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Samstag, 16. Februar 2013

Loukoumades - süße Kugeln mit Honig




Diese süßen Hefeteigkugeln sind ein typisch griechisches Dessert. Traditionell war es auf Kreta nicht üblich nachmittags Kaffee und Kuchen zu essen. Süßes gab als Nachtisch oder wenn Gäste kamen. Dann ist es üblich den Gästen die sogenannten Glyko Koutaliou "Löffelsüßigkeiten", anzubieten; das sind in Zuckersirup eingelegte Obststückchen. (Dazu könnt ihr hier mehr lesen.) Kuchenstücke wie Baklava, Kadalfi, Galaktoboureko oder Loukoumades gab es zu Feiern und Festen und dann zumeist als Nachtisch. Heutzutage gibt es fast in jedem Ort eine Konditorei (Sácharoplastíon) in der man Torten, Kekse und alle leckeren kleinen Sirupgetränkte Kuchen bekommt.

Ich lernte die frittierten Teigbällchen in unserem ersten Griechenland Urlaub kennen und lieben. Im Hotel gab es sie jeden Tag auf dem Dessertbüffet und zu Hause in Deutschland gab es sie bei unserem "Lieblingsgriechen" jedesmal kostenlos als Nachspeise serviert.

Ich erwartete also, dass ich sie hier auf Kreta auch in jeder Taverne bekommen würde! Und welche Überraschung ..., ich bekam keine! Uns wurden Halva, Bougatsa (Grieskuchen und Pudding), Joghurt mit Honig oder Glika oder auch ein Stück Orangenkuchen serviert, aber leider keine Loukoumades!

Eine Freundin sagte mir, dass es früher auf Kreta sogar kleine Imbisse gab, die nur diese Honigbällchen verkauften. Vor vier Jahren, als wir nach Kreta kamen, waren Loukoumades "aus der Mode", dafür machten gerade zahlreiche Crêperien auf. Inzwischen gibt es in der Altstadt von Rethymno wieder zwei kleine Imbisse, die frische
Loukoumades anbieten. ;-)

So wie viele Süßigkeiten sind Loukoumades unter anderem Namen auch in anderen Ländern bekannt. In der arabischen, persischen und türkischen Küche gibt es fast identisch hergestellte süße Häppchen.

In den Supermärkten hier gibt es von verschiedenen Firmen Fertigteig-Backmischungen zu kaufen, obwohl der Teig einfach herzustellen ist. Nach dem Frittieren werden die Kugeln mit Honig oder Zuckersirup übergossen und mit Sesamen oder gehackten Walnüssen bestreut. Eine Prise Zimt im Teig oder oben drüber darf auf alle Fälle nicht fehlen.

Mein Problem bei der Herstellung dieser Leckerei ist, wie ihr hier auf dem Bild auch sehen könnt, die Kugeln wirklich rund hinzubekommen ;-) Aber ich kann euch versichern, dass sie auch unförmig schmecken!

Und hier nun das Rezept für ca. 40 Bällchen:
Loukoumades - Honigbällchen

Zutaten: 250 g Mehl, 1 Päckchen Trockenhefe oder 1 kleiner Würfel frische Hefe, 250 ml Milch (oder halb Milch, halb Wasser), 1/2 Teel. Zimt, 1 Prise Salz, 1 Teel. Zucker,
ungefähr 1 Liter Öl zum Frittieren (ich benutze zumeist Sonnenblumenöl, da es keinen Eigengeschmack hat)
Honig, Sesam oder 1 Handvoll gehackte Walnüsse

Zubereitung: Milch lauwarm erhitzen. Hefe hineinbröseln und auflösen. Mehl, Zucker, Zimt und Salz vermischen und in eine Schüssel geben. In die Mitte eine Mulde drücken und die Hefemilch hineingeben. Etwas Mehl vom Rand her mit der Milch vermischen und diesen Vorteig an einem warmen Ort zugedeckt ungefähr 20 Minuten gehen lassen. Dann alles zu einem dickflüssigen Teig verrühren und nochmals 30 - 40 Minuten gehen lassen.

Wenn ihr Trockenhefe nehmt, braucht ihr keinen extra Vorteig machen, sondern könnt gleich alles vermischen und den Teig dann abgedeckt ungefähr eine Stunde an einem warmen, zugfreien gehen lassen.

Der Teig muss sich verdoppelt haben und sichtbare Blasen werfen. Das Öl in einem Topf erhitzen. Ob es heiß genug ist, könnt ihr mit einem Holzstäbchen testen. Wenn ihr ihn in das Fett haltet und es bilden sich Bläschen ist es heiß genug.

 Mit einem Teelöffel Kugeln vom Teig abstechen und  mit einem zweiten Teelöffel dann Bällchen formen und in das heiße Fett geben. (Dieser Schritt klappt bei mir noch nicht so gut ;-)).

Goldbraun frittieren, herausholen und auf Küchenpapier abtropfen lassen. Noch heiß mit Honig beträufeln und mit Sesam und/oder Walnüssen bestreuen.

Und am Besten gleich noch warm servieren und genießen.





Guten Appetit - Kali Orexi!





Mittwoch, 26. September 2012

Galaktoboureko - määäääächtig lecker

Die bekanntesten kretischen - griechischen - Kuchen sind Baklava, Kataifi und Galaktoboureko. Sie sind alle drei sehr süß und gehaltvoll. Zwischen 300 und 400 kcal enthält ein jedes Stück dieser Kuchenstücke, die nach dem Backen noch mit Sirup übergossen wurden.
Mein Liebling unter den Dreien ist der (die) Galaktoboureko, ein Kuchen aus Grieß, Milch und Eiern.
In den zahlreichen Konditoreien (Zacharoplasteio), die es hier gibt kostet ein Stück um die 2 €. Ich schaffe zumeist nur die Hälfte eines der dicken nahrhaften Stücke.

Galaktoboureko, Kataifi, Baklava 
Galaktoboureko kann man sehr einfach und relativ schnell selbst herstellen. Dann mache ich ihn weniger süß! ;-)

In fast allen Rezepten, die ich für Galakoboureko gefunden habe, wird Vanille und Butter verwendet. Diese Zutaten werden jedoch in der ursprünglichen kretischen Küche kaum bzw. gar nicht verwendet.
Vielleicht ist das ja auch ein Grund dafür, dass es hier so schwer ist richtige Vanille zu bekommen. Auch Vanillezucker ist selten, Vanillearoma  und Vanillin jedoch gibt es in jedem Supermarkt. In kleinen weiß-roten Plastikröhrchen ist jeweils so viel Aroma, dass es für einen Kuchen reicht. Oder man erhält das Aroma gleich mit Backpulver vermischt.

Ursprünglicher ist die Zugabe von Zitrusfrüchten, um Galaktoboureko zu aromatisieren. Klassisch sind Orange und Zitrone, etwas seltener wird Pomeranze (Bitterorange) genutzt. Man verwendet zumeist etwas Saft für den Grießbrei und die Schale für den Sirup.

Als Teig wird hier auf Kreta der häufig eingesetzte Filoteig verwendet. Als Alternative kann man auch Blätterteig nehmen.


Und hier nun das Rezept für Galaktoboureko

Zutaten: 300 g Filoteig (aufgetaut), 500 ml Milch, 5 Eier , 150 g Weichweizengrieß, 150 - 200 g Zucker,  1 Pack. bzw. 1 Eßl. Vanillezucker oder 1 Vanille-, Vanillin-Aroma, 1 Bio-Zitrone, ca. 20- 30 g zerlassene Butter, 1 Prise Salz - eine ausgefettete Backform Größe ca. 30 x 20 cm oder rund ca. 28 cm.
Für den Sirup: 1 Tasse Wasser, 2 Tassen Zucker, Schale einer Zitrone

Zubereitung: Die Milch in einem Topf einmal kurz aufkochen.Den Topf von der Platte nehmen, den Grieß hineingeben und mit dem Schneebesen umrühren.  Dann die Herplatte ausschalten. Den Topf zurück auf die Platte schieben und den Grieß unter Rühren einige Minuten kochen lassen. Ich nehme immer feinen Grieß, der braucht nur 3 Minuten. Wenn ihr eine gröbere Sorte wählt oder Vollkorngrieß dauert es einige Minuten länger bis er weich ist. Von der Zitrone das Gelbe der Schale dünn abschneiden und dann die Zitrone auspressen. Die Eier mit dem Zucker ungefähr 1 Minute gründlich aufschlagen. Dann zum Grießbrei hinzufügen und  alles wieder gut umrühren. Vanille und Zitronensaft hinzufügen.
Tipp: Man kann auch die Eier vorher trennen, das Eigelb mit dem Zucker gut verrühren und das Eiweiß zu Schnee aufschlagen. Dann wird der Kuchen etwas lockerer.
Den Backofen auf 180 Grad vorheizen.
Den aufgetauten Filoteig entrollen und 300 g davon abnehmen. (Mit dem Rest könnt ihr zum Beispiel leckere Fetataschen machen.) Die Teigblätter jetzt am besten mit einem scharfen Messer oder mit der Schere passend für die Backform zurechtschneiden. Die Hälfte der Teigblätter (ich nehme immer die etwas schlechter aussehenden bzw. nicht ganz passenden) in die ausgefettete Backform legen.
Die Butter schmelzen und mit einem Pinsel die Teigblätter bestreichen, bevor ihr sie über einanderlegt. 

Nun den Grieß darauf geben und vorsichtig ausstreichen. Danach die 2 Hälfte der Teigblätter auf den Brei geben und die einzelnen Blätter wieder vorsichtig mit der Butter bestreichen.

Vor dem Backen jetzt vorsichtig die obere Teigschicht einschneiden, sodass sich Vierecke ergeben. Möglichst nicht so tief schneiden, dass die Breischicht herausquillt. (Hab ich noch nie richtig geschafft ;-))
Tipp: Vorher 15 Minuten in den Tiefkühler geben, dann läßt es sich leichter einschneiden.

Im vorgeheizten Backofen nun ungefähr eine halbe Stunde goldbraun backen. Herausnehmen und abkühlen lassen. Währenddessen den Sirup herstellen.

Zucker und Wasser und dünn abgeschälte Zitronenschale in einen Topf geben. Unter Rühren aufkochen und dann bei mittlerer Hitze ca. 10 - 15 Minuten köcheln lassen. Dann von der Herdplatte nehmen, die Zitronenschale entfernen und etwas abkühlen lassen. Nach ungefähr 10 Minuten den Sirup sorgfältig über den ganzen erkalteten Kuchen gießen.


Kali Orexi - Guten Appetit!







Samstag, 19. Mai 2012

Karioka - die griechische "Rumkugel"

Wenn jemand auf Kreta Namenstag oder Geburtstag hat, gibt derjenige eine Süßigkeit für seine Freunde und Kollegen aus. Auf diese Art habe ich schon etliche leckere Süßigkeiten kennengelernt.  Letzte Woche brachte eine Kollegin Kariokes mit und ich war sofort begeistert. Das ist genau eine Süßigkeit nach meinem Geschmack ;-)

Ich habe sofort versucht sie nachzumachen. Die Rezepte, die ich dafür gefunden habe, erinnern mich alle sehr an Rezepte für Rumkugeln: Man nimmt Keks- oder Kuchenreste und mischt sie mit Kakao und etwas Alkoholischem!

Anstelle von Butter (Fett) wird Zuckersirup zum Verkleben und Einweichen genutzt. Entweder man kocht ihn extra oder nimmt den Sirup, der in Sirup eingelegten Früchte (siehe Glyko Koutaliou). Rum wird in den meisten Rezepten durch Weinbrand ersetzt. Dann kommen noch viele gehackte Walnüsse hinzu.
Ich habe versucht sie Zuhause nachzumachen, nach folgendem Rezept. Auch sehr lecker, aber so gut, wie die vom Konditor sind sie mir nicht gelungen. ;-)
Karioka
Zutaten: 300 g Keks- und Kuchenreste, 1 Tasse Sirup von "Glyko
Koutaliou" (oder einen Sirup kochen aus 400 g Zucker und einer Tasse Wasser) , 200 g Walnüsse, 2 Eßl. Weinbrand, 1/2 Teel Zimt, 3 Eßl. Kakaopulver ( evtl. 1 Eßl. gehackte Rosinen)
Für den Guss: 500 g Zartbitterschokolade, 1 Teel. Butter oder Öl
Zubereitung: Keks- und Kuchenreste zerkrümeln, Walnüsse hacken, Krümel, Nüsse, Kakao, Zimt und Weinbrandvermischen. Nun so viel Sirup hinzufügen bis ein dicker formbarer Brei entsteht. Diese Masse zu einer Wurst von ungefähr 6 cm Durchmesser formen und in Frischhaltefolie einwickeln. Jetzt drückt man sie so auf eine harte Unterlage, zum Beispiel ein Küchenbrett, dass sie unten gerade wird -
also ein Halbkreis entsteht. Die Masse muss nun im Kühlschrank mehrere Stunden - am besten einen Tag - gut durchkühlen.

Danach scheidet man sie in 0,5 bis maximal 1 cm dicke Scheiben und überzieht diese mit dem Guss. Dazu die Schokolade im Wasserbad mit dem Öl schmelzen und die Scheiben damit überziehen.

Kali Orexi - Guten Appetit



Samstag, 18. Februar 2012

Griechischer Salbei


Mein Auto steht auf einem Parkplatz, der unter einem Abhang liegt. Dieser Hang ist von oben bis unten mit Salbei überwuchert. Vor allem wenn der Salbei zwischen April und August  blüht, bin ich dann, bis ich im Auto sitze vom Duft eingehüllt.

Es gibt hier auf Kreta vier Arten, den Griechischen Salbei (Salvia fruticosa), den Buntschopfsalbei (Salvia viridis), den Apfeltragender Salbei (Salvia pomifera) und den Eisenkraut-Salbei (Salvia verbenaca). Sie unterscheiden sich in der Blüte - weiß-rosa, lila, blauviolett - und der Blattform.

Genutzt wird jedoch vor allem der einfache (Griechische) Salbei. Aufgrund seines internsiven Aromas wird er meist in Kräutermischungen verwendet. Ich habe wenige kretische Rezepte gefunden, bei denen Salbei als Haupt-Gewürz verwendet wird.


Er wird hier mehr als Naturheilmittel in Form von Salbeitee oder Salbeiöl genutzt. Das Salbei in der Medizin seit jeher eine große Rolle spielt erkennt man schon an der Namensgebung: "Salvare" bedeutet "retten".

Er wirkt unter anderem krampflösend und schweisshemmend. Am häufigsten wird Salbei als Mittel gegen Atemwegserkrankungen erwähnt. - Für einen Salbeitee 1 Eßl. getrocknete Salbeiblätter mit kochendem Wasser aufgießen und 5 Minuten ziehen lassen. Schmeckt am besten mit Honig gesüßt.-

Hippokrates setzte ihn ein bei Lungenbeschwerden und verschiedenen Frauenleiden. Salbei wird ausserdem in der Volksmedizin gegen Harnverhalten und als Aphrodisiakum angewendet.


Eisenkraut-Salbei
Aus den Früchten des Apfeltragenden Salbeis werden auf Kreta (und in anderen Teilen Griechenlands) Süßigkeiten hergestellt. Auf Kreta werden  die kirschgroßen, erstaunlich saftige Galläpfel auch roh gegessen. Schon um 1700 erwähnte ein französischer Reiseschriftsteller diese Galläpfeln als "Lieblingsfrucht" vieler Kinder.

Salbei ist außerdem eine alte, traditionelle Räucherpflanze zur Reinigung. Hier auf Kreta  werden dazu getrocknete Salbeizweige eng zu einem Bündel zusammengebunden. Sie werden in ein kleines flaches Gefäß gesteckt oder auf eine feuerfeste Unterlage gelegt und an einer Seite angezündet. Das Bündel glimmt nun langsam von einem Ende zum anderen langsam durch.

Ein weiteres Einsatzgebiet besitzt Salbei auf Grund seiner Insektiziden Wirkung. Sehr gut wirkt er gegen Motten im Kleiderschrank und Mehlmotten in der Vorratskammer.





Mein Lieblingsrezept mit Salbei ist Kaninchen mit Salbei und Weintrauben.

Zutaten: 1 Kaninchen, 5 Eßl. Olivenöl, 1 kleingeschnittene Zwiebel, 250 ml Weißwein, 2 Zweige Salbei (ca. 20 Blätter), ca. 30 Weintrauben, Pfeffer, Salz, Saft einer halben Zitrone

Zubereitung: Die Fleischstücke in einem Topf mit großen Durchmesser oder einer Pfanne mit Deckel in heißem Öl rundherum anbraten, die Zwiebeln dazu geben und kurz mitbraten. Dann mit dem Wein ablöschen, mit Pfeffer und Salz würzen und die Salbeizweige dazu geben. Nun ca. eineinhalb Stunden auf kleiner Stufe weichkochen. (Ich mache dies immer im vorgeheiztem Backofen bei 150 Grad.) Die Weintrauben mit einer Gabel einstechen. Die fertigen Fleischstücke aus der Soße holen und dafür die Weintrauben und den Zitronensaft in den Sud geben. Die Soße mit den Trauben 1 Minute kochen lassen und dann über das Fleisch geben.

Guten Appetit - Kali Orexi