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Mittwoch, 5. Juni 2013

Filoteig für Pita, Baklava, Galaktoboureko, Kalitsounia und Aginaropita

Filoteig ist der noch meistverwendete Teig auf Kreta. Früher wurde er noch häufiger eingesetzt, inzwischen wird er oftmals durch Blätterteig ersetzt. Er wird auch Fillo- oder Yufkateig genannt. Bekannt ist er vor allem durch die süßen Nuss-Kuchenstücke Baklava, durch Gakaloboureko, Pita oder Kalitsounia.

Im Gegensatz zu Blätterteig, der aus aufeinander geschichteten Teigblätter mit einer dazwischenliegenden Fettschicht besteht, wird Filoteig sehr sehr dünn ausgerollt bzw. gezogen und dann kurz vor dem Backen mit Fett bestrichen und geschichtet. Mich erinnert er natürlich auch an Strudelteig, den man ebenso dünn ausrollen muss. "Man muss eine Zeitung hindurch lesen können," sagte unsere Lehrerin immer ;-)

Ich verwende hier auf Kreta zumeist gekauften fertigen Filoteig. Es gibt ihn hier recht günstig  in jedem Supermarkt im Tiefkühlregal. In der Altstadt von Rethymno kann man Filoteig frisch gemacht kaufen.  Hier könnt ihr einen kurzen Film auf youtube sehen, wie in einer Bäckerei in der Altstadt von Rethymnon Filoteig hergestellt wird.

Rezept für selbsthergestellten Filoteig:

Zutaten: 250 g Mehl, 4 Eßl. Olivenöl, 1 Teel. Essig, maximal 100 ml Wasser, 1/2 Teel. Salz.
Damit der Teig elastischer wird wurde mir empfohlen Hartweizenmehl (Nudelmehl) zu benutzen oder die Zugabe von feinem Grieß. Ich benutze zumeist 3/4 "normales" Mehl  (Type 405 oder 550) und 1/4 Hartweizenmehl. Anstelle von Essig findet man in vielen Rezepten auch die Zugabe von Raki (oder Ouzo).

Zubereitung:
Mehl, Öl, Essig, Salz vermischen und so viel Wasser dazugeben, bis ein glatter, glänzender, elastischer Teig entsteht. Zu einer Rolle formen und in Frischhaltefolie gewickelt mindestens 30 Minuten (besser 1 - 2 Stunden)  ruhen lassen. Danach den Teig in 4- 6 Stücke teilen und sehr dünn ausrollen, je nachdem wie groß die Teigplatte sein sollen.

Da ich sehr viele Artischocken geschenkt bekommen habe, habe ich mit dem frischen Filoteig aus der Bäckerei in Rethymno Artischocken-Pita gemacht.
Dieser Gemüsekuchen heißt auf griechisch Aginaropita


Hier ist das Rezept dafür

Zutaten
8 mittelgroße Artischocken, 6 Frühlingszwiebeln, 100 g geriebenen Hartkäse (Graviera), 100 g Anthotiro (oder Feta oder Ricotta), 1 Ei, 100 ml Olivenöl, 100 ml Milch, ca. 3 Blätter gehackte frische Minze, Salz und Pfeffer, 1 Eßl. Sesamsamen
1 Pack. Filoteig

Zubereitung: 
Schält die Artischocken, bis nur noch die weichen inneren Blätter bleiben zusammen mit den Herzen. Schneidet diese in dünne Scheiben. Wenn ihr sie nicht gleich weiterverarbeitet, müßt ihr sie in Zitronenwasser legen, damit sie nicht braun werden. Die Zwiebeln kleinschneiden und mit den Artischocken kurz anbraten. Dann etwas Wasser hinzufügen und 5 Minuten köcheln lassen. Wenn ihr tiefgefrorene Artischocken verwendet solltet ihr diesen Schritt ebenfalls machen. Bei Dosenartischocken nur die Frühlingszwiebeln andünsten. Etwas abkühlen lassen, den Käse und die Minze hinzufügen und gut vermischen.

Die Hälfte der Filoteigblätter für den Boden der Tarte verwenden. Dazu die erste Schicht in einen gefettete Kuchenform legen und mit Öl bepinseln. Die zweite Teigplatte darauflegen und wieder mit Öl bestreichen .... und so weiter.
Nun die Füllung darauf verteilen. Ei und Milch verquirlen und mit Salz und Pfeffer abschmecken und über die Füllung geben. Nun alles mit den restlichen Filoteigblättern abdecken und dabei wieder jede einzelne Platte gut mit Öl bestreichen. Die oberste Schicht mit den Sesamkörnern bestreuen. Im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad ca. 45 Minuten, bis die Pita ist eine schöne goldene Farbe hat und innen nicht mehr flüssig ist.

Guten Appetit - Kali Orexi!










Samstag, 16. März 2013

Lagana und Taramosalata zum "Sauberen Montag"

Nächsten Montag ist der „Kathara Deftera", der "Saubere Montag", dieser Tag entspricht dem Aschermittwoch und ist der erste Tag der Fastenzeit. An diesem Tag stehen wahrscheinlich in jedem kretischen Haushalt Lagana und Taramosalata auf dem Tisch!

Das Fladenbrot Lagana erinnert mich sehr stark an türkisches Pide. Hier kommt es nur  an einem Tag auf den Tisch und wird zumeist gekauft und nicht selbst gebacken. Es besteht aus Mehl, Hefe, Wasser und Olivenöl und wird mit weißem und schwarzen Sesam (bzw. Sesam und Schwarzkümmel) bestreut. Eine Bekannte würzt das Brot mit Trahini (Sesampaste) und Mastix. Das habe ich noch nicht ausprobiert und auch die Bäcker hier machen es nicht.
Angeblich bringt es Unglück, wenn man das Fladenbrot schneidet; also besser nur zerreißen. ;-)

Taramosalata ist ein Salat aus gesalzenem Fischrogen und Kartoffeln oder Weißbrot. Für mich ist es jedoch, genau wie Tzatziki eher ein Dip oder eine Creme. Feiner schmeckt Taramas mit dem teureren weißen Rogen (kg 10,44 €). Der Rote kostet die Hälfte (kg 5,33 €). Der Rogen stammt vom Karpfen, vom Kabeljau oder auch Meeräsche, Forelle oder Lachs.

Je nachdem welchen Rogen man wählt variiert natürlich die Farbe dieser Creme auch auch zwischen weiß und beige. Bei den fertigen Salaten aus dem Supermarkt wird häufig Lebensmittelfarbe oder Rote Bete Saft zugesetzt, damit er rosa aussieht. Man kann den Dip auch ohne Kartoffeln und Brot machen, dann wird er wie eine Mayonnaise hergestellt aus Olivenöl, Rogen, Zitronensaft und geriebene Zwiebel.

Hier auf Kreta jedoch wird er überall "verdünnt" (und Fettärmer) gegessen. Mir schmeckt der Dip am besten mit dem weißen Kaviar und Kartoffeln.

Die Kombination des Fladenbrotes mit dem Fischrogensalat schmeckt sehr lecker!

Was sonst noch auf den Tisch kommt und welche weiteren Traditionen es zum Sauberen Montag gibt seht ihr hier.

Und hier nun die Rezepte:

Lagana
Zutaten: 500 g Mehl (am besten Type 550, ich habe es aber auch schon mit 405 und 1050 gemacht),
1 Pack. frische Hefe (oder Trockenhefe), 350 ml Wasser, 1 gestr. Teel. Salz, 2 Eßl. Olivenöl, 1 Teel. Zucker, Sesam zum Bestreuen
Zubereitung: Hefe in dem lauwarmen Wasser auflösen und mit dem Zucker und 100 g Mehl vermischen. Ungefähr 10 Minuten ruhen lassen. Dann mit dem restlichen Mehl, dem Öl und dem Salz vermengen und zu einem elastischen Teig verkneten. 45 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen. Den Teig nochmals durchkneten und in zwei Stücke teilen. Zwei längliche Fladenbrote formen. Die Oberfläche mit Wasser anfeuchten und mit Sesam bestreuen. Nochmals ca. 45 Minuten gehen lassen. Bei 200 Grad ca. 20-30 Minuten backen.

roter und "weißer" Fischrogen
Ich mache die Brote oft abends. Wenn sie fertig geformt sind stelle ich sie mit einem Geschirrtuch abgedeckt über Nacht in den Kühlschrank. Am nächsten Morgen dann einfach in den Backofen schieben. Mir gefällt die "Porung" des Teiges dann besser.

Taramosalata
Zutaten: 125 g Fischrogen, 200 ml Olivenöl, 4 mittelgroße gekochte Kartoffeln oder 4 Scheiben Weißbrot ohne Rinde, 4 Eßl. Zitronensaft, 1 Zwiebel
Zubereitung:
Den Fischrogen zusammen mit den Kartoffeln (oder dem Brot) in einer Küchenmaschine oder Mixer vermischen. Dann nach und nach das Olivenöl, den Zitronensaft und die geriebene Zwiebel dazugeben. (Evtl. Petersilie dazugeben.) Mit Oliven oder Petersilie dekorieren.

Taramosalata mit hellen (links) und roten (rechts) Fischrogen.


Kali Orexi - Guten Appetit!

Kali Sarakosti - Eine gute Fastenzeit!


Montag, 11. Februar 2013

Die kretische Spinatschnecke

Die kretische Spinatschnecke (spanakopita cretiensis) lebt in Küchen und Esszimmern und zeichnet sich durch eine extrem kurze Lebensdauer aus. Sie ist hier auf Kreta zumeist Untertassengroß und goldbraun. Ich habe jedoch auch schon in Tiefkühltruhen außerkretische Riesenexemplare gesehen.

Außer eisiger Kälte kann sie auch große Hitzewellen überleben. Allerdings besteht eine große Gefahr, dass sie die Abkühlphase nach der großen Hitze nicht überlebt. Nur wenige Exemplare wurden am darauffolgenden Tag noch gesehen.


Nun aber Schluß mit dem Quatsch ;-)

Bei Spanakopita handelt es sich um Spinat, der von einer Teigschicht umhüllt ist. Man Spanakopita hier in den verschiedensten Formen kaufen und genießen. Zum Beispiel als kleine gefüllte Taschen aus Blätterteig, als frittierte Halbmonde oder als Auflauf mit Filoteig. Die Zubereitung kann in  der Pfanne oder im Backofen erfolgen.

Die Füllung besteht entweder nur aus Spinat oder aus einer Mischung von Spinat mit Käse - zumeist Feta. Gewürzt wird sehr oft mit Dill, aber sie schmecken auch sehr gut mit Minze.

Und ich mag sehr gerne die Variante bei der der gefüllte Teig in Schneckenform aufgerollt wird. Diese Zubereitung ist etwas aufwendiger und man muss aufpassen, dass der dünne Filoteig nicht reißt. Schon  kurze Zeit nachdem der Teig aus der Packung genommen wurde, beginnt er auszutrocknen und brüchig zu werden. Ihr könnt das auf dem einen Bild an der unteren Kante sehr gut erkennen.

Damit der Teig nicht reißt müsst ihr ihn feucht halten. Am einfachsten ist es, wenn ihr ein angefeuchtetes Handtuch auf die ungenutzten Teigblätter legt.

Der Spinat, den man hier kaufen hat im Gegensatz zu dem Spinat, den man in Deutschland kaufen kann, riesengroße Blätter. Das bedeutet, dass er eine längere Zubereitungszeit braucht.

Am bekanntesten ist der hohe Eisengehalt des Spinates. Er enthält jedoch auch viel Vitamin C und Vitamin K, reichlich Calcium und Magnesium sowie Folsäure und Beta-Carotin. Der kretische Spinat, enthält mehr dieser gesunden Inhaltsstoffe als der der zarte Babyspinat.

Ich mag Spanakopita am liebsten mit etwas Fetakäse. Man kann auch Mizithra, Ricotta oder Mozarella verwenden.

Den Filoteig kann man selbst machen, ich benutze zumeist tiefgefrorenen Filoteig, den es hier überall kaufen gibt.
Hier ist ein Rezept, nach dem ich den Filoteig zubereite.

Filoteig: 
Zutaten: 250 g Mehl, 4 Eßl. Olivenöl, 1 Teel. Essig, maximal 100 ml Wasser, 1/2 Teel. Salz.
Zubereitung:
Mehl, Öl, Essig, Salz vermischen und so viel Wasser dazugeben, bis ein glatter, glänzender, elastischer Teig entsteht. Zu einer Rolle formen und in Frischhaltefolie gewickelt ca. 30 Minuten ruhen lassen. Danach den Teig in 4 Stücke teilen und sehr dünn ausrollen. Man muss, wie bei Strudelteig, durch den Teig hindurch eine Zeitung lesen können! Für die Schnecken den Teig in 6 -8 Stücke teilen und dünn ausrollen, je nachdem wie groß die Schnecken sein sollen.

Und hier nun das Rezept für die
Spinatschnecken:
Zutaten für 8 Stück:
1 kg frischen Spinat, 1 Zwiebel, 200 g Feta, Olivenöl, Salz, Pfeffer, Muskat, (1 Knoblauchzehe,) 1 Bund Dill, 8 Filoteigblätter, evtl. 50 g zerlassene Butter

Zubereitung:
Spinat sehr gut waschen, von den Stielen befreien und kleinschneiden. Den Dill klein hacken. Die Zwiebel fein hacken. In einer Pfanne etwas Öl erhitzen und die Zwiebeln darin glasig andünsten. Den Spinat und den Dill hinzugeben und unter Rühren zusammenfallen lassen. Wenn ihr Feta hinzugebt nur leicht salzen, da der Käse Salz enthält. Pfeffern und mit Muskat abschmecken. Zur Seite stellen und etwas abkühlen lassen. Den Fetakäse zerkrümeln, in die Pfanne geben und untermischen.

Ein Blatt Filoteig mit der breiten Seite nach unten glatt ausbreiten und an der unteren Seite mit einem Achtel der Spinat-Feta-Mischung einen Streifen entlang der Kante legen. Die Teigplatte mit Olivenöl oder zerlassener Butter bestreichen.

Nun den Teig über die Füllung schlagen und vorsichtig aufrollen. Es  sollten möglichst keine Risse oder Löcher entstehen, da die Füllung sonst dort während des Backens austritt. Die Spanakopita schmeckt dann immer noch gut, sieht nur nicht mehr perfekt aus ;-)

Diese Rolle nun vorsichtig zu einer Schnecke aufrollen und mit Butter oder Öl bestreichen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen.

Bei 200 Grad ungefähr 15 - 20 Minuten goldbraun backen.

Vor dem Verzehr etwa 5 Minuten warten, damit ihr euch nicht die Zunge verbrennt.



Und so sieht die Schnecke dann aufgeschnitten aus.

Kali orexi - Guten Appetit!

Samstag, 24. November 2012

Süße Käsetaschen aus der Region Sfakia

Diese mit Frischkäse gefüllte flache Pita (Tiropita) hat ihren Ursprung in einer Region, die im Südwesten der Insel Kreta liegt. Dieses Gebiet ist bei den Touristen deshalb bekannt, da dort die beiden bekanntesten Schluchten Kretas liegen: die Samaria und die Imbros Schlucht. Wenn ihr weitere Informationen über das Gebiet Sfakia ansehen wollt könnt ihr sie unter anderem hier finden. Und wunderbare Bilder aus der Region findet ihr im Blog von Bettina Trüper: Sfakiatagebuch. Die Imbrosschlucht habe ich schon einmal durchwandert; nächstes Jahr im Frühling habe ich mir vorgenommen auch die längste Schlucht, die Samaria einmal runter zu laufen.

In dieser kargen Gegend gibt es jede Menge Schafe und Ziegen und somit auch viel Käse. Der bekannteste Frischkäse aus Kreta heißt Mizithra ist weiß, weich und etwas süßlich. Mizithra sieht aus wie trockener Quark und wird entweder aus Schafsmilch oder Ziegenmilch hergestellt mit einem kleinen Anteil (10-20%) an Milch des anderen Tieres. Sein Feuchtigkeitsgehalt liegt bei ca. 70% und der Fettgehalt in der Trockenmasse bei ca. 15%. Ich mag diesen Molkenkäse sehr, er wird übrigens schon seit Jahrhunderten in Griechenland hergestellt und wird in Form eines abgeflachten Kegels angeboten.
Es gibt auf Kreta auch noch eine Frischkäse Variante mit einem leicht säuerlichem Geschmack den "Xynomizithra".

Da die sfakischen Käsetaschen jedoch mit Honig serviert werden,  eignet sich natürlich der Mizithra besser, da er ja von sich aus schon etwas süßlich ist. Vom Aussehen her erinnern die Käsetaschen an Pfannkuchen, sie sind jedoch von der Konsistenz eher fest und elastisch. Ich finde sie sind ideal zum Mitnehmen für die Verpflegung unterwegs. Nur kurz vor den Verzehr etwas kretischen Thymianhonig drüber und fertig ist eine leckere Süßspeise.

Ähnlich wie diese Tiropita ist auch die "Marathopita" hergestellt. Sie stammt ursprünglich ebenfalls aus der Region südlich von Chania, nur wird diese Pita anstelle von Käse mit Fenchelgrün (zusammen mit anderen Wildkräutern) gefüllt.

Ich finde die Herstellung nicht ganz einfach, da man die gefüllte Teigtasche gleichmäßig dünn ausrollen muss ohne das Löcher entstehen. Meine ersten drei waren sehr löcherig, aber dann hatte ich den Trick raus   ;-).

Man kann die fertige Pita sehr gut einfrieren. Am besten zuerst einzeln gefrieren lassen und dann erst zusammen verpacken, so lassen sie sich besser einzeln wieder entnehmen.



Tiropita Sfakiana - Käsetaschen mit Honig

Zutaten für 4 Pitas:
Pitateig: 250 g Mehl, 1 Prise Salz, 150 ml Wasser, 4 Eßl. Ölivenöl,
In einigen Rezepten wird noch etwas Raki hinzugefügt: auf 1 kg Mehl 1 Schnapsglas, es geht aber auch hervorragend ohne!

Füllung: 200 g Mizithra (kretischer Frischkäse)
Alternative: trockener Quark, dazu den Quark in ein Geschirrhandtuch geben und vorsichtig die Flüssigkeit ausdrücken. Besser ist die langsamere Methode: Ich verknote das Handtuch oben und stecke einen Kochlöffel hindurch. Dann über eine Schüssel hängen und den Quark ein paar Stunden im Kühlschrank abtropfen lassen und zum Schluß noch etwas ausdrücken.


Servieren mit 4 Eßl. Honig (am besten Thymianhonig aus Kreta)

Zubereitung:
Pitateig: Mehl mit Salz, Wasser und Öl gut verkneten und 1-2 Stunden ruhen lassen. Danach nochmals durchkneten und in 4 gleichgroß Stücke teilen.
Den Käse ebenfalls in vier gleichgroße Stücke teilen und zu Kugeln formen, die etwa Golfballgröße haben. Einen Teil des Teiges nun rund ausrollen, sodass er den Käseball umschließen kann. Dabei die Ränder dünner ausrollen als die Mitte. Den Teig nun um den Käseball legen und ober zusammendrücken und gut verschließen. Diese Kugel nun langsam flach machen und zum Schluß dünn ausrollen (ca. 25-28 cm Durchmesser).
In einer beschichteten Pfanne ohne Fett bei mittlerer Hitze die Pita nun von jeder Seite ungefähr 4 bis 5 Minuten backen. Luftblasen mit dem Pfannenheber platt drücken.

Wenn ihr keine gute beschichtete Pfanne habt, solltet ihr etwas Fett in die Pfanne geben. (Ihr könntet dann weniger Fett in den Pitateig geben.)
Ich habe die Pita auch schon einmal im Backofen gebacken, sie bekommt dann dickere Huckel durch Luftblasen und wird nicht so schön gefleckt goldgelb. In einer Taverne habe ich sie sogar schon mal frittiert bekommen, dass empfand ich jedoch als etwas zu fettig.

Eine andere Art sie herzustellen ist folgende: Teilt den Teig in acht Stücke und rollt diese gleichgroß, rund und dünn aus. Dann vier mit der Füllung bestreichen und die anderen vier vorsichtig darüberlegen. Die Kanten ringsherum nun gut zusammendrücken.

Jede Pita nun mit einem Eßlöffel Honig übergießen.


Kali Orexi - Guten Appetit!

Donnerstag, 27. September 2012

Skepasti - der beliebte Pita-Giros Doppeldecker

Ich glaube nicht, dass Skepasti ein Gericht der ursprünglichen kretischen Kost ist, ;-) aber es ist lecker und ab und zu essen wir auch gerne solche üppigen modernen Fertiggerichte, die man hier auf Kreta  in jedem "Grill" schnell und preiswert erhält.

Skepasti heißt übersetzt zugedeckt, bedeckt - und genau so wird es bei dieser Fast Food Speise mit dem Giros gemacht: es wird mit einem Pitabrot bedeckt. In den meisten Schnellimbissen wird ein Pita als Unterlage genutzt, dann kommt Giros drauf und damit es auch gut zusammenklebt eine ordentliche Portion Käse. Abgedeckt wird dieser Doppeldecker nun mit einem weiteren Pitabrot und so dann gegrillt, so dass der Käse schmilzt.

Bei unserem Lieblingsschnellimbiss wird anstelle von zwei Pitabroten ein größeres verwendet, das dann zu Hälfte gefüllt und zusammengeklappt wird. Außer Giros und Hartkäse wird häufig außerdem Tzatziki, Feta, Tomaten, Zwiebeln und Speck dazwischengefüllt.

Serviert wird es zumeist zusätzlich noch mit einer Portion Pommes Frites. Alles zusammen ist dies eine wirklich sehr gehaltvolle Speise!!! Für mich reicht ein Skepasti für 2 bis 3 Mahlzeiten; aber ich habe schon oft gesehen wie so eine riesige Portion schell in einem Mund verschwindet - zumeist ein Männermund ;-)

Es ist auch einfach selbst herzustellen. Entweder mit Resten von einer Girosmahlzeit oder ihr bratet euch Giros selbst. Dazu etwas fetteres Schweinefleisch z.B. Nacken in dünne kleine Scheiben schneiden. Das Fleisch mit ein wenig Olivenöl, Salz, Pfeffer, Oregano und etwas Thymian würzen. Eine ganze Knoblauchzehe dazugeben und alles für ca. eine Stunde im Kühlschrank durchziehen lassen.

Eine Pfanne ohne Fett schön heiß werden lassen und dann das Fleisch darin scharf anbraten. Wenn ihr viel Fleisch habt, bratet es lieber in 2 oder 3  Portionen an. Die Knoblauchzehe bleibt im Ganzen, da sie sozusagen nur zum "Parfümieren" ist.

Ein flaches Pitabrot nehmen, darauf das Giros geben und eine Scheibe Hartkäse bzw. geriebenen Käse streuen. Ich benutze dafür Graviera, aber es geht auch jeder andere Käse, je nach Geschmack. 2-3 dünn geschnittene Scheiben  Tomate, einige Stückchen geschnittene Zwiebel darauf geben und mit einer weiteren Scheibe Pita abdecken.

Im Backofen unter dem Grill oder in einer passenden Pfanne kurz anrösten, bis der Käse geschmolzen ist. Nach Belieben eventuell einmal umdrehen.

Kali Orexi - Guten Appetit!



Übrigens gibt es auch einen Ort auf Kreta der Skepasti heißt.


Dienstag, 27. März 2012

Pita ist nicht gleich Pita

In meinem Griechischlexikon wird Pita (πίτα) mit Fladen und Fladenbrot übersetzt.
Aber ich habe hier schnell gemerkt, dass sich hinter einer Pita noch sehr viel Anderes verstecken kann. Bei einer Umfrage was Pita ist, kann man also alles hören von "Fladenbrot, das mit Giros gefüllt ist", über "Käsetasche" bis zu "Spinatkuchen".

Hier einige Bilder zu den unterschiedlichen "Pitas"
Hefeteigpita 


Fladenbrotpita


Lagana

Zyprische Pita

Blätterteigpita


Filoteigpita 


Pitatasche


Gefüllte Pita 



Hefeteigpita: Dies ist die Pita, die man unter dem Namen am häufigsten meint. Sie wird aus einem einfachen Hefeteig hergestellt und im sehr heißen Öfen schnell gebacken. Sie bläht sich während des Backens auf und es entsteht in der Mitte ein flacher Hohlraum. Man benutzt sie als einfache Beilage zu vielen Speisen. Sie kann frisch aus dem Ofen oder kalt  gegessen werden. Sie läßt sich gut einfrieren. Auf Kreta kann man sie in der Bäckerei oder im Supermarkt kaufen und sie kurz im Backofen oder auf dem Grill erhitzen.

Fladenbrot Pita: Diese Pita ist flach wie ein Fladen und der Teig wird ohne Hefe zubereitet. Diese Pita wird ebenfalls als Beilage zu vielen Speisen gereicht. Sie läßt sich gut einfrieren und gut auf dem Grill kurz erhitzen.
Eine beliebte Spezialität ist die Tiropita Sfakjana, die dünn mit Käse (Mizithra) gefüllt wird und mit Honig übergossen wird.


Gefüllte Teigtasche: Diese Pitas sind zumeist Handtellergroße Gebäckstücke, die eine herzhafte oder süße Füllung haben. Man kann sie leicht selbst herstellen und es gibt sie in jeder Bäckerei zu kaufen. Sie eignen sich hervorragend zum Picknick, als Zwischenmahlzeit, für die Schule und als Mittagessen am Arbeitsplatz. Sie werden aus allen verschiedenen Teigsorten hergestellt, mehr und mehr leider nur noch aus Blätterteig. Die Füllungen sind zum Beispiel Fetakäse, Spinat, Chorta, Würstchen, Tomaten mit Oliven oder auch mit Nüssen und Honig.

Zyprische Pita: Diese Pita wird ebenfalls aus einem Hefeteig hergestellt. Sie hat jedoch eine längliche ovale Form und ist nicht so elastisch wie die runde Pita und bröselt schneller auseinander. Man schneidet sie quer in der Mitte durch und füllt die beiden Teile.

Lagana: Auf Kreta heißt dieses Brot Lagana und wird traditionell am "Sauberen Montag" dem griechischen Aschermittwoch gegessen. In Deutschland wird dieses Fladenbrot ebenfalls Pita genannt. In vielen Schnellimbissen wird Pita Giros mit diesem Brot serviert. Es wird aus Hefeteig hergestellt und mit Sesam betreut.

Blätterteigpita: In den letzten Jahren hat der Blätterteig immer mehr die anderen Teigarten für Pitataschen abgelöst. In Bäckereien und im Schnellimbiß erhält man zumeist gefüllte Pitataschen aus Blätterteig. Er ist günstig und einfach zu verarbeiten. Gefüllt werden die Blätterteigteilchen mit Würstchen, Schinken und Käse oder auch traditionell mit Spinat und Käse.


Filoteigpita: Filo- oder auch Fylloteig ist ein hauchdünn ausgerollter Teig, der nach dem Backen sehr knusprig ist. Er ist dünner als Strudelteig und schmeckt sowohl mit süßen wie auch mit herzhaften Füllungen. Die bekannte Spinatpita (Spanakopita) wird zumeist mit diesem Teig hergestellt. Es gibt diese Pita als großen Kuchen und auch als kleine gefüllte Teigtaschen. Filoteig eignet sich auch gut zum Frittieren und es gibt hier häufig kleine frittierte Pitataschen, gefüllt mit Käse und/oder Spinat zu kleine Dreiecken, Halbkreisen oder Kreisen geformt. Sie sind ein beliebtes Mitbringsel zu Feiern und Festen.

Gefüllte Pita: Hierbei handelt es sich um eine Hefeteigpita, eine längliche Pita oder eine Fladenbrotpita, die nach dem Backen belegt oder mit Belag bestrichen wird und anschließend zum Verzehr aufgerollt wird. Die bekannteste ist Pita Giros: der Fladen wird mit Giros belegt und nach Geschmack mit Pommes Frites, Tomaten, Salat, Zwiebel, Sauce, z.B. Tzatziki etc. Zum Essen aus der Hand wird sie aufgerollt und in ein Papier gewickelt!

Und hier noch zwei Teigrezepte: 


Pitateig ohne Hefe
Zutaten: 250 g Mehl, 1 Prise Salz, 150 ml Wasser, 4 Eßl. Ölivenöl
Zubereitung: Mehl mit Salz, Wasser und Öl gut verkneten und ca. 2 Stunden bei Zimmertemperatur ruhen lassen. Den Teig in acht gleichgroße Stücke teilen und diese dünn ausrollen. Eine passend große Pfanne ohne Öl erhitzen und die Fladen darin von jeder Seite ca. Minuten backen. Sie bähen sich dabei auf. Es geht auch im Backofen bei 200 Grad ca. 15 Minuten; dann blähen sie sich jedoch nicht so schön auf.

Pitateig mit Hefe
Zutaten: 1 kg Mehl, 20 g Hefe, ungefähr 450 ml lauwarmes Wasser, 3 EL Olivenöl, 1 Teel. Salz
Zubereitung: Mehl, Salz, Hefe, Wasser und Olivenöl in eine Knetmaschine geben, fest durchmischen, bis eine Teigkugel entsteht. Etwa 30 Minuten lang bei Zimmertemperatur aufgehen lassen. Teig noch einmal gut durchkneten und in Stücke gleicher Größe teilen. Diese zu kleinen (Kuchentellergroß) Fladen formen, auf das gefettete Blech legen und bei 220 °C 12 Minuten lang backen.

Und zum Schluß noch:
Im Amerikanischen ist PITA die Abkürzung für pain in the ass (Schmerz im Arsch)  ;-)