Sonntag, 15. Juli 2012

Portulak - Unkraut, Wildgemüse und Heilpflanze


Wir haben hier auf Kreta nur einen ganz kleinen Garten in dem nur Blumen und einige Kräuter wachsen. Was daneben sehr gut ohne jede Pflege wächst sind Unkräuter oder wie es heutzutage offiziell heißt Beikräuter. Bei uns wachsen Kapern, Salbei, Johanniskraut und Portulak. 

In meinem Garten in Deutschland war Giersch nicht auszurotten und wuchs im Gegensatz zu den Kohlrabis, Radischen und Kartoffeln wunderbar und ohne Schneckenbefall. Also ging ich davon aus, dass ich keinen "Grünen Daumen" habe und Nutzpflanzen bei mir eingehen. Einer meiner Versuche den Giersch los zu werden, war ihn zur Nutzpflanze zu erklären und zu essen. Er schmeckt gut und sollte logischerweise nun eingehen. Der Versuch hat damals leider nicht funktioniert.
 Hier auf Kreta ist es nun der Portulak, der sich nicht so leicht ausrotten lässt. Ich versuche jetzt nochmals meine "Nutzpflanzenmethode" und seit einigen Wochen essen wir viel von diesem Salatgemüse. Allerdings schmeckt er mir besser als Giersch.  ;-)

Die jungen Blätter und Stiele im Juni schmecken leicht säuerlich, etwas salzig und nussig. Eine andere Sorte, die ich zum Vergleich auf dem Wochenmarkt gekauft habe, hat dazu noch eine leichte Schärfe. 

Große ältere Blätter haben einen etwas bitteren Geschmack. Portulak wird überwiegend frisch und roh verzehrt. Ich mag ihn am liebsten in der Kombination mit Tomaten.  Des Weiteren wird er in Rührei oder in Suppen verwendet und kurz blanchiert als Beilage zu Fleisch und Fisch.
Die jungen Blätter und Blütenknospen kann man ähnlich wie Kapern einlegen. Häufig werden sie in Mixed Pickles mit verarbeitet. Neben viel Vitamin C, Magnesium, Zink und Eisen enthält Portulak auch die 
gesundheitsfördernden Flavonoide und Omega-3-Fettsäuren. 

Nachweisbar wird Portulak schon seit 800 vor Chr. als Wildgemüse und Heilpflanze genutzt! Hippokrates empfahl Portulak bei Problemen mit den Monatsblutungen. Andere Gelehrte verabreichten ihn ihren Patienten bei Zahnfleisch- und Augenproblemen. Er wurde zur Wundheilung und gegen Sodbrennen eingesetzt. Am bekanntesten ist seine Fiebersenkende Wirkung. Joghurt mit Portulak wird auch heute noch im südöstlichen Mittelmeergebiet als erfrischendes Getränk Fieberkranken gereicht.

Verarbeitung:
Wichtig ist es den Portulak vor dem Verzehr  sehr gut zu waschen. Da er am Boden entlang kriecht ist er immer viel feinem Dreck überzogen.

Zum Salat: Man kann sowohl die Blätter als auch die dünneren Stile verwenden. Die kleinen Blätter von den dickeren  Stielen abstreifen und über den Salat - zum Beispiel über "griechischen Bauernsalat" oder mediterranen Nudelsalat - geben. Genauso gut schmeckt er zu aufgeschnittenen Tomaten oder Zucchinis.  Ich liebe auch die Mischung mit Paximadi (kretischen Zwieback) mit Tomaten, Feta und Portulak. 

Zum Joghurt oder Quark: Blätter und Stiele klein schneiden und zum Quark, Joghurt oder Tzatziki  hinzufügen. Nach Geschmack pfeffern und leicht salzen.

Für das Joghurtgetränk wird der Portulak sehr fein zerhackt. Joghurt mit Wasser im Verhältnis 2:1 mischen, leicht salzen und mit dem pürierten Portulak verrühren.


Rührei, Omelette: Ein typisches kretisches Rührei ist ca. 3 cm dick und wird mit Gemüseeinlage, wie Tomate, gekochten Kartoffeln, Paprika, Zucchini oder Zwiebeln zubereitet. Es wird in einer Pfanne mit kleinerem Durchmesser zunächst angebraten und dann im Ofen fertig gebacken. Wenn man es mit Portulak zubereitet, kann man diesen einfach vor dem Braten grob zerkleinert zur Eimasse hinzugeben.


Kali Orexi - Guten Appetit!



Kommentare:

  1. Portulak wächst auch bei uns wie verrückt. Schmeckt prima als Salat mit Zitrone und Öl. Vielleicht ein paar Pinienkerne drüber.Dazu passt vorzüglich Raki. Kali Orexi.

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    1. Danke für das Rezept. So hab ich ihn noch nicht probiert. Geht gleich los, noch ist genug vorhanden

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