von Okraschoten

Wenn die Okraschote geöffnet wird,
tritt der Schleimstoff aus.

Nur die Stile dürfen vorsichtig von
der Schote abgeschnitten werden.

So geputzt können sie nun
geschmort werden.



Und hier nun mein Rezept für Geschmorte Okra in Tomatensauce


Zutaten: 1 kg Okraschoten, 150 ml Olivenöl, 2 feingeschnittene Zwiebeln, 2 Knoblauchzehe, 5 reife Fleischtomaten oder 1 kl. Dose Tomaten, Petersilie, Salz und  Pfeffer

Zubereitung: Die Okraschoten putzen (siehe oben) und waschen. Tomaten häuten und in kleine Stücke schneiden. Das Öl in einem Kochtopf erhitzen und Zwiebeln und Koblauch anbraten. Nun die Tomaten und die Okra hinzufügen. Bei geringer Hitze die Okra 20 - 30 Minuten lang dünsten. Kleingeschnittene Petersilie unterheben und vorsichtig servieren, da die Okra leicht zerfallen.

Und dazu eine dicke frische Scheibe Brot!

Kali Orexi - Guten Appetit!

Dienstag, 31. Juli 2012

Juli ist Tomaten Saison - Zeit für "Gemista"

Im Juli muß man Gemista essen, in allen anderen Monaten darf man es!
Gemista (γεμιστα) heißt übersetzt "gefüllt" und ist mit Reis gefülltes Gemüse. Zumeist werden dafür Fleischtomaten und Paprika verwendet. Jetzt Ende Juli ist die Hauptsaison für Tomaten und Paprika, also Gemista-Zeit. Die Riesengroßen  Fleischtomaten sind jetzt sonnengereift, sehr aromatisch und günstig.
Ein deutscher Freund, der vor ungefähr vier Jahren nach Kreta kam, erzählt jedem, der ihn fragt, warum er denn gerade nach Kreta ausgewandert sei, dass er nur wegen der leckeren Tomaten hier ist. ;-)
In sehr vielen kretischen Gerichten werden Tomaten (Domates) verarbeitet. Ihr kennt bestimmt auch einige. Hier ein paar Beispiele: Stifado, Moussaka, Bauernsalat, Tomatensalat, Tomatensuppe, Koukouvaia bzw. Dakos, Tomatenfrikadellen, Bohnen mit Tomaten, Okra mit Tomaten, Hackfleischklößchen in Tomatensoße, Shrimps Saganaki und... und... und...

Worüber ich mich immer noch wundere, ist, dass hier getrocknete Tomaten (wie in Italien) keine Tradition haben!

Hinsichtlich seiner gesundheitliche Wirkung hat der Tomateninhaltsstoff Lycopin in den letzten Jahren ein "Superstarimage" bekommen. Lycopin ist ein sekundärer Pflanzenstoff, der in der Pflanze an den roten Farbstoff gekoppelt ist. Wenn durch die Bearbeitung der Tomate die Zellen zerstört werden, wird das Lycopin frei und wirkt besser als in der rohen ganzen Tomate. So ist in Tomatensaft, Suppe, Mark und Soße sehr viel mehr des gesundheitlich wirksamen Stoffes enthalten.

Wissenschaftliche Studien haben bewiesen, dass der häufige Verzehr zur Vorbeugung von chronischen Krankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Osteoporose und Diabetes wirkt. Lycopin wirkt Zellschäden entgegen, die durch oxidativen Stress entstehen. Dieser Stress kann durch eine schädliche Lebensweise, durch Umweltaspekte, Krankheiten usw. entstehen.

Die Füllung der Tomaten und Paprika besteht aus Reis und Kräutern. Es gibt hier speziellen Reis für Gemista zu kaufen. Es ist ein weißer ziemlich kleiner Reis (aus Griechenland), der nur geringfügig klebrig ist. Die frischen Kräuter sind eine Mischung aus Petersilie, Dill und Minze.
In den Tavernen wird Gemista zumeist mit "Gefüllte Tomate" bzw. "stuffed Tomato" übersetzt. Und viele Touristen wundern sich dann, wenn sowohl eine Tomate als auch eine gefüllte Paprika serviert werden. In den Speisekarten steht das Gericht zumeist in der Rubrik "Vorspeisen", für mich reicht es auch als Hauptgericht. Außer Tomaten und Paprika werden mit dieser Reismischung auch Zucchiniblüten, Auberginen oder Weinblätter füllen.

Typisches Kennzeichen für diese typische Sommerspeise ist, dass die gefüllten Gemüse nicht mehr wunderhübsch aussehen, sondern zerschrumpelt und die Gemüsedeckel braun gebraten.

Das folgende Rezept habe ich von einer kretischen Nachbarin und es klappt gut. Ich habe jedoch auch schon jede Menge anderer Varianten gehört und gelesen. Sie unterscheiden sich unter anderem in der Menge an Öl, an der Zugabe von Tomatensaft oder Mark und bei einigen wird der Reis zuerst gekocht. In vielen Rezepten werden auch noch gleichzeitig Kartoffeln mitgegart, dann muss man jedoch mehr Flüssigkeit dazu geben. Was mir an diesem Rezept gefällt ist der geringe Einsatz von Fett und die einfache Zubereitungsart.

Gemista - Gefüllte Tomaten
für 4 Personen
Zutaten: 4 große Fleischtomaten, 4 grüne Paprika, 8 Eßl. Reis, 1 Eßl. gehackte Petersilie, 1 Eßl. gehackten Dill, 1 Teel. gehackte Minze, 1 Bund Frühlingszwiebeln oder 1 große Zwiebel, etwas Olivenöl, Salz

Zubereitung: Die Tomaten und Paprika waschen und oben (am Stilansatz) einen Deckel abschneiden. Dann die Tomaten aushöhlen - ich habe einen "Grapefruitlöffel", der vorne gezackt ist, damit geht dies wunderbar - und die Paprika säubern.  Das Innere der Tomaten sehr klein schneiden, zerstampfen oder pürieren. Die Zwiebeln klein schneiden und zum Püree geben. Ebenfalls die Kräuter und den Reis  unterrühren und mit Salz abschmecken.
Die Tomaten und Paprika von außen mit Olivenöl einreiben und in eine mit Olivenöl ausgefettete verschließbare Auflaufform geben.
Das Tomaten-Reis-Püree nun gleichmäßig auf die Tomaten und Paprika verteilen. Je nachdem wie saftig die Tomaten sind, sind die ausgehöhlten Gemüseteile dann halb bis ganz voll von der Mischung. Wenn sie nur halbvoll sind solltet ihr noch eine Tasse Wasser in die Form zwischen die Gemüse geben.

Die Form nun gut verschließen, damit keine Flüssigkeit bzw. kein Dampf entweichen kann. In den auf 200 Grad vorgeheizten Backofen stellen und und ungefähr 50 bis 60 Minuten garen. Wenn der Reis gar ist und die Tomaten und Paprika weich, den Deckel von der Auflaufform entfernen und nochmals für 10 bis 15 Minuten in den Ofen zum Bräunen zurückstellen.


Kali Orexi - Guten Appetit!

Sonntag, 24. Juni 2012

Zucchini Bratlinge - Kolokithokeftédes

Vor ein paar Tagen habe ich ja berichtet, dass wir sehr viele Zucchinis geschenkt bekommen haben. Ungefähr die Hälfte habe ich für das Boureki verbraucht. Aus den anderen habe ich nun Zucchini-Frikadellen hergestellt. Da diese auch kalt sehr gut schmecken und man sie sehr gut einfieren kann, lohnt es sich immer gleich eine große Menge zu produzieren.

Das superlange schwierig aussehende griechische Wort bedeutet genau das Gleiche wie im Deutschen; Kalokithi heißt Zucchini und Keftédes Bratling (Frikadelle, Bulette). Beim Zusammensetzen wird aus dem i ein o.

Natürlich kommen auch zu diesem Rezept wieder reichlich Kräuter hinzu. Am besten schmecken sie mit den "Unentbehrlichen Drei" - Petersilie, Dill, Frühlingszwiebeln. Aber ich habe auch schon Zucchinibuletten mit viel Minze gegessen.  Ich verwende zumeist Feta für die Bratlinge, aber genauso gut könnt ihr anderen Käse verwenden. Es ist eine gute Art Reste zu verwerten.

Als Paniermehl nehme ich ein paar Tage altes Brot. Hier auf Kreta wird frisches Brot sehr schnell trocken und eignet sich dann nicht mehr so richtig zur Verwendung für belegte Brote. ;-) Oder ich nutze den kretischen Zwieback (Paximadi), den haben wir immer im Haus und er ist einfach zu zermahlen.

Wenn ihr vorhabt die Bratlinge einzufrieren, könnt ihr sie auch nur kurz anbraten, abkühlen lassen und einfrieren. Wenn ihr sie dann verwenden wollt, lasst sie etwa eine viertel Stunde auftauen und bratet sie jetzt erst zu Ende bis sie goldbraun werden.

Rezept für ca. 12 - 15 Bratlinge
Zutaten: 1 kg Zucchini, 2 Eier, 1 Bund Frühlingszwiebeln oder 1 große Zwiebel, 1 Scheibe Feta, 1 Eßl. gehackte Petersilie, 1 Eßl. gehackten Dill, 2 volle Eßlöffel Paniermehl, Salz und Pfeffer, 1 vollen Eßlöffel Mehl, Olivenöl zum Ausbacken


Zubereitung: Die Zucchini raspeln, in eine Schüssel geben und mit 1 Teelöffel Salz vermischen. Eine halbe Stunde stehen lassen und dann über einem Sieb Portionsweise sehr gut ausdrücken bis die Zucchini trocken sind. Es läuft dabei ungefähr ein viertel Liter grüne Flüssigkeit heraus. Die Frühlingszwiebeln oder Zwiebel fein zerschneiden, den Käse zerkrümeln, die Petersilie und den Dill fein hacken. Alles zu den Zucchiniraspeln geben und mit den Eiern, Paniermehl und Mehl vermischen. 12 bis 15 Bratlinge daraus formen. Wenn der Teig zu matschig ist noch etwas mehr Paniermehl hinzufügen.

In einer hohen Pfanne ausreichend Olivenöl heiß werden lassen und die Frikadellen darin schwimmend von jeder Seite ungefähr 3 Minuten goldbraun backen.
Auf ein Küchenpapier legen, damit überschüssiges Fett aufgesaugt wird. Eine meiner kretischen Bekannten mag bei Zucchinifrikadellen absolut nicht den Olivenölgeschmack, sie benutzt immer Sonnenblumenöl und ihre Kalokithokeftedes schmecken auch gut.

Man kann die Bratlinge auch im Backofen backen. (Dann sind sie fettärmer.) Dazu ein Backblech mit Backpapier auslegen und dieses mit Olivenöl einfetten. Die geformten Frikadelle darauflegen und von der Oberseite mit Olivenöl bepinseln. Im vorgeheiztem Backofen bei 200 Grad ungefähr 20 Minuten backen. Nach der Hälfte der Zeit die Zucchinibratlinge einmal wenden.

Ich mag sie sehr gerne mit Tzatziki!       Guten Appetit - Kali Orexi!