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Dienstag, 11. Dezember 2012

Griechische Weihnachtskekse - Melomakarona

Neben den weißen Kourabiedes sind diese braunen mit Honig-Sirup getränkten Melomakarona die bekanntesten Weihnachtskekse Griechenlands und meine Lieblingskekse! ;-)
Sie werden in einigen Teilen Griechenlands - zum Beispiel auf Santorin - auch Finikia genannt. Jede Region macht diese Kekse etwas anders; zumeist kommen Walnüsse hinzu, in einigen Regionen jedoch Mandeln, mal werden sie mit gehackte Nüssen bestreut und ein anderes Mal mit Sesamkörnern.

Im Gegensatz zu den Kourabiedes , die mit Butter gebacken werden, kommt in diese Kekse traditionell Olivenöl, natürlich das gute kretische kaltgepresste!
Im Anschluß an das Backen werden die Plätzchen in aromatisierten Sirup getaucht. Dadurch werden sie saftig und würzig. Viele Süßigkeiten und Kuchen werden auf Kreta anschließend an das Backen mit Sirup durchtränkt zum Beispiel auch Baklava. Dies hat zum Einen den Effekt, dass das Gebäck nicht so schnell austrocknet, wie dies bei den Temperaturen hier schon mal vorkommen kann und zum Anderen sind die Teile durch den hohen Zuckergehalt leicht konserviert und nicht mehr so anfällig gegen den Befall von unerwünschten Mikroorganismen. Bei mir hat dies noch einen weiteren Effekt: durch die starke Süße kann nicht nicht so viel davon essen ;-)

Melomakarona werden mit einer Mischung aus Grieß und Mehl hergestellt. Das macht die Kekse etwas grobporiger und der Sirup wird besser aufgenommen. Grieß  wird in Griechenland sehr viel häufiger verwendet als die Deutschland, wo man eigentlich nur Grießbrei und Grießklößchen kennt. Eine der beliebtesten Desserts hier ist Halva, ein fester "Grießpudding", der in der Fastenzeit dann auch ohne Milch und Ei gegessen wird. Und vielleicht habt ihr ja schon von dem griechischen Grießkuchen Galaktoboureko gehört?
In einem griechischen Supermarkt kann man zumeist 2-3 verschiedene Grießsorten kaufen: fein, mittel oder grob. Für die Kekse nehme ich immer die feine Sorte.

Mitte November bis Anfang Dezember beginnt hier so langsam die Hauptsaison für Orangen und so kann man gleich die ersten reifen Orangen für dieses Weihnachtsgebäck verwenden.

Melomakarona (Finikia) - Honiggetränkte Orangen-Grießkekse

Zutaten: 200 ml Olivenöl,  200 ml Orangensaft und 50 ml Weinbrand (z.B. Metaxa) - Kekse schmecken aber auch ohne den Alkohol gut! - Wenn ihr den Weinbrand weglasst, nehmt einfach etwas mehr Orangensaft. - 50 g Zucker, 1 Messerspitze Zimtpulver und 1 Teel. abgeriebene Orangenschale, 150 g Walnüsse, 200 g Grieß, 1 Teel. Backpulver, ca. 300 g Mehl.

für den Sirup: 250 g Honig, 150 g Zucker, 200 ml Wasser, 1 Zimtstange, 1 Stück Orangenschale, 1 Stück Zitronenschale, 3 Nelken
zum Bestreuen: fein gehackte Walnüsse vermischt mit etwas Zimtpulver oder Sesamkörner.

Zubereitung: Öl, Orangensaft, Weinbrand mit den Nüssen, dem Zucker und den Gewürzen gut vermischen. Nun den Grieß, zweidrittel vom Mehl und das Backpulver dazugeben und gut vermengen. Jetzt nach und nach den Rest vom Mehl dazugeben bis ein feuchter, aber nicht klebriger Teig entsteht.

Ein Backblech mit Backpapier auslegen, den Teig zu länglich-ovalen Keksen formen (ungefähr Daumenlang) und auf das Blech legen. Die einzelnen Stücke etwas flach drücken und mit einem Messer Linien eindrücken. Im vorgeheiztem Backofen bei 180 Grad ungefähr 20 Min backen bis sie goldbraun sind.

Währenddessen könnt ihr schon den Sirup vorbereiten. Dafür den Honig und den Zucker im Wasser auflösen und die Zimtstange, die Orangen- und Zitronenschale sowie die Nelken hinzufügen. Diese Mischung nun etwa fünf Minuten köcheln lassen. Dann den Topf von der Herdplatte nehmen und die Kekse Portionsweise - bei mir passen immer 10 auf einmal in den Kochtopf - in den Sirup legen. Die Melomakarona nun 1-2 Minute im Sirup liegen lassen, dann umdrehen und nochmals ungefähr 1-2 Minuten ziehen lassen. Mit 2 Gabeln geht das Drehen und Herausnehmen am besten.

Die Kekse wieder auf das Backpapier zurücklegen, wenn zum Schluß noch etwas Sirup übrig ist, diesen noch mit einem Löffel über die Plätzchen verteilen. Zum Schluß alle Melomakarona mit der Walnuss-Zimt Mischung (oder Sesam) bestreuen. Nach dem Abkühlen in einer verschlossenen Dose aufbewahren.

Kali Orexi - Guten Appetit!


Mittwoch, 29. Februar 2012

Walnüsse auf Kreta

Auf dem Weg bergan zu dem kleinen Ort in dem wir wohnen, kommen wir an einem riesengroßen Walnussbaum vorbei, der jedes Jahr im September voller dicker grüner Walnüsse hängt. Bis zu einem Wochenmarkt Besuch im ersten November den ich hier verlebte, war mir jedoch nicht bewusst, dass es hier so viele Walnüsse gibt!
Bei uns zuhause früher in Deutschland wurden Haselnüsse aus der Region, günstig zu bekommen, in vielerlei Süßspeisen und Kuchen genutzt. Diesen Platz nimmt hier auf Kreta die Walnuss ein.

Ursprünglich stammt die Walnuss aus Persien. Auf Handelswegen wanderte sie schon vor mehr als ungefähr 3000 Jahren nach Griechenland. Der Walnussbaum erreicht meist Höhen bis zu 20 Meter. Walnussbäume beginnen erst ab einem Alter von 10 bis 20 Jahren Früchte zu tragen.

Die kleinen grünen Früchte wachsen hier im September bis Anfang Oktober zu Walnüssen heran. Sie sind reif, wenn die grüne fleischige Umhüllung aufplatzt und die Nüsse zu Boden fallen. Die Ernte erfolgt bevor die Nüsse von selbst zu Boden fallen, durch Schütteln der Bäume und das Auffangen der Nüsse in unter dem Baum ausgebreiteten Netzen. Nach der Ernte werden sie getrocknet, von den Resten der äußeren grünen Hülle befreit und wieder zum Trocknen ausgelegt.

Spätestens ab November sind sie den ganzen Winter über auf den Wochenmarkten erhältlich.


Aber Achtung: genießen sie nur einwandfreie Nüsse! Auf dem Wochenmarkt in Rethymno haben wir auch schon einige Stände gesehen, die verschimmelte oder befallene Nüsse verkauft haben. Sollte Ihnen das passieren bringen sie die Nüsse zurück! Schimmelpilz auf den Walnüssen wirkt stark toxisch auf die Leber.


In den letzten Jahren wurden zahlreiche Studien über den positiven Einfluss von Walnüssen auf unseren Organismus durchgeführt. In Langzeitstudien in Spanien, England und USA haben die Forscher ermittelt: Der Genuss von einer Portion Walnüssen pro Tag (ca. 30 g) hilft Krankheiten wie Diabetes, Arterienverkalkung und Herzinfarkt zu verhindern.

Der hohe Anteil an ungesättigten Fettsäuren beeinflusst die Blutfettwerte positiv und schützt die Blutgefäße vor dem "Verkalken". Diese Fettsäuren sind zudem für den Zellaufbau und die Zellernährung unentbehrlich.

Außerdem enthalten sie viele Vitamine - vor allem Vitamin E und B6, Folsäure, Mineralstoffe, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe wie Lecithin (das hält das Gedächtnis fit) sowie natürliche Geschmacks- und Farbstoffe mit gesundheitsfördernder Wirkung.
Bei einer Gruppe dieser Langzeitstudien sank das Risiko tödlicher Herzinfarkte sogar um 59 %.

Zudem kurbeln Walnüsse die Wärmeproduktion in unserem Körper an. Walnüsse sorgen also im wahrsten Sinne dafür, dass dem Menschen "warm ums Herz" wird. Und da dafür ja Energie aufgewendet werden muss, regen sie also auch den Kalorienverbrauch an. Bei einer Abnehm-Studie in England nahm die Gruppe, die täglich 30 g Nüsse zusätzlich aß, schneller ab und hielt das niedrigere Gewicht länger!

Hier werden Walnüsse sehr vielfältig in der Küche eingesetzt.

Zum Beispiel: gehackt auf gemischtem Salat oder auf Rote Beete Salat, zu Nudeln oder auf Fetakäse...

Zahlreiche Kuchen sind mit Walnüssen: Baklava, Kataifi, Walnuss-Rollen und Walnuss-Grießkuchen.

Karidia Glyko Für diese Spezialität werden unreife Walnüsse genutzt. Sie werden - noch klein und grün - zusammen mit einer Zimtstange, einigen Gewürznelken und Zitronenschale in Sirup eingelegt.

Walnüsse in kretischem Thymian-Honig eingelegt. Nehmen sie ein Glas als Souvenir von ihrem Kretaurlaub mit! - Ein Gedicht zusammen griechischem Joghurt! - Nostimo!

Und hier noch mein Rezept für
Walnuss - Baklava
Zutaten: 
1 Paket Filoteig - (hier sind meist 12 dünne Blätter in einer Packung) Das Rezept für selbstgemachten Filoteig findet ihr hier!
300 g Walnüsse, 100 g Butter,

Für den Guss: 400 ml Wasser,  250 g Zucker, 4 Eßl. Honig, 1/2 Stange Zimt, (1 Messerspitze Kardamom,) Saft einer Zitrone

zusätzlich ca. 50 g Butter zu bestreichen

Zubereitung: Das Wasser, den Zucker, den Honig mit dem Zitronensaft und den Gewürzen in einem Topf aufkochen und zu einem Sirup köcheln lassen.

Die Walnüsse sehr klein hacken. Ich mache das in einer "Mulinette" (elektrischer Küchenhäcksler)

Die Butter in einer Pfanne schmelzen lassen, die Nüsse hinzugeben alles gut vermengen und von der Herdplatte nehmen.
Die Butter zum Bestreichen ebenfalls schmelzen.

Eine viereckige Back- oder Auflaufform mit der Butter einstreichen und eine Schicht Teig einlegen, mit Butter bestreichen. Drei weitere Blätter einlegen und bestreichen. Nun die Hälfte der Nußmischung auf dem Teig verteilen. Darauf vier weitere Blätter legen und einstreichen. Die zweite Hälfte der Nußmischung aufstreichen und nochmals gebutterte Teigblätter auflegen. Das oberste Teigblatt dick mit Butter bestreichen!

Den Kuchen nun vorsichtig mit einem spitzen Messer in kleinere Drei- oder Vierecke schneiden.
Im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad 30 Minuten backen. Dann die Temperatur auf ca. 150 Grad reduzieren und nochmals 30 Minuten backen.

Die Zimtstange aus dem Sirup herausnehmen. Nach dem Backen den Sirup sofort über die heiße Baklava verteilen. Zur Verzierung einige gehackte Walnüsse über die Stücke streuen.