Montag, 12. November 2012

Kreta und Eier, Rührei und Omelette

Als wir nach Kreta kamen gab es hier in unserer Region in den Supermärkten nur Eier von Hühnern aus Käfighaltung zu kaufen. In Deutschland hatte ich zahlreiche Aufklärungsaktionen mitgemacht, um gegen die Käfighaltung zu protestieren und hier sollte ich nun Eier mit der 3 essen?!

Meine Frage nach anderen Eiern wurde so verstanden, dass ich eine andere Größe wollte. Nach einigem Suchen fanden wir dann  doch Eier von einem Hühnerhaltern aus dem Nachbardorf, die wir ab und zu bekommen konnten. Während man seit Jahren in Deutschland wählen konnte zwischen ""Bioeier, "Freilandeier", "Eier aus Bodenhaltung" und "Käfigeiern" war hier die Wahl zwischen den Größen S, M oder L wichtiger. Dies hat sich jedoch in den letzten zwei Jahren stark geändert und inzwischen bekommt man überall auch Bioeier aus der Region! (Eier von Hühnern aus Bodenhaltung oder Freilandhaltung habe ich noch nicht gefunden.;-)


Nachdem ich mich also daran gewöhnt hatte, nur ab und zu Eier zu bekommen oder weiter dafür zu fahren zu müssen, kam die nächste Eierüberraschung auf mich zu.

Eine Freundin bestellte in einer Taverne Strapatsada als Übersetzung stand in der Speisekarte "Rührei von Kreta"! Die Überraschung war groß, als ein Teller mit rotbraunenen Krümeln kam, gespickt mit einigen Oliven- und Fetastückchen.

Bei einem anderen Tavernenbesuch mit einer großen Gruppe bekamen wir verschiedene Vorspeisen serviert, darunter auch Omelette (Omelétes). Und ihr könnt es euch jetzt wahrscheinlich schon denken... die nächste Eierüberraschung! Anstelle eines weichen, fluffigen Omelettes kam etwas, was ich eher als "Bauernfrühstück" titulieren würde. Ein Tortenstück mit Rührei in dem Stücke von Kartoffeln, Tomaten, Zwiebeln, Fetakäse und  Paprika waren.

Wenn man jedoch erst mal weiß, dass sich hinter den Begriffen andere Speisen verstecken, kann man sich ja auch darauf einstellen. Ich mag kretisches strapaziertes Rührei gerne, besonders wenn ich es selbst mache. Der Begriff "strapatsatha" soll vom italienischen Verb "strapazzare" "schlagen" abstammen, wobei wir dann wieder bei den verschiedensten Einflüssen auf die kretisches Küche durch die "Besatzungsmächte" im Laufe der Jahrhunderte sind ;-) .

Das Gemüseomelette gefällt mir gut, weil es sich hervorragend zur Resteverwertung eignet und durch es die verschiedenen Zutaten immer wieder sehr abwechslungsreich ist. Dazu brät man einfach zuerst die essfertigen Gemüsestücke an, gießt dann das Rührei (ca. 2 Eier pro Person) darüber und läßt es langsam stocken. Zumeist wird dies gleich für 8 Personen in einer größeren Pfanne hergestellt und und jeder bekommt ein Kuchenstück.

Hier mein Rezept für Strapatsada 

Zutaten pro Portion:  2 Eier und eine große Tomate, Salz und Pfeffer und Eßl. 1 Olivenöl, dann nach Geschmack noch 2 Oliven und 1 Eßl. zerkrümelten Feta

Zubereitung:  Die Tomate mit einer Küchenreibe zerkleinern (dabei bleibt die Schale zurück). In einer Pfanne das Öl erhitzen und das Tomatenpüree hineingeben. Ungefähr 7 - 10 Minuten schmoren lassen, je nach Menge, bis fast die gesamte Flüssigkeit verdampft ist. Leicht salzen und pfeffern.
In der Zwischenzeit die Eier aufschlagen, gut verquirlen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Das Rührei mit in die Pfanne geben und sofort gut verrühren, damit sich die Tomate und das Ei gut vermischen. Wenn gewünscht kommen jetzt noch die kleingeschnittene Olive und der Feta hinzu. Nun ungefähr 3 - 5 Minuten unter Rühren weitergaren.

Ich bevorzuge den Feta und die Oliven extra dazu gereicht anstatt sie hineinzugeben. Dazu schmecken Backofenkartoffeln sehr gut.

Kali Orexi - Guten Appetit!

Sonntag, 11. November 2012

Kretisches Kebab = Hackfleisch am Spieß

In Deutschland wird Kebab auch als Kurzform für Döner Kebab benutzt und man versteht darunter eine Pitatasche gefüllt mit Dönerfleisch, verschiedenen Soßen, Zwiebeln, Tomate und Salat.
Hier auf Kreta ist Kebab eine länglichen Frikadelle auf einem Spieß! 
Also sozusagen Souflaki aus Hackfleisch  ;-)

Wir haben nach mehreren Versuchen jetzt einen Schnellimbiss gefunden, bei dem uns das Kebab sehr gut schmeckt und essen es zumeist dort oder lassen es uns liefern. In Fleischereien hier kann man es auch bereits Grillfertig kaufen - jedoch für mich zumeist zu wenig gewürzt. Da die Saison nun zu Ende ist und ich nun Zeit habe und mache ich es selbst.

Kebab ist ein typisches Grillgericht, kann aber auch gut, jetzt im Winter, im Backofen gebraten werden. Wichtig ist es dabei, dass die Hackfleischmasse saftig und weich ist und dabei so kompakt, dass sie nicht vom Spieß fällt bzw. der Spieß in der Mitte des Fleisches bleibt. Dazu ist es wichtig, dass alle Bestandteile sehr fein geschnitten sind. Ich stecke alle Zutaten deshalb nach dem Zerkleinern und vermischen nochmals in den Zerhacker.

Kebab sollte auf alle Fälle vor dem Grillen eine Stunde im Kühlschrank durchziehen und darf nicht zu schnell und mit hoher Hitze gegrillt werden.

Außerdem darf das Hackfleisch nicht zu wenig Fett enthalten, da es sonst zu trocken wird. Ich habe die besten Erfahrungen mit gemischtem Hackfleisch (Rind/Schwein) gemacht. Hier auf Kreta erhält man Kebab  natürlich auch oft aus Lammfleisch. Mit reinem Rindfleisch oder Geflügelfleisch wird es für meinen Geschmack zu trocken.

Wie immer ist natürlich auch die Gewürzmischung wichtig: Oregano und Kreuzkümmel gehört auf alle Fälle hinein. Petersilie und Minze werden als frische Kräuter hinzugefügt.

Eier werden hier zumeist nicht zur Hackfleischmasse hin zugegeben. Allerdings habe ich auch einige Rezepte mit einem Ei gehört. Ich mache es ohne Ei.

Kretisches Kebab

Zutaten: 500 g gemischtes Hackfleisch (Schwein/Rind), 50 g altbackenes Brot oder Brötchen, 2 fein gehackte Zwiebeln, 2 gehackte Knoblauchzehen, 1 Teel. gehackte Minze, 2 Eßl. gehackte glatte Petersilie, 1 gestrichener Teel. getrockneten Oregano, 1 Messerspitze Cumin (Kreuzkümmel), evtl. eine halbe  frische Chilischote, ca. 12 Holzspieße

Zubereitung: Die Holzspieße in Wasser legen, damit sie einweichen. Das Hackfleisch in eine Schüssel geben. Das Brot in Wasser einweichen und wenn es ganz durchgeweicht ist, ausdrücken und zum Hackfleisch geben. Die restlichen Zutaten hinzufügen. Die Masse nochmals zerkleinern, evtl mit einem Fleischwolf oder einem elekrischen Küchenzerhacker (Mulinette).
Ungefähr 10-15 cm lange ovale Frikadellen kneten und sie um die Holzspieße formen. Auf einen Teller legen, abdecken und ca. 1 Std. in den Kühlschrank stellen. Auf dem Grill oder im Backofen ungefähr 10 Minuten grillen.
Dazu schmeckt sehr gut Tzatziki, Fladenbrot und ein Salat.       

Kali Orexi! - Guten Appetit!



Mittwoch, 7. November 2012

Pastizio - griechischer Nudel-Hackfleisch-Auflauf

Viele sagen, dass Pastizio (Pastitsio) die griechische "Lasagne" ist. Und wirklich sind die Zutaten sehr ähnlich; auch Pastizio besteht aus Hackfleisch, Nudeln und einer Bechamelsoße obendrauf. Nur werden anstelle von Nudelplatten Makaroni (makarónia) verwendet. Der Name ist wahrscheinlich abgeleitet vom italienischen "Pasticcio" (Pasteten mit Pasta). Im gesamten östlichen Mittelmeerraum gibt es Gerichte, die ähnlich zusammengestellt sind. Andererseits ist ja vielleicht auch Lasagne nur die italienisch Variante von Pastizio! ;-)

Als ich das letzte Mal Pastizio machen wollte, hatten wir mal wieder überraschenderweise keine Leitungswasser! Das passiert zwar nicht so oft wie Stromausfall, jedoch muss man hier immer damit rechnen. Informiert, wurden wir im Vorhinein noch nie und warum es dazu kommt wissen wir auch nicht. Meist dauert es 3 - 4 Stunden bis das Wasser wieder läuft. Der längste Leitungswasserausfall war bisher mal 12 Stunden. Besonders ärgerlich finde ich es, wenn es passiert und ich gerade duschen wollte ;-).
Wir haben immer einen 10 l Flaschen-Wasservorrat im Haus und für die Klospülung hole ich dann Wasser aus einem Gemeinschaftspool, der nicht sehr weit weg ist.
Der Vorteil davon ist auch, dass man mal wieder die Nachbarn trifft, die ebenfalls mit Eimern unterwegs sind und Neuigkeiten austauschen kann.

Die Nudeln für das Pastizio habe ich diesmal also mit Wasser aus der Flasche gekocht. Makaroni sind eine sehr beliebte Nudelsorte hier auf Kreta und schon immer überall günstig zu erhalten, im Gegensatz zu Nudelplatten, Cannelloni oder Farfalle.

Ich verwende zumeist Rinderhack, aber ich habe auch schon Pastitio mit Lamm-, Kalb- und Schweinhackfleisch probiert. Wichtiger als das richtige Hackfleisch ist die Gewürzauswahl! Unbedingt hineingehören neben Pfeffer und Salz gemahlener Zimt und Nelken und in die Bechamelsoße etwas Muskat.

Ich mache die Bechamelsauce immer selbst nach dem unten stehenden Rezept. Aber man kann hier im Supermarkt auch von mehreren Firmen fertiges Soßenpulver kaufen. Dann braucht man nur noch kaltes Wasser hinzugeben und fertig ist die Bechamelsoße.


Pastizio ist auch eines der wenigen griechischen Gerichte, die man hier  als tiefgefrorenes Fertiggericht kaufen kann.

Die kretische vegetarische Variante des Gerichtes mit klein gewürfelten Zucchini, Aubergine, Karotte, Paprika und Pilzen anstelle des Hackfleisches schmeckt super lecker. Das Rezept für diese vegetarische Version habe ich aus Kochbuch "Foods of Crete" von Koula Varydakis-Xanialakis, die in Vamos englischsprachige Kochkurse anbietet.

Hier nun aber erst mal  mein Rezept für Pastizio 

Zutaten: 500 g Makaroni,

500 g Hackfleisch (Rinderhack oder Halb und Halb), 2 mittelgroße Zwiebeln, 1 Knoblauchzehe, 3-4 Fleischtomaten oder 1 kleine Dose geschälte Tomaten, 1 Messerspitze Zimtpulver, 1 Messerspitze Nelkenpulver, 1 Glas Rotwein, Pfeffer und Salz, Olivenöl

40 g Butter, 40 g Mehl, ca. 500 ml Milch, 100 g Kefalotiri Käse (alternativ Graviera, Parmesan oder Emmentaler), 2 Eier, Pfeffer, Salz, 1 Messerspitze Muskatnuss

Zubereitung: Die Makaroni in gesalzenem Wasser kochen.
Währenddessen etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die klein gehackten Zwiebeln und den Knoblauch darin kurz anschwitzen. Das Hackfleisch hinzugeben und ca. 3 Minuten anbraten. Die klein geschnittenen Tomaten (oder Dosentomaten) hinzufügen und mit Rotweinwein ablöschen. Würzen und abschmecken und ungefähr 10 Minuten weiter köcheln lassen. Wenn zu wenig Flüssigkeit vorhanden ist, füge ich etwas Fleischbrühe hinzu.
1/3 der Nudeln in eine Auflaufform geben und die Hackfleischmasse darauf geben. Darüber die restlichen Nudeln geben, gleichmäßig verteilen und etwas andrücken.

Für die Bechamelsauce die Butter in einem Topf schmelzen und das Mehl hinzufügen. Unter Rühren beides circa 1 Minute anschwitzen  lassen, es darf dabei aber nicht bräunen. Nun die Milch portionsweise unter Rühren dazugeben. Den Topf von der Herdplatte schieben und mit Salz und Pfeffer und Muskatnuss abschmecken.
Die Eier verquirlen und zusammen mit dem geriebenem Käse in die etwas abgekühlte Sauce geben.

Die Sauce über die zweite Nudelschicht geben und gleichmäßig verteilen.

Die Auflaufform nun bei 200 Grad ca. 35 Minuten goldbraun überbacken.


Und so unterschiedlich kann Pastizio dann aussehen ;-)

Kali orexi - Guten Appetit!

   









Freitag, 26. Oktober 2012

Gute Eßkastanien kommen aus dem Nordwesten Kretas

Auf Kreta wachsen zahlreiche Esskastanienbäume (Castanea sativa); speziell im Westen der Insel ist das Klima ideal für das Wachstum, der ursprünglich aus Mittelasien stammenden Bäume. Die Römer sorgten für die Verbreitung der Bäume in Europa. Vor allem wegen des harten Holzes importierten sie ihn sogar bis nach England. Bei den Früchten des Baumes, der zu den Buchengewächsen gehört, handelt es sich um essbare Nüsse.

Diese sind jetzt reif und das ist hier auf Kreta nun ein Grund dafür, dass in vielen Orten Maronenfeste gefeiert werden. Das bekannteste findet in dem kleinen Örtchen Elos, in der Nähe von Kissamos statt (dieses Jahr am 4. November).

Maronen (Maroni, Marroni) enthalten hochwertiges Eiweiß und weniger Fett als andere Nüsse. Sie enthalten 40 % Kohlenhydrate, hauptsächlich sogenannte komplexe Kohlenhydrate, die langsam vom Körper aufgenommen werden. Sie helfen den Blutzuckerspiegel auszugleichen und machen lange satt. Der hohe Ballaststoffgehalt der Edelkastanien fördert die Verdauung und verhindert Verstopfung. Sie sind reich an den Mineralstoffen und Spurenelementen wie Kalium, Calcium, Phosphor, Schwefel, Eisen, Magnesium und Zink. Maronen enthalten auch viele Vitamine, zum Beispiel E, C und das Provitamin A sowie alle B-Vitamine.


Rohe Esskastanien enthalten jedoch auch unverdauliche Kohlenhydrate, die erst durch das Erhitzen für unseren Körper nutzbar werden. Daneben sind sie reich an Tanninen, die ebenfalls Magen- und Darm-Beschwerden und Blähungen verursachen. Diese Gerbstoffe sitzen vor allem in der braunen Innenschale. Wenn ihr Esskastanien roh probieren wollt, solltet ihr diese auf alle Fälle entfernen.

Bis die Kartoffeln aus Amerika nach Europa gebracht wurden, waren Maronen für eine breite Bevölkerungsschicht ein unentbehrliches Grundnahrungsmittel. Man hat die Kastanien als Suppe gegessen, als Beilage zum Gemüse und zum Fleisch. Aus Esskastanienmehl wurde Brot gebacken.

Esskastanien wurden im Mittelalter ebenfalls von den Medizinern sehr geschätzt und zum Beispiel gegen Magenbeschwerden und Blutarmut verschrieben.
Maronen können auch bei Einschlafproblemen helfen, da sie leicht verdauliche Kohlenhydrate und die Aminosäure Tryptophan enthalten, welche das Einschlafen fördern. Sie helfen gegen saures Aufstoßen und Völlegefühl und die Kombination von Calcium und Phosphor in ihnen ist ideal zum Aufbau der Knochen und Zähne.

Die Edelkastanien enthalten Rutin und weitere bioaktive Substanzen, die die Venenwände stärken, das Blut etwas flüssiger machen und Entzündungen vorbeugen.

Um die Esskastanien genießbar zu machen ist es am einfachsten sie über offenem Feuer zu Rösten oder sie im Ofen zu backen. Zur einfachen Weiterverarbeitung kann man sie geschält dämpfen, ungeschält kochen und inzwischen auch fertig gegart kaufen. Sie können zu Maronenpüree verarbeitet werden. Sie dienen als Füllung für Geflügel, als Fleischersatz und als Beilage zu Wildfleisch und zum Salat. Aus Maronen wird Likör, Schnaps, Wein und sogar Bier gemacht. Kastanien werden in Zuckersirup eingelegt, kandiert (sehr lecker!), zu Eis verarbeitet oder als Dessert Creme genossen. 

Esskastanien kann man am besten Draußen offen, aber geschützt, aufbewahren. Über einen Monat halten sie offen im Gemüsefach des Kühlschranks. In einer Plastiktüte verschimmeln sie schnell. Am längsten halten sie bei plus 2 Grad und einer Luftfeuchigkeit von 90-95 %.  Man kann sie auch einfrieren, dann muß man sie jedoch sofort weiterverwenden, ohne sie vorher aufzutauen.

Eins meiner Lieblingsgerichte mit Maronen ist das kretische 
Kastanien-Stifado.

Zutaten: ca. 600 g Maronen (damit es dann 500 g geschälte Maronen sind), 500 g kleine Zwiebeln, 2 Knoblauchzehen, 4 Fleischtomaten oder 1 kleine Dose Tomatenpüree, 1/4 l Rotwein, 1/2 Tasse Olivenöl, 2 Lorbeerblätter, 1 Stange Zimt, Rosmarin, Pfeffer, Salz 

Zubereitung: Die Kastanien mit einem scharfen Messer über Kreuz einschlitzen. In einem Kochtopf Wasser zum Kochen bringen und die Kastanien hineingeben. Ungefähr 15 Minuten kochen lassen. Die Kastanien herausnehmen und kalt abspülen. Wenn die Kastanien anfassbar sind, die Schale entfernen und auch die braune Innenhaut abpellen.

Die Zwiebel schälen und in Olivenöl anbraten. Wein, zerkleinerte Tomaten, gehackten Knoblauch, 1 Zweig frischen Rosmarin (oder 1 gehäuften Teelöffel getrockneten), Zimt, Lorbeer hinzufügen. Mit Pfeffer und Salz leicht würzen und im geschlossenen Topf 30 Minuten köcheln lassen. Die Maronen hinzufügen und weitere 15 Minuten köcheln lassen. Abschmecken mit Salz und Pfeffer und je nach Konsistenz evtl. etwas Wasser oder Tomatenmark hinzufügen.
Jetzt weiter schmoren lassen bis die Kastanien den gewünschten Garpunkt haben. Je nach Geschmack kann dies 15-30 Minuten bis dauern.

Wenn ihr fertig gegarte Maronen nehmt, verkürzt sich natürlich die Garzeit! Dann ist es besser die Zwiebeln länger allein schmoren zu lassen und erst 10 Minuten vor Schluß die Kastanien hinzuzufügen. Wenn ihr nun das Stifado abkühlen lasst und erst nach einigen Stunden wieder erwärmt, schmeckt es noch besser, da nun die Gewürze und Soße besser in die Kastanien eingezogen sind.

Ich esse diese Stifado am liebsten mit Reis, aber natürlich passen auch Kartoffeln oder Kritharaki gut dazu.

Kali Orexi - Guten Appetit!


Donnerstag, 25. Oktober 2012

Souvenirs aus Kreta


Demnächst mache ich einen kurzen Besuch bei den Verwandten in Deutschland. Da stellt sich die Frage nach den Mitbringseln für die Kinder, Eltern und Freunde. Natürlich bringe ich hauptsächlich Essbares mit ;-)

Es wurden schon Wünsche geäußert wie Kreta T-Shirts, Tischdecken, Keramiksachen wie Essig- und Ölflaschen und Salatschälchen, ein Frappe Mixer und natürlich Zigaretten, denn die sind hier, trotz Preiserhöhungen, immer noch billiger als in Deutschland.

Oliven bringe ich nicht so gerne mit, die gibt es inzwischen auch in guter Qualität aus Griechenland in Deutschland. Auch Wein und Olivenöl packe ich nur auf speziellen Wunsch ein, da sie ziemlich viel Platz brauchen und auch im Norden erhältlich ist, wenn auch nicht in einer so großen Auswahl.

Aber bei einigen Lebensmittel lohnt es sich doch sie einzupacken. Sie sind in Deutschland schwer oder gar nicht erhältlich. Für eine Freundin soll ich z.B. Stakabutter mitbringen, die  aus Ziegen- oder Schafsmilch hergestellt wird und zusammen mit Mehl zu Staka verarbeitet wird, welches hier als Zugabe für Spiegeleier, zum Reis oder für Pasteten genutzt wird.

Meine Vorschläge für Mitbringsel: 

  • Thymianhonig mit Nüssen, 
  • Diktamustee, Bergtee, 
  • Gewürzmischungen (achtet aber darauf, dass die Kräuter wirklich aus Kreta sind!) 
  • verschiedene Paximadi (kretischer Zwieback), 
  • eingelegten Meerfenchel, 
  • Apaki (saures, geräuchertes Schweinfleisch)
  • Graviera Käse
  • Raki: pur, mit Honig und Gewürzen, 
  • Löffelsüßigkeiten z.B. aus Orangen, Karotten, Quitten, Weintrauben,
  • Kataifi oder Baklava (gibt es hier schon speziell verpackt zum Mitnehmen).
Ich werde außerdem noch Selbstgemachtes mitnehmen: Orangenlikör auf der Basis von Raki, verschiedene Orangenmarmeladen, eingelegte getrocknete Tomaten und Wassermelonenschalen in Sirup.

Gute Reise - Kaló taxísi!

Samstag, 20. Oktober 2012

Auberginen Salat - Dip, Brotaufstrich oder doch ein Salat

"Melitzanosalata" ist hier auf Kreta eine beliebte und oft servierte Vorspeise (Meze, Mezedes) und wird als Salat mit kretischem Graubrot zum Beispiel auch zum Raki gereicht. Ich mag dieses Auberginenpüree am liebsten auf Knäckebrot!  Irgendwie kommt doch das Norddeutsche bei mir immer noch durch ;-)

Für mich ist diese, von den Griechen als Salat bezeichnete, Vorspeise jedenfalls ein Dip, Püree oder Brotaufstrich, aber kein Salat!

In den Tavernen gibt es diese Vorspeise fast immer mit Mayonnaise und auch der Supermarkt - Melitsanosalata enthält Mayonnaise. Das Originalrezept besteht jedoch nur aus Aubergine, Knoblauch, Olivenöl, Zitrone, Salz und Kreuzkümmel.

Wie bei fast allen griechischen, kretischen Rezepten gibt es zahlreiche weitere Zutaten und jede Familie hat ihr Spezialrezept. Häufig kommt noch Joghurt hinzu um den Dip glatter zu machen. Mit gehackten Walnüsse wird der Salat knackiger. Tomaten machen ihn frischer und bunter, Zwiebeln ihn etwas schärfer. In den arabischen Ländern heißt dieses Gericht  "Baba Ghanoush" und es kommt noch Tahihi hinzu, eine Paste aus gemahlenen Sesamkörnern.

Ich mache den Salat für uns - nach einigen Versuchen - immer mit zusätzlich Joghurt, Petersilie, etwas Zwiebel und Tomate.

Hier das Rezept für Melitzanosalata

Zutaten: 3 Auberginen, 3 Knoblauchzehen, Saft einer halben Zitrone, bis zu einer halben Tasse Olivenöl, Pfeffer, Salz, Kreuzkümmel (Cumin)
und 2 Eßl. gehackte glatte Petersilie, 1 kleine feingehackte Zwiebel, 1 Eßl. Joghurt, 1 gewürfelte Tomate (ohne Kerne und Saft)


Zubereitung: Die Auberginen abspülen und mit einer Gabel mehrfach einstechen. Auf das Gitterrost im Backofen legen und bei 180-200 Grad, je nach Größe der Eierfrüchte, 45 bis 60 Minuten garen lassen.  Ich lege die Auberginen immer mit in den Backofen, wenn etwas anderes darin schmort. Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen. Die Auberginen nun einfach mit der Hand abschälen. Die Schale löst sich ganz einfach. (Wenn es eilig ist, kann man sie auch unter fließendes kaltes Wasser halten.)
Das Fruchtfleisch von 2 Auberginen in einem Mixer pürieren und das der Dritten in kleine Würfel schneiden. Knoblauch zerquetschen oder in sehr kleine Würfel schneiden.
Mit Salz, Pfeffer, Zitronensaft und mit einer Messerspitze Cumin würzen.

Nun soviel Olivenöl hinzufügen bis es ein cremiges nicht zu weiches Püree wird. - Fertig ist das Grundrezept!
Ich füge dann noch, wie gesagt, Petersilie, Tomatenwürfel, Zwiebelstückchen und Joghurt hinzu.




Kali Orexi - Guten Appetit!

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Tomatenbratling - lecker mit und ohne Ei

Tomatenfrikadellen (Domatokeftedes) sind hier auf Kreta eine typische Vorspeise. Ich habe sie in einer kleinen Dorftaverne kennengelernt. Von einer kretischen Nachbarin erhielt ich dann das Rezept.  

Das Problem bei dem Erfragen von Rezepten ist hier allerdings, dass alle Hausfrauen denken, dass man die Grundkenntnisse der kretischen Zubereitung natürlich kennt!  (Inzwischen bin ich auch schon ganz gut darin.) Also bekommt man zumeist die Zutaten aufgezählt, ohne jegliche Mengenangaben - alle nehmen an, dass man die sich schon denken kann! Auch Zeit, Temperaturangaben oder Zubereitungsart muss man zum Beispiel oft extra erfragen.  ;-)

Im Moment gibt es immer noch Tomaten auf dem Markt, sie sind jedoch nicht mehr so hübsch und saftig wie vor einem Monat. Genau richtig also für die Herstellung von Tomatenbratlingen. 
Da das Brot hier immer so schnell trocken wird, mache ich mein Paniermehl immer selbst. Dadurch entsteht zumeist ein etwas dunkleres, da ich sowohl Weißbrot- wie auch Graubrotkrümel einfach mische.

Ich habe das Rezept nun ausprobiert; alles klappte prima und sie schmecken sehr lecker. Einige Tage später berichtete ich dann stolz von meinen Kochergebnissen und gab meiner Bewunderung Ausdruck, dass die Bratlinge auch ohne Ei nicht auseinander gefallen sind. 
Woraufhin meine Nachbarin mich verwundert anblickte und meinte, "Natürlich muss da Ei rein, hab ich das wohl vergessen zu sagen?" 

Ich habe daraufhin das Rezept nochmals mit Ei ausprobiert. Es klappt genauso gut und bei den anderen Zutaten  musste komischerweise nichts verändert werden. Mit gefallen sie ohne Zugabe des Eies jedoch besser!

Rezept für "Domatokeftedes"

Zutaten: 1 kg Fleischtomaten, 1 Bund glatte Petersilie, 1/2 Bund Dill, 5 Blätter Minze, 2 Zwiebeln, (1 Ei), max. 100 g Paniermehl, Pfeffer, Salz
Zubereitung: In einem größeren Kochtopf Wasser zum Kochen bringen. In die Tomaten jeweils ein Kreuz einritzen und sie nun für 1 bis 3 Minuten in der kochende Wasser legen. Anschließend herausfischen und in kaltes Wasser legen, wenn möglich in eiskaltes Wasser (mit Eiswürfeln). Nun läßt sich die Schale ganz leicht entfernen.

Die gehäuteten Tomaten vierteln und die Kerne und das flüssige Fruchtfleisch herausnehmen. Dieses kann man sehr gut für Koukouvajia weiterverwenden.

Das feste Fruchtfleisch nun ist sehr kleine Würfel schneiden. Die Zwiebel, die Petersilie, den Dill und die Minze kein hacken. Alles nun vermischen und mit so viel Paniermehl vermengen, dass sich daraus Frikadellen mit einem Durchmesser von ca. 6-8 cm und einer Dicke von 2 cm formen lassen. Die Version mit Ei geht genauso! (Nur das halt das Ei hinzukommt ;-))

Ich habe aus der Menge 12 Bratlinge erhalten.

So viel Olivenöl (oder nach Geschmack ein neutrales Öl verwenden) in einem Topf erhitzen, dass die Frikadellen darin schwimmen können. Die Bratlinge portionsweise von beiden Seiten jeweils ungefähr 3 Minuten backen. Herausnehmen und auf einem mit Küchenpapier ausgelegtem Teller abtropfen lassen.

Domatokeftedes schmecken heiß und kalt gut. Ich mag sie am liebsten zusammen mit Tzatziki!
                                                             
Kali Orexi - Guten Appetit!