Donnerstag, 16. Februar 2012

Rauchiger Donnerstag - Tsiknopempti


Heute ist der "Rauchige Donnerstag" und damit startet die Kernzeit des Karnevals hier in Rethymno und natürlich auch in ganz Griechenland.

Schon in der Antike feierte man hier in Griechenland eine Art Karneval. Es fanden ausschweifende Feste statt zu Ehren des Gottes Dionysos und man feierte die Wiedergeburt der Natur. Mit dem Christentum verschmolzen diese Feste zum Karneval, den letzten Feiern mit Fleisch, Fisch, Milchprodukten und Eiern bevor die Fastenzeit vor Ostern begann.

Im griechischen heißt Karneval "Apokries" und diese beide Begriffe haben die gleiche Bedeutung, nämlich "ohne Fleisch" oder "Fleisch vorbei".

Das Essen spielt in dieser Zeit hier auf Kreta eine bedeutende Rolle. Der festliche Zeitraum umfasst drei Wochen vor Beginn der Fastenzeit, in denen sehr ausgelassen gefeiert wird und viel gegessen wird.

Die zweite Woche wird "Fleischwoche" (Kreatin) genannt, da es Brauch ist, dass in dieser Woche zum letzten Mal viel Fleisch auf den Tisch kommt. Am Donnerstag dieser Woche - also heute - ist dann der eigentliche Beginn der Feiern mit Kostümen und größeren und kleineren Umzügen für Kinder und Erwachsene. Dieser Donnerstag heißt "Tsiknopempti". "Tsikno" bedeutet "Rauch vom Fleisch" und "Pempti" bedeutet Donnerstag. Die Luft über den Orten soll - und ist - erfüllt sein mit Rauch und dem Geruch nach gegrilltem Fleisch. Dazu wird überall der Grill angeheizt und es gibt jede Menge gegrilltes Fleisch: Suflaki, Kotelett, Steaks, Würstchen...

Gefeiert wird dieser Tag zumeist in großer Runde mit Familie und Freunden in den Tavernen. Für die Lokale ist dies einer der betriebsamsten Tage des Jahres.

Und auch wir werden heute Abend in der Stadt feiern, obwohl wir weder fasten werden noch super Karnevalsfans sind. Auf alle Fälle aber werden wir Souvlaki und Kebab essen! ;-)


Dienstag, 14. Februar 2012

Aphrodisiaka



Da heute Valentinstag ist, dachte ich, es wäre ja interessant mal etwas über aphrodisierende Lebensmittel zu posten. Auf Kreta wachsen besonders viele von den Gemüsen und Obstsorten, denen eine Lust steigernde Wirkung nachgesagt wird ;-)

Außerdem gilt auch kaltgepresstes Olivenöl, das man ungekocht genießt, hier auf Kreta als Aphrodisiakum. Ein Sprichwort behauptet:
"Iss Butter und schlaf wie ein Schaf, iss Öl und komm am Abend"
Quelle: Nikos & Maria Psilakis "Die Kultur der Olive - Olivenöl" 

Allgemein bekannt sind Austern, Kaviar, Granatapfel, Erdbeeren, Trüffel, Chilischoten, Kakao, Feigen, Avocado, Spargel, Sellerie, Diktamus, Zimt, Vanille, Safran, Ingwer, Koriander, Thymian, Basilikum, Muskat Beispiele für Lebensmittel, denen eine Lustfördernde Wirkung nachgesagt werden.
Aphrodisiaka haben eine lange Geschichte. Die Wirkung der Lebensmittel wurde nach Aphrodite, der griechischen Göttin der Liebe, benannt. In jedem Zeitalter, in jedem Land gab es Geheimtipps für Lebensmittel, die das Verlangen des Partners steigern sollten. Heute werden Aphrodisiaka nicht nur bei Nachlassen der Libido empfohlen, sondern auch beim Burnout-Syndrom, bei Dysstress, Depression, Migräne oder Tinnitus.

Aber wie kommt ein Lebensmittel in den Ruf, die Liebe zu fördern? Bei vielen ist es das Aussehen. Zum Beispiel sieht Spargel einem Phallus ähnlich oder Feigen dem weibliche Gegenstück. Auch die Avocado erinnert mit ein wenig Fantasie an einen männlichen Teil der Anatomie. In all diesen Fällen ist es reine Einbildung, die eine Wirkung hervorrufen kann.

Andere Mittel enthalten tatsächlich wirksame Inhaltsstoffe, so enthalten Sellerie und Trüffel einen Hormonbestandteil, das Androstenol, das auch im Männerschweiß vorkommt. Kakao und Avocados heben die Stimmung durch den Inhaltsstoff Seretonin. Scharfe Gewürze wie etwa Chili, Zimt und Ingwer regen die Durchblutung an. Vanille und Zimt wirken aphrodisierend durch ätherische Öle deren Düfte unmittelbar auf unsere Emotionen wirken. Auch der Granatapfel ist nicht nur ein Symbol der Fruchtbarkeit. Seine Inhaltsstoffe tragen tatsächlich zum besseren Lustempfinden bei.

Oft sind es auch exotische, teure Lebensmittel, denen eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt wird. So galten im 16. Jahrhundert sogar Kartoffeln und Tomaten als lustfördernd. Denn diese Früchte waren damals ebenso teuer und luxuriös wie heute Kaviar und Hummer.

Die Ureinwohner Mexikos brauten aus Vanilleschoten und Kakaobohnen ein erotisierendes Getränk. Casanova bediente sich neben Austern, ebenfalls der belebenden Wirkung der Kakaobohne.

Hier auf Kreta gilt ebenfalls seit alters her Diktamus als Aphrodisiakum. Das auch "Lippe der Aphrodite" oder "Erodas" genannte Heilkraut wuchs früher nur an schwer erreichbaren Stellen an Felshängen und junge Männer riskierten ihr Leben um ihrer Angebeteten ein Sträußchen überreichen zu können.










Wichtiger als die einzelnen Lebensmittel ist jedoch die Atmosphäre in der das Essen verzehrt wird. Dabei sollten alle fünf Sinne aktiviert werden. Ein romantisches Candle Light Dinner mit leiser Musik und gegenseitigem Füttern von lecker duftenden Häppchen und einem tiefen Blick in die Augen wirkt 1000-fach mehr als bei Neonlicht ein Duzend Austern mit Diktamustee herunterzuspülen.

Montag, 6. Februar 2012

Stifado

Stifado ist eines der bekanntesten griechischen Fleischgerichte und es ist ein gutes Beispiel wie auf Kreta Fleisch zubereitet wird:
Fleisch schneiden, möglichste alle Zutaten dazugeben, in den Backofen geben und dann etwas anderes machen und die Vorbereitung der Mahlzeit erst mal vergessen ;-)  Diese Art der Zubereitung kommt noch aus der Zeit, als man Fleischspeisen, die lange Garzeiten haben, während des Brot Backens mit in den Backofen schob oder danach, um die Restwärme zu nutzen.

Stifado wird aus verschiedenen Fleischsorten hergestellt. Am häufigsten bekommt man es in den Tavernen auf Kreta aus Lamm-, Rind-, Kalb- oder Kaninchen-Fleisch.

Ich mache es aus dem hier erhältliche Kalbsfleisch. Wobei sich dieses vom deutschen Kalbfleisch unterscheidet. Es ist dunkler und von etwas älteren Tieren. Vergleichbar ist es wohl mit "Färsenfleisch".
Nehmt das Fleisch, was auch für Braten und Gulasch geeignet ist.

Typisch für Stifado sind die weiteren Zutaten, nämlich Gewichtsmäßig genauso viele Zwiebeln wie Fleisch, Tomaten, Knoblauch und Rotwein. Gewürzt wird Stifado mit Essig, Zimt, Rosmarin und Lorbeer!


Für Stifado braucht man eigentlich besonders kleine Zwiebeln. Sie sind in etwas so groß wie Charlotten, jedoch geformt wie "normale" Zwiebeln. Hier gibt es sie in fast jedem Supermarkt fast das ganze Jahr über zu kaufen. Stifado schmeckt jedoch auch mit großen Zwiebeln gut! Und in den Tavernen gibt es zumeist ebenfalls die Normalgroßen dazu ;-)

Vor ein paar Monaten konnte ich auch vegetarisches Stifado probieren, mit Eßkastanien und Pilzen. Sehr lecker!

Hier nun aber erst mal mein (etwas vereinfachtes) Rezept mit Rindfleisch:


Rindfleisch Stifado

Zutaten: 1 kg Rindfleisch, 1 kg kleine Zwiebeln, ca. 6 Eßl. Olivenöl, 2 Glas Rotwein (ca. 400 ml), 4 große kleingeschnittene Tomaten, 4 kleingehackte Knoblauchzehen, 2-3 Lorbeerblätter, 1 Zweig Rosmarin (oder geh. 1 Teel. getr. Rosmarin), 1 Stück Zimt (oder 1 gestr. Teel. gemahlener Zimt), bis zu einem Glas Essig (nach Geschmack), Salz und Pfeffer

Zubereitung: Rindfleisch in 7-10 Stücke schneiden und von allen Seiten in 3 Eßl. Olivenöl anbraten. Mit Rotwein ablöschen und mit Salz und Pfeffer würzen. Tomaten, Knoblauch, Lorbeerblätter, Rosmarin und Zimt dazugeben. Den Topf abdecken und ca. 1 Std. im Backofen bei 200 Grad schmoren. Die Zwiebeln schälen und von allen Seiten in 3 Eßl. Olivenöl anbraten. Nach einer Stunde zum Fleisch dazugeben, ebenso den Essig und wenn zu viel Flüssigkeit verkocht ist, etwas Wasser oder Brühe hinzufügen. Alles nochmals etwa 1 1/2 Std weiter schmoren, bis das Fleisch sich ohne Messer zerteilen lässt.

Dazu passen am besten gekochte Kartoffeln. Reis ist ebenfalls eine beliebte Beilage.

Ich mag auch gerne Kritharaki dazu, das sind kleine griechische Nudeln, die wie große Reiskörner aussehen. Sie werden auch Risi-Nudeln oder Orzo genannt. Da sie auch für das Gericht Giouvetsi genutzt werden heißen sie auch bei einigen einfach Giouvetsi-Nudeln ;-)

Kali Orexi - Guten Appetit!


Samstag, 4. Februar 2012

Ein kretisches Katerfrühstück



Nun kommt die Zeit des Karnevals  auf uns zu. Von diesem Wochenende an bis zum "Sauberen Montag" „Kathari Deftera“ in drei Wochen gibt es zahlreiche Feiern und Feste.  
Ab und zu könnte es dabei vorkommen, dass man zu viel  Alkohol trinkt und am nächsten Morgen mit einem Kater aufwacht. Der Schädel brummt, der Kreislauf schwankt und der Magen rebelliert. Grund dafür ist vor allem der erhöhte Wasser- und Mineralstoff Bedarf, den der Körper für den Abbau des Alkohols benötig.
Kopfschmerzen und Übelkeit entstehen auch beim Abbau von Fuselalkoholen, die vor allem in billigem Wein und Schnaps (Raki?) enthalten sind.

Um den Kater am nächsten Morgen schnell wieder los zu werden kann man den Körper durch die richtige Auswahl an Nahrungsmitteln unterstützen. 

Etwas Salziges gleicht den Mineralstoffverlust aus. Etwas Scharfes beschleunigt die Verdauung. Zu empfehlen ist dann ein deftiges und leicht verdauliches Frühstück! Zum Beispiel (Vollkorn-) Brot mit Käse und dazu einige Oliven und Peperoni.

Zum Abbau des Alkohols braucht der Körper viel Flüssigkeit. Hervorragend geeignet  sind Mineralwasser oder Kräutertee. Apfelsaftschorle wirkt nicht nur gegen den Flüssigkeitsverlust, sie gleich durch ihre isotonische Zusammensetzung auch den Mineralstoffmangel aus (2 /3 Wasser mit 1/3 Apfelsaft mischen).

Fruchtzucker beschleunigt den Alkoholabbau. Schnell verfügbar ist er aus frischem Obst und Honig. Zusammen mit etwas griechischem Joghurt ist dies eine ideale Mischung zur Ergänzung des Frühstücks.
Gegen Kopfweh hilft  Coffein in Kombination mit  Säure. Am besten hilft ein starker griechischer Kaffee oder Espresso mit einem Schuss Zitronensaft.


Ein kretisches Katerfrühstück


Der Körper braucht zur Regeneration viel Sauerstoff. Ein Spaziergang gleich nach dem  Frühstück wäre ideal – für uns hier in Rethymno geht es dann natürlich an den Strand.

Freitag, 3. Februar 2012

Rote Beete

Rote Beete sind ein normaler Bestandteil der Ernährung hier auf der Insel, eine Tatsache, die mich zuerst überraschte. Das ganze Jahr über sind sie sowohl im Supermarkt, wie auch auf dem Wochenmarkt günstig zu bekommen.

Gestern wollte ich vier Rote Beete kaufen um einen gemischten Salat mit Roter Beete und Walnüssen machen. Der Verkäufer wollte aber wohl gerne seinen gesamten Bestand loswerden. So gab er mit für 20 Cent mehr sechs weitere Knollen dazu. (Was ich damit gemacht habe seht ihr weiter unten.)

Manche mögen Rote Beete nicht auf Grund des erdigen Geschmacks - ich mag das gesunde Gemüse genau deshalb. Und der Verzehr ist aus mehreren Gründen für unseren Körper sehr gut.

Der rote Farbstoff in den Roten Beeten ist ein sekundärer Pflanzenstoff aus der Gruppe der Polyphenole. Diese stärken die Abwehrkräfte und die Zellen, sie wirken gegen Infektionen und Entzündungen.

Rote Beete sind gute Lieferanten von Eisen und Folsäure, welche für die Blutbildung unentbehrlich sind.

Britische Forscher haben durch eine Studie gerade ermittelt, dass Rote Beete sehr gut gegen hohen Blutdruck wirken. Das in den Beeten enthaltene Nitrat wird im Mund zu Nitrit umgewandelt. Sobald dieses in den Blutkreislauf gelangt wirkt es Blutdrucksenkend.


Es gibt zahlreiche griechische und kretische Rezepte mit Roter Beete zum Beispiel Rote Beete Suppe, Joghurt-Rote Beete Dip, Rote Beete mit Joghurt und rohen Rote Beete Salat mit Knoblauch.
Im Sommer bekamen wir in einer Taverne in Rethymno als Vorspeise pürierte Rote Beete zu Brot gereicht. Sie schmeckte mir sehr gut. Da ich nun so viel davon mit nach Hause gebracht hatte, habe ich versucht das Püree nachzumachen und es hat geklappt!



Hier das Rezept:    
Zutaten: 
Rote Beete, Olivenöl, Zwiebel, (Knoblauch), Zitrone, Pfeffer, Salz, etwas Minze
Zubereitung:
Gekochte Rote Beete und die rohe Zwiebel, (gehackten Knoblauch) zusammen mit einigen Löffeln Olivenöl mit einem Pürierstab oder einem Mixer ganz klein zerhacken, bis es aussieht wie ein grobes Püree. Mit Pfeffer, Salz, Zitronensaft und Minze abschmecken.





Donnerstag, 2. Februar 2012

Marktbesuch in Rethymno

Jeden Donnerstag ist der Haupt-Wochenmarkt in Rethymno.
(Am Montag und Samstag sind etwas kleine Straßenmärkte.)

Ich gehe vor allem im Winter gerne über den Markt, da es im Sommer sehr großes Gedränge durch die vielen Touristen gibt. ;-) Heute versuchte ich zwischen den Regenschauern über den Markt zu gehen. Aber natürlich fing es genau in dem Moment an zu regnen als ich den Markt erreichte.

Im Moment ist Kohl-Saison: Blumenkohl, Broccoli, Weißkohl, Rotkohl sind günstig.

Tomaten, Auberginen, Zucchini, frische Kräuter und die verschiedensten Paprikasorten direkt von der Insel gibt es das ganze Jahr über.

Heute außerdem wurden heute sehr günstig Lauch, Frühlingszwiebeln, Römersalat und die verschiedensten Chortasorten angeboten.

Unter Chorta werden hier alles was es an Wildkräuter und Wildgemüse gibt zusammengefasst. Angeboten wird Chorta entweder "Sortenrein" oder als bunte Mischung.

Unter anderen gehört zu den häufigen Chortasorten: Löwenzahn, Wilde Möhre, Amaranth, Zichorie, dornige Wegwarte, Nadelkerbel, Wasserkresse, Wolfsmilch, Gänsedistel, Rauke, Bocksbart, Vogelmilch (Milchstern), Fenchelgrün, weißer Senf,  Rote Beete Grün, Portulak, Brennessel, Goldwurzel, Schmerwurz und Sauerampfer.


Die Obstauswahl war heute nicht so groß. Momentan gibt es hauptsächlich Orangen und Mandarinen/Clementinen.

Ein Stand aus dem Süden der Region Rethymno (aus der Nähe von Mires) hatte heute sehr leckere Erdbeeren aus dem eigenen Anbau im Angebot. Die mußte ich mitnehmen!



Da  es heute Lauch/Porree günstig zu kaufen gab, habe ich mich entschlossen, mal wieder 
Gefüllten Porree zu machen.
 
Zutaten:
2 - 3 Lauchstangen
500 g frischen Spinat
1 Scheibe Fetakäse 
1 Eßl. Joghurt
100 g geräucherten Speck (Bacon)
Pfeffer, Salz
kretische Gewürzmischung (Oregano, Basilikum, Rosmarin, Majoran, Thymian, Minze)
frische Petersilie
Zubereitung: Das Weiße des Porrees in 3-4 Fingerlange Stücke schneiden, je nach Länge der Stange. Kurz blanchieren. Das Innere herausdrücken, sodass nur noch die zwei äußeren Schichten der Stange übrig sind.
Den Spinat gut waschen und ca. 5-10 Min. mit wenig Wasser kochen. Der hiesige Spinat ist sehr groß; kleine, junge Spinatblätter brauchen nur so lange dünsten, bis sie zusammengefallen sind.  Den Bacon kleinschneiden und in einer Pfanne anbraten. Nun den Spinat ausdrücken und etwas kleinhacken. Zum Bacon geben, die Hälfte des Feta ebenfalls hineinkrümeln. Mit Pfeffer, Salz und 1 Eßl. Gewürzmischung abschmecken. Diese Masse in die ausgehöhlten Porreestangenteile füllen. Den restlichen Feta mit dem Joghurt verrühren und über die Stangen geben. Bei 200 Grad im vorgeheizten Backofen ca. 15 Min. überbacken. Vor dem Servieren mit Petersilie bestreuen.

Das Rezept kann man auch sehr gut mit Frühlingszwiebeln machen.



Und zum Nachtisch gab es dann natürlich die frischen Erdbeeren!



Mittwoch, 1. Februar 2012

Holz oder Plastik



Wo würden sie sich lieber ansiedeln, wenn sie wählen müssten: In einer schroffen wilden Kraterlandschaft mit einer porösen glitschigen Oberfläche oder lieber hier: eine Hügellandschaft mit zahlreichen Vertiefungen, in denen sich Wasser gesammelt hat? Keime wie Salmonellen, Escherichia Coli und Staphylokokken wissen es genau: sie bevorzugen die feuchte Hügellandschaft.

Die erste Landschaft entspricht der Oberfläche eines Holzschneidebrettes unter einem starken Mikrosop, die zweite der eines Plastikscheidebrettes. Dies sind die beiden Varianten, die in unseren Küchen am häufigsten zum Einsatz kommen.

Jahrelang stritten sich die Experten welches Material am hygienischsten ist. Holz in der Küche wurde verteufelt, da die Wissenschaftler glaubten, man könne Holz nicht gut genug reinigen, sodass sich die Keime in den Rissen und Spalten des Holzes vermehren. Plastikbrettchen dagegen können zur Reinigung einfach in die Spülmaschine gesteckt werden.

Nun stellte sich heraus, dass Bakterien auf Holzbrettern sehr schnell absterben. Das liegt zum einen daran, dass sie durch ihre Oberflächenstruktur sehr schnell trocknen und zum anderen an den im Holz natürlich vorkommenden - für uns unschädlichen - Gerbsäuren, die antibakteriell wirken. Mit jedem neuen Schnitt in das Holz tritt neue Gerbsäure an die Oberfläche, schneiden sie jedoch in ein Plastik (Polyethylen) Brett so entsteht neuer Lebensraum für Keime. Inzwischen gibt es auch Plastikbrettchen, die mit Chemikalien oder Silberionen gegen Bakterien präpariert wurden. Aber warum so etwas nutzen, wenn die Natur uns besseres Material zu Verfügung stellt? Geeignet für den Einsatz in der Küche sind harte Hölzer wie Eiche, Buche, Ahorn und Olivenholz.

Was liegt für uns auf Kreta also näher als Olivenholzschneidbretter in der Küche zu nutzen? Die Brettchen werden aus sehr alten, nicht mehr tragenden Olivenbäumen hergestellt. Das Holz hat eine feine honigbraune Farbe und wunderschöne Maserungen. Olivenholzschneidebretter sind also nicht nur aus hygienischen, sondern auch aus optischen Gründen die gute Wahl.


Hier noch einige Pflegehinweise für ihre Olivenholzbrettchen:


  • Nach Gebrauch mit einem weichen Schwamm und warmen Wasser und etwas Spülmittel reinigen und mit einem Tuch trockenwischen. Anschließend zu vollständigen Trockenen senkrecht stellen.
  • Ab und zu nach der Reinigung leicht mit ein paar Tropfen Olivenöl einreiben, damit das Holz nicht austrocknet und die schöne Maserung behält.
  • Wenn sie Fisch verarbeitet haben: das Brett von beiden Seiten anfeuchten und mit Salz bestreuen. Über Nacht stehen lassen und am nächsten Morgen feucht abwischen und trocknen lassen.