Montag, 9. April 2012

Mastix - zum Würzen, Räuchern und Kleben

Meine erste Begegnung mit Mastix war in Form eines weißen klebrigen Klopses in einem Wasserglas. Auf meine Frage, was das denn sei wurde mir empfohlen: "Probier es! Lecker! Gesund!"
Diese "Löffelsüßigkeit" kauft man in kleinen Plastiktöpfchen und es ist eine zähe klebrige Masse aus Zucker mit Mastix-, Vanille- oder Rosen-Geschmack. Man gibt einen Löffel in ein Glas mit Wasser und rührt kräftig um.  Man trinkt das leicht aromatisierte Wasser und leckt die süße Paste vom Löffel. So ganz meine Sache war es von Anfang nicht und ist es auch nicht geworden ;-).

Aber dadurch wurde ich auf die typisch griechische Zutat Mastix (Mastiha) aufmerksam und entdeckte plötzlich viele andere Produkte damit, zum Beispiel Kaugummi, Zahnpasta, Kuchenbrote und Likör.

Mastix, in Altgriechisch "Skinos", ist das Harz des im Mittelmeerraumes und in Griechenland beheimateten Schinos- oder Mastixbaumes (Pistacia lentiscus) aus der Familie der Sumachgewächse. Der größte europäische Mastixproduzent ist die griechische Insel Chios. Die Bäume werden zwischen Juni und August angeritzt. Das auslaufende Harz wird ca. 30 Tage später gesammelt, getrocknet und gereinigt. Es gibt drei verschiedene Mastixsorten, die sich vor allem in der Farbe unterscheiden, von hellgelb bis dunkelbraun.
Der Baum wächst auch auf Kreta, wird hier jedoch nicht mehr wirtschaftlich genutzt. Während der minoischen Kultur war Mastix ein lohnenswertes Handelsgut und gab es auf Kreta für die Ausfuhr des Harzes eine eigene Flotte.

Die heilende und adstringierende Wirkung des Harzes war schon in der Antike bekannt und ist von Ärzten und Historikern häufig beschrieben worden. Seit einigen Jahren versuchen griechische und internationale Universitäten die Wirksamkeit bei Krankheiten wie Magengeschwür, Diabetes oder zu hohen Cholesterinwerten auch wissenschaftlich nachzuweisen. 
In Zahnpasta und Kaugummi wird es vor allem wegen seiner Wirkung gegen Mundgeruch genutzt. 

Mastixlikör wird auf der Basis von Ouzo hergestellt. Ich konnte ihn leider noch nicht probieren. ;-)

Gibt man Mastix dem Gebäck als Würzmittel hinzu hat man neben einem blumig, zitronigen Aroma auch eine fast unmerkbare Beeinflussung der Konsitenz. Als Zugabe in den Teig muss das Harz fein zermahlen werden. Da man nur geringe Mengen braucht, gibt man  am Besten die Mastixklümpchen zusammen mit anderen Zutaten, z.B. Vanillezucker in den Mörser.  Damit keine Reste im Möser zurück bleiben, kann man die Körnchen vorher kurz einzufrieren,

Als Räuchermittel in der griechisch-orthodoxen Kirche spielt Mastix ebenfalls heute noch eine große Rolle. Es wird zusammen mit Weihrauch verwendet. Verräuchert soll es harzig mit frischer, zitroniger Note duften. 

Und auch als Klebstoff hat sich Mastix bewährt. Maskenbildner nutzen ihn zum Beispiel zum Befestigen von Theaterbärte.

Mehr über die Insel Chios findet ihr Hier.


1 Kommentar:

  1. Ich LIEBE Mastix-Kaugummi und besonders Mastix-EIS!!! Stehe damit aber in meiner Famailie allein da,ist schon 'speziell'. Werde jetzt auch 'mal das Wasser und den Likoer ausprobieren! Vielen Dank fuer die Anregungen! - ich lebe auf Zypern und hierr kann man im Superrmarkt die 'kleinen weissen Kuegelchen' in der Backwaren'eccke' kaufen.

    AntwortenLöschen