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Samstag, 16. Februar 2013

Loukoumades - süße Kugeln mit Honig




Diese süßen Hefeteigkugeln sind ein typisch griechisches Dessert. Traditionell war es auf Kreta nicht üblich nachmittags Kaffee und Kuchen zu essen. Süßes gab als Nachtisch oder wenn Gäste kamen. Dann ist es üblich den Gästen die sogenannten Glyko Koutaliou "Löffelsüßigkeiten", anzubieten; das sind in Zuckersirup eingelegte Obststückchen. (Dazu könnt ihr hier mehr lesen.) Kuchenstücke wie Baklava, Kadalfi, Galaktoboureko oder Loukoumades gab es zu Feiern und Festen und dann zumeist als Nachtisch. Heutzutage gibt es fast in jedem Ort eine Konditorei (Sácharoplastíon) in der man Torten, Kekse und alle leckeren kleinen Sirupgetränkte Kuchen bekommt.

Ich lernte die frittierten Teigbällchen in unserem ersten Griechenland Urlaub kennen und lieben. Im Hotel gab es sie jeden Tag auf dem Dessertbüffet und zu Hause in Deutschland gab es sie bei unserem "Lieblingsgriechen" jedesmal kostenlos als Nachspeise serviert.

Ich erwartete also, dass ich sie hier auf Kreta auch in jeder Taverne bekommen würde! Und welche Überraschung ..., ich bekam keine! Uns wurden Halva, Bougatsa (Grieskuchen und Pudding), Joghurt mit Honig oder Glika oder auch ein Stück Orangenkuchen serviert, aber leider keine Loukoumades!

Eine Freundin sagte mir, dass es früher auf Kreta sogar kleine Imbisse gab, die nur diese Honigbällchen verkauften. Vor vier Jahren, als wir nach Kreta kamen, waren Loukoumades "aus der Mode", dafür machten gerade zahlreiche Crêperien auf. Inzwischen gibt es in der Altstadt von Rethymno wieder zwei kleine Imbisse, die frische
Loukoumades anbieten. ;-)

So wie viele Süßigkeiten sind Loukoumades unter anderem Namen auch in anderen Ländern bekannt. In der arabischen, persischen und türkischen Küche gibt es fast identisch hergestellte süße Häppchen.

In den Supermärkten hier gibt es von verschiedenen Firmen Fertigteig-Backmischungen zu kaufen, obwohl der Teig einfach herzustellen ist. Nach dem Frittieren werden die Kugeln mit Honig oder Zuckersirup übergossen und mit Sesamen oder gehackten Walnüssen bestreut. Eine Prise Zimt im Teig oder oben drüber darf auf alle Fälle nicht fehlen.

Mein Problem bei der Herstellung dieser Leckerei ist, wie ihr hier auf dem Bild auch sehen könnt, die Kugeln wirklich rund hinzubekommen ;-) Aber ich kann euch versichern, dass sie auch unförmig schmecken!

Und hier nun das Rezept für ca. 40 Bällchen:
Loukoumades - Honigbällchen

Zutaten: 250 g Mehl, 1 Päckchen Trockenhefe oder 1 kleiner Würfel frische Hefe, 250 ml Milch (oder halb Milch, halb Wasser), 1/2 Teel. Zimt, 1 Prise Salz, 1 Teel. Zucker,
ungefähr 1 Liter Öl zum Frittieren (ich benutze zumeist Sonnenblumenöl, da es keinen Eigengeschmack hat)
Honig, Sesam oder 1 Handvoll gehackte Walnüsse

Zubereitung: Milch lauwarm erhitzen. Hefe hineinbröseln und auflösen. Mehl, Zucker, Zimt und Salz vermischen und in eine Schüssel geben. In die Mitte eine Mulde drücken und die Hefemilch hineingeben. Etwas Mehl vom Rand her mit der Milch vermischen und diesen Vorteig an einem warmen Ort zugedeckt ungefähr 20 Minuten gehen lassen. Dann alles zu einem dickflüssigen Teig verrühren und nochmals 30 - 40 Minuten gehen lassen.

Wenn ihr Trockenhefe nehmt, braucht ihr keinen extra Vorteig machen, sondern könnt gleich alles vermischen und den Teig dann abgedeckt ungefähr eine Stunde an einem warmen, zugfreien gehen lassen.

Der Teig muss sich verdoppelt haben und sichtbare Blasen werfen. Das Öl in einem Topf erhitzen. Ob es heiß genug ist, könnt ihr mit einem Holzstäbchen testen. Wenn ihr ihn in das Fett haltet und es bilden sich Bläschen ist es heiß genug.

 Mit einem Teelöffel Kugeln vom Teig abstechen und  mit einem zweiten Teelöffel dann Bällchen formen und in das heiße Fett geben. (Dieser Schritt klappt bei mir noch nicht so gut ;-)).

Goldbraun frittieren, herausholen und auf Küchenpapier abtropfen lassen. Noch heiß mit Honig beträufeln und mit Sesam und/oder Walnüssen bestreuen.

Und am Besten gleich noch warm servieren und genießen.





Guten Appetit - Kali Orexi!





Mittwoch, 25. Juli 2012

Karpouzi Glyko - Süßes aus Wassermelonenschale

Wie in jeder ursprünglichen Bauernküche auf der Welt, wird auch hier versucht, möglichst alle Teile der Pflanze, bzw. eines Tieres zu nutzen.
Ursprüngliche Restegerichte aus Kreta, wie Kokoretsi (Innereien am Spieß), Gliko Portokali (Orangenschalen in Sirup) oder Dakos (trockenes Brot mit Tomaten und Feta) haben sich im Laufe der Zeit zu beliebten Delikatessen entwickelt. Durch Kombinationen mit anderen Lebensmitteln und durch besondere Behandlungsmethoden werden Produktteile wie Innereien, Schalen oder trockenes Brot verzehrbar und lecker aufbereitet. Im Laufe der Zeit wurden Techniken entwickelt, die Hartes wieder weich machen, verhindern, dass die Süßigkeiten matschig werden und das bittere Pflanzen genießbar werden.
Als ich das erste Mal hörte, dass man aus den Schalen der Wassermelone "Löffelsüßigkeiten" macht, habe ich aber zuerst gedacht, dass man es auch zu weit treiben kann! ;-)
Aber nachdem ich sie probiert hatte, änderte sich meine Meinung, denn sie haben einen einzigartigen Geschmack. Die eingelegte Wassermelonenschale schmeckt ganz leicht nach Kürbis (kein Wunder, denn sie ist ja auch ein Kürbisgewächs). Der Geschmack ist jedoch so dezent, dass auch Leute, die keine Kürbisfans sind, diese Süßigkeit mögen werden. Gleichzeitig ist im Hintergrund eine leichte Schärfe zu erkennen, als wäre etwas Ingwer im Sirup. Wie dieser Geschmack entsteht, weiß ich nicht genau, kann mir aber vorstellen, dass er vielleicht durch die Pelagonienblätter dazukommt.

Die Mutter eines Arbeitskollegen sagte mir, dass man die Schalenstücke traditionell   zuerst in Branntkalk einlegen muss, damit sie nicht matschig werden. Dabei handelt es sich um Calciumoxid, E 529 , ein Säureregulator. Dieser sogenannter "Technischer Hilfsstoff" ist im Endprodukt nicht mehr nachweisbar und wird von der Lebensmittel Industrie häufig genutzt. Hier kann ihn in jedem Supermarkt kaufen. 
Ich habe es statt dessen mit Zitronensaft probiert. Die Stücke sind dann nicht ganz so fest, aber trotzdem nicht matschig und schmecken ebenfalls hervorragend.

Und hier nun das Rezept für die Löffelsüßigkeit: Wassermelonenschalen in Sirup

Zutaten: 1 Kilo Zucker pro 1 Kilo geschälte Rinde,
1/2 Tasse Branntkalk in 2 Liter Wasser aufgelöst
3 Tassen Wasser, Saft von 3-4 Zitronen, Schale von 1 Zitrone
3 Blätter Pelagonie oder 1 Teelöffel Vanille-Essenz bzw. 2 Päckchen Vanillin/Vanille Zucker. 

Zubereitung: Die Melonenschale sollte möglichst 2 cm dick sein und es sollte möglichst kein rotes Fruchtfleisch mehr daran sein. Die Schale nun in Stücke schneiden die ungefähr 2 cm breit und 4-5 cm lang sind. Die grüne Rinde dünn mit einem Messer entfernen. Da diese Schicht hart ist und fest sitzt, geht es nicht mit dem Sparschäler.

Die Schalenstücke in eine große Schüssel mit dem in Wasser aufgelösten Branntkalk geben und eine Stunde ziehen lassen. Alternativ die Stücke mit kaltem Wasser bedecken und den Saft von 3 Zitronen hinzufügen.

Wenn ihr sie in den Branntkalk eingelegt habt, müßt ihr die Stücke nun in ein Sieb schütten, die Flüssigkeit ablaufen lassen und gut abspülen. Zurück in den Topf geben und mit frischem Wasser bedecken. Die den Saft von 2 Zitronen hinzufügen und für weitere 30 Minuten ziehen lassen. Bei der Zitronensaftvariante müßt ihr nichts abgießen, sondern sie einfach eine weitere halbe Stunde in der Lösung lassen.

Die Melonenschale mit dem Einlegewasser nun wieder durch ein Sieb geben und abtropfen lassen.

Den Zucker mit den 3 Tassen Wasser in einen großen Topf geben, auflösen und dann zum Kochen bringen. Vorsicht vor Spritzern! Die abgetropften Wassermelonenschale und die Zitronenschale in den Sirup geben. Wenn die Mischung wieder kocht, die Hitze runterschalten, sodass die Masse mit aufgelegtem Deckel leise vor sich hin köchelt. Das Ganze muss nun ungefähr eineinhalb Stunden köcheln bis der Sirup dicklich und gelb ist.

Ungefähr fünf Minuten vor dem Ende der Kochzeit die Pelagonienblätter (Vanille) und den Saft einer Zitrone hinzufügen. Wenn die Stücke gelb und glasig sind, den Topf vom Herd nehmen und abkühlen lassen. In sterilisierte Gläser abfüllen und gut verschließen. Sie müssen nicht im Kühlschrank gelagert werden, denn sie sind ja durch den Zucker konserviert. "Karpouzi Gliko" werden jedoch typischerweise immer kalt serviert. Ich stelle sie deshalb, nachdem ich ein Glas geöffnet habe, immer in den Kühlschrank.

Löffelsüßigkeiten sind ein typisches Zeichen der Gastlichkeit und werden jedem Besucher zusammen mit einem Glas kaltem Wasser serviert.

Kali Orexi - Guten Appetit!

Montag, 9. April 2012

Mastix - zum Würzen, Räuchern und Kleben

Meine erste Begegnung mit Mastix war in Form eines weißen klebrigen Klopses in einem Wasserglas. Auf meine Frage, was das denn sei wurde mir empfohlen: "Probier es! Lecker! Gesund!"
Diese "Löffelsüßigkeit" kauft man in kleinen Plastiktöpfchen und es ist eine zähe klebrige Masse aus Zucker mit Mastix-, Vanille- oder Rosen-Geschmack. Man gibt einen Löffel in ein Glas mit Wasser und rührt kräftig um.  Man trinkt das leicht aromatisierte Wasser und leckt die süße Paste vom Löffel. So ganz meine Sache war es von Anfang nicht und ist es auch nicht geworden ;-).

Aber dadurch wurde ich auf die typisch griechische Zutat Mastix (Mastiha) aufmerksam und entdeckte plötzlich viele andere Produkte damit, zum Beispiel Kaugummi, Zahnpasta, Kuchenbrote und Likör.

Mastix, in Altgriechisch "Skinos", ist das Harz des im Mittelmeerraumes und in Griechenland beheimateten Schinos- oder Mastixbaumes (Pistacia lentiscus) aus der Familie der Sumachgewächse. Der größte europäische Mastixproduzent ist die griechische Insel Chios. Die Bäume werden zwischen Juni und August angeritzt. Das auslaufende Harz wird ca. 30 Tage später gesammelt, getrocknet und gereinigt. Es gibt drei verschiedene Mastixsorten, die sich vor allem in der Farbe unterscheiden, von hellgelb bis dunkelbraun.
Der Baum wächst auch auf Kreta, wird hier jedoch nicht mehr wirtschaftlich genutzt. Während der minoischen Kultur war Mastix ein lohnenswertes Handelsgut und gab es auf Kreta für die Ausfuhr des Harzes eine eigene Flotte.

Die heilende und adstringierende Wirkung des Harzes war schon in der Antike bekannt und ist von Ärzten und Historikern häufig beschrieben worden. Seit einigen Jahren versuchen griechische und internationale Universitäten die Wirksamkeit bei Krankheiten wie Magengeschwür, Diabetes oder zu hohen Cholesterinwerten auch wissenschaftlich nachzuweisen. 
In Zahnpasta und Kaugummi wird es vor allem wegen seiner Wirkung gegen Mundgeruch genutzt. 

Mastixlikör wird auf der Basis von Ouzo hergestellt. Ich konnte ihn leider noch nicht probieren. ;-)

Gibt man Mastix dem Gebäck als Würzmittel hinzu hat man neben einem blumig, zitronigen Aroma auch eine fast unmerkbare Beeinflussung der Konsitenz. Als Zugabe in den Teig muss das Harz fein zermahlen werden. Da man nur geringe Mengen braucht, gibt man  am Besten die Mastixklümpchen zusammen mit anderen Zutaten, z.B. Vanillezucker in den Mörser.  Damit keine Reste im Möser zurück bleiben, kann man die Körnchen vorher kurz einzufrieren,

Als Räuchermittel in der griechisch-orthodoxen Kirche spielt Mastix ebenfalls heute noch eine große Rolle. Es wird zusammen mit Weihrauch verwendet. Verräuchert soll es harzig mit frischer, zitroniger Note duften. 

Und auch als Klebstoff hat sich Mastix bewährt. Maskenbildner nutzen ihn zum Beispiel zum Befestigen von Theaterbärte.

Mehr über die Insel Chios findet ihr Hier.


Dienstag, 13. März 2012

Symbole der Gastfreundschaft - Löffelsüßigkeiten

Bei nahezu jedem Besuch zuhause bei einer griechischen Familie bekomme ich eine "Süßigkeit vom Löffel" vorgesetzt. Diese "Glyko Koutaliou ", die traditionell Gästen zum Empfang angeboten werden, sind in Sirup eingelegte Früchte. 

Die durch Zucker konservierten Früchte oder auch Gemüse sind SUPER süß!

Allerdings empfinde ich hier fast alle Süßigkeiten, Eissorten, Kuchen, Torten oder Kekse als sehr süß – das liegt wohl an meinen langjährigen deutschen Essgewohnheiten ;-))

Aus Konservierungsgründen ist es jedenfalls logisch, dass mehr Zucker verwendet wird, da es durch die höheren Temperaturen im Sommer auf Kreta alles schneller verderben würde.

Eingelegt werden die Früchte immer wenn sie Hauptsaison haben. Genutzt werden Orangen, Bergamotten, Süß- und Sauer-Kirschen, Weintrauben ohne Kerne, Quitten, Kumquats, Melone, kleine Äpfel, Feigen, Limetten, Grapefruit und Zitronen. Daneben sind Nüsse, wie Pistazien und unreife Walnüsse beliebt, sowie auch Rosenblütenblätter und Gemüse wie Karotten, Tomaten oder kleine Auberginen.

Die Früchte sollten möglichst frisch und reif, jedoch nicht überreif sein. Sie dürfen bei der Zubereitung nicht zu lange kochen, da sie sonst zerfallen. Der Zuckersirup darf nicht zu dickflüssig sein, damit der Zucker gut in die Früchte eindringen kann. Die verwendeten Gefäße, Gläser und Gerätschaften müssen immer sehr gut und heiß gereinigt werden.

Wenn man die Löffelsüßigkeiten mit Zimt, Kardamon, Nelken, Vanille, Anis oder Ingwer zu aromatisieren möchte, jedoch die Gewürze nicht im Glas haben will, werden diese in dem Zuckerwasser gekocht. Anschließend werden sie herausgenommen bevor man die Früchte hinzugibt.

Sehr häufig werden anstelle der Früchte auch ansonsten nicht essbare Teile der Früchte genutzt, zum Beispiel Orangen- und Bergamotten-Schalen. Die Schalen werden häufig vor dem Einlegen aufgerollt. 

Traditionell werden die Früchte im Sirup gekocht und dann luftdicht steril abgefüllt. Bei empfindlichem weichem Obst wie Weintrauben ist es jedoch auch möglich, sie kurz zu Blanchieren und den Sirup getrennt zu kochen. Die Früchte werden anschließend in Gläser gelegt und mit dem abgekühlten Sirup übergossen. In den verschlossenen Gläsern werden sie dann sterilisiert. Gut gemachte Löffel-Süßigkeiten behalten die ursprüngliche Form, Farbe, Aroma und Geschmack der Früchte.

Löffel-Süßigkeiten werden in der Regel auf kleinen Porzellan-, Glas- oder Kristallschälchen zusammen mit Kaffee, Tee oder kaltem Wasser serviert.

Bei meinen Bekannten sind die meisten Sirupfrüchte noch selbstgemacht, aber man kann sie auch problemlos in Supermärkten kaufen. In diesen Fertigprodukten wird jedoch ein Teil des Zuckers aus Kostengründen durch Glukosesirup ersetzt!

Ich benutze die Früchte zum Joghurt oder zum Käse. Sie sind ebenfalls beliebt zu Loukoumades, Grießpudding, zum Eis oder wie Marmelade auf Brot.

Als ich im November vor lauter Orangen nicht mehr wusste wie ich sie noch verwenden sollte - ich hatte schon fünf verschiedene Marmeladen und Gelees eingekocht und Orangenlikör angesetzt - habe ich mich dann auch mal Glyko aus Orangen herangetraut. Es ist sehr einfach herzustellen und erinnert stark an die Marmeladenproduktion ;-)


Orangenschalen in Sirup - Glyko Portokali 

Zutaten:  5 (Bio-) Orangen, 600 g Zucker, 300 ml Wasser, Saft einer Zitrone

Zubereitung in drei Schritten:
1. Schneiden: Die Orangenende oben und unten abschneiden und schlechte Stellen von der Schale entfernen (abreiben). Mit einem scharfen Messer die Schale abschneiden. Dabei etwas aber nicht zuviel weiße Schale mitnehmen. Ich habe Streifen geschnitten, aber ich habe auch häufig gesehen, das die Schale in Dreiecke geschnitten wurde.
Das Fruchtfleisch anderweitig nutzen ;-)

2. Entbittern: Die Orangenschalenstücke mit Wasser bedecken und aufkochen. 4 Minuten kochen lassen, anschließend das Wasser abgießen und die Stücke in einem Sieb abspülen. Diesen Vorgang noch zweimal wiederholen. Danach die Orangenschalen auf ein Küchenhandtuch geben und ungefähr eine Stunde trocknen lassen.

3. Einlegen: Wasser und Zucker unter Rühren zum Kochen bringen und bei starker Hitze ca. 5 Minuten kochen lassen, bis es etwas eindickt. Die Orangenschalen hinzufügen und weitere 5 bis 7 Minuten kochen lassen, bis der Sirup zähflüssig wird. Den Zitronensaft hinzufügen und noch heiß in die Gläser abfüllen.


   Gliko Koutaliou Portokali
Und hier findet ihr das Rezept für Karpusi Gliko "Wassermelonenschale in Sirup".








Mittwoch, 29. Februar 2012

Walnüsse auf Kreta

Auf dem Weg bergan zu dem kleinen Ort in dem wir wohnen, kommen wir an einem riesengroßen Walnussbaum vorbei, der jedes Jahr im September voller dicker grüner Walnüsse hängt. Bis zu einem Wochenmarkt Besuch im ersten November den ich hier verlebte, war mir jedoch nicht bewusst, dass es hier so viele Walnüsse gibt!
Bei uns zuhause früher in Deutschland wurden Haselnüsse aus der Region, günstig zu bekommen, in vielerlei Süßspeisen und Kuchen genutzt. Diesen Platz nimmt hier auf Kreta die Walnuss ein.

Ursprünglich stammt die Walnuss aus Persien. Auf Handelswegen wanderte sie schon vor mehr als ungefähr 3000 Jahren nach Griechenland. Der Walnussbaum erreicht meist Höhen bis zu 20 Meter. Walnussbäume beginnen erst ab einem Alter von 10 bis 20 Jahren Früchte zu tragen.

Die kleinen grünen Früchte wachsen hier im September bis Anfang Oktober zu Walnüssen heran. Sie sind reif, wenn die grüne fleischige Umhüllung aufplatzt und die Nüsse zu Boden fallen. Die Ernte erfolgt bevor die Nüsse von selbst zu Boden fallen, durch Schütteln der Bäume und das Auffangen der Nüsse in unter dem Baum ausgebreiteten Netzen. Nach der Ernte werden sie getrocknet, von den Resten der äußeren grünen Hülle befreit und wieder zum Trocknen ausgelegt.

Spätestens ab November sind sie den ganzen Winter über auf den Wochenmarkten erhältlich.


Aber Achtung: genießen sie nur einwandfreie Nüsse! Auf dem Wochenmarkt in Rethymno haben wir auch schon einige Stände gesehen, die verschimmelte oder befallene Nüsse verkauft haben. Sollte Ihnen das passieren bringen sie die Nüsse zurück! Schimmelpilz auf den Walnüssen wirkt stark toxisch auf die Leber.


In den letzten Jahren wurden zahlreiche Studien über den positiven Einfluss von Walnüssen auf unseren Organismus durchgeführt. In Langzeitstudien in Spanien, England und USA haben die Forscher ermittelt: Der Genuss von einer Portion Walnüssen pro Tag (ca. 30 g) hilft Krankheiten wie Diabetes, Arterienverkalkung und Herzinfarkt zu verhindern.

Der hohe Anteil an ungesättigten Fettsäuren beeinflusst die Blutfettwerte positiv und schützt die Blutgefäße vor dem "Verkalken". Diese Fettsäuren sind zudem für den Zellaufbau und die Zellernährung unentbehrlich.

Außerdem enthalten sie viele Vitamine - vor allem Vitamin E und B6, Folsäure, Mineralstoffe, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe wie Lecithin (das hält das Gedächtnis fit) sowie natürliche Geschmacks- und Farbstoffe mit gesundheitsfördernder Wirkung.
Bei einer Gruppe dieser Langzeitstudien sank das Risiko tödlicher Herzinfarkte sogar um 59 %.

Zudem kurbeln Walnüsse die Wärmeproduktion in unserem Körper an. Walnüsse sorgen also im wahrsten Sinne dafür, dass dem Menschen "warm ums Herz" wird. Und da dafür ja Energie aufgewendet werden muss, regen sie also auch den Kalorienverbrauch an. Bei einer Abnehm-Studie in England nahm die Gruppe, die täglich 30 g Nüsse zusätzlich aß, schneller ab und hielt das niedrigere Gewicht länger!

Hier werden Walnüsse sehr vielfältig in der Küche eingesetzt.

Zum Beispiel: gehackt auf gemischtem Salat oder auf Rote Beete Salat, zu Nudeln oder auf Fetakäse...

Zahlreiche Kuchen sind mit Walnüssen: Baklava, Kataifi, Walnuss-Rollen und Walnuss-Grießkuchen.

Karidia Glyko Für diese Spezialität werden unreife Walnüsse genutzt. Sie werden - noch klein und grün - zusammen mit einer Zimtstange, einigen Gewürznelken und Zitronenschale in Sirup eingelegt.

Walnüsse in kretischem Thymian-Honig eingelegt. Nehmen sie ein Glas als Souvenir von ihrem Kretaurlaub mit! - Ein Gedicht zusammen griechischem Joghurt! - Nostimo!

Und hier noch mein Rezept für
Walnuss - Baklava
Zutaten: 
1 Paket Filoteig - (hier sind meist 12 dünne Blätter in einer Packung) Das Rezept für selbstgemachten Filoteig findet ihr hier!
300 g Walnüsse, 100 g Butter,

Für den Guss: 400 ml Wasser,  250 g Zucker, 4 Eßl. Honig, 1/2 Stange Zimt, (1 Messerspitze Kardamom,) Saft einer Zitrone

zusätzlich ca. 50 g Butter zu bestreichen

Zubereitung: Das Wasser, den Zucker, den Honig mit dem Zitronensaft und den Gewürzen in einem Topf aufkochen und zu einem Sirup köcheln lassen.

Die Walnüsse sehr klein hacken. Ich mache das in einer "Mulinette" (elektrischer Küchenhäcksler)

Die Butter in einer Pfanne schmelzen lassen, die Nüsse hinzugeben alles gut vermengen und von der Herdplatte nehmen.
Die Butter zum Bestreichen ebenfalls schmelzen.

Eine viereckige Back- oder Auflaufform mit der Butter einstreichen und eine Schicht Teig einlegen, mit Butter bestreichen. Drei weitere Blätter einlegen und bestreichen. Nun die Hälfte der Nußmischung auf dem Teig verteilen. Darauf vier weitere Blätter legen und einstreichen. Die zweite Hälfte der Nußmischung aufstreichen und nochmals gebutterte Teigblätter auflegen. Das oberste Teigblatt dick mit Butter bestreichen!

Den Kuchen nun vorsichtig mit einem spitzen Messer in kleinere Drei- oder Vierecke schneiden.
Im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad 30 Minuten backen. Dann die Temperatur auf ca. 150 Grad reduzieren und nochmals 30 Minuten backen.

Die Zimtstange aus dem Sirup herausnehmen. Nach dem Backen den Sirup sofort über die heiße Baklava verteilen. Zur Verzierung einige gehackte Walnüsse über die Stücke streuen.